Frage von tinix33, 159

Reitunfall wie kann ich das Trauma überwinden?

Mittlerweile ist mein Reitunfall 3 Monate her: Ich habe mir 3 Wirbel gebrochen, und mehrere rippen gebrochen und geprellt. Ich hatte noch dazu einen leichten Herzinfarkt.

Jetzt meine Frage, es ist schon so lange her. Ich habe immer noch schmerzen in der Wirbelsäule und nehme noch immer manchmal Schmerzmittel. Wie kann ich davon loskommen? Ich sehe die Bilder immer wieder. Wie ich in diesem Graben liege und auf die Rettung warte. Ich schlafe kaum, habe Albträume wenn ich doch mal schlafe. Ich will eigentlich mit jemandem darüber reden aber ich stehe meiner Familie leider nicht so nahe. Hat jemand Tipps?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 56

Ach Mädel, das ist ja echt schlimm!

Aber ich weiß nicht, ob Du hier beim Thema " Pferde" im Moment gut aufgehoben bist. Da bist Du zur Zeit verständlicherweise mit denn Reaktionen der Pferdeliebhaber überfordert. Ob es Dir zu einem späteren Zeitpunkt gut tun würde, grade zur Aufarbeitung Deines Traumas wider Kontakt zu den Tieren aufzunehmen, kann ich nicht sagen., könnte es mir aber vorstellen. Jedenfalls nicht jeztz erst mal...

Bin kein Fachmann, aber das ist das, was mir einfach logisch erscheint. 

Aber Du sagst, dass Du den Menschen eher traust - warum dann nicht jemandem, der Dir zu helfen weiß? In unserer Gesellschaft besteht eine gewisse Scheu vor " psychoklempnern". Ging mir auch lange so. Ich habe aber inzwischen auch einige solcher Menschen kennengelernt und festgestellt: die meisten sind gar nicht so übel wie ihr Ruf.

Ich selber war zwar noch nicht in der Lage, einen konsultieren zu müssen, aber ich kenne einige Leute, denen geholfen wurde. Und bei kleineren Problemchen, die ich hatte, war es mit auch schonmal hilfreich, einem entsprechenden Vortrag dazu zu lauschen.

Da möchte ich Dich einfach ermutigen - und wenn du an einen gerätst, der dir nicht taugt, such dir einen anderen. Wenn die Chemie stimmt, sind das dich die besten Zuhörer. Du brauchst dich vor allem jemand, der dich einfach nimmt, wie du jeztz grade bist, ohne dir irgendwelche Vorwürfe oder Maßregeln aufzubürden - und der weiß, welche Schritte für Dich die richtigen sind, um erst mal wieder ruhig schlafen zu können, und dich dann weiter "an der Hand zu nehmen", bis Du wieder fröhlich sein kannst.

 

Kommentar von Urlewas ,

Es freut mich sehr, dass meine Gedanken Dir hilfreich sind. Danke für den Stern, und ich wünsche Dir wieder richtig Freude!

Antwort
von SiViHa72, 80

Wie mir mal jemand sagte "du hast ein Trauma".

Ich hatte nen Unfall auf Arbeit gehabt und immer kurz vorm Einschlafen schreckte ich hoch, weil ich quasi diese Situation wider erlebte, wo die Stirn auf den gekachelten Boden knallte. Bis zu 3mal hintereinander, es war echt nicht lustig. Eher totaler Horror. Vor allem dann jedesmal das Wissen: trotz 3 Kollegen und 50 Gästen, die anwesend waren, hat mir ne halbe Stunde keiner geholfen. Die haben mich einfach ignoriert. So hilflos habe ich mich noch nie gefühlt, echt.

Eine befreundete Psychologin sagte mir das dann mit dem Trauma und bot mir Gesprächshilfe an.

Kam nur nicht dazu,d a ich dann sehr bald 3 Wochen nach Afrika flog> Urlaub.

Da meditierte ich jeden Tag, machte Qigong, wanderte.. und es verlor sich. Gottseidank.

Ich denke, da hat der Ortswechsel auch gut getan.

Wäre der nicht geqwesen, hätte ich mir auf jeden Fall,a uch wenn ich eigentlich gar nicht drauf stehe, von der Psycho-Lady helfen lassen

Du brauchst jemanden, um das zu verarbeiten.. sei es ein Dir naher Mensch oder auch "ein Profi"

Red doch fürs erste mit Deinem Hausarzt, erklär,w as los ist.

Der w ird erkennen, was ist und Dir Rat geben.

