Frage von jjjana2000, 167

Reiten verbessern?

Hallo, Ich habe ein eigenes Pferd (einen Wallach, der im August 4 wird) und bin bei einem Stall, der weder Halle, noch Platz hat. Ich muss also immer ins Gelände. Ich habe weder die Möglichkeit den Stall zu wechseln, noch Reitunterricht zu nehmen. Wie kann ich meine eigenen Fähigkeiten und die meines Pferdes verbessern? Ich habe das RA 5 gemacht, mein Pferd kann die Grundgangarten, ist etwas triebig, aber superbrav.

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 42

Jetzt macht mal halblang... ich nutze unseren Platz vllt 1x die Woche fürs Reiten oder Bodenarbeit. Im Grunde käme ich aber auch ohne aus. So wichtig sind Platz und halle nun wirklich nicht. Und mit einem 4 jährigen würde ich generell erstmal ein Jahr lang ins Gelände, Balance, Kraft und Ausdauer aufbauen. In der Bahn braucht er das und die meisten jungen Pferde sind von so engen Kurven und starken Biegungen überfordert. Vor einigen Jahren war es üblich junge Pferde erstmal nur geradeaus zu reiten. 

Dein Pferd ist noch sehr jung. Die Ausbildung eines solchen Tieres ohne erfahrene Hilfe ist nicht sehr ratsam. Daher würde ich gucken, ob man nicht irgendwie das Geld für einen Trainer beschaffen kann. Arbeiten gehen eben, jobben, sparen. Der muss nicht wöchentlich kommen, aber hin und wieder mal um grobe Fehler zu korrigieren und euch Hausaufgaben zu geben. 

Die Reitfähigkeiten kann man im Gelände wunderbar verbessern. Darfst dein Pferd halt nicht um die Kurve driften lassen sondern musst in Stellung und Biegung reiten. Stellen kann man sein Pferd auch im Gelände, Volten und Zirkel gehen auf großen Kreuzungen. Tempiwechsel einbauen, mal schritt, dann trab, Galopp, Halten, Rückwärts etc. Halten aus dem Trab oder Galopp ist ne super Sache, die gekonnt werden muss. Wurzelige Wege verbessern die Trittsicherheit und Balance des Pferdes und bringen es zur Konzentration. Längere Galoppaden fördern die Ausdauer, Hügel oder Berge hoch und runter zu reiten verbesser Schub- und Tragkraft, sowie die Balance. 

Ich sehe absolut nichts verwerfliches darin mit einem jungen Pferd so viel rauszugehen. Dem Reiter bringt es Sattelfestigkeit sowie Kondition und eine gute Ausdauer, zudem lernt man sein Pferd nirgends so gut kennen wie im Gelände. Was Haltung und Hilfen angeht: Regelmäßig Bilder machen lassen, vllt kennst du jmd mit einer Kamera der mitkommt. Mir hilft es schon sehr, wenn ich mal selbst sehe wie ich sitze. Oftmals reicht das aus und ich ändere meine Haltung, achte mehr darauf und werde besser. Alle paar Wochen sollte auch mal ein Trainer kommen und gucken, was und wie ihr das macht. Manche Fehler sieht man nicht und andere bemerkt man einfach nicht. 

Einige Dressurlektionen lassen sich im Gelände sehr gut erarbeiten, bspw das Schenkelweichen quer über breite Wege. Von links nach rechts seitlich rüber. Macht meine im Gelände traumhaft, am Platz eher lustlos. Das Pferd nicht schlappen lassen, sondern reiten und arbeiten. In welche Richtung wollt ihr denn? Nur ausreiten oder Wanderritte, Distanzreiten, Dressur? Springen wäre ungünstig ohne gescheite Hindernisse, an feste Hindernisse im Wald würde ich mich erst heranwagen wenn Reiter und Pferd springen können. 

Antwort
von Sockeistbae, 73

Also eigt. gibt es ja viele Möglichkeiten sein Reiten zu verbessern, es kommt auch darauf an, ob du dich eher dressur- oder springmäßig weiter entwickeln willst. Wenn du mehr Springen willst, solltest du aber nicht mit festen Hindernissen üben, weil bei so einem jungen Pferd kann das bissl gefährlich sein. Vielleicht gibt es so eine Art Wiese oder Lichtung, wo ihr Hindernisse aufstellen könnt? Aber wenn du das RA5 gemacht hast, bist du doch schon mindestens auf gutem E-Niveau. Du kannst eigt. alles was du gelernt hast an Dressur auch im Gelände anwenden, also Schenkelweichen etc. Je nach dem, was genau deine Ziele sind,  gibt es ja ganz verschiedene Übungen.

