Frage von Pferdefreund638, 190

Reiten: Knieschluss beim Treiben. Wie treibe ich richtig leicht?

Ich hatte gestern Reitstunde und meine Reitlehrerin meinte zu mir, ich solle das Knie mehr öffnen, denn wenn ich das Knie zu mache, würde ich die Unterschenkel wegstrecken. Anatomisch ist das ja alles schön und gut, was ich aber nicht ganz verstehe, ist: wenn ich leichttrabe muss ich doch die Knie zu machen, gleichzeitig strecke ich dann aber auch die Unterschenkel weg und ich komme nicht mehr zum Treiben... Mache ich also etwas "falsch"? Habe ich den Knieschluss beim Leichttraben missverstanden und man steht z.B. aus dem Steigbügel auf? Wenn ja, wie funktioniert das genau?

PS: Ich freue mich über jede Antwort!;)

Antwort
von Dahika, 167

Man steht nicht aktiv aus den Steigbügeln auf, sondern man lässt sich mehr oder weniger passiv vom Pferderücken hochwerfen. Das sind aber dann nur wenige cm, wenn überhaupt. Auch wenn der Knieschluss völlig veraltet ist und nicht mehr gelehrt werden sollte, begreife ich die Anweisungen der RL nicht. Ich lege die Schenkel leicht an, wenn ich mich beim Leichttraben setze.

Glaube ich. Ich mach das mittlerweile so automatisch, dass ich selbst nicht genau weiß, wann und wie ich treibe. Auf jedenfall aber stehe ich nicht aus dem Knieschluss auf. Wenn dann schon eher aus den Steigbügeln, aber wie gesagt, nicht aktiv, sondern eher passiv dem schwingenden Rücken folgend.

Antwort
von MissDeathMetal, 147

Das Knie soll natürlich anliegen, aber es soll nicht angepresst werden. Das anliegende Knie kommt dadurch zustande dass du dein gesamtes Bein aus der Hüfte heraus nach innen drehst, und nicht indem du die Knie in den Sattel presst. Wenn du presst verspannt dein ganzes Bein, du wirst steif in allen Gelenken und kannst so weder korrekt mit den Schenkeln noch mit dem Gewicht einwirken. Korrekterweise kann man zwischen Sattel und Knie nich "hindurchgucken" es darf also kein Loch dazwischen sein. Das Knie darf aber nur ganz leicht anliegen. Ist das Bein korrekt gedreht liegt das Knie an und die Zehenspitzen zeigen automatisch geradeaus nach vorne. 

Überprüfe das doch mal beim Reiten indem du dich mit dem Pferd hinstellst und nachfühlst wenn du die Beine extrem nach draußen und extrem nach drinne drehst, und sie auch mal einfach hängen lässt. Dabei achtest du auch auf deine Fußspitzen, sie sagen dir, ob du das Bein drehst oder krampfst. Zeigen sie nach vorne stimmt i.d.R. die Knielage. 

Das Aufstehen beim leichttraben erfolgt mehr durch die Knie als durch die Bügel. Du stehst über die Knie auf und lässt den Schwung durch die Knöchel raus indem du mit der Ferse nach unten federst. Das leichttraben muss auch ohne Steigbügel funktionieren, vllt probierst du das einmal aus. 

Antwort
von Punkgirl512, 119

Knie zudrücken ist und bliebt falsch: Dadurch verkrampft man im gesamten Bein, dadurch versteift die Hüfte, man kann nicht mehr locker schwingen und blockiert das gesamte Pferd. Und das nur, weil einem der "Knieschluss" beigebracht wird. 

Ja, man steht schon aus den Knien heraus auf, presst diese dabei aber nicht an den Sattel. Was mir damals mal sehr geholfen hat war der Gedanke an "Be- und Entlasten" des Pferderückens - d.h. weniger hoch aufstehen, dadurch bleibt auch der Sitz stabiler. 

Vielleicht den Reitlehrer einmal überdenken, jemand der einem den Knieschluss beibringt, bringt einem meistens auch die schiebende Hüfte bei - schlechte alte Schule halt.

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