Öfter mal hört man eine Aussage der Relativitätstheorie in vereinfachter Form so: "Zeit ist eine Illusion". Unsere Wahrnehmung von Vorher-nachher, Vergangenheit und Zukunft sei nichts objektiv Reales. Wäre das so, hätte z.B. Tod eine ganz andere Bedeutung als die traditionell übliche. Ich weiß zuwenig, um die Theorie begreifen zu können. Hat jemand Buch- oder andere Tipps, die für Nicht-Physiker geeignet sind?
Die ohne Einschränkung vorgetragene Aussage „Zeit ist Illusion“ wirkt überzogen.
Die Vorstellung einer absoluten Zeit kann auf der Grundlage der Relativitätstheorie für eine Illusion erklärt werden.
Zeit kann als das Nacheinander in der Abfolge von Ereignissen beschrieben werden.
Die Gegenwart ist nur an einem Punkt definierbar und die Zeit bewegt sich in einer Richtung, von der Vergangenheit in die Zukunft. Die Zeit scheint also zu fließen. Dieser Eindruck könne als subjektive Erscheinung betrachtet werden und eine Einschätzung als Illusion wäre dazu eine Extremform.
Die Vorstellung von Zeit könnte von unserem Bewußtsein erzeugt sein. Zeit ist eine Form der Anschauung, die der Erfahrung vorangeht. Sie kann nicht aus unserer Wahrnehmung weggedacht werden. Zeit gehört also zu der Welt der Erscheinungen. Daraus ergibt sich aber nicht zwangsläufig, sie habe keine objektive Realität. Aus der Erscheinung ist nur keine sichere Aussage über ein Ding an sich ableitbar.
Wenn die Zeit nur eine Illusion wäre, entstünden auch Schwierigkeiten für die Kausalität.
Wenn es in der Relativitätstheorie keine absolute Gleichzeitigkeit gibt, bezieht sich dies auf die unterschiedliche Beurteilung von Erscheinungen durch Beobachter (in der Alltagswelt sind dabei die Abweichungen zu minimal). Sie haben unterschiedliche Bewegungszustände und es kann keiner mit mehr recht in Anspruch nehmen, im Ruhezustand und daher der allein gültige Bezugspunkt zu sein. Wer die richtige Beschreibung gibt, ist nicht entscheidbar.
http://de.wikipedia.org/wiki/Raumzeit" target="_blank" rel="nofollow: „Die Raumzeit oder das Raum-Zeit-Kontinuum bezeichnet in der Relativitätstheorie die Vereinigung von Raum und Zeit in einer einheitlichen vierdimensionalen Struktur, in welcher die räumlichen und zeitlichen Koordinaten bei Transformationen in andere Bezugssysteme miteinander vermischt werden können.
Zwar lässt sich ein absolut gültiger Abstandsbegriff für Raumzeitpunkte (Ereignisse) definieren, jedoch ist es vom Bewegungszustand des Beobachters und der Anwesenheit von Masse bzw. Energie (z. B. in Feldern) abhängig, was davon als räumlicher und zeitlicher Abstand erscheint.“
Eine philosophische Einführung mit Einbeziehung kritischer Gedanken ist:
Sendker, Werner Bernhard, Die so unterschiedlichen Theorien von Raum und Zeit. Der transzendentale Idealismus Kants im Verhältnis zur Relativitätstheorie Einsteins. Osnabrück: Der Andere Verlag, 2000. ISBN 3-934366-33-3

""Wir erleben die Welt normalerweise als dreidimensional. Der Relativitätstheorie zufolge ist sie jedoch vierdimensional. „bild der wissenschaften“ zitiert den Philosophen und Physiker Vesselin Petkov:
„Wenn die Welt dreidimensional wäre, dann wären die Konsequenzen der speziellen Relativitätstheorie und die Experimente, die sie bestätigen, unmöglich. Physikalische Objekte sind in der Zeit ausgedehnt, was bedeutet, dass sie vierdimensional sind.“
Mir der vierten Dimension ist die Zeit gemeint. Wir haben uns an die Vierdimensionalität noch nicht gewöhnt, obwohl wir ständig in ihr leben.
Die Physiker bezeichnen die vierdimensionale Welt als Block-Universum der Raumzeit. In dieser Welt fließt keine Zeit mehr. Alles ist auf einmal da. Der philosophische Begriff dafür lautet: Eternalismus. Zitat „bild der wissenschaften“:
„Dieses Block-Universum der Raumzeit ist quasi zeitlos oder ewig. ..... Im Eternalismus sind alle Zeitpunkte und ihre Bezugssysteme gleich wirklich. Die Zeit ist eine reale vierte Dimension analog den drei Raumdimensionen.“"
Guter Link :-)
Naja, ein Erklärungsversuch unter vielen. Es gibt da die irrsten Geschichten. Auch das Multiversum bei dem sich ständig das Universum in unendlich viele Paralleluniversen aufspaltet. Also man sollte das noch nicht als letzte Weisheit verstehen. Das weiß noch keiner so recht. :-)

