Frage von NIKL02, 52

Regenbogenfamilien - schwulen-/lesben Adoption Ablauf etc.?

Ich gerade über das Thema mal nach gedacht...und recherchiert, das dauert mir sehr lange und ist nicht gerade gut (leicht) erklärt...

  • Wär kennt gute Seiten wo es erklärt ist?

  • Wer kann mir dazu was erzählen bzw. erklären? >Adoptionsablauf,Gesetzeslage, etc.?

  • Schwulen-/ Lesbenehen > Gesetzeslage und so?

  • ...?

GRUß NIKL02 

Antwort
von Saturnknight, 12

Meinst du das mit dem adoptieren generell, oder bezogen auf homosexuelle Paare?

Soweit ich weiß gilt es in dem Fall als "Single-Adoption". Also einer von dem Paar adoptiert das Kind so, als wäre er/sie Single, auch wenn ein Partner da ist. So wurde mir es mal erzählt, bei nem Adoptionsseminar.

Aber grundsätzlich wäre da erstmal die Frage: Inlands- oder Auslandsadoption?

Den bei Inlandsadoption ist es so, daß es kaum Kinder gibt, die zur Adoption freigegeben wird. In meinem Landkreis beispielsweise gibt es zur Zeit ca. 8 Paare, die ein Kind adoptieren wollen. In den letzten 4 Jahren wurde aber kein Kind zur Adoption freigegeben. Also braucht man viel Geduld. Wenn man sich für das Adoptivverfahren bewirbt, wird einem gleich zu Beginn gesagt, daß es natürlich keine Garantie auf ein Kind gibt. Es gibt scheinbar immer noch Menschen, die denken, sie müßten einfach nur zum Jugendamt um ruckzuck ein Kind zu bekommen.

Übrigens sind manche Jugendämter (bzw. der jeweilige Sachbearbeiter) sind altmodisch. Die würden dann ein Hetero-Paar bevorzugen. Ebenso gibt es immer wieder die Vermutung, daß es eine festgelegte Obergrenze  beim Alter der Bewerber gibt. Das ist aber falsch, es gibt keine festgelegte Grenze.

Zum Glück sind nicht alle Sachbearbeiter so.

Bei Auslandsadoptionen ist manches gleich, aber vieles ist auch anders.

Ein großer Unterschied, der viele schon mal abschreckt sind die Kosten. Bei Inlandsadoption benötigt man um die 50€, für Dinge wie Paßbilder, Porto, polizeiliche Führungszeugnisse, Bewerbungsordner, etc. Mehr nicht.

Bei Auslandsadoption dagegen geht man im Schnitt von 20.000-30.000€ (eher 30.000€) aus. Diese Summe können viele nicht aufwenden. In vielen Ländern der EU übernimmt der Staat einen Teil (meist 50%) der Kosten. Aber in Deutschland und Italien bekommt man da keine Unterstützung. Steuerlich absetzbar ist es auch nicht.

Grundsätzlich sollte man sich an einen Adoptionsvermittlung wenden. Ohne hat man kaum eine Chance. Die helfen einem, indem sie einem beispielsweise Seminare anbieten rund um Adoptionen. Und sie sagen einem, welche Unterlagen man braucht.

Man benötigt beispielsweise Geburtsurkunden, Eheurkunden, Arztattest, psychologisches Gutachten, Referenzschreiben von einem Freund, polizeiliches Führungszeugnis, etc.

Und dann muß man die noch beglaubigen und überbeglaubigen lassen. Als Beispiel das Referenzschreiben von einem Freund. Das ist einfach nur eine Art von Empfehlungsschreiben eines Außenstehenden. Das muß dann in Gegenwart eines Notars unterschrieben werden. Der Notar beglaubigt das dann mit seinem Siegel. Anschließend muß man damit zum Landgericht, zur Überbeglaubigung. Die bestätigen dann, daß der ausführende Notar auch wirklich zugelassener Notar ist und die Beglaubigung rechtmäßig ist. Und das muß man mit den meisten Unterlagen machen.

Was auch nicht zu vergessen ist: die Auswahl des Herkunftslandes. Typische Länder sind Rußland, Kenia, Tibet, Haiti, Thailand, etc.

Es gibt je nach Land ganz schöne Unterschiede. Bei Rußland beispielsweise muß man bereits vorher schriftlich bestätigen, daß man über das Risiko einer möglichen FAS (fetales Alkoholsyndrom) Erkrankung aufgeklärt wurde (das ist eine geistige Beeinträchtigung des Kindes, wenn die Mutter in der Schwangerschaft gesoffen hat - in Rußland ist die Gefahr scheinbar sehr groß). Außerdem weiß ich nicht, wie Rußland momentan über homosexuelle Paare denkt.

In Kenia muß man nach vollzogener Adoption noch 9 MONATE im Land bleiben. Das ist für viele natürlich nur schwer umsetzbar. Aber dem Kind hilft das natürlich, da es sich in der gewohnten Umgebung an die neuen Eltern gewöhnen kann.

Es kann auch immer wieder mal vorkommen, daß ein Land die Adoptionen aussetzten. Soweit ich weiß nimmt Kenia zur Zeit keine Bewerber an.

Außerdem kommt noch die Wartezeit dazu.

Als Beispiel Haiti: nachdem die Unterlagen im Land angekommen sind, kommt man auf die Warteliste. Es dauert zur Zeit etwa 2 Jahre, bis die Unterlagen bei der Behörde eingereicht wird. Dort dauert es nochmal ca. 1 Jahr, bis man den Kindervorschlag bekommt. Wenn man den akzeptiert, muß ins Land reisen, um das Kind persönlich kennenzulernen, und um einige Akten vor Ort zu unterzeichnen.

Anschließend darf man ohne Kind nochmal heimreisen. Es gibt dann nochmal eine Bearbeitungszeit von 6-12 Monaten (wobei es in der letzten Zeit scheinbar schneller geht, ich kenne einen aktuellen Fall, in dem es nichtmal 6 Monate dauerte). Danach kann man das Kind abholen.

Soweit erstmal. Wenn du noch mehr Fragen hast, immer her damit.

Kommentar von shadowhunter109 ,

super Antwort;3

wollte das auch wissen;)

Antwort
von michi57319, 21

Zwei Gleichgeschlechtliche plus Kinder nennt man so.

Was findest du daran so kompliziert?

Aktuell gibt es sogar einen Radiospot darüber :-)


Kommentar von michi57319 ,

Ergänzend dazu: Männer adoptieren Kinder, Frauen lassen sich künstlich befruchten.

Bei eingetragener Lebenspartnerschaft wird das Kind entsprechend zugeordnet, wie normaler Nachwuchs auch.

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