Frage von Torrnado, 152

Rechtsschutzversicherung für Nachbarschaftsstreitigkeiten sinnvoll?

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? angenommen, man hat Probleme mit Nachbarn ( aufgrund täglicher Ruhestörung nonstop von 7 Uhr - 23 Uhr seit mehr als 6 Monaten ) und einer unberechtigten Forderung für Handwerkerkosten. ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll ? insbesondere dann, wenn die Vermieterin Rechtsanwältin ist ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Buerger41, 94

Eine Rechtsschutzversicherung ist immer sinnvoll, egal ob die Vermieterin Anwältin ist oder nicht.  Sie ist eine Kostenfreistellungsversicherung d,h. Ihnen wird in einem versicherten Rechtsschutzfall das Kostenrisiko abgenommen. Es wird also eine wirtschaftliche Waffengleichheit im Streitfalle hergestellt.

Am besten Sie lassen sich von einem unabhängigen Fachmann (=unabhängiger Vermittler oder Berater) beraten, denn die Unterschiede im Bedingungswerk und in der Behandlung  von Versicherungskunden sind teilweise riesig.

Kommentar von Buerger41 ,

Vielen Dank für die Auszeichnung.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 61

Wenn diese Ruhestörungen bereits bestehen, kannst du dir das Geld für eine Rechtsschutzversicherung sparen.

Natürlich tritt KEINE Versicherung in ein Risiko ein, wo der Versicherungsfall bereits eingetreten ist.

Antwort
von Genesis82, 29

Eine Rechtsschutzversicherung kann nie schaden. Jedoch würde ich persönlich sie in gewissen Dingen nur zur Abwehr einsetzen, nicht zum Angriff.

Übertragen auf ein Mietverhältnis bzw. zu Nachbarn: Wenn Nachbarn oder der Vermieter mir etwas vorwerfen, dann ist es gut, wenn ich mich verteidigen kann. Wenn mir aber etwas nicht gefällt (z.B. das Verhalten der Nachbarn) würde ich, wenn alle normalen Gespräche nicht weiterhelfen, lieber umziehen, als einen Rechtsstreit zu beginnen - selbst wenn ich weiß, dass ich im Recht bin. Dann wie gesagt lieber ausziehen und wenn möglich im Nachhinein z.B. Schadenersatz fordern.

Warum? Wer möchte schon dort leben, bei dem er sich mit den Nachbarn zerstritten hat (auch wenn der andere den Grund für den Streit geliefert hat). Und von einem guten Vertragsverhältnis zu einem Vermieter kann nach einem Rechtsstreit auch nicht mehr die Rede sein.

Kommentar von Torrnado ,

vielen Dank für Deine gute Antwort

Antwort
von Interesierter, 93

Grundsätzlich ist bei einer Versicherung immer die Kosten/Nutzen Rechnung anzustellen. Bei einer Rechtsschutzversicherung bin ich hier immer sehr skeptisch, da die Kosten eines privaten Rechtsstreites in den seltensten Fällen wirklich hohe Summen ausmachen. Diese Entscheidung muss jeder selbst treffen. 

Ich bin auch eher skeptisch, wenn jemand versucht, Nachbarschaftsstreitigkeiten auf gerichtlichem Wege auszutragen. In letzter Konsequenz müssen beide Nachbarn wieder neben einander leben. Da wäre es in jedem Fall erst mal angeraten, aussergerichtliche Lösungen zu suchen, mit denen beide Parteien leben können. 

Einen Nachbarschaftsstreit anzufangen, ist nicht schwer, ihn aber wirklich und endgültig zu beenden, dagegen sehr. Meist werden Nachbarn, die einander vor Gericht begegnet sind, keine Freunde mehr und die Situation ist nach dem Prozess schlimmer als vorher. 

Kommentar von Torrnado ,

ich habe ja auch nicht vor, meine Nachbarschaftsstreitigkeiten auf gerichtlichem Wege auszutragen. ich bin nie auf Streit aus, suche stets das Gespräch bzw. eine aussergerichtliche Lösung ! wenn aber meine Vermieterin ( Rechtsanwältin ) keinerlei Verständnis zeigt und mir sogar noch droht, habe ich ja wohl keine andere Wahl - so meine Befürchtung. ausserdem will ich aus meiner Bude eh ausziehen, aber wann das sein wird, steht in den Sternen.

Kommentar von Interesierter ,

Ich persönlich habe keine Rechtsschutzversicherung, was mich aber noch nie davon abgehalten hat, einen Prozess zu führen. 

Arbeitsrecht läuft über die Gewerkschaft und beim Rest zahlt eh der Verlierer. 

Als Anwältin wird sie sicherlich sehr genau wissen, wie gut ihre Chancen vor Gericht stehen. 

Kommentar von Buerger41 ,

Wenn Anwälte Chancen einigermaßen gut einschätzen könnten, hätten wir viel weniger rechtshängige Streitverfahren !!! :-)

Kommentar von Interesierter ,

Da liegst du falsch. Ein Anwalt kassiert seine Forderungen ein, egal ob sein Mandant vor Gericht gewinnt oder verliert. Und wenn er einen Vergleich aushandeln kann, verdient er noch mehr. 

Nur wenn er nicht vor Gericht geht, verdient er sehr wenig. 

Daher wird ein Anwalt in fremder Sache immer den Rechtsweg suchen, was er in eigener Sache wohl nicht tun wird. 

Kommentar von DerHans ,

Einem Anwalt ist es doch vollkommen egal, welche Aussicht sein Klient vor Gericht hat. er bekommst sein Honorar auf jeden Fall.

Das einzige was ihn interessiert, ist dass der Kläger eine Kostenzusage hat oder Vorschuss leistet.

Kommentar von Buerger41 ,

Im Gegensatz zu Ihnen habe ich anwaltliche Berufserfahrung.

Ihre laienhafte Beurteilung in Ehren, aber Sie verkennen die Tatsache, dass Anwälte nach ihren Erfolgen beurteilt werden.

Wenn er eine Sache versemmelt, bekommt er schwerlich sein Honorar. Wenn er einen streitbaren Mandaten hat, muss er vielmehr um seine Zulassung fürchten.

Kommentar von Interesierter ,

In Deutschland gibt es kein Erfolgshonorar für Anwälte. Die Vergütungen sind nach dem RVG geregelt. Dort ist es nicht von Bedeutung, ob sein Mandant obsiegt, ob er verliert. Für einen Vergleich gibt es sogar noch Geld obendrauf. 

Nur wenn ein Anwalt handwerkliche Fehler macht, ist er angreifbar. 

Kommentar von Buerger41 ,

In Deutschland gibt es kein Erfolgshonorar für Anwälte. Die Vergütungen
sind nach dem RVG geregelt. Dort ist es nicht von Bedeutung, ob sein
Mandant obsiegt, ob er verliert. Für einen Vergleich gibt es sogar noch
Geld obendrauf.



Entschuldigen Sie, dass ich das jetzt so platt schreibe. Das ist überflüssiger Käse. Sie kommentieren etwas, das ich nicht geschrieben habe

Kommentar von Interesierter ,

Wenn er eine Sache versemmelt, bekommt er schwerlich sein Honorar.

Wie darf ich diese Aussage sonst verstehen? Versemmelt heisst doch an dieser Stelle wohl, dass er den Prozess verloren hat. 

Die anwaltliche Praxis sieht doch so aus, dass Anwälte davon leben, mit der Gegenseite zu streiten und vor Gericht zu gehen. Das Ziel des Anwaltes ist selten ein Urteil sondern ein Vergleich. Wenn der Mandant diesem zustimmt, klingelt die Kasse des Anwaltes und es gibt keine Nachwirkungen, da ja letztlich dem Vergleich alle zugestimmt haben. 

Kommentar von Buerger41 ,

Versemmeln heißt im Mackensen (Großes  Deutsches Wörterbuch) etwas unter Verletzung von Grundwissen nicht zum Erfolg führen. Versemmeln ist also gleich vergeigen.

Das ist nun was ganz anderes als die Bedeutung von "verlieren".