Kommentar von glofaxa ,

darf ich fragen wie es zu dem Unfall gekommen ist und warum dir keiner geholfen hat? Das ist nämlich sehr traurig dass so viele Leute da waren und dir nicht geholfen haben :/

Kommentar von SiViHa72 ,

Ja, darfst Du. Ein doppelter Gag ist, dass gerade ich immer gesagt hab: so viel Zivilcourage und Mit-Gefühl hat doch jeder, dass er bei nem Unfall hilft. Ich hab früher als Pädagogin in einer Herberge gearbeitet, da gabs jede Woche Unfälle mit den Kids, auich mal erwachsenen Gästen.

Und auch unter Kollegen- es passiert was, man hilft.

darauf wurden wir auch alle geschult und ich war nachher Ersthelferin im Betrieb.

Meine Schwester und Schwager, beide Pädagogen in Jugend- und Erwachsenenbildung, sagten immer "halt da mal nicht für so selbstverständlich, wir haben 'Zivilcorage' nicht umsonst in jedem unserer Kurse"

Tja. Dann in einem neuen Job, Hotel. hatte ich alleine Frühstücksdienst.

Da ich noch gecheckt hatte, dass mittlerweile alle Gäste schon da waren,w eiss ich eben, wie viele dort waren.

Plus Kollegin an der Rezeption, plus Kollege,d er grad noch die Nachtschicht Rezi beendete, plus 1 Aushilfe reinigung.

Kurz: ich quetschte mir die Hand, das tat hölleweh, ich lehnte mich gegen einen Schrank.. es tat immer noch Hölleweh.. ich dachte "kühlen", das waschbecken war ja auch nur 1.5m entfernt.

Das nächste war: ichw erde wach. liege und denke "seitw ann hab ich rotes Bettzeug? nein.. Küche.. Hotel.. BLUT?

Und wieder weggeblieben. Wieder zu mir gekommen- Risenblutlache. Kollege 1 kommt rein, stutzt- rückwarts wieder raus.

Ich ruf nach ihm.. nichts.

Vorsichtig aufgestanden, ins nahe MitarbeiterWC.. "ach du Sch*"

Zurück und geguckt, ist da wer?

nein.

Kollege kommt rein- schlcukt, verschwindet.
Versucht, die Chefin, meinen Partner oder sonst wen anzurufen. Zu früh.

(merke. ich tatte ein Handy und war so gar, ich bin nicht auf die Idee gekommen, selber die Rettung zu rufen).

Ich bin dann insgesamt 5mal mit Küchentuch vor Stirn zur Rezeption: ich brauche bitte Hilfe "erst werden die Gäste ausgecheckt"

In Frühstücksraum: ich hatte nen Unfall, kann mir bitte wer helfen?

Keine Reaktion bzw. "wo bleibt d er Kaffee"

Zurück in die Küche, neues Geschirrtuch- im ErsteHilfe-Kasten war nichts, nur 1 Packung Pflaster)

Noch mal durch Frühstücksraum zur Rezi "bitte, es muss mir einer helfen"

Passend zu "jetzt nicht" der Kollegion kamen 2 Gäste, fragten "was ist hier eigentlich los?" ich guck sie an.. und beide "OMG, Unfall!"

Ende vom Lied: Platzwunde, Nase angebrochen, Zähne locker, Finger zerdätscht.. Gehirnerschütterung. Gesicht nach 2 Tagen als ob ich beim Preiosboxen der Loser w ar.

Und ne wütende Cheffin, die mich noch gesehen hat (und auch die Blutpfütze in der Küche), meinte "sie haben doch nicht" und mich gleich mal kündigte.

(und dann noch versuchte, mit dem Lohn und Zeugnis mehrfach zu besch*)

Seitdem weiss ich,d ass 1.Hilfe selbstverständlich sein sollte.. es aber gar nicht unbedingt ist.

Und dass es Kollegen und Arbeitgeber gibt, die echte A*l*er sind. (meine direkte Servicekollegin schrieb mir, als sie vom Unfall hörte, wiederholt nette Dinge wie "du faules Mis::tück, beweg deinen A* hier her" "berechnendes Kollegenschw*n" (weil hey, ist ja am Freitag vor langem Wochenende passiert, ich wollt nur blaumachen , ne)

Im Nachhinein geb ich ein paar rettungssanis aus meinem Sportverein recht: ich hätte die wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen sollen

(ich war einfach nur froh, dass nichts schlimmeres passiert ist),.

Ach ja.. und Ersthelfer bin ich hier im betrieb auch wieder.

Weil ich nie so ein feiges Schw* sein will wie solche Leute.