Kommentar von jjjana2000 ,

Ok, danke nur leider darf man ja auf den Wiesen von Mai bis Oktober nicht Reiten und die Cavalettis müsste man erst zu einer Wiese hinfahren, was ich auch nicht kann. Leider hat mein Pferd auch 0 Springerfahrung. 

Dressurmäßig kann er auch noch absolut gar nichts. Was wären denn konkrete Übungen im Gelände? 

Und wie kann ich diese umsetzen? Momentan geht nämlich weder Schenkelweichen, noch in Anlehnung reiten. 

Kommentar von MissDeathMetal ,

Anlehnung kommt mit der zeit, versuche erstmal ein gutes v/a hinzubekommen, das ist wichtiger. Was für ein Pferd hast du denn? Welche Rasse? Viele Pferde dehnen sich noch lockerem Trab und einem lockerflockigem Galopp. Meine fängt damit frühestens nach 20min an. Fange an das Pferd zu stellen, hole den Kopf leicht seitlich ran sodass du den äußeren Nüsternrand schimmern siehst. Dann für 5 Schritte halten und wieder gerade stellen. In allen 3 GGA so machen. Und auf beide Seiten stellen! Sonst werdet ihr beide steif. Mit der Zeit wird sich das Pferd dehnen und sich lang machen, den Rücken anheben. Das ist gut, das ist erstmal euer Ziel. Takt und Losgelassenheit bekommt man im Gelände wesentlich besser hin als auf dem Platz, die Anlehnung kommt mit der Zeit. 

Ansonsten hatte ich es schon geschrieben: Volten oder Zirkel auf großen Kreuzungen im Wald, Schenkelweichen auf breiten Wegen. Links reiten und dann nach rechts rüber weichen. Bergauf galoppieren gibt einen tollen Popo und trainiert den Bergaufgalopp. Bergab fördert Tragkraft, das erstmal nur im Schritt machen. Wurzelige Wege sind super, das trainiert Trittsicherheit und die Auge-Huf-Koordination. Solltet ihr später etwas Springen ein großes Plus wenn dein Pferd die Beine sortieren kann. Halten und Rückwärtsrichten geht so gut wie überall, v.a. rückwärts bergauf ist eine tolle und anstrengende Sache. Das Pferd auch mal richtig rennen lassen, das macht die Atemwege frei und vergrößert das Atemvolumen. Macht Dressurtage und eher Lauftage, trainiert Kraft und Kondition. Geländereiten ist so vielseitig, alles, was man am Platz reiten kann, geht auch im Gelände. Man muss nur mehr aufpassen weil kein eingrenzender Zaun ist und man muss ein Auge für Möglichkeiten und Schwierigkeiten haben. Wenn du im Wald nicht mehr Bäume sondern Slalomstangen siehst weißt du was ich meine ;) 

Kommentar von Urlewas ,

Nun ja - dass jeder, der ein RAZ hat, auf entsprechendem Niveau reite, ist doch leider zu bezweifeln. Manch einer schafft das auf solchen Reiterhöfen, wo die Pferde das Programm von allein abspulen,  und man nur noch zusehen muss, das man einigermaßen manierlich drauf sitzt..

Aber selbst wenn es bei der Fragestellerin anders ist, ist es immer noch ein riesiger Unterschied, auf einem ausgebildeten Pferd einem Niveau entsprechend zu reiten, oder ein junges Pferd auszubilden oder auch nur zu halten.

Das wird so  alleine auf sich gestellt schon recht schwierig sein :-/

Antwort
von Unwissend123321, 93

Denke ich auch. Klar, nun kommen wieder viele mit "Dressurreiten geht auch im Gelände"...aber mal ehrlich , selbst wenn du regenfest bist usw., die Bodenverhältnisse lassen ausreiten oft nicht zu, ein Reitlehrer wird im Gelände wohl kaum neben dir herfitschen und meine persönliche Meinung ist, dass niemand dauerhaft seinen Leistungsstand ohne kompetente Leute, die einem auf die Finger gucken, halten kann. Fehlerchen schleichen sich immermal unbemerkt ein. Man wird eher schlechter,besser auf keinen Fall. Nicht umsonst hat selbst der Bundeskader seinen Trainer. Ohne Förderung kann man sich nicht verbessern (würden Bücher und guter Wille reichen, würde sich keiner mehr teure Reitstunden leisten) und wenn dann auch noch keine Trainingsmöglichkeiten gegeben sind - knick den Gedanken.

Mit viel Glück trittst du auf der Stelle, aber so wirkliches vorankommen, nee..

Kommentar von MissDeathMetal ,

... als es gesifft hat wie Sau die letzten Tage, sind wir raus. Als es 32°C hatte sind wir auch raus ins Gelände. Als es länger gestürmt hat sind wir in den nicht ganz so schlimmen Phasen raus. Wer Ausreden sucht, der findet welche. Aber mal ehrlich: Wer nicht aus Zucker ist, der geht raus. Ausnahmen sind Glatteis und Gewitter oder Hagel. 

Wer nur Ausreden sucht, der findet welche. Zu matschig, zu heiß, zu viele Bremsen, zu nass zu kalt zu zu zu. Matsch ist super, das trainiert Balance. Heiß ist nicht schlimm, dafür gibts Morgen- oder Abendstunden. Muss man halt entsprechend aufstehen oder aufbleiben. Bremsen nerven, treiben aber an. Selten so viel getrabt und galoppiert wie jetzt. Wenn es regnet kann man sich ordentlich anziehen, eine gute Regenhose und ein Bundeswehrponcho kosten zsm keine 100€ und halten Jahre lang bei jedem Siffwetter. Wenn es kalt ist, zieht man eben mehr an. Wenn es windig ist, naja, Mütze auf und los. Entweder man will raus und sieht die Möglichkeiten oder man weigert sich und wirft mit unsinnigen Argumenten um sich, die man locker umgehen kann wenn man nur will und sich bemüht. 

Reitlehrer kommen mittlerweile auch häufig mit raus, wer Glück hat findet einen guten RL in der Nähe der mit dem eigenen Pferd mitreiten und so Kommandos gibt und korrigiert. Ein Lehrer, der einem auf die Finger schaut, ist wichtig, da stimme ich dir voll und ganz zu! Dennoch macht man ohne Trainer nicht nur Rückschritte oder trampelt auf der Stelle. Ich bin momentan auch größtenteils ohne RL unterwegs und mein Pferd, das anfangs oft gerannt ist und sich nicht leichttraben oder aussitzen ließ, galoppiert jetzt Wurzelwege hoch wo es andere Pferde im Schritt auf de Schnauze legt. Lässt sich in allen Formen und Farben traben und kann fliegende Wechsel im Galopp. Mein Sitz ist schon wesentlich besser geworden, ich bin sattelfester geworden, kann mein Pferd exakt einschätzen. In manchen Dingen kommt man ohne Trainer nicht weiter, das stimmt. aber vieles kann man alleine hinbringen wenn man sich bemüht. 

Meine Erfahrung sagt: Gelände steht Reitplatz/Halle in nichts nach und es bringt Pferd wie Reiter sehr viel weiter wenn man es nur richtig macht... 

Kommentar von Unwissend123321 ,

Joa, aber eine Ausrede zählt immer: Die Gesundheit meines Pferdes. Ist der Boden zu tief, zu hart, gefroren, glatt? Und es mag Reiter geben, die Starkregen, Orkan etc. trotzdem - aber die kann man an einer Hand abzählen. Ich kenn spontan keinen.

Kommentar von MissDeathMetal ,

Ist der Boden tief, reitet man eben Schritt. Das gibt nen starken Popo. Hat man nur tiefen Boden baut man die Reitzeiten und die Intensität langsam aus, sodass sich Sehnen und Bänder an den Boden gewöhnen können. Danach ist das kein Problem mehr, die Pferde in der Lüneburger Heide oder am Strand galoppieren auch durch tiefen Sand ohne Probleme. Gewöhnungssache. Ist der Boden hart muss man entweder Schritt reiten (und Schrittarbeit ist ziemlich anstrengend...) und sich weichere Wege suchen, oder für entsprechenden Hufschutz sorgen. Eisen verstärken den Aufprall, Hufschuhe mit Gummisohle hingegen dämpfen. ich reite mein Pferd 20min im Schritt warm, danach galoppieren wir auch über Schotter ohne Probleme. Ist ausreichend Gelenkschmiere gebildet, hat das Pferd die Möglichkeit harten Boden mit gesunden Hufen und ggf Schutz zu dämpfen und ist es das gewohnt, so ist das absolut kein Problem. Guck dir doch mal Distanzpferde an, die traben oftmals längere Strecken auf Asphalt und haben später trotzdem nicht gleich Arthrose oder ähnliches. 

Gefroren ist doof, wenn nur wenige Stellen vereist sind kann man sich gezielt gute Wege raussuchen. Ist zu viel geeist oder herrscht Glatteis ist das für mich eines der wenigen Argumente den Platz zu nutzen. Bei Orkanen geh ich auch nicht in den Wald, will ja nicht vom Ast erschlagen werden. Bei Gewitter bleibt das Pferd im Stall. 3 Wetterlagen neben Monsun oder Erdbeben um am Platz zu bleiben oder gar nicht zu reiten. Alles andere zählt nicht. 

Aber ja, es gibt wenige Reiter die das so konsequent durchziehen. Drei Tropfen Regen und man bleibt in der Halle. Da wundert es mich allerdings auch nicht, dass diese Pferde bei Wind gaga werden oder bei Donner durchgehen. Wer nur einpackt darf kein abgehärtetes Pferd erwarten. 