Die Deutsche Sprachen ist eben sehr vielfältig. Das sollte man schon beherrschen :-)

Kommentar von Interesierter ,

Dazu hatte ich geschrieben, der Anwalt sei angreifbar, wenn er handwerkliche Fehler macht. Darauf willst du ja wohl hinaus. Im landläufigen Sprachgebrauch wird auch ein Prozess, der verloren ging, als "versemmelt" bezeichnet, ohne dass der Anwalt grobe Fehler gemacht hätte. 

Nur wie viele Prozesse gehen in der Rechtspraxis verloren oder enden mit einem Vergleich und in wie vielen Prozessen sind wirklich Ansprüche gegen einen Anwalt durchsetzbar, weil er Fehler gemacht hat?  Diese Zahlen gehen dann doch sehr weit auseinander. 

Antwort
von Allexandra0809, 98

Dir ist schon klar, dass die Versicherung abgeschlossen sein müssen, bevor die Streitfälle eingetreten sind?

Du kannst ja auch eine Versicherung nur für Mietrechtschutz abschließen. Das ist dann billiger, als wenn Du sie für alles, was sonst noch möglich ist, abschließt.

Kommentar von Torrnado ,

ich habe die Versicherung rechtzeitig abgeschlossen

Kommentar von Bitterkraut ,

Warum fragst du dann, bzw. wie lautet deine Frage?

Kommentar von Allexandra0809 ,

Dann ist es ja gut. Das ist aus Deiner Frage nicht ersichtlich. Ich war der Meinung, Du willst sie jetzt erst abschließen.

Mit Nachbarn hatte ich bisher nie Probleme. Benötigte jedoch schon wegen anderen Dingen einen Anwalt. Da war ich dann über die Rechtsschutzversicherung froh.

Antwort
von Bitterkraut, 70

Ja, aber bereits bestehende Streitigkeiten bekommst du nicht mehr versichert.

Kommentar von Torrnado ,

wirklich ?

Antwort
von MoechteAWissen, 57

Liegt denn die Antwort  nicht schon auf der Hand?

;-)

Antwort
von vanillakusss, 11

Ich denke, du hast schon eine Rechtschutzversicherung abgeschlossen. Warum dann die Frage?

Und nein, wenn die Probleme seit mehr als 6 Monaten bestehen wird die Versicherung nichts übernehmen weil du sie später abgeschlossen hast, zurückliegende Geschichten sind nicht mitversichert.

Außerdem, von 7-22 Uhr ist das, was du im Haus hast, keine Lärmbelästigung. Nach 22 Uhr kann man darüber reden, davor nicht.

Kinder dürfen auch an Sonn- und Feiertagen laut sein, das wird man dir bestimmt schon gesagt haben.

Wenn du aber ständig Stress machst, für Ärger im Haus sorgst, wird man sagen, das du den Hausfrieden nachhaltig störst und das ist ein Kündigungsgrund.

Anscheinend beschwert sich keiner über Krach im Haus, das tust nur du und wie ich schon mal gelesen habe, sind die anderen Mieter nicht gut auf dich zu sprechen. Wenn das so weiter geht, wirst du wirklich gekündigt. Ob mit oder ohne Rechtsschutzversicherung.

Kommentar von Torrnado ,

na und ? mir doch egal, wenn mir gekündigt wird ! ich will hier eh nix wie raus. neulich war n Kumpel zu Besuch, der ist zusammengeschreckt wegen dem ständig anhaltendem Lärm hier. er fragte mich, wie ich das nur aushalte.....irgendwann geht man hier psychisch kaputt

Kommentar von vanillakusss ,

Ich sage es nur. Ich würde auch ausziehen wenn es so schlimm ist aber dafür musst du erst eine neue Wohnung haben.

Das Blöde ist, dass du keinen auf deiner Seite hast, wenn sich mehrere durch dich gestört fühlen, gilt das als Beweis, da hat man dann schlechte Karten.

Und die Störung des Hausfriedens ist ein Kündigungsgrund aber davor muss man dich erst abmahnen. Ich würde, statt der Rechtsschutzversicherung, einem Mieterverein beitreten, das kostet (mich) 85 Euro im Jahr und es wird dabei automatisch eine Rechtsschutzversicherung mit abgeschlossen. Und es wird nicht nach Zeiten gefragt, wenn man ein Problem hat, kann man sich beraten lassen. Und dann weiter gucken.

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