Frage von Ray007, 29

Rechtslage bei Möbelklau durch ehem. Vermieter?

Ein Freund hat mit Einverständnis des ehem. Vermieters einen Teil seiner Möbel bei ihm unbefristet in einem leerstehenden Raum gelagert. Wohnungsübergabe verlief ohne Beanstandung und es bestehen keinerlei Mietschulden etc. 

Nach 6 Monaten wollte er seine Möbel (komplette Küche, TV, Wohnwand, Bett, Tisch, techn. Schreibtisch und mehr) abholen und hat einen LKW gemietet. 

Der Vermieter hat in der Zwischenzeit die meisten Möbel verschenkt (ohne Ankündigung)

Mein Freund hat natürlich die Polizei gerufen und der Vermieter meinte die Möbel Ständen ihm zu da die Wohnung verwüstet gewesen wäre... 

Anzeige wurde erstattet!

Wie sieht die Rechtslage hier aus im Bezug auf Wiederbeschaffung oder Schadensersatz und inwieweit liegt hier ein Straftatbestand vor?

Mfg

Antwort
von imager761, 17

Zunächst wage ich zu bezweifeln, dass der VM tatsächlich unbefristete Einlagerung in seinem leerstehenden Raum zugesichert hat, erst Recht, dass man die schrifltich vorweisen könnte. 

Dann käme es darauf an, inwieweit sich der VM einer Obhutspflichtverletzung schuldig machte oder ein Pfanderecht an den eingebrachten Sachen ausgeübt hätte. Bei Diebstahl müsste man Anzeige gegen Unbekannt stellen; bei Verwertung müsste ein gerichtlichen Bescheid und amtliche Verwertung durch einen GV vorliegen. Gab es die mangels Werthaltigkeit nicht, fielen einem als Eigentümer noch die Gebühren und Verwertungskosten an

Andererseits müsste der Eigentümer schon Art, Anzahl und Wert der untergestellten Sachen beweisen können, wollte er hier Schadensersatz beanspruchen. Wie wollte man den ohne Einlieferungsliste oder Wertgutachten des Zeitwerts wohl stellen?

G imager761

Kommentar von Ray007 ,

Es wurde alles mündlich besprochen. Und bei der Schlüsselübergabe war der Vermieter zufrieden und hat die Wohnung ohne Mängel abgenommen. 

Anzeige wurde vor Ort bei den Polizisten erstattet gegen den Vermieter. 

Es gibt Zeugen die belegen welche Möbel und in welchem Zustand. Auch gibt es Zeugen für die Aussage des Vermieters das sich jeder nehmen kann was er will. 

Des weiteren standen Kontaktdaten zur Verfügung. 

Der Raum ist dauernd leerstehenden und wird nicht vermietet. 

Kommentar von imager761 ,

Nun ja, kaum ein Ex-Vermieter stellt unentgeltlich und unbefristet Lagerräume zur Verfügung, was mancher Vorsitzende aus allgemeiner Lebenserfahrung zu dessen Gunsten wohlwollend annimmt.
Und Zeugen werden sehr häufig in ihren Aussagen als Gefälligkeit gewürdigt, insbesondere zu ihren "Wertgutachten" ohne berufliche Qualifikation: Meist wird der Restwert gebrauchter Möbel maßlos überschätzt.

Ich sage ja nicht, dass der VM korrekt gehandelt hat, sondern dass es ungemein schwierig sein dürfte, einen Schaden zu beziffern und den durchzusetzen.
Ich wette da einen Flasche Faßbrause auf einen Vergleichsvorschlag in der Güteverhandlung zu einem Bruchteil der geforderten Schadensersatzsumme, um den Fall vom Tisch zu bekommen.

Trägt der VM vor, Unterstellmöglichkeit tatsächlich mit einer Frist zur Abholung von 14 Tagen gesetzt und dabei angekündigt zu haben, danach den Raum räumen zu wollen, sieht es nämlich schon ganz anders aus :-)
Und ja, und Zeugen aus dem Hut zaubern, die genau diese Abmachung als reine Gefälligkeit des VM genau so gehört haben wollen, kann er natürlich auch. "Nirgens wird soviel gelogen wie vor dem ersten Beischlaf und bei Gericht" - seufzender O-Ton eines erfahrenen Vorsitzenden, den ich mal erleben durfte.

G imager761

Kommentar von Ray007 ,

Klingt alles recht logisch. Wollte nur für ihn schon mal vorab sehen was ihn so erwartet. 

Morgen kümmert sich der Anwalt darum. 

Vieles Dank für die ehrliche Auskunft 👍

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten