Frage von Holzfaeller44, 197

Relativitätstheorie widerlegt?

Hallo, mein Name ist Luca und ich glaube ich habe die Relativitätstheorie widerlegt?! Ich weiss zwar nicht was sich dieser Einstein dabei gedacht hat, aber er kann doch nicht einfach behaupten das es den Aether nicht gibt! Da er das nicht beweisen kann ist seine Theorie automatisch falsch!

Antwort
von matmatmat, 113

Hallo Luca,

es sind Jahrzehntelang Experimente gemacht worden, die Ergebnisse geliefert haben, die sich nicht mit Äther aber mit "Relativität" erklären lassen. Die Hypothese Äther wurde also als falsch verworfen.

Widerlegt hättest Du das ganze auch nur, wenn Du eine Theorie abliefern kannst, das alle Ergebnisse und Beobachtungen besser erklärt als die bisherige Theorie. Wenn Du irgend wo eine Unstimmigkeit findest, wäre das vielleicht ein erster Hinweis, das es sich da zu forschen lohnt, aber keine Widerlegung.

Du müßtest also eine Theorie aufstellen, die alles bisher gefundene erklärt und zusätzlich Äther beweist... viel Glück.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 56

Um eine etablierte Theorie zu widerlegen, reicht eine Behauptung nicht aus. Es steht dir aber frei, die Existenz des Äthers zu beweisen, was bisher allerdings noch nicht gelungen ist.

Antwort
von ThomasJNewton, 43

Die übliche Reihenfolge ist

  1. Theorie verstehen
  2. Theorie widerlegen

Um eine Theorie zu verstehen, ist außerdem etwas Hintergrundwissen und Gesamtverständnis erforderlich.

Antwort
von SixthSCTF, 22

Ich bin erstaunt, gehörte ich doch bisher zu denjenigen die dieser Theorie bedingungslos folgten.

Entsetzen macht sich gerade bei mir breit. Hat Einstein tatsächlich behauptet das es den Äther nicht gibt? Soetwas geht ja nun gar nicht.

Deine Erkenntniss ist ein Paradigmenwechsel. Mein gesamtes physikalisches Weltbild bricht gerade zusammen.

Hätte ich blos gewusst, das Einstein das mit der nichtexistenz des Äthers nur behauptet hat. Ich wäre nie auf diesen Scharlatan mit seiner Relativitätstheorie hereingefallen.

Antwort
von GanMar, 103

Einstein braucht die Nichtexistenz von Aether nicht beweisen. Um eine Theorie aufzustellen, genügt es, seine Nichtexistenz anzunehmen.

Kommentar von SlowPhil ,

Nein, das würde nur genügen, um eine Hypothese aufzustellen.

Mit dem Äther hat er sich aber nicht befasst, sondern stattdessen sich ausschließlich auf Galileis Relativitätsprinzip berufen und es auf die Elektrodynamik angewandt. So heißt ja den auch seine Arbeit 'Elektrodynamik bewegter Körper'. Sein zusätzliches Postulat, dass sich Licht in jedem Inertialsystem mit c ausbreitet, folgt bereits aus dem Relativitätsprinzip.

Kommentar von Viktor1 ,
folgt bereits aus dem Relativitätsprinzip. 

Nach welchem ? Nach dem "klassischen" bestimmt nicht.
Wenn nach dem relativistischen, dann kann man kann man das RT-Postulat damit nicht verifizieren.

Kommentar von Raskolnikow21 ,

Doch, wenn man die Gültigkeit der Maxwellgleichungen voraussetzt.

Kommentar von SlowPhil ,

Nach welchem ? Nach dem "klassischen" bestimmt nicht.

Was heißt schon »nach dem "klassischen"« oder »nach dem relativistischen«? Es gibt nur DAS Relativitätsprinzip:

Bewegung ist relativ, d.h., um sinnvoll von ihr zu sprechen, braucht man ein Bezugssystem K (wie »Koordinatensystem«). Allerdings lässt sich ein Koordinatensystem K', das sich mit einer Geschwindigkeit |v› relativ zu K bewegt, zum Bezugssystem machen, dann muss man natürlich K als ein mit –|v› bewegtes Koordinatensystem betrachten.