Und da die FS keinen Platz und keine Halle hat muss sie eben die A***backen zusammenkneifen und rausgehen, (fast) egal wie die Faktoren sind.  

Kommentar von Urlewas ,

Was soll das denn jetzt bitte?

Hier geht es nicht darum , Ausreden zu sammeln, sondern Tipps, wie man unter den nun mal gegebenen Umständen das beste draus machen kann!

Kommentar von MissDeathMetal ,

ich finde die Einstellung "das Beste draus machen" in Verbindung mit Gelände ziemlich gemein ... Das Gelände ist so vielseitig und bietet tausende Trainingsmöglichkeiten. Im grunde muss man nur die Augen aufmachen... aber das ist ja out. Glaub ich. 

Kommentar von Minibecci ,

Ich stimme dir voll zu! Und letztendlich hat doch jeder Reiter das Ziel sich zuverbessern und das lassen meiner Meinung diese Trainingsverhältnisse nicht zu! Wenn man sie über Haupt Trainingsverhältnisse nennen kann! Ich würde dann deiner Stelle, wenigstens mal nach einem Reitplatz fragen oder zu einem anderen Hof reiten der evt. Halle, Platz besitzt!  

Kommentar von sukueh ,

Ohne Reitlehrer lässt sich meiner Meinung nach viel üben - viele Km bringen schließlich auch was, aber ich bin trotzdem auch der Meinung, dass der RL ja auch dazu dient, Fehler, die die sich einschleichen, zu korrigieren.

Außerdem hängt es ja auch vom jeweiligen "Kenntnisstand" bzw. Reiterlichen Fähigkeiten jeden Einzelnen ab, ob er ohne Trainer besser oder schlechter auskommt.

Jemandem, der vorher vielleicht schon nicht so guten Reitunterricht gehabt hat, wird vielleicht durch viel alleine Reiten seinen Sitz verbessern können oder sattelfester werden, aber er dürfte wenig Ahnung von der richtigen Gymnastizierung seines Pferdes haben.

Oder allenfalls Ahnung, aber vielleicht die nicht ganz korrekte Umsetzung.....

Antwort
von beglo1705, 24

Ein guter Reitlehrer kommt auch zu dir und gibt Einzelunterricht, auch im Gelände. 

Gelände hat in dem Sinn den Vorteil, dass die Möglichkeiten schier unbegrenzt sind, in der Halle oder am Platz gibt's immer das gleiche. 

Such nach einem mobilen RL, der qualitativ hochwertigen Unterricht gibt, wenn dein Pferd geländesicher ist. 

Antwort
von HanabiChan, 48

Hallo :)


Es gibt auch Reitlehrer, die zu dir hinkommen (selbst ohne Reitplatz) und auch im Gelände trainieren. Es wird sich bestimmt auch irgendwo ein Grasfeld zu finden sein und wenn nicht, dann halt aufm Feldweg :D

Für ein junges Pferd ist aber auch sehr förderlich im Gelände viel geritten zu werden, da es sehr trittsicher und selbstbewusst wird.
Natürlich sollte eine gute Grundausbildung nicht fehlen...

Die Kosten sind da ganz unterschiedlich und du solltest vorher einige zusammensuchen und vergleichen, da muss man selbst schauen, wie viel man ausgeben möchte und wie oft der/diejenigen kommen soll.

Aber stark eingeschränkt bist du leider trotzdem. :(


LG :)


Kommentar von jjjana2000 ,

Einen Reitlehrer (und dessen Anfahrtskosten) kann ich mir auf Dauer nicht leisten und meine Eltern wollen soeinen nicht zahlen.  Außerdem habe ich das Problem, das man von Mai bis Oktober gesetzlich nicht auf Wiesen Reiten darf. 

Kommentar von HanabiChan ,

Dann hast du wohl keine andere Möglichkeit, als dein Pferd im Gelände normal auszureiten, ohne etwas dabei zu lernen (umso robuster wird es ;) ). Sobald du die Möglichkeit hast, irgendwann mit deinem Pferd umzuziehen und Unterricht bezahlen zu können, dann kannst du auch wieder besser reiten lernen und dein Pferd lernt, geschmeidiger zu laufen. Vorher geht halt nix, außer spannende, lange Ausritte.

(Etwas lesen und einfach ausprobieren, würde ich nicht empfehlen, dass kann sehr schief gehen.) 

Antwort
von Einstein03, 29

Hey :) wenn du einen Hänger Besitz oder jemanden kennst der einen Hänger hat kannst du ja mal auf einen Kurs fahren mit deinem Pferd. Aufjedenfall sehr lehrreich

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