Frage von cradle2heaven, 52

Gibt es Regressansprüche vom Hauseigentümer wegen geplatztem, mündlich zugesagten Hauskauf?

Hallo, wir haben einem Immobilienbesitzer mündlich dem Kauf seines Hauses zugesagt. Wir waren fest der Überzeugung das Haus zu kaufen. Die Bank gab uns ein mündliches OK das der Kredit genehmigt wird. Dies teilten wir dem Verkäufer mit. Plötzlich meldete er sich ca. 1 Woche nicht mehr und antwortete nicht auf Anrufe und Nachrichten. Demzufolge gingen wir davon aus, dass der Verkäufer es sich anders überlegt hatte. An einem Wochenende haben wir zufällig ein anderes Objekt angeboten bekommen für das wir uns aufgrund der Geschehnisse entschieden haben. Als ich ihm mitteilte, dass der Hauskauf nicht zustande kommt, da er sich nicht mehr gemeldet hat, kam plötzlich eine sehr erboste Rückantwort und er hat einen Termin beim Anwalt veranlasst. Er stellt jetzt Anspruch auf Schadensersatz weil er Arbeit gewechselt hat und somit der Umzug nicht stattfinden kann und/ oder das Haus mittlerweile anderweitig verkaufen hätte werden können, etc..  Wir haben kein schriftliches übereinkommen! Kann ich belangt werden weil ihm jetzt kosten entstanden sind?

Antwort
von schelm1, 18

Sie können nicht belangt werden!

Alle Verinbarungen über Verträge zu Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten bedüfen der notariellen Schriftform; ansonsten sind solche Absprachen nichtig.

Entwickelt ein potentieller Vertragspartner im Hinblick auf einen beabsichtigten Kaufvetrag im Vorfeld Aktivitäten, gehen daraus entstehende Kosten ausschließlich zu dessen Lasten.

Antwort
von Ninombre, 39

Dein Schaden? Deine Beweismittel?

Kommentar von cradle2heaven ,

Die Frage ist nur ausführlicher gestellt. Ich konnte anfangs leider nicht die komplette Frage stellen aufgrund der maximalen Zeichenanzahl.

Kommentar von Ninombre ,

ok, jetzt ist es klarer. Hat er denn wirklich Schadensersatzansprüche gestellt oder nur damit gedroht? Viele erzählen aus Wut irgendwas von Anwalt, Schadenersatz und sonstigem Gelaber. Aus meiner Sicht hat er nichts in der Hand, da aus gutem Grund Immobilien nicht per mündlicher Absprache verkauft werden können.

Kommentar von cradle2heaven ,

Er hat zunächst damit gedroht. Wobei ich fest davon ausgehe, dass ich demnächst böse Anwaltsbriefe erhalte. Den Anwalt hat er seiner Aussage nach schon eingeschaltet. Ich habe mich im Internet bereits ein wenig erkundigt. Schadensansprüche können gestellt werden wenn schwerwiegende Treuepflichtverletzungen vorliegen. Dies kann auch mündlich sein.

Zitat: //So hat der Bundesgerichtshof beispielsweise eine solche Treuepflichtverletzung angenommen, wenn eine in Wirklichkeit nicht vorliegende Kaufbereitschaft vorgetäuscht wird. Gleiches dürfte auch für den Fall gelten, wenn der Käufer zunächst tatsächlich vorhatte, den Vertrag abzuschließen, sich dann aber später anders entschieden und dies den Verkäufern nicht mitgeteilt hat.//

Ersteres trifft auf mich nicht zu! Den zweiten Punkt verstehe ich nicht ganz. Natürlich habe ich ihm mitgeteilt dass ich mich für ein anderes Objekt entschieden habe. Ich kann nur nicht sagen unter was alles eine schwerwiegende Treuepflichtverletzung angesehen werden kann. ich denke, die Verletzung hat er selbst begangen, da er sich nicht mehr bei mir gemeldet hat und ich demzufolge das Vertrauen verloren habe. Ich kann nur hoffen, dass das Gericht dies genauso sieht.

Kommentar von Ninombre ,

Ich denke Du solltest Dir nicht zu viele Gedanken machen. Bislang klingt das nur nach hohlen Drohungen. Jeder Depp kann behaupten, dass er "seinen" Anwalt einschaltet und irgendwelche Forderungen aufstellt. Ist Dir mal aufgefallen, wie oft solche Leute "ihren" Anwalt scheinbar immer zur Hand haben?

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