Individuelle Wahrnehmung der Zeit spielt da auch mit. Konkretes Beispiel: Die letzten 9 1/2 Jahre sind mir präsent, wie als wär es gerade passiert. Die Zeit davor (auch mal schlappe 33 Jahre) sind ewig her und iwo in der Vergangenheit ist da mal was passiert. Wie alt ist meine älteste Tochter?
Zeit ist auch eine Illusion. Was ist Zeit? Wenn du diese Frage beantworten kannst, dann wird dir morgen der Nobelpreis verliehen. Bisher definieren wir Zeit als eine Schwingung von Atomen. Ganz toll... Unsere Menschheit hats weit gebracht. ;-) Sarkasmus

http://www.nuoviso.tv/forschung/die-stunde-null.html
Achtung - der Threadersteller bezieht sich nicht auf "Zeit ist relativ" sondern "Zeit ist eine Illusion". ;)
Das ist richtig :-) Auch Dir danke für den Link!

Bei Eckart Tolle fand ich es so in etwa erklärt und für mich durchaus nachvollziehbar: Psychologische Zeit ist Illusion, die Illusion, die uns in Schmerz und Leid gefangen hält. In möglichst einfachen Worten erklärt ;-)... Wenn ich permanent im Denken gefangen bin, das sich entweder in der Vergangenheit aufhält (nach-denken=hinterher-denken ;-), oder in einer (noch) nicht vorhandenen Zukunft, kreiere ich mir damit permanent Gefühle, die mit diesem Augenblick, mit dem Jetzt, nichts zu tun haben. Somit ist dieses Gefühl, diese gedachte Zeit, völlige Illusion. Es gibt nur das Jetzt, diesen Moment und selbst wenn ich über die Vergangenheit nachdenke, tu ich das JETZT.

na ist doch ganz klar. alles ist ja relativ, das heißt es liegt im auge des betrachters, wie "schön" zum beispiel etwas ist. das hängt mir erfahrungen usw zusammen. zeit ist eine illusion, weil ja jede stunde am tag auch eine ganz andee zeit sein könte. warum ist zum beispiel nicht 12 uhr 15 uhr? oder warum beginnt der neue tag ausgerechnet um mitternacht? könnte mitternacht nicht auch dann sein wenns hell ist? ;)
Gut, aber was ist, wenn der Betrachter stirbt? Wenn Zeit eine Illusion ist, ist er, von anderer Warte aus betrachtet, nicht tot. Ist das noch so klar und einfach, dass es kein Nachdenken erfordert? Ich verstehe das Ganze noch sehr wenig... Was Du beschreibst, läuft m.E. eher unter "Subjektivität von Wahrnehmungen"...
Nein. Das ist so falsch mit dem Toten. Wenn ein Zustand wechselt (lebendig-> tot, Morgen-> Abend, Cäsium-Atomschwingung "oben"-> Atomschwingung "unten"), dann nennen wir dies Zeit. Es kann also durchaus was zu Ende gehen. Also auch jemand sterben. Aber niemand kann erklären, warum ständig Zustände wechseln (was wir Zeit nennen). Also warum nicht einfach alle Energie einfriert und alles am gleichen Ort bleibt, etc.

Meiner Meinung nach ist die Uhrzeit eine Illusion. Wer sagt denn, dass eine Stunde eine Stunde ist? Man weiß es nicht...... Für eine Eintagsfliege ist ein Tag ein ganzes Leben. Für eine Schildkröte sind 60 Jahre ca. 40 Menschenjahre. Die Menschen haben die Uhrzeit erfunden, um bestimmte Abläufe erledigen zu können. Die Indianer und andere Naturvölker haben(hatten) keine feste Zeitangabe und scheinen damit irgendwie glücklicher zu sein.

Es gibt doch nur das "Jetzt". -Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft ist noch nicht angebrochen. Die "Zeit" findet nur in unseren Köpfen als Idee statt, nicht wirklich.Deshalb ist es auch so wichtig, zu lernen ohne Gedanken zu sein, denn nur am Ort der Gedankenfreiheit ist die Wirklichkeit und nur dort können wir uns wirklich richtig kennenlernen und lieben lernen; anderswo gibt es nur eine oder viele Ideen, also Illusionen über uns selbst und die Welt und das Leben und alles andere auch.

Ich denke,das die menschliche Vorstellung von Zeit neben einer subjektiven Komponente vor allem durch unsere Begrenztheit der Wahrnehmung gekennzeichnet ist.Unsere Sinne spiegeln im Zusammenhang mit dem Gehirn ein dem menschlichen Verständnis der Umwelt angemessenes Zeitverständnis wieder.Das beginnt bei der Definierung des "Augenblicks" und endet vielleicht bei der Unmöglichkeit,sich die Umkehrung der Ursache-Wirkung-Kausalität vorzustellen;sozusagen gerät die Zeit dann aus den Fugen.