Kommentar von MissDeathMetal ,

ich hoffe du hast die verklagt. Wegen unterlassener Hilfeleistung, einem nicht ordentlich geführten Erstehilfekasten und Betrug. Denen muss man doch die Hölle heiß machen?! Ich versteh das nicht. Aber so sind menschen. "Sind genug andere hier, geht mich nichts an." Und dann verblutet ein Mensch in der Menschenmasse. 

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 29

Ein Psychologe kann dir weiterhelfen. Lass dich vom Hausarzt überweisen und sag deinen Eltern wie es dir geht. Ob du ihnen nahe stehst oder nicht, du brauchst Hilfe. So ein Trauma kann sich Jahrzehnte lang fortziehen und einen Menschen sehr stark belasten und schädigen. Je früher man nach dem Ereigniss das aufarbeiten beginnt, desto größer die Wahrscheinlichkeit das ganze wieder in den Griff zu bekommen. 

Was passiert ist ist natürlich nicht schön. Aber es ist das Risiko das mitreitet. Viele sind sich dem nicht bewusst. Und viele denken gar nicht daran dass etwas passieren könnte weil sie in ihrer Wendywelt unterwegs sind. Pferde sind Tiere, sie handeln nach Reflexen und Instinkten. Die meisten Menschen schreiben ihren Tieren zu viel menschliche Eigenschaften zu wie Liebe oder Treue. Das Pferd ist ein Tier, punkt. Dass du das jetzt schmerzlich begriffen hast ist klar. Aber du kannst auch nicht alle Schuld dem Pferd geben, schließlich hast du dich draufgesetzt. 

Also such dir professionelle Hilfe. Viel Erfolg!

Antwort
von alcaponymo, 52

Warum nicht zu einem Psychologen? Die sind doch dafür da :) Der könnte dir auch helfen Ängste zu überwinden, neben der Aufarbeitung von deinem Erlebnis. Ansonsten rede doch mit Freunden darüber, oder vllt gibt es auch Foren in denen du dich austauschen kannst.

Antwort
von Hundeechen, 58

Hallo,

ich reite selber und hatte auf schon einmal einen großen Unfall. Wenn du wirklich immer Albträume und angst zustände hast solltest du mit jemandem reden.

Ich würde dir raten langsam anzufangen, jedoch solltest du darüber nach denke ob du wirklich wieder reiten willst. Aus angst solltest du dann aber nicht einfach nein sagen. Du solltest langsam wieder anfangen.Keiner verlangt irgendetwas von dir. Du musst nicht gleich irgendwas beweisen. Fang klein an, z.B. frag ein Pferdebesitzer oder wenn du ein eigenes Pferd hast ob du es manchmal führen kannst oder ob er dich longiert.

Ich hoffe dir hilft das und außerdem hoffe ich, das du wieder spaß am reiten findest. :D

Kommentar von tinix33 ,

Nein reiten werde ich mit Sicherheit nie wieder. Ich kann diesen Tieren nicht mehr trauen, ich wäre fast Querschnittsgelähmt. und dabei bin ich gerade erst 16 Jahre. mit wem sollte ich reden? ich möchte nicht wirklich zu einem Therapeuten.

Kommentar von Hundeechen ,

Hast du Freunde die reiten oder sich mit Pferden auskennen, ansonsten wäre es sinnvoll und auch schön mal in die Kur zu gehen. Das müsste allerdings ein Arzt bescheinigen und ich fände es kindisch zu sagen das nur weil man nicht so eine enge beziehung zu seinen Eltern hat ihnen das nicht zu sagen, schließlich sind sie dein Vormund. Und glaub mir ich verstehe mich mit meinen Eltern auch nicht gut. Trotzdem muss man sich  mal zusammen reißen. Und ich meine wer geht nicht gerne in die Kur ;D

Kommentar von tinix33 ,

Naja Kur lässt sich mit meiner Schule nicht machen

Antwort
von Sharij, 69

Mir hat vor 6 Monaten ein Hengst fast den Schädel eingeschlagen. Glücklicherweise war es nur ein tiefer "Kratzer" (und jede Menge Blut).

Man muss dazu sagen, ich arbeite beruflich mit Pferden. Die ersten Tage war mir sehr mulmig im Umgang mit Pferden. Wann immer ein Pferd auch nur ansatzweise den Kopf in meine Richtung gedreht hat beim Führen, bin ich zusammengezuckt und habe mich angespannt. Später zuckte ich nur noch, wenn ein Pferd die Vorderbeine hob. Mittlerweile ist es deutlich besser geworden. Man merkt es mir nicht mehr an, und ich merke es nur, weil ich ein wenig nervös werde, sobald ein Pferd Ansätze zum Steigen macht. Da war ich allerdings vorher auch sehr schmerzbefreit und zu entspannt vielleicht, muss man zugeben.

