Reduktionsmittel und Oxidationsmittel?

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1 Antwort

Säuren bilden in wässrigen Lösungen H3O(+)- Ionen. Dort hat der Wasserstoff die Oxidationszahl +I. Dieser kann zu H2 mit Oxidationszahl 0 reduziert werden und zwar nach folgender Reaktion: 2H3O(+) + 2e(-) → 2H2O + H2. Ergo können Säuren als Oxidationsmittel fungieren und haben ein Redoxpotential von -0,059 • pH [V] bei 25°C. Das Potential des Reaktionspartners muss kleiner als dieses sein, damit es zu einer Reaktion kommt (z.B. bei pH = 0 beträgt das Redoxpotential für Wasserstoff 0V. Damit reagieren nur Redoxsysteme, deren Potential kleiner 0 ist, z.B. unedle Metalle in elementarer Form). Jedoch gibt es auch Säuren, wie HNO3 (Salpetersäure), die in wässriger Lösung neben Oxoniumionen auch Nitrat-Ionen bilden, in denen N mit der Oxidationszahl +V auftaucht. Nitrat kann dabei auch zu z.B. NO mit Oxidationszahl +II reduziert werden. Dieses Redoxsystem hat dabei sogar ein Standardredoxpotential von +1V. Dies genügt, um z.B. elementares Silber zu oxidieren (Standardredoxpotential 0,8V und damit geringer als 1V). Diese Beispiele waren alles Oxidationsmittel. Schwefelige Säure kann z.B. sowohl als Oxidationsmittel (durch Oxonium-Ionen, s.o.) als auch als Reduktionsmittel fungieren, indem Sulfit (Ox.zahl +IV) zu Sulfat (Ox.zahl +VI) oxidiert wird. In der Regel sind aber Säuren Oxidationsmittel.

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