Frage von niallbieber, 42

Regiert die Ökonomie?

**Hallo meine Lieben :)

Ich setzte mich in letzter Zeit oft mit Wirtschaftsthemen auseinander weil es mich sehr interessiert (leider habe ich aber nicht viele Kenntnisse in diesem Gebiet) und wollte deshalb von jemanden eine differenzierte Meinung hören. Die Frage soll garnicht so sehr in die Richtung von "Regiert Geld die Welt?" gehen, sondern wie sehr dominiert die Ökonomie alle anderen Bereiche und wie sehr beeinflusst es nicht nur uns als Konsumenten aber auch generell das Leben in der Gesellschaft. Kann man uns als eine Wirtschaftsgesellschaftbezeichnen? Wie sehr hängen wir von der Ökonomie ab - klar die Ökonomie bietet uns ein wichtiges gesellschaftliches Gut, Arbeitsplätze aber mehr auch nicht...**

Eine Autorin zB ist der Meinung, dass die Ökonomie stark unsere Gesellschaft beeinflusst und dadurch vieles "zerstört" hat, zum Beispiel:

die Erwachsenen und Kinder durch Werbung (Konsumterror) negativ zu beeinflussen

sich immer weniger für Politk zu engagieren

fördert weniger Bücher zu lesen

Tiefkühlgerichte sattt frisches Gemüse zu essen

und immer weniger Zeit für einander zufinden

Das sind ganz kurz ihre Kritikpunkte, die man eigentlich ohne Kontext schlecht versteht (sorry), man kann es sich aber in dem Buch "Neues Deutschland - sind wir nur eine Wirtschaftgesellschaft? " von Susanne Gaschke durchlesen. Kann ich nur empfehlen. Ich habe dieses Beispiel gewählt nur um ein paar Aspekte zu zeigen :) Mir selber fällt keins ein um ehrlich zu sein. Würde mich wirklich sehr sehr sehr freuen über eure ausfürhlichen Meinungen.

Antwort
von Steffile, 19

Ökonomie oder Wirtschaft, wie ich jetzt mal sage (weil ich keine Umlaute habe, LOL), ist ein System, dass schon besteht seit es Menschen und Kultur gibt. Die erste Schrift wurde nicht von Dichtern benutzt sondern von Handelsleuten.

An sich ist Wirtschaft nichts schlechtes: ein System das auf Angebot und Nachfrage basiert und sich weitestgehend selbst reguliert. Da das Ziel ganz platt  ist, Geld zu verdienen, hat die Wirtschaft eine grosse Motivation, Fortschritt zu schaffen. Das kann Tiefkuehlpizzen bedeuten, aber auch lebensrettende Medikamente, billige Flugreisen und gloable Verbindungen, die uns untereinander verbinden.

Neben Wirtschaft gibt es die Regierung (Politik), die andere Ziele als die Wirtschaft hat. Idealerweise will eine Regierung keine Monopole und will nicht, dass das Gewinnstreben der Wirtschaft die schwaecheren Mitglieder der Gesellschaft ausnutzt. 

Regierungen arbeiten auch am Fortschritt mit: z.B. die frueheren Telefone, Post und TV, oeffentlicher Verkehr, akademische Forschung, Raumfahrtmissionen uvm. Aber wer die Zahnraeder der Politik kennt weiss, dass Fortschritt weniger schnell und weniger breitgefaechert von Regierungen erwartet werden kann. 

Die Macht der Wirtschaft im Vergleich zu der der Politik steigt, das steht ausser Zweifel, und es ist kein Zufall dass es heutzutage keine charismatischen politischen Fuehrungskraefte gibt wie frueher. Ich denke wir brauchen beide Kraefte, Politik und Wirtschaft, in unserem System, aber balanciert.

Antwort
von berkersheim, 11

Die Macht der Ökonomie liegt in zwei Dingen begründet. Einmal dass wir leben müssen und nirgendwo ein Schlaraffia zu sehen ist, wo einem die gebratenen Tauben ins Maul fliegen. Zum zweiten sind wir Menschen gesellschaftlich organisiert, weil wir einzeln nicht sehr überlebensfähig sind, in der Gruppe, der Gesellschaft sogar ganz prima. Dabei hat sich herausgestellt, dass es gerade mal zu einem extrem ärmlichen Leben reicht, wenn jeder alles für sich selbst macht. Wenn wir uns aber zusammen gut organisieren, können wir sogar Autos und Häuser haben. Gesellschaftlich die Grundlagen unseres Überlebens zu organisieren, nennen wir Ökonomie. Beherrschen wir sie gut, haben wir Wohlstand. Beherrschen wir sie schlecht, haben wir Armut. Wenn wir sie gut beherrschen gibt es keinen Grund, die Kinder zu vernachlässigen oder nicht zu lesen. Das hat mit Ökonomie weniger zu tun als mit Bequemlichkeit. Ist die Ökonomie schuld, wenn sie den Menschen mehr Freizeit verschafft und diese sie nicht nutzen können? Wir müssen ja nicht ohne Ende am Smartphon kleben statt uns zu unterhalten. Und Werbung kann man ausschalten. Nee, nee, immer die faulen Ausreden, die Leute von ihrer Eigenverantwortung zu entlasten.

Antwort
von voayager, 10

Die eigentliche Mchst liegt bei den Konzernen allgemein, beim Finanzkapital, allen voran den Banken, insbesondere.

Antwort
von 1988Ritter, 8

Was wir mit Bestürzung festhalten sollen, von der sozialen Marktwirtschaft haben wir uns tatsächlich verabschiedet.

Anstelle der sozialen Marktwirtschaft ist dann die ökonomische Marktwirtschaft getreten.

Dieser Wechsel wurde in den 90iger Jahren vollzogen, als man in Deutschland der Bedeutung der Aktiengesellschaft zu neuem Glanz verhalf, und der "Michel" belehrt wurde, dass Dividenden toll sind. 

Das dann diese Dividenden erst durch die globale Wirtschaft ermöglicht wurden, und der "Michel" dazu seine Arbeit aufgeben musste, haben viele bis Heute nicht begriffen.

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