Frage von amaru7, 31

Rechtsschutzversicherung überhaupt sinnvoll um die eigenen Rechte zu durchzusetzen, da bereits bei einem Fall gekündigt werden darf?

Man muss kein Klageheini sein, dass man in einem Jahr auf mehr als einen einzigen Fall kommt.

Einfaches (realistisches, nicht reales) Beispiel: Heizugsausfall im Winter oder kein Warmwasser, Vermieter rührt sich nicht trotz Rüge mit Fristsetzung (extremfall), man braucht anwaltliche Hilfe und sei es nur ein Schreiben aufsetzen, was die meisten Vermieter dann dazu bewegt die Reparatur auszuführen ohne Gang zum Gericht. (Mietrecht)

Dann erhält man einen Bußgeldbescheid, obwohl man nicht am Steuer war und Verwandte nicht verraten will, die gefahren sind oder der Bußgeldbescheid falsch ist. Man muss zur Wahrung der eigenen Rechte zum Anwalt, da nur er Einsicht fordern kann (verkehrsrecht)

Es wird einem die Rente abgesagt, man hat das allerbeste getan um einen Gang zum Anwalt zu vermeiden und sich soweit es als Laie geht informiert, die Behörde stellt sich quer, auch wenn man im Recht ist. Der Gang zum Anwalt bleibt nicht erspart. (Sozialrecht)

Man hat Streitigkeiten mit dem Finanzamt, mit denen man nicht weiterkommt, auch wenn man es auf eigene Faust versucht hat und nicht weiterkam. man braucht einen Anwalt (Berufsrecht)

Das sind 3-4 Fälle die locker unverschuldet in einem Jahr auftreten können, die ich mir auf die schnelle ausgedacht hab. Dafür kann einem eine Premium Rechtsschutzversicherung schon kündigen und man erhält wegen einem HIS Eintrag keine neue mehr.

Die Frage ist, wozu ist eine RS Versicherung überhaupt sinnvoll? Ist es die klassische Vergleich, dass eine Versicherung ein Geschäft ist wie jemand der einen ein Regenschirm ausleiht und dann wieder wegnimmt wenn es regnet?

Ich bin mich noch am einlesen in die Materie und komme da wirklich nicht drauf, was mir eine Versicherung bringt, wenn ich in ernsten Fällen nicht einsetzen kann ohne befürchten zu müssen, dass alternativlos gekündigt wird?

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Antwort
von kevin1905, 23

Grundsätzlich entsteht immer ein Sonderkündingungsrecht, wenn ein Versicherungsfall eintritt (§ 92 VVG), sowohl für den Versicherer als auch den Versicherungsnehmer.

Wenn du das Verfahren gewinnst, stellt sich i.d.R. die Frage der Kündigung aber nicht, da die unterlegene Seite sämtliche Kosten des Rechtsstreits trägt (Arbeitsrecht erste Instanz außen vor). Die RSV erhält also die ausgelegten Kosten (weitestgehend) erstattet.

Eine Halterhaftung gibt es im Verkehrsrecht nur bei Parkverstößen, ansonsten muss immer der Täter ermittelt werden.

Für einen Einspruch braucht man keinen Anwalt.


Dafür kann einem eine Premium Rechtsschutzversicherung schon kündigen und man erhält wegen einem HIS Eintrag keine neue mehr.

Du kannst auch selber kündigen und kommst der Angabe bei einem Neuabschluss zuvor, dass man dir gekündigt hat.

Warum suchst du nicht einfach einen Versicherungsmaklerkollegen in deiner Nähe auf. Dieser kann dir auch meist etwas dazu sagen, wie kündigungsfreudig die einzelnen Versicherer sind. Auch kann er dir helfen proaktiv einen neuen Versicherer zu finden, bevor es zu spät ist. ;-)

Antwort
von casybeny, 25

Hallo

Ich emphele immer eine Rechtschutzversicherung mit Mediation.

Das heißt das die Versicherung diesen bezahlt um ein Weg zum Gericht eventuell zu vermeiden .

Auch der Versicherungsbeitrag ist dadurch erheblich geringer.


LG

casybeny



Kommentar von amaru7 ,

Hallo,

Ich habe mich bewusst gegen Mediationstarif entschieden und leider werden auch Fälle die nicht vor Gericht kommen als Fälle gezählt, ich habe sogar Berichte gelesen von Leuten die nur die Hotline anriefen und diese Anrufe wurden bereits als Fälle deklariert, wodurch später die Kundigung reinflatterte. Da gibt es teilweise ganz absurde und haarsträubende Geschichten.