Dein Unfall ist natürlich wesentlich schlimmer verlaufen.

Was ich mich frage ist, du sagst, dass du nun "nichts mehr von Pferden hälst". Das verstehe ich nicht. Scherst du alle über den Kamm, nur wegen eines Sturzes? Was kann die Anneliese dafür, wenn du von Peter fällst?

Solche Aussagen finde ich sehr traurig. Haben dir schonmal Menschen Unrecht oder vielleicht sogar Gewalt angetan? Hast du dadurch eine generelle Abneigung gegenüber Menschen entwickelt?

Mich würde es brennend interessieren, wie es zu dem Sturz kam. Immerhin kommt es mir so vor, als würdest du die Schuld bei dem Tier suchen?

Ich frage mich: Wieso zur Hölle gehst du noch reiten, wenn auch nur ab und zu, wenn du nichts mehr von diesen Tieren hälst und nicht einmal ihren Anblick erträgst? DAS finde ich viel inetressanter als die Tatsache, dass du ein schweres Trauma erlitten hast ;-)

Kommentar von tinix33 ,

Ich gehe nicht mehr reiten. Das werde ich nie wieder tun. Ich bin gerade 16 Jahre geworden und wäre fast querschnittsgelähmt gewesen weil ich mich auf ein teig gesetzt habe das alles mit mir tun kann. Sein wir ehrlich, egal wie gut wir Pferde trainieren und kennen. sie sind nur Tiere. Tiere denken nicht, sie handeln. Ich werde mich sicher nie wieder auf ein Pferd setzen denn ich weiß jetzt das man dieses Tieren nicht rauen darf. mit Menschen kann man reden, mit denen nicht.

Kommentar von Sharij ,

*lach* Das zeugt nur davon, wie wenig du dich mit Tieren ernsthaft beschäftigt hast. Mit Pferden kann man wunderbar reden, aber ganz ehrlich, wenn ich jemanden durch die Gegend tragen müsste, der so über mich denkt, hätte ich auch keine Lust auf Kooperation, so einfach ist das. Ich biete dir meine Hilfe an - jedoch nur unter der Voraussetzung, dass du deine Engstirnigkeit ablegst. Du bist noch jung. Du musst noch vieles lernen. Wieso bitte soll denn ein Tier sich etwas von einem 16-jährigen Mädel sagen lassen, dass obendrein nicht dieselbe Sprache spricht? Geb dem Pferd einen GRUND, wieso es dir *folgen* sollte, dann wird es dies mit großer Wahrscheinlichkeit und es gibt immer Ausnahmen von der  Regel! gerne tun. Nur - einfach draufsetzen und so tun als ob ist tatsächlich gefährlich und grob fahrlässig. Zum Reiten gehört wesentlich mehr als nur Biomechanik, der mittelalterliche Adel wusste dies noch, weswegen das Reiten einst auch zur Bildung des GUTEN CHARAKTERS diente, denn wer sollte ein besserer Lehrer sein, als das Tier mit dem edelsten Gemüt - dem Pferd?

Kommentar von Urlewas ,

Also bitte - so kann man doch wohl kaum jemand helfen, der mit Angst und Schmerzen darniederliegt ...

Kommentar von Sharij ,

Das kommt ganz drauf an. Ich denke, in dem Fall schon.

Kommentar von tinix33 ,

Weil du gefragt hast wie es zu dem Sturz kam: Das Pferd ist durchgegangen. Nicht mehr stehen geblieben, egal was ich getan habe. Ich war ganz ruhig erst als es sich der Straße näherte hab ich begonnen Panik zu bekommen. Dann hat es sich umentschieden nicht auf die Straße zu springen und ist direkt davor rechts abgebogen. Ich würde geradeaus Richtung Straße in einen Graben geschleudert.

Kommentar von Sharij ,

Pferde sind Fluchttiere. Das ist normal, und Pech kann man haben. Das ist das Risiko, welches jeder Reiter nunmal hat. Das klingt hart. Ist aber so. Die Risiken sind vorher klar. Da hat das Pferd keine Schuld dran.

Kommentar von Urlewas ,

Hier geht es nicht um Schuldzuweisungen. Davon wird kein Trauma besser. Wenn jemand ins Moor fällt, kommt gewiss einer, der statt zu helfen, den jeweilen darüber belehrt, dass er hier nicht hätte gehen dürfen , oder?