Und jetzt kommt der Clou: K und K' sind einander gleichberechtigt, denn egal auf welches der beiden Koordinatensysteme als Bezugssystem man physikalische Größen bezieht, die grundlegenden Zusammenhänge (nichts anderes sind sog. Naturgesetze) bleiben gleich.

Dieses Prinzip stammt noch von Galiei und ist bis heute gültig. Einstein hat es auf die Gesetze der Elektrodynamik angewandt.

Antwort
von clemensw, 77

Dein Nobelpreis ist schon zum Greifen nah.

Jetzt musst du nur noch eine Theorie aufstellen, die einerseits einen universell stationären Äther erklärt und andererseits die bekannten Effekte (Zeitdilatation, Längenkontraktion etc.) beinhaltet.

Ich bin schon gespannt...

Kommentar von SlowPhil ,

Das hat Lorentz schon vor Einsteins berühmter Arbeit gemacht.

Kommentar von PWolff ,

Stimmt. Die Mathematik der speziellen Relativitätstheorie war im wesentlichen schon vor Einstein vorhanden (Lorentz, Poincaré), Einstein war aber der erste, der den Mut hatte, die Äthertheorie (-hypothese) fallen zu lassen (und das auch zu veröffentlichen).

Antwort
von Viktor1, 50
ich habe die Relativitätstheorie widerlegt?

hervorragend.

er kann doch nicht einfach behaupten das es den 
Aether nicht gibt

Hat er nicht. Es wurde vorher nie bewiesen, daß es den Äther gibt, nur vermutet.
Experimente dazu ergaben dann, daß diese Vermutung nicht haltbar ist.
Einsteins RT basiert auf dem Postulat der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu jedem bewegten Inertialsystem.
https://de.wikipedia.org/wiki/Inertialsystem
Dies besagt , daß ein Lichtstrahl, welcher  z.Bsp. hier von einem "festen" Standort (mit der Geschwindigkeit c)  auf zwei (oder mehr) verschieden schnelle (relativ zum Standort) I-Systeme mit  Bewegung in Strahlrichtung gesendet wird, dort trotzdem immer mit der Geschwindigkeit c empfangen wird.
Dies widerspricht der klassischen Physik und wird auch nicht durch die Beobachtung bestätigt, da die Empfangsfrequenz sich  proportional der "Geschwindigkeitsaddition" der Systeme zu c ändert, wie in der klassischen Physik. Die RT versucht diese Diskrepanz durch entsprechende Transformationsformeln zu "verifizieren", damit das Postulat passt.

Ansonsten solltest du deine Begeisterung für deine Ideen nicht an so läppischen unausgegorenen "Gedanken" festmachen.
Hinterfragungen auch von angeblich "gesicherten" Theorien sind aber sehr wohl angebracht - aber dazu solltest du dir entsprechende Kenntnisse erwerben (nicht nur angelernte), damit deine Hinterfragung "Hand und Fuß" hat. So aber ist deine "Frage"  ziemlich daneben.



Kommentar von ThomasJNewton ,

So macht man mit Anführungszeichen Stimmung.

Ganz so subtil ist das allerdings nicht.

Antwort
von PatrickLassan, 70

Ich weiss zwar nicht was sich dieser Einstein dabei gedacht hat,

Stimm, du weißt es nicht.

aber er kann doch nicht einfach behaupten das es den Aether nicht gibt!

Dass es keinen Äther gib, wurde schon vor Einstein bewiesen.

Kommentar von SlowPhil ,

Das wurde nicht bewiesen. Bewiesen wurde, dass es nicht den Äther im naiven Sinne als Stoff gibt, dem man einen Bewegungszustand zuschreiben kann oder gar muss.

Antwort
von Herb3472, 108

Du solltest beim Nasenbohren aufpassen, dass Dein Gehirn nicht verletzt wird!

Kommentar von Mataduitan ,

Seh ich auch so.

Kommentar von JackBl ,

...nicht dass er noch auf Äher stößt.

Kommentar von Herb3472 ,

Vielleicht hat er Äther eingeatmet?

Kommentar von prohaska2 ,

War da nicht was mit Michelson und Morley?

Kommentar von Herb3472 ,

Das war 1881 bzw. 1887. Der Fragesteller wird doch nicht zwischenzeitlich eingefroren gewesen sein?

Kommentar von matmatmat ,

Du glaubst gar nicht wieviele Leute vor 100 Jahren eingefroren zu sein scheinen in ihren Ansichten... kleine Eiszeit?

