Rechtsfrage: gestohlenes Handy bei Delikt wieder aufgetaucht, warum bekomme ich es nicht zurück?

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5 Antworten

Das kommt darauf an, ob es dir tatsächlich nachweislich gestohlen oder nur liegengelassen wurde.

Im ersten Fall besteht ein Rückforderungsanspruch n. § 935 BGB, im ersten nicht, da der Verdächtige gemutmaßt solange gutgläubiger Erwerber i. S. d. § 932 BGB des bei ebay ersteigerten Mobiltelefons ist wie du ihm nachweisen kannst, dass er es als Diebesgut erkennen musste.

Auch der Verkäufer mag es auf dem Flohmarkt gefunden oder geschenkt bekommen und nichts davon gewußt haben, dass es dir gestohlen wurde.

Und genau das prüft die Polizei gerade nach.

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Kommentar von furbo
09.10.2016, 09:42

Nö.

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Auch wenn jemand das Handy legal und in gutem Glauben erworben hat, an gestohlenem Gut kann man nur ausnahmsweise Eigentum erwerben. 

Der § 932 BGB sagt zwar:

"Durch eine nach § 929 erfolgte Veräußerung wird der Erwerber auch dann Eigentümer, wenn die Sache nicht dem Veräußerer gehört, es sei denn, dass er zu der Zeit, zu der er nach diesen Vorschriften das Eigentum erwerben würde, nicht in gutem Glauben ist. "

Also wäre es möglich, Sachen legal zu kaufen, wenn der Verkäufer nicht der Eigentümer ist.

Aber dies wird vom § 935 BGB beschränkt:

"Der Erwerb des Eigentums auf Grund der §§ 932 bis 934 tritt nicht ein, wenn die Sache dem Eigentümer gestohlen worden, verloren gegangen oder sonst abhanden gekommen war. "

Im Klartext: an gestohlenem Gut kann man kein Eigentum erwerben. 

Wenn dir also das Handy geklaut wurde, dann bist du immer noch der Eigentümer. 

"Ersitzen" nach 937 BGB klappt nur dann, wenn man die Sache mindestens 10 Jahre in gutgläubigen Besitz hatte. 

Hab ich alles etwas vereinfacht dargestellt.

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Ich würd es ehrlich gesagt gar nimmer wollen 😅

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Kommentar von Kathyli88
09.10.2016, 08:24

Ja das ist auch ein punkt. Ein handy aus 2012 bzw älter, da es in diesem jahr ja gestohlen wurde, hätte ich auch keine verwendung mehr. Aus prinzip würd ich es aber auch wieder haben wollen. 

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Kommentar von Lele1987
09.10.2016, 08:29

Nein allein aus dem Punkt Tötungsdelikt ...

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Es dient ja eventuell noch als Beweismittel in dem Totschlagdelikt.

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Kommentar von bini303
09.10.2016, 08:33

Nein, das ist alles abgeschlossen. Die Begründung lautet, dass man dem Zeugen nicht nachweisen kann dass er das Handy 2012 legal gekauft habe

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Hallo bini303,

leider hat die Polizei hier richtig gehandelt.

Die Polizei darf das Handy nur an den rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben.

Dieser bist bloß leider nicht mehr Du, wenn der neue Käufer, der in guten Glauben, dass der Verkäufer berechtigt war das Handy zu verkaufen, gekauft hat.

Auschlaggebend ist der folgende Paragraph im Bürgerlichen Gesetzbuch:

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§ 932 BGB - Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten

(1) Durch eine nach § 929 erfolgte Veräußerung wird der Erwerber auch dann Eigentümer, wenn die Sache nicht dem Veräußerer gehört, es sei denn, dass er zu der Zeit, zu der er nach diesen Vorschriften das Eigentum erwerben würde, nicht in gutem Glauben ist. In dem Falle des § 929 Satz 2 gilt dies jedoch nur dann, wenn der Erwerber den Besitz von dem Veräußerer erlangt hatte.

(2) Der Erwerber ist nicht in gutem Glauben, wenn ihm bekannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt ist, dass die Sache nicht dem Veräußerer gehört

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Du hast allenfalls das Recht, Schadensersatz von demjenigen zu verlangen, der das Handy damals bei Ebay verkauft hat.

Hat aber auch dieser das Handy in guten Glauben erworben, ist auch dieser Dir gegenüber nicht Schadensersatzpflichtig.

Schöne Grüße
TheGrow

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Kommentar von uni1234
09.10.2016, 09:29

Wenn Du schon § 932 zitierst, dann guck Dir bitte auch mal § 935 an. Ein gutgläubiger Erwerb scheidet nämlich aus wenn die Sache gestohlen wurde.

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