Kommentar von Sharij ,

Ich weise primär keine Schuld zu, ich weise Schuld ab (vom Pferd, was ja nun wirklich nichts dafür kann, denn es hat sicher nicht "reite mich bitte" geschrien - da es ja offensichtlich nicht in der Lage ist zu reden *hust*)
Darauf möchte ich hinweisen - das, und die Tragweite seines eigenen Handelns zu verstehen halte ich durchaus für sehr wichtig. Die Verantwortung zu übernehmen und zu akzeptieren, dass nicht alles plüsch und rosa Wolken ist, ebenfalls. Unfälle gehören zu Leben - und allen voran, zum Reiten. Ist so. Wenn man das beruflich macht, dann weiß man, dass Verbände, Pflaster, Schienen und Gipse in den Jahrgängen rumgehen wie anderswo die Grippe. Ihr würdet euch wundern, wieviele Krankenhausbesuche und Operationen auf eine Klasse Pferdewirte mit 20 Personen kommen kann.
Das sollte einem bewusst sein, bevor man eine Sportart aufnimmt.

Kommentar von alcaponymo ,

Du hattest keine Ahnung von Pferden und die haben dir einfach so nen Hengst vor die Nase gesetzt? Das kann ja auch nicht gut gehen ;)

Bei uns am Stall gab es damals einen Deckhengst den ich reiten durfte. Ich war 14 und eher klein, dieser Hengst war riesig und ein einziger Muskel ;) Dummerweise hatte ich ihn grad geführt, als er den Duft einer rossigen Stute bemerkt hatte und schwupps, springen mir gut 700 kg in den Rücken. Ich hatte ab dem Moment eine ganz andere Sicht auf die Dinge, erst auch richtig Angst vor dem Tier. Chef hat mich an dem Abend trotzdem noch drauf gesetzt und das war auch gut so. Heute habe ich meinen eigenen kleinen Hengst :)

Kommentar von Sharij ,

@alca: du hast den post nicht richtig gelesen. Viel Ahnung, aber eben noch wenig Unfälle gehabt ;-)

Kommentar von tinix33 ,

Sharj du redest als hättest du Ahnung davon. das denkst du aber nur. weißt du wie es ist wenn man dort liegt, sich nicht bewegen kann? Nein! ich schon. und das mit meinen 16 Jahren. Ich habe wohl Ahnung von Pferden und vom reiten. Ich reite seit über 12 Jahren. Western, Englisch, Springen, Dressur. alles habe Ich gemacht. Du hast keine Ahnung wovon du redest wenn du sagt ich habe keine Ahnung vom reiten. Urlewas hat komplett recht, du hast mir überhaupt nicht geholfen mit deinen dämlichen Sätzen. Denke lieber beim nächsten Mal darüber nach bevor du solche Dinge behauptest.

Kommentar von Sharij ,

Ich sagte, du hast keine Ahnung von Pferden. Dass du das 12 Jahre tust - herzlichen Glückwunsch, btw ich bin Reitlehrerin und habe schon genügend Reitschüler kennengelernt, die nach 8 Jahren reiten nichtmal 2 Runden ganze Bahn galoppieren, geschweige denn einen sauberen Zirkel reiten, sagt gar nichts. Ich frage mich ja immernoch, wie du so eine schlechte Meinung von den Tieren hast, OBWOHL sie es zugelassen haben, dass ein Vierjähriges Mädchen (zurückgerechnet) im Rücken rumhopst, am Maul rumzieht, und mit den Schenkeln in den Bauch reinhaut - denn mal ganz ehrlich - so fangen alle Reitschüler an, und ich habe in meiner Zeit nur 2-3 Ausnahmen erlebt, die schon am Anfang sehr talenteirt waren. Überleg mal, wieviele gute Jahre du mit den pferden hattest, und überlege mal, ob deine jetzige Haltung "will mit diesen Tieren nichts zu tun haben - kann ihnen nicht trauen" fair ist? Und welche Erlebnisse ich hatte kannst du nicht wissen - ich sagte, keine großen Unfälle, heißt nicht, dass da nie was passiert ist (nur eben nicht so tragisch wie bei dir). Du bist noch sehr jung. Irgendwann wirst du lernen, dass zum Reiten viel mehr gehört, als nur die Technik. Ich habe schon Reiter gesehen, die konnten (von der Technik her) null komma null gescheit reiten. Aber die saßen deutlich sicherer auf dem Pferd und hatten viel mehr Ahnung als so mancher Reiter. Wieso? Erstens mal, weil solche meist noch selbst denken anstatt Glaubenssätze anzuwenden und zweitens mal, weil genau die es meist sind, die sehr aufmerksam hinhören was das Pferd da so gerade kommuniziert, denn, liebe tini, Kommunikation ist - auch beim Menschen - immerhin nur zu 10% verbal - der Rest ist nonverbal. Und jetzt überlege doch bitte nochmal ganz genau, wieviel von den 90% du im Umgang mit Pferden schon gelernt hast.