Antwort
von Ravenwings, 71

Es heißt ja Theorie WEIL man es nicht beweisen kann oder noch nicht bewiesen hat, sonst wäre es ja nicht mehr nur eine Theorie.^^

Kommentar von SlowPhil ,

Eine unbewiesene Behauptung heißt eine Hypothese, und auch eine solche ist nicht »automatisch falsch«, weil man eine zentrale Behauptung von ihr nicht beweisen kann, sondern sie bleibt dann einfach eine Hypothese.

Eine Theorie ist weit mehr. Natürlich ist in den Naturwissenschaften selbst eine Theorie niemals wirklich bewiesen, sondern kann immer noch falsch sein, wobei falsch nicht gleich falsch ist (das heliozentrische Weltbild ist z.B. besser als das geometrische, aber immer noch falsch). Allerdings können Aussagen der Physik auf Grundlage von als zweifelsfrei geltenden und experimentell sehr gut bestätigten Grundannahmen tatsächlich bewiesen werden (wobei das Bewiesene dabei eigentlich die Schlussfolgerung ist: Wenn A gilt, gilt B). Die Relativitätstheorie ist ein Beispiel dafür.

Kommentar von PWolff ,

Wobei es streng genommen auch keine "falschen" Theorien gibt (ebensowenig wie "richtige") - Theorien unterscheiden sich danach, wie viele Phänomene sie erklären (je mehr desto "besser"), sowie danach, wie leicht sie anzuwenden sind.

Zur Anwendbarkeit: Niemand wird eine Brücke unter Berücksichtigung der allgemein relativistischen Quantenchromodynamik konstruieren - obwohl das die "genaueste" Theorie für die verwendeten Materialien wäre. Nicht einmal das Elektronensee-Modell für die verwendeten Stähle. Die makroskopischen Materialeigenschaften und die Galileische Physik reichen vollkommen aus (wir brauchen nicht einmal Newtons Gravitationsgesetz - die Homogenität des Gravitationsfeldes ist genauer als alle Toleranzen).

Kommentar von PWolff ,

Ich habe noch einen sehr wichtigen Aspekt vergessen: Eine Theorie ist auch umso "besser", je weniger Voraussetzungen sie macht.

Die Äthertheorie mit Ätherwind-Raumkontraktion und -Zeitdilatation liefert dieselben Ergebnisse wie die spezielle Relativitätstheorie, die vom Äther abstrahiert (ob es ihn nun "gibt" oder nicht, ist für diese Theorie egal).

Sie setzt aber 1. die Existenz eines vor den anderen "ausgezeichneten" Bezugssystems voraus (das Ruhesystem des Äthers) und erfordert 2. streng genommen für Bezugssysteme, die sich gegenüber dem Äther und gegeneinander bewegen, zwei statt nur einer Umrechnung, und die Verkettung dieser beiden Umrechnungen ist nicht ganz einfach, wenn sich die Bezugssysteme gegenüber dem Äther nicht in derselben Richtung (gleiche oder entgegengesetzte Orientierung) bewegen.

Damit ist die spezielle Relativitätstheorie dieser Äthertheorie in 2 von 3 Punkten "überlegen" und im 3. "ebenbürtig", also eindeutig die "bessere" Theorie.

Antwort
von Manioro, 78

Holzfaeller. ... richtige Berufswahl finde ich.

Antwort
von frischling15, 71

Du hast die Frage des Alex151990 von 2013 aufgegriffen ? 

Ach so... erste Frage ... Alles klar ! :)

 

Kommentar von Grautvornix ,

seit heute dabei... da haben wir aber schon schlimmeres gelesen.

Kommentar von PWolff ,

Die Frage ist sogar überraschend gut (verständlich) und fehlerfrei formuliert! Nur 5 vergessene Kommas, ein Fragezeichen, bei dem man geteilter Meinung sein kann, und ein "das" statt "dass"! Groß- und Kleinschreibung sowie Zusammen- und Getrenntschreibung korrekt. (Das "Ae" in "Aether" ist 1. in Deutschland und Österreich unüblich, aber nicht falsch, 2. mit einer schweizer Tastaturbelegung nicht ohne Verrenkungen anders schreibbar und von daher korrekt)

Das muss hier wirklich ausdrücklich lobend erwähnt werden!

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