Frage von berdDbrot, 35

reiten einfach sein lassen?

Ich frage mich ob ich die ganze Reiterei nicht einfach bleiben lassen soll, wenn das Pferd verkauft ist. Ich habe einfach das Gefühl, dass es nicht das richtige für mich ist. Ich schein irgendwie nicht weiter zu kommen, auch nicht durch Reitunterricht. Egal, wo ich Reitunterricht haben, es wird immer das gleiche korrigiert und ich bekomme diese ganzen Fehler einfach nicht raus. Ich würde manchmal am liebsten einfach nochmal komplett von vorne anfangen. Wenn ich dann sehe wie andere reiten, die sind am telefonieren und sitzen da wie ne eins und das Pferd läuft perfekt, dann bekomme ich richtige Depressionen. Auch ist mir das Mega peinlich zu reiten, wenn andere dabei sind, gerade wenn Profireiter, Bereiter oder Reitlehrer anwesend sind.

Auf der anderen Seite, bei Probereiten meiner ersten Reitbeteiligung fand die Besitzerin mich technisch gar nicht so schlecht, sie hätte da auch schon was Schlimmeres drauf gesehen. Bei einem anderen Pferd was ich mal probegeritten bin, meinte die Besitzerin ich sei wenigstens eine, die noch vernünftig reiten gelernt hat. Nur ich denke mir einfach schlimmer als ich geht nicht.

Das Ganze ist ja auch nicht günstig sondern kostet, Geld, Zeit und Nerven, und wenn man irgendwie depri ist, weiß ich nicht ob wann dafür sein Geld und seine Zeit investieren sollte. Nur ganz ohne ist auch irgendwie blöd.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 6

Wenn es dir keinen Spaß macht, dann lass es doch.

Ich weiß ja nicht, welche Anforderungen du an dich selbst stellst. Klar, wird immer dasselbe korrigiert. DAs ist völlig normal. Reiten lernt man leider nicht in einem Leben. Meine eigene RL hat mir bestimmt 1000 mal gesagt: "der äußere Zügel hängt durch. Der äußere Zügel hängt durch, der äußere Zügel hängt durch.... etc...etc...etc..


Und was meinst du mit weiterkommen? Reiten ist wie die Echternacher Springprozession. Man geht 3 Schritte voran und 2 Schritte zurück. Beim Reiten allerdings geht man manchmal auch 4 Schritte zurück. Sysiphus kann ein Lied davon singen.

Ich sah vor einiger Zeit meiner RL bei einer Stunde zu. Sie gab einer mittelalterlichen Hausfrau Unterricht. Mitten drin brach die Reiterin das Reiten ab, heulte los und sagte: "Jetzt gibst du mir schon seit vier Jahren auf meinem Pferd Unterricht. Und davor hatte ich auch Unterricht. Ich lerne es einfach nicht. Wann werde ich denn mal ohne Unterricht klar kommen?"

Meine RL rollte mit den Augen und sagte: "Je besser jemand reitet, um so mehr Unterricht braucht er. Helena Lange Hanenberg z.B. reitet niemals alleine, nur in der Prüfung. Sonst immer mit Trainer."

Du solltest dich wirklich ernsthaft prüfen, ob du wirklich Spaß am Reiten hast. Die allermeisten Mädels, die das Reiten begeistert angefangen haben, hören wieder auf. Ca 80%. DAs ist auch nichts Schlimmes, finde ich.

Wenn du dich so von deinem Ehrgeiz hetzen lässt, dass es dein Reiten vergiftet, solltest du es lassen. Oder du machst reiterlich mal was ganz anderes: Wanderreiten z.B. Irgendwas ohne Leistungsdruck.