Kommentar von tinix33 ,

Ich reite perfekt. das soll nicht eingebildet klingen aber ich hab's viel Erfahrung gesammelt. Ich hab einem jungen Pferd das Springen beigebracht, hab sture und störrische Pferde geritten. Ich bin schon öfters hinuntergefallen und wieder aufgestiegen. aber diesmal ist es etwas anderes. Man kann dieses Tieren Nicht vertrauen, weil sie nur Tiere sind. man kann es nicht ändern. wenn sie wollen laufen sie los. wenn sie wollen bleiben sie stehen. wenn sie wollen können sie machen was sie wollen. Weil es eben Tiere sind. Doch diese Diskussion mit dir bringt mir überhaupt nichts! Ich habe keinen Grund mich zu verteidigen und zu erklären wieso ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben will. denn meine Frage war was ich dagegen tun kann. Nicht wieso oder warum?!

Kommentar von Sharij ,

das Reiten perfektioniert haben :DDDDDDD sorry, aber das zeugt nur umso mehr davon, dass du noch viel lernen musst. Niemand perfektioniert das Reiten.

Du redest davon, dass Tiere ihren eigenen Willen haben. Stimmt. Gut erkennt, ist aber keine wirklich neue Erkenntnis, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Genau deswegen sage ich, dass die Technik (das was du sicher mit Reiten meinst..........) nur einen Bruchteil ausmacht. Der Rest, die Psychologie dahinter, der Umgang, die Kommunikation, die Führungsqualitäten, die Rücksicht, das Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich vollständig in ein so andersartiges Wesen hineinzuversetzen machen so viel mehr aus. Ich glaube, nach dem was ich von dir lese, dass du vielleicht ein wenig Reittechnik gelernt hast. Aber wie steht es um den Rest?

Du hast zwei Möglichkeiten, Pferde zu trainieren, so dass sie einigermaßen verlässlich, du kannst sie brechen, bis sie seelenlose Automaten sind, die instinktiv und automatisch reagieren. Dies war, besonders in den USA, eine sehr beliebte und alltagstaugliche Methode. In der heutigen Zeit und besonders in Deutschland verbietet aber das Tierschutzgesetz so viele Umgangsarten und Methoden, dass du kaum noch ein echtes gebrochenes Pferd finden wird.  Brechen bedeutet kurz gefasst, dass der Wille des Pferdes gebeugt wird, indem es wiederholt Gewalt erleidet, bis es sich vollständig fügt - denn die Angst über den Reiter ist groß. Das Pferd schaltet dann tatsächlich sein Hirn aus - das was übrigens auch viele Pferde eheute noch in Teilzeit machen, weil sie ihre Reiter sonst nicht ertragen könnten und einfach zu gutmütig sind, um ihnen die Meinung zu geigen. Genau da hast du dann aber auch die Probleme mit den Instinktreaktionen, wo das Pferd dich gar nicht erst um deine Meinung fragt, bevor es losrennt, bei Gefahr. Das führt zu Möglichkeit 2.

Du kannst das Pferd FÜR dich gewinnen. Tja, und da wären wir dann bei guter Horsemanship - Leadership. Im Grunde simuliert man hier eine Leittier - Herdenmitglied - Situation. Du bietest deinem Herdenmitglied die positiven Vorzüge einer Gemeinschaft - sicheren Lebensraum, Nahrung/Wasser, sozialen Kontakt (!) und Fellpflege, Sicherheit. Wann aber fühlt sich ein Pferd sicher? Pferde folgen nicht dem stärksten oder größten. Wenn du dir eine Herde anschaust wirst du auch feststellen, dass es viele verschiedene "Jobs" gibt, es ist eben doch nicht nur "Herdenchef" und Rest der Hierarchie. Je nach Situation kann es auch einmal das sonst rangniedrigste Pferd sein, was von sich aus (!) die Führungsrolle übernimmt, zum Beispiel kann das rangniedrigste gleichzeitig auch das Pferd sein, was in vermeintlichen Gefahrsituationen die Herde von A nach B führt. Alles schon beobachtet. Es kann auch sein, dass der dominanteste zwar überall vorrang hat - aber die Herde Zusammenhalten tut ein ganz anderes Pferd. Beim Reiten übernimmst du den dominanten Part, der sagt, wo es lang geht. Aber Dominanz und Vertrauen sind ein sehr schmaler Grat. Einmal zu Unrecht Schmerz zugefügt, schon kann das Vertrauen von deinem Pferd zu dir bröckeln. Jedoch ist eines klar, Pferde sind natur-devot und sind froh, wenn einer die stressige Chefrolle übernimmt. Aber: Die wählen ihren Chef selbst, die nehmen nicht jeden, nur weil er sich drum bemüht (!) Es wird eben doch nur derjenige Chef, zu dem die Herde genügend Vertrauen aufgebaut hat, weil es sich *bewährt* hat. Weil derjenige bewiesen hat, bei Gefahr die besten Ideen zu haben und die Sicherheit bewahrt. Beobachte mal eine funktionierende Herde genauer: Es kommt ein Schreckmoment, die Pferde zucken, die Köpfe gehen hoch. Aber: Noch rennt keiner. Es folgt ein kurzer Austausch mit dem Chef: Rennt Chef? Bleibt er stehen? Wenn Chef rennt, so rennt der Rest. Rennt Chef nicht, so bleibt der Rest. Wenn Chef den kopf senkt und weitergräst - so beruhigt sich die Herde schnell. Aber: Eine funktionierende Herde entsteht nicht mal so eben. Das bedarf Zeit. Und Platz. Knowhow. Wieso erkläre ich dir das? Weil du, wenn du dein Pferd reitest, es seinem Herdenchef erstmal beraubst. Das erzeugt schonmal ein Grundlevel an Stress. Das Pferd ist nun selbst Chef (!) und damit ggf. überfordert. Du musst also irgendwie so wichtig werden für das Pferd, dass es dich in dieser Rolle akzeptiert. Dann wird es auch bei dir in Gefahrsituationen erstmal nachhaken, OB rennen angesagt ist... oder eben nicht...

