Frage von Carmencat, 38

REHA-Maßnahme abbrechen wegen falscher Diagnose?

Hallo, ich bin seit über einem Jahr wegen Depressionen, Konzentrationsstörungen und diversen anderen psychosomatischen Sachen krank geschrieben. Ich war letztes Jahr über 6 Wochen stationär in einer Fachklinik, bei der sich dann im Zuge einer Gruppentherapie herausstellte, dass ich noch viel Balast aus meiner Kindheit mit mir herumschleppe. Da ich mich gleichzeitig zum Klinikaufenthalt um eine ambulante Therapie bemühte, nutzte ich die Zeit nach 3 Monaten nochmals die gleiche Klinik als Tagesklinik wahrzunehmen. Allerdings machten mir meine kreisenden Gedanken und immer wieder auftretenden Flashbacks aus meiner Kindheit es unmöglich mich mit den bereits bekannten Therapien abzulenken. Um so mehr freute ich mich darauf endlich einen Therapieplatz zu erhalten. Jedoch sagte mir der Therapeut beim Erstgespräch, dass für mich mit diesem Krankheitsbild eine Trauma/Tiefenpsychologie-Therapie sinnvoll wäre. Traurig verließ ich das Zimmer und ahnte schon, dass ich wieder von vorne anfangen muss einen Therapieplatz zu finden. Alle Anrufe endeten damit, dass ich mindestens 6 Monate auf einen Platz warten müsse. Ich bat meine Krankenkasse um Unterstützung. Diese bestand allerdings darin mir eine aktuellere Liste zum Abtelefonieren zu schicken, wobei sich beim Vergleich nichts neues offenbarte. Lange Rede kurzer Sinn meine Krankenkasse nötigte mich einen REHA-Antrag zu stellen. Als ich diese Maßnahme am 04.05.2016 antrat, war ich enttäuscht, da man mir schon beim Aufnahmegespräch sagte, dass sie nur im Verhaltenstherapeutischen Bereich arbeiten. Die DRV und meine Krankenkasse hatte alle Unterlagen, daher verstehe ich dies nicht. Es wurde mir bei der Aufnahme versprochen, dass man mir dennoch helfen könne, allerdings wird hier im Moment alles nur noch schlimmer, da ich nun ständig unter Leuten bin und die Trigger, die meine Flashbacks auslösen mich umso mehr quälen ohne dass ich bisher auch nur eine Chance hatte mich dagegen wehren zu können. Ich habe bisher keine Nacht durch geschlafen und krauche wie man so schön sagt auf dem Zahnfleisch. Am Mittwoch sind 14 Tage um und ich fühle mich schlechter als je zuvor. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen bzw. ich mache mir bereits Gedanken, wie ich mich am besten ohne große Folgen selbst verletzen kann nur um da raus zu kommen. Selbst mein Facharzt hatte mir wegen meiner Ungeduld bereits mehrfach gesagt, dass sich erst eine Besserung einstellt wenn ich die richtige Therapie bekomme. So langsam bin ich am verzweifeln, da ich die REHA nicht abbrechen darf.

Antwort
von Lavendelelf, 23

Lange (berechtigte) Frage, kurze Antwort :

Niemand kann Zaubern ohne deine eigene Mitwirkung und deinem eigenen Willen. Denke mal darüber nach.

Kommentar von Carmencat ,

Diese Maßnahme mag sicher dann sinnvoll sein, wenn ich eine Trauma-Therapie bereits hinter mir habe und ein Instrument in die Hand bekäme mich halbwegs vernünftig gegen die Flashbacks wehren zu können bzw. mit diesen Umgehen zu lernen.

Kommentar von Lavendelelf ,

Wow, dich ausdrücken und gut formulieren kannst du richtig gut. Schade, aus der Ferne zu helfen ist leider aussichtslos.

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