Das habe ich auch schon mal gemacht. Ich merkte, dass ich bei jeder Stunde immer mehr unter Druck kam - und es klappte natürlich nicht mehr viel. Ich hatte richtig Angst vor dem Unterricht. Aufgeben wollte ich das Reiten nicht, ich hatte/habe ja auch ein eigenes Pferd.  Ich habe daraufhin mal ein Jahr lang keinen Unterricht mehr genommen, sondern bin nur entspannt ausgeritten. DAs war sehr hilfreich.


Kommentar von berdDbrot ,

Ich brauche ja auch Unterricht und ich weiß, dass es föllig normal ist, aber bei sind es einfach die Grundlagen, die immer korrigiert werden.

Kommentar von berdDbrot ,

Wenn mich jemand fragt wielange ich schon reite, dann sag ich nie das ich schon seit 7 Jahren reite, sondern  meinstens so 5, weil ich bestimmt noch nicht mal richtig auf ein A Niveu bin. Wenn dann E, aber bestimmt nicht A.

Kommentar von Suomenleijona ,

Die Grundlagen werden bei jedem immer wieder korriegiert, das ist normal so. 

Antwort
von sukueh, 3

Ich bin froh, dass ich ein eigenes Pferd habe. Das hindert mich nämlich daran, die Reiterei aufzugeben, wenn ich auch mal ein Tief habe, so wie du jetzt .... Würde ich nur auf Schulpferden reiten, wär ich bestimmt auch in Versuchung, das Reiten sein zu lassen, aus dem selben Grund wie du, dass ich das Gefühl hätte, nicht weiterzukommen oder dass andere, die viel kürzer wie ich reiten, schon viel besser sind.

Ich weiß nicht wie alt du bist, aber ich denke, die wirklich guten Reiter, mit denen du dich vergleichst, haben sicherlich schon in ihrer Kindheit angefangen zu lernen. In einem Alter, wo "Zeit" und "was kann ich" nicht wichtig für sie waren. So lernt man mit den Jahren und nimmt es aber nicht so wahr.

Als Erwachsener, wenn man doch vom Alltag / Berufsleben schon sehr darauf geprägt worden ist, "funktionieren" zu müssen, "knabbert" man dann schon hart an der Tatsache, dass eben beim Reiten kaum was "schnell" geht, Fortschritte manchmal für einen selber so unmerklich sind, dass man das Gefühl hat, man hätte in all den Jahren nicht wirklich was gelernt.

Wenn du tatsächlich das Gefühl hast, dich deprimiert das Reiten nur noch, dann mach eine Pause. Wenn du feststellst, dass du es vermisst, wirst du sicher wieder anfangen. Allerdings solltest du dann deine Erwartungshaltung herunterschrauben und dir öfter bewusst machen, WAS du schon alles gelernt hast.

Die "Mängel", die du bei deiner Reiterei siehst, kommen mir sehr ähnlich zu den Dingen vor, die ich an meiner eigenen Reitere bemängele.

Aber man muss sich wirklich bewusst machen, dass man mit SICHERHEIT jetzt schon Dinge bemängelt, die vor ein paar Jahren noch ganz anders ausgesehen haben und man quasi auf einem anderen Niveau korrigiert wird. Man (ich eingeschlossen) nimmt es halt oft bloß nicht so wahr, weil man denkt, dass sind die selben Anweisungen (= scheinbar die selben Fehler) über all die Jahre, aber so ist es nicht.

Letztlich kann dir keiner sagen, was du tun sollst, aber wenn du wirklich keine Freude mehr daran hast, dann hör auf. Wenn es nur die "Mühe" oder das Gefühl, immer schlechter zu sein als die anderen ist, die dir die Freude am Reiten verdirbt, dann hör auf, dich mit anderen zu vergleichen.