Sorry, aber nach deiner Logik verstehe ich nicht, wieso du dich dann noch auf Menschen einlässt, immerhin können Menschen etwas, das Pferde nicht tun würden: Lügen, betrügen, etwas vormachen, Hinterhalte, auflauern,... gut, Vergewaltigungen kommen auch bei Pferden zu, zugegeben.

Was du tun kannst: reden reden reden. Über genau den Tag. Und offen bleiben dafür, die alten Erfahrungen durch neue auszutauschen. Und genau deswegen schreibe ich ja, was ich schreibe. War lediglich ein Angebot, einen Teil deiner Erfahrungen durch anderes Wissen zu ergänzen. An sich selbst arbeiten kann man nur, wenn man will.

Kommentar von MissDeathMetal ,

Sharij der unfall, der passiet ist, hat rein gar nichts mit "Leadership" oder sonst was zu tun. Das Pferd ist durchgegangen, weiß der Kuckuck warum. Und dann hat es vor der Straße die Kurve gekratzt. Punkt, Ende. Da kann Honza Blaha persönlich draufsitzen, wenn das Pferd flüchtet denkt es nicht an seinen Reiter sondern an sich. Und da kannst du so viel "Horsemenship" oder wie der Quark heißt machen wie du willst, das Pferd reaiert wie es natürlich ist. Ich kannte ein Pferd, das ist in Panik durchgegen und mit dem Kopf frontal gegen einen Baum gerannt. Da kannst du Vertrauen aufbauen wie du willst, ein Tier ist ein Tier. Und wenn es beschließt zu flüchten kannst du versuchen es wieder unter Kontrolle zu bringen oder dich vom Pferd werfen um wenigstens dich selbst zu retten. 

Es ist völlig schnurz ob die FS Bodenarbeit oder schießmichtot mit dem Pferd gemacht hat. Es ist passiert und es wäre anders auch passiert. Unfälle geschehen, das sucht man sich nicht aus. Und auch das brävste Pferd geht mal durch. Dass die FS perfekt reitet glaube ich kaum, davon scheint sie noch weit entfernt gewesen zu sein Und dennoch hat das mit dem Unfall nichts zu tun. Wenn das Vieh durchgeht, rennt es. Und wenn man es nicht zum stehen bringt stürzt man sich halt seitlich runter und lässt es rennen. Was willst du denn machen? Dem Tier erzählen wie viel Vertrauen ihr doch habt? TIer bleibt Tier

Kommentar von sukueh ,

Das ein Pferd ein Fluchttier ist, ist klar. Aber ich denke schon, dass das Vertrauen zum Menschen durchaus eine Rolle spielt, wann ein Pferd beschließt, dass Flucht die beste Lösung ist. Und auch, ob der Mensch auf dem Pferd während dieser "Fluchtphase" eine Möglichkeit hat, zu dem Pferd "durchzukommen" und doch noch Einfluss darauf zu nehmen, wohin die "Reise geht", BEVOR das Pferd, wie in dem von dir gewählten Beispiel gegen ein Baum rennt oder vor einer Straße einen Haken schlägt.

Und der Reiter auf einem durchgehenden Pferd kann durch falsche Aktionen ja auch noch dafür sorgen, dass die Panik des Pferdes nicht verkleinert wird, sondern es noch von einem zusätzlichen Schmerz davon rennen will.

Ein Reiter, der von sich behauptet, er würde perfekt reiten und nach dem Unfall die alleine Schuld beim Pferd sucht .... gut, die Fragestellerin ist durch den Unfall gestraft genug und dass sie nichts mehr mit Pferden zu tun haben möchte, ist in diesem Fall vielleicht auch besser.

Antwort
von somi1407, 54

Das ist schon ein schlimmes Erlebnis. An meinen Reitunfall vor mittlerweile 18 Jahren kann ich mich gottseidank nicht erinnern. Mein Gehirn hat den Tag einfach gelöscht.

Wenn du auch mit Freunden darüber nicht reden kannst, dann würde ich einen Psychologen aufsuchen. Viel Erfolg und gute Besserung!

Antwort
von Moecki37, 71

Oha, das hört sich ja wirklich übel an :(

Ich vermute, du bist regelmäßig in einem Stall unterwegs. Sind da nicht ein paar Mädels/Frauen, mit denen du sprechen kannst? Vielleicht hat ja auch schon jemand etwas Ähnliches erlebt und kann dir ein paar Tipps geben, wie man sowas am besten überwinden kann. Vielleicht hilft es aber auch schon, sich mit anderen Reitsport-Fans über sowas zu unterhalten.

Kommentar von tinix33 ,

Nein ich war nur hin und wieder reiten wenn es die Zeit zuließ. Seitdem halte ich sowieso nichts mehr von diesen Tieren. Ich traue ihnen nicht mehr und muss sogar im Fernsehen umschalten wenn ich Pferde sehe. :/

Kommentar von Moecki37 ,

Dann solltest du dir eine therapeutische Maßnahme suchen. Ich würde dir raten, zu deinem Hausarzt zu gehen und ihm/ihr dein Problem zu schildern. Wahrscheinlich bekommst du dann eine Liste mit Therapeuten in deiner Umgebung, die du abtelefonieren musst, um einen Platz bei ihnen zu finden.

Bis dahin schau dich vielleicht mal im Internet um, ob du Foren oder Gruppen findest, in denen solche Traumata besprochen werden.

Kommentar von alcaponymo ,

Ui.. na, das kann man so aber nicht stehen lassen. Ich weiß ja nicht was genau passiert ist  (möchtest du es vllt erzählen?), aber der Mensch muss sich immer im Klaren darüber sein, dass er mit rund 700kg unterwegs ist, welche darauf aus sind zu fliehen wenn der Instinkt es ihnen sagt. 

Reiten ist ein gefährlicher Sport. Das ist nun einmal so. Meine ex-chefin, einst Turnierreiterin auf internationalen vs-turnieren, ist nach einem Sturz ins Koma gefallen. Sie hatte 2% Überlebenschance. Als sie wieder da war, konnte sie nicht laufen, kaum sprechen, man konnte ihre Emotionen nicht mehr erkennen und auch sonst war sie nicht mehr so wie früher. Das alles ist ihr bewusst. Ihr einziges Ziel war trotzdessen wieder auf dem Pferd zu sitzen und zumindest durchs Gelände reiten zu können. Das hat sie geschafft. Und das finde ich unglaublich toll. Sie weiß, dass das nicht die Absicht des Pferdes war, Unfälle passieren leider, überall.. wichtig ist, wie es danach weiter geht. 

Antwort
von alarm67, 52

Psychologe! Der wird Dich von Deinem Trauma befreien!

Kommentar von tinix33 ,

Ohne meinen Eltern das zu sagen ist das wohl kaum möglich

Kommentar von Sharij ,

Wieso, lass dich von deinem Hausarzt überweisen und mach Termine aus. Wieso sollten deine Eltern das mitbekommen? Du bist doch krankenversichert?

Kommentar von alarm67 ,

Klar, gehe zum Hausarzt und lasse Dir eine Überweisung geben!

Und ehrlich gesagt sehe ich nicht das Problem, selbst wenn Deine Eltern mit ins Boot genommen werden! Sind diese denn nicht daran interessiert, dass es Dir wieder gut geht?

Kommentar von sukueh ,

Versteh ich jetzt auch nicht, dass die Eltern nichts davon mitbekommen sollen ?

Ein Psychologe ist dafür ausgebildet, Menschen mit einem Trauma zu helfen. Wenn du dich mit irgendwelchen Freundinnen darüber unterhältst, könnte es dir zwar in dem Moment des Gespräches besser gehen, aber das Trauma dürfte aus eigener Kraft wohl eher nicht verschwinden.

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