Rechtsschutzversicherung. Wer hat sie?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

So wie ich Deine Frage verstehe bezieht die sich nicht auf die Versicherung sondern auf den Anwalt.... Die Versicherung trägt nur die Kosten, die Arbeit muss der Anwalt schon machen. Wenn ein Anwalt der Meinung ist, das ein Fall aussichtslos ist, dann hat man damit eine Meinung eines Sachverständigen die zwar nicht 100% richtig sein muss, aber der Anwalt muss auch gegenüber der Rechtsschutz Versicherung seine Meinung äußern ob aussieht auf Erfolg besteht. Kann er das nicht wird sich jede Rechtsschutz Versicherung mit einer Deckungszusage schwer tun. Findet man hingegen einen Anwalt der für den Rechtsstreit Argumente findet und diese auch untermauern kann, wird die Versicherung die Deckungszusage bis zur zweiten Instanz erteilen ohne dass es eine Garantie zum Gewinn des Gerichtsprozess gibt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wer hat sie?

Ich. Privat und geschäftlich.

Ich brauche eine RV um auf Nummer sicher zu gehen

RV wäre eine Rentenversicherung. ;-)

Um deine Frage zu beantworten:

  • Eine RSV ist modular aufgebaut (Privat, Beruf, Miet/Eigentum, etc.)
  • Eine RSV leistet für die Schadenfälle für die abgeschlossen wird. Wenn du den Baustein Arbeits-RS nicht drin hast, leistet sie logischerweise auch bei arbeitsrechtlichen Streitigtkeiten nicht.
  • Familienrecht (Scheidung), Urheberrecht etc. sind meist generell außen vor. Auch bei Strafsachen gibt es Einschränkungen.
  • Wichtig ist auch, dass "Aussicht auf Erfolg" bestehen muss. Wenn du deinem Chef die Kauleiste raushaust und er dich fristlos kündigt, wird keine RSV eine Kündigungsschutzklage deinerseits decken, da keinerlei Aussicht auf Erfolg besteht.
  • Auch wird eine RSV oft mit Selbstbehalt vereinbart. Der soll dich davon abhalten Bagatellstreitigkeiten über den Rechtsweg auszutragen, vermindert natürlich den Beitrag teilweise beachtlich. Wenn es in einem Fall bei der Erstberatung durch einen Anwalt bleibt, so verzichten einige Anbieter auf die SB und leisten. Hast du aber eine SB von z.B. 250,- € pro Fall und du hast insgesamt Verfahrenskosten von 300,- € wäre es gehirnamputiert wegen 50,- € die RSV in Anspruch zu nehmen.
  • Die RSV deckt selbstverständlich auch keine Rechtsstreitigkeiten die du ggf. gegen sie führen möchtest, weil sie dir z.B. die Deckungszusage verweigern.
  • Bereits rechtshängige Streitigkeiten sind nicht versichert. Das Schadenereignis muss in der Zukunft liegen.
  • Wenn du erstmalig eine RSV abschließt, kann es sein, dass du eine 3-monatige Wartezeit hast in der du keine Leistungen in Anspruch nehmen kannst.

Ich kann dir also nur raten mal einen Versicherungsmakler in deiner Nähe aufzusuchen und mal zu ermitteln welchen RS-Bedarf du eventuell haben könntest. Anschließend kann er dir 2-3 passende Anbieter raussuchen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von FreierBerater
21.02.2016, 21:09

RSV = RatenSchutzVersicherung  :-)))

1

Eine Rechtsschutzversicherung ist nach dem Baukastensystem aufgebaut. Du brauchst also natürlich dann auch genau die richtigen Bausteine. Andererseits ist für viele Leute der Abschluss zu teuer, wenn ALLES erfasst sein soll (meistens auch unnötig)

BEVOR man zu einem Rechtsanwalt geht, ist man gut beraten zuerst eine Deckungszusage einzuholen. Dafür hat die Versicherung eine hotline.

Generell ist der Versicherer daran interessiert, für dich den BESTEN Anwalt zu empfehlen. Wenn du nämlich deinen prozess gewinnst, braucht die Versicherung ja nicht zu zahlen, sondern die Gegenpartei.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von FreierBerater
21.02.2016, 21:08

Entschuldige bitte lieber Hans, aber das Prinzip der "RS-Deckungszusage" ist dir offensichtlich nicht geläufig!

Die Zusage wird natürlich vom RA eingeholt, denn nur dieser kann die "hinreichende Aussicht auf Erfolg" darlegen!

2

@MainPrem,

informiere uns bitte einmal, was über die Rechtsschutzversicherung abgeschlossen war. Außerdem, welcher Rechtsschutzfall vorlag.

Dann ist auch eine Antwort möglich.

  Wie ist dort die Vorgehensweise?

Du rufst den Rechtsschutzversicherer an und fragst, ob dieser Sachverhalt über deine Rechtsschutzversicherung abgedeckt ist und bittest um eine Kostenzusage.

Wenn diese vorliegt, kontaktierst du einen Fachanwalt (- z.B. bei Streitigkeit mit dem Arbeitgeber - ) für Arbeitsrecht.

Allerdings solltest Du dich zuerst von einem Versicherungsvermittler beraten lassen, zum Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich brauche eine RV um auf Nummer sicher zu gehen,

Diese Sicherheit ist trügerisch: Zuerst lehnen die RS-Versicherer Kostenübernahme ab, wenn das versicherte Risiko bereits vor Vertragsschluss bestand (Arbeitsvertrag) oder die Klage nicht aussichtsreich erscheint und wenn sie leisten müssen, kündigen sie nach der ersten Inanspruchnahme.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kevin1905
21.02.2016, 19:21

kündigen sie nach der ersten Inanspruchnahme.

Kommt drauf an, welchen Einfluss die Leistung auf die Schaden-Kosten-Kalkulation hat. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung im Leistungsfall ergibt sich aus dem VVG.

0
Kommentar von DerHans
21.02.2016, 19:27

Natürlich kann man auch noch Arbeitsrechtschutz versichern, wenn man bereits einen Arbeitsvertrag hat.

Der Schadensfall ist der Zeitpunkt der Änderung der Rechtslage.

Wenn bereits ein Streit mit dem Arbeitgeber besteht, kann man sich die Police sparen.

0

Was möchtest Du wissen?