Ich versuche mittlerweile nach dem Motto "der Weg ist das Ziel" zu reiten :-)

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 10

Dein Pferd spürt genau, wie du dich fühlst! Es nimmt deine Unzufriedenheit genau so wahr wie deine Zerrissenheit. Und das macht es mit der Zeit ggf unsicher, gestreß und sogar ablehnend.Wenn du Lust auf Freiluft reiten hast, dann genieße nen ausritt mit dem Pferd. Und wenn es euch Spaß macht, dann mach ein bisschen Gelände Dressur wie bögen, travers, tritte verlängern usw.Aber wenn dich alles nur noch frustriert, dann quäle das arme Pferd und dich nicht länger und spiel tennis oder tob dich sportlich anders aus. .  .  

Oder probier es mal mit Western reiten...

Kommentar von berdDbrot ,

Western habe ich mal versucht, ist so gar nicht meins.

Antwort
von helya89, 4

Reiten "darf" nichts für dich sein, obwohl du dich für Pferde begeisterst.

Mir ging das auch so. Und ich saß mit 3-4 Jahren das erste Mal auf einem Pferd und habe bis ich 14 bin mehr oder minder regelmäßig geritten, manchmal mit und manchmal ohne Trainer.
Und obwohl man mir so etwas wie ein gewisses Grundtalent unterstellen kann, habe ich mich nie sicher und gut dabei gefühlt. I

Ich bin ein von Natur aus ängstlicher Mensch, der sich schnell Sorgen macht. Auf dem Pferderücken ist mir das öfter mal zum Nachteil geworden.

Was ich dann erkannt habe, ist dass ich die Pflege eines Pferdes und vor allem Bodenarbeit mit Pferden VIEL mehr mag als das Reiten an sich. 
Ich habe momentan kein eigenes Pferd mehr, überlege aber mir aus genau diesem Grund ein Shetland-Pony für Zirzensik anzuschaffen. Und, um einfach wieder im Stall zu sein und mit Pferden umzugehen. 
Freiheitsdressur ist auch total spannend.

Also - reiten ist kein Muss wenn man mit Pferden umgehen möchte. Lass dir das nicht einreden, und lass dich nicht von Anderen verunsichern.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 5

Wenn Du Dich mit Profis vergleichst, ist es ja auch nicht verwunderlich, dass Du verdrieslich wirst.

Wenn man so gar nicht weiterkommt, auch bei mehrfachem Wechsel  der Reitschule nicht, liegt es häufig auch einfach an den eigenen körperlichen Gegebenheiten, und daran, dass man manches, was die Reitlehrer sagen, in der Tiefe nicht wirklich versteht.

Etwas vertiefende Literatur, Fitnesstraining und speziell auf Reiter abgestimmte Gymnastik können viel bewirken. Auch ist es sinnvoll, midestens 2-3 mal in der Woche zu reiten, um sich zu verbessern.

Was aber sehr kontraproduktiv wirkt, ist immmer drüber nachzudenken, wie Dich die anderen ( "viel besseren") sehen könnten...

Reite einfach zu deiner Freude an dem was Du tust. Miss Dein Können nicht an Turnierniveau sondern einfach daran, dass Du sicherer wirst,  und dem Pferd ein immer angenehmerer  Reiter.

Manchmal tut aber auch eine Pause gut. Mir hat mal ein Reitlehrer erzählt, dass es vorkommt, dass Schüler bei ihrem Wiedereinstieg nach einem Jahr Pause dann plötzlich vorwärts kamen - vermutlich einfach, weil die Verbissenheit sich inzwischen  gelegt hatte.

Kommentar von berdDbrot ,

Die Pause mache ich eventuell wenn das Pferd verkauft ist. jetzt geht ja schlecht. Bzw mache ich da eh eine Pause. " bis 3 mal die Woche zu reiten hilft bei mir auch nicht, ich reite doch seit Jahren mehrmals in der Woche.

Kommentar von Urlewas ,

Vielleicht passt das Pferd auch einfach nicht richtig zu Dir. Wenn Du dann nach der Pause neu anfängst und ein passenderes findest, sieht die Welt vermutlich ganz anders aus.😊

Antwort
von FrauFanta, 8

In erster Linie kommt es beim
Reiten ja nicht darauf an, wie gut man ist, sondern in wie weit es Spaß macht. Ich hatte mal zwei Jahre umgesattelt auf Freizeireiten, eine ganz neue Welt damals für mich. Hat unglaublich Spaß gemachte

Kommentar von berdDbrot ,

Ich war ja noch nie im Turniersport, würd glaube ich noch nicht mal eine E Dressur gewinnen.

Kommentar von FrauFanta ,

Ja genau, dann sehe es doch mal lockerer. Probiere mal mehr rum was Spaß macht. Bodenarbeit oder gebissloses reiten so als Beispiel nur

Antwort
von BeingBabyVicky, 9

Also ich hatte das auch mal.Ich bin einfach weiter geritten und habe mich in einem Zeitraum von 1 Monat so verbessert.Reit-und Pflegetechnisch.Wenn es dir kein Spass macht such dir ein anderes Hobby.Ich liebe das Reiten und könnte einfach nicht mehr ohne.

Antwort
von Michel2015, 4

Oh, ich verstehe Dich. Das ist wie in der Schule, die einen haben nur gute Noten und die anderen müssen um eine Zwei kämpfen als wenn es um Leben oder Tod geht.

Mit dem Reiten ist es ganau so und man kann da echt deppressiv werden wenn nichts mehr weiter geht. Reiten lernen, bedeutet, zwei Schritte vor und einen Schritt zurück. Orientieren sollte man sich nur an Vorbildern und dann auch nur an denen wo man was lernen kann.

In Deiner Lage war ich schon oft. Gehe fort, reite woanders, reite da wo Du fremd bist, wo ein anderer Trainer ist. Glaube mir, das ist das beste was man machen kann. Du musst ja diesen Stall deswegen nicht verlassen.

Die Aussage, "...sie hätte da auch schon was Schlimmeres drauf gesehen..." Ähm, ich würde das als Beleidigung aufnehmen.

Antwort
von Sanja2, 11

Wenn du keinen Spaß dran hast, dann lass es.

Allerdings hast du vielleicht auch einfach einen zu hohen Anspruch an dich selbst. Du kannst doch auch einfach ein Hobbyreiter sein einfach weil es Spaß macht. Da ist die Perfektion nicht wichtig. Reite lieber auch mal aus und habe Spaß mit dem Tier mit der Bewegung in der Natur.

Kommentar von berdDbrot ,

Ich reite ja auch nur als Hobbyreiter, trotzdem sollte man dafür auch schon reiten können.

Kommentar von Sanja2 ,

Ja, aber das kannst du doch offensichtlich!

Kommentar von berdDbrot ,

Also ich kann aufm Pferd sitzen und es dahin lenken wo ich will und die Gnagarten wechseln, mehr auch nicht.

Kommentar von Sanja2 ,

Und was mehr würde dich zufrieden stellen?

Kommentar von berdDbrot ,

Wenn mine Schenkel endlich mal da sein würden wo sie sind und meine Schulter auf Dauer hinten wäre, ich das Pferd vernünftig vorwärts abwärts reiten könnte und vl ein schulterherein und schenkelweichen  vernünftig beherschen würde, ohne dass da immer ein Reitlehrer dsbei sein muss. Ich meine ich reite schon seit 7 Jahren, da sollte man sowas endlich mal lernen.

Kommentar von Sanja2 ,

wenn du nur für deinen Spaß reitest, dann ist das  nicht sooo wichtig. Lass doch einfach mal locker und versuch mehr Spaß zu haben als besser zu werden.

Kommentar von Urlewas ,

Manchmal muss man dafür einfach nur mal das richtige Pferd und einen bequemen sattel zu erwisvhen.

Antwort
von sonnymurmel, 8

Wenn du keine Lust mehr hast, dann lass´das mit dem Reiten und suche dir ein anderes Hobby.

Das ist völlig ok.

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