Frage von anonymos987654, 93

Religiöser Unterricht bei Christen, Juden und Muslimen?

Bei den Katholiken ist es so, dass

-die Kinder Erstkommunionunterricht und Beichtunterricht bekommen

-die Jugendlichen Firmunterricht bekommen

-ungetaufte Erwachsene Taufunterricht bekommen

-Verlobte Ehevorbereitungsunterricht bekommen

-erwachsene Glaubenswechsler Konvertitenunterricht bekommen

Bei den Protestanten ist es so , dass

-die Jugendlichen Konfirmandenunterricht bekommen

-ungetaufte Erwachsene Taufunterricht bekommen

Wie ist es bei den orthodoxen Christen: Was gibt es da für Unterricht und in welchem Alter?

Wie ist es in den verschiedenen christlichen Freikirchen: In welchem Alter gibt es dort Unterricht?

Wie ist es bei den Juden: Was für Unterricht gibt es dort und in welchem Lebensalter?

Wie ist es bei den Muslimen: Wann gibt es dort für etwas Unterricht?

Vielen Dank für alle sachgerechten Antworten.

Antwort
von Aminfraj1, 31

Kommt darauf an welche Rechtschule du gehst( es gibt 4) aber einheitlich kann man sagen:

-Von klein auf wird den Kindern die wichtigsten Suren beigebracht.

-Fasten beten und des gleichen ist nach dem Eintritt der Pubertät gewünscht bzw. Pflicht

Ansonsten gibt es bei uns nur das Allgemeine, sowas wie Erstkommunion oder desgleichen gibt es im Islam nicht.

Kommentar von wolfruprecht ,

Welche vier Rechtsschulen sind das?

Interessiert mich nur. Bin kein Muslim, sondern Katholik.

Kommentar von Aminfraj1 ,

Die sunnitischen Rechtsschulen

Die Rechtsschulen erkennen sich gegenseitig an, unterscheiden sich aber in einigen Lehrfragen, der Auslegung von Rechtsbestimmungen wie auch in Teilbereichen der religiösen Pflichtenlehre. Insgesamt sind die theologischen Differenzen aber nicht sehr groß. Alle Muslime gehören einer der Schulen an und befolgen die religiösen Vorschriften nach deren Tradition.

Die schafiitische Schule

Sie wurde vom „Vater der Rechtswissenschaft“, dem vielleicht berühmtesten muslimischen Juristen überhaupt, Mohammed Ibn Idris asch-Schafii (ca. 768-820) gegründet. Er setzte durch, dass nun auch die „Sunna“, die Entscheidungen Mohammeds, in allen rechtlichen Fragen als göttlich inspiriert galt. Wo sich Koran und Überlieferung in Rechtsfragen widersprechen, ist – so asch-Schafii – der Überlieferung vor dem Koran Vorrang einzuräumen! Wenn also der Koran die Auspeitschung von Ehebrechern befiehlt, die Überlieferung aber die Steinigung, so gilt heute Scharia-Gelehrten das Gebot der Steinigung allgemein als verbindlich. asch-Schafii definierte als maßgebliche Rechtsquellen den Koran, die Sunna (Gewohnheit Mohammeds), den Analogieschluss und den Konsens unter Rechtsgelehrten. Die schafiitische Rechtsschule findet sich heute vor allem in Indonesien, in Ostafrika, Südarabien und Südostasien.

Die hanafitische Schule

Die liberalste aller Rechtsschulen ist nach dem Juristen Abu Hanifa (699-767) benannt, wurde aber von dessen Schülern Abu Yusuf (731- ca. 795) und Mohammed al-Hasan ash-Shaybani (749- ca. 805) als Rechtsschule der Abbasiden begründet. Abu Hanifa war wiederum Schüler des damals wohl bedeutendsten Juristen von Kufa, Hammad Abi-Sulayman (gest. 737). Die hanafitische Schule ist heute vor allem auf dem Balkan, dem Kaukasus, Afghanistan, Pakistan, Turkestan, Zentralasien, Indien, China, Bangladesch und in der Türkei vertreten. In Österreich ist die hanafitische Schule als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt.

Sie erkennt die vier von asch-Schafii definierten Rechtsquellen (Koran, Überlieferung, Konsens, Analogieschluss) an, darüber hinaus aber auch persönliche Rechtsfindung der Juristen und die Suche nach einer angemessenen Lösung zum Besten der islamischen Gemeinschaft.

Die malikitische Schule

Sie wurde von Ibn al-Qasim al-‚Utaqi (gest. 806) und Sahnun (gest. 854) begründet, aber nach deren Lehrer Malik Ibn Anas (ca. 713- ca. 795) benannt. Malik Ibn-Anas soll auf die Rechtsfindung der Rechtsschule von Medina als Stadt des Propheten besonderes Gewicht gelegt haben. Die malikitische Rechtsschule, die in Medina als Gegenbewegung zum Wirken des Abu Hanifa entstand, fasste besonders in Nordafrika, in Spanien, Westafrika und Zentralafrika Fuß. Heute findet man die malikitische Rechtsschule außerdem in Kuwait und Bahrain.

Kommentar von Zicke52 ,

@Aminfraj1: "Wo sich Koran und Überlieferung in Rechtsfragen widersprechen...ist der Überlieferung vor dem Koran Vorrang einzuräumen"

Wäre interessant zu wissen, wie die Muslime rechtfertigen, dass die Sunna, selbst wenn sie "göttlich inspiriert" wäre, ÜBER den Koran gestellt werden kann, der doch nach ihrer eigenen Aussage DIREKTES Wort Gottes ist! Mohammed über Allah?

Wie konnte Schafii sowas nur durchsetzen??

Antwort
von AbuAziz, 20

Ein Muslim bekommt normalerweise von seinen Eltern alles beigebracht. Wenn er spätestens im Alter von 15 Jahren als Erwachsener zählt, dann kennt er alles was er als Muslim kennen muss, um seinen Islam richtig zu praktizieren. Dann ist er verpflichtet selbst weiter zu lernen. Das geht so weiter bis er stirbt. Man lernt eigentlich nie aus.

Der Islam ist eigentlich ganz einfach. Aber man kann auch sein Leben lang die arabische Sprache des Koran studieren. Oder man kann sich mit den Überlieferern der Hadithe sein ganzes Leben beschäftigen. Oder mit den Überlieferungen selbst. Für alles gibt es auch wissenschaftliche Studienfächer mit entsprechenden Abschlüssen an Universitäten oder anderen islamischen Lehreinrichtungen.

Antwort
von GFBen, 18

Vervollständigung bei "Katholiken": In anderen Ländern, aber auch in katholischen Kindergärten bzw. Grundschulen in Deutschland, fängt der Unterricht deutlich früher an - nicht erst mit der Erstkommunionvorbereitung.

Kommentar von wolfruprecht ,

Natürlich ist das so, dass die religiöse Unterweisung bei Katholiken schon viel früher beginnt als erst mit der Erstkommunion. Aber der Fragesteller bezog seine Frage auf die  Spendung der einzelnen Sakramente und wollte wissen, wie das vergleichbar bei den Muslimen ist. So hatte ich ihn zumindest verstanden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community