Frage von Razender, 61

Rechtsansprüche beim Fahrzeug verkauf?

Hallo,

Ich habe ein älteres Fahrzeug verkauft. Der Kaufvertrag wurde nur dürftig ausgefüllt mit Namen, Adresse. Zusätzlich habe ich noch dazu geschrieben: Ohne Garantie, Gewährleistung und unter Ausschluss von Rückgabe.

Jetzt sagt der "Herr" das Lenkgetriebe sei kaputt und ich solle es bezahlen oder den Kaufpreis mindern. Er ist probe gefahren und ich habe Zeugen. Leider habe ich (bis jetzt) keine Rechtsschutzversicherung. Er droht mit einem Anwalt. Jemand Erfahrungen mit sowas?

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 61

Kommt der Herr zufällig aus einer eher südlicheren Gegend? Da ist es ein völlig normaler "Trick", hinterher mit Vorwürfen zu kommen, um nochmal Geld rauszuschlagen. Wenn du den Fehler nicht bewusst verschwiegen hast, können die dir gar nichts. Das sind alles leere Drohungen und vermutlich versuchen sie es noch massiver. Wäre jedenfalls das Übliche. Würde mich da an deiner Stelle auf gar nichts einlassen. Die können zum Anwalt gehen, was aber eh nur eine leere Drohung ist, aber der muss auch erstmal nachweisen, dass du den Fehler kanntest und davor schützt dich vor allem die Probefahrt. Wenn die es da nicht gemerkt haben, wie hättest du es dann bemerken sollen? Und den Satz da reinzuschreiben war ziemlich schlau.

Kommentar von Razender ,

Nein aus NRW :) vorallem Hatte ich das fahrzeug für 1200 € inseriert. Er hat einiges Bemängelt und danach haben wir uns auf 850@ geeinigt. war mir nur unsicher da der Kaufvertrag so unvollständig ist. er wollte sehr fix weg . Deshalb habe ich vergessen Fahrzeugid und den ganzen Kram einzutragen. 

Kommentar von Hamburger02 ,

Da lass dich nicht bange machen, und wenn er noch so dolle rumhampelt. Wie gesagt, das kommt nicht selten vor und wenn er dich schon so runtergehandelt hat, weiß er, dass du wenig Widerstandskraft hast und deswegen probiert er noch mehr rauszuholen.

Antwort
von Interesierter, 43

Ich würde mal sagen, du hast "unwissenderweise" Glück gehabt.

Durch das manuelle Hinzufügen des Gewährleistungsausschlusses wird dieser zur individualvertraglichen Vereinbarung und ist daher rechtswirksam. Wäre es eine vorformulierte Klausel in einem Formular-Kaufvertrag, wäre sie als AGB angreifbar. Gemäß § 309 Nr. 7a) BGB können Schadensersatzansprüche des Käufers für Körper- und Gesundheitsschäden durch allgemeine Geschäftsbedingungen nicht ausgeschlossen oder begrenzt werden, soweit dem Verkäufer dabei ein Verschulden zur Last