Kommentar von casybeny ,

Denke mal das es immer wieder solche Fälle geben wird .Das Problem liegt aber meistens daran , das viele mitlerweille online Verträge abschließen , ohne wirklich zu wissen was sie abgeschlossen haben . Sie schauen halt nur auf dem Preis .

Bei der Deurag z.B. ist es so vorgegeben :

§ 13 Kündigung nach Rechtsschutzfall (1) Lehnt der Versicherer den Rechtsschutz ab, obwohl er zur Leistung verpflichtet ist, kann der Versicherungsnehmer den Vertrag vorzeitig kündigen. (2) Bejaht der Versicherer seine Leistungspflicht für mindestens zwei innerhalb von zwölf Monaten eingetretene Rechtsschutzfälle, sind der Versicherungsnehmer und der Versicherer nach Anerkennung der Leistungspflicht für den zweiten oder jeden weiteren Rechtsschutzfall berechtigt, den Vertrag vorzeitig zu kündigen. (3) Die Kündigung muss dem Vertragspartner spätestens einen Monat nach Zugang der Ablehnung des Rechtsschutzes gemäß Absatz 1 oder Anerkennung der Leistungspflicht gemäß Absatz 2 in Schriftform zugegangen sein. Kündigt der Versicherungsnehmer, wird seine Kündigung sofort nach ihrem Zugang beim Versicherer wirksam. Der Versicherungsnehmer kann jedoch bestimmen, dass die Kündigung zu einem späteren Zeitpunkt, spätestens jedoch zum Ende des laufenden Versicherungsjahres, wirksam wird. Eine Kündigung des Versicherers wird einen Monat nach ihrem Zugang beim Versicherungsnehmer wirksam.

man beachte auch den Satz in (2) .....

berechtigt

...

Meistens ist es so das sie nicht direkt nach dem 2 Fall kündigen . Es wird geschaut wie lange er schon bei der Gesellschaft ist und wie viele Fääle er schon in der Vergangenheit hatte .

Und als Fazit meine Worte die ich immer wieder gebe :

1.) Last euch von einem Makler oder Finanzmann beraten . Der analysiert erst einmal was der Kunde braucht und möchtet . Und im Schadensfall kann er immer noch vermitteln , wenn es zu unklarheiten kommen sollte .

2.) Wann ist eine Versicherung gut ? Vor oder nach dem Schaden ?

LG

casybeny

Antwort
von schleudermaxe, 16

.... keiner benötigt so ein Ding für 10 EUR/Monat, wenn die Geldbörse entsprechend gefüllt ist.

Zudem bekommt ein Halter keinen Bußgeldbescheid, wenn die entsprechenden Antwort auf die Anfrage erfolgt.

Meine RS hat schon einige Male geleistet, für die nächsten 85 Jahre, wenn denn nichts Neues hinzukommt, mache ich schon das "Geschäft".

Antwort
von Apolon, 13

Ich finde es toll, dass man schon zuvor sich überlegt, wie viele Rechtsschutzfälle im Jahr auftreten können.

Meistens wird man aber eines besseren belehrt, denn es kommen die Schadensfälle die man sich nicht vorstellen kann und die dann meistens vor Gericht landen und Kosten von weit über der 10.000 € Grenze liegen.

Man sollte sich nur mal einen Verkehrsunfall auf der Autobahn vorstellen, wo es Tote oder Schwerverletzte gibt.

Und dann ist man froh, wenn man die Anwaltskosten nicht zahlen muss, denn hier entscheidet es sich dann auch welches Urteil man bekommt und ob evt. sogar das Gefängnis droht.

Antwort
von Christo75, 22

Frage ich mich auch langsam, denn ich bräuchte sie nach jahrelangem zahlen ohne dass was war und es heisst einfach: nö den anwalt zahlen wir nicht. Erst wenns vor gericht geht übernehmen wir..

Ja hallo? Sollte nicht gerade das vermieden werden? So richtig sinnig ist das ganze nicht, auch wenn deine frage etwas anders ist..

Kommentar von amaru7 ,

Bevor du eine Versicherung abschließst, solltest du dir die Bedingungen durchlesen, das ist ein Fehler den viele machen und dann überrascht sind wenn ein Fall eintritt und die Versicherung ablehnt, weil es einfach nicht demTarf nach im Versicherungsumfang enthalten ist. Ich bin beileibe kein Experte, hab mich aber etwas eingelesen.

Kommentar von Christo75 ,

Da hast du absolut recht! Das hätte ich tun sollen..

Antwort
von exxonvaldez, 31

Beim ersten Beispiel würde ich einfach die Miete kürzen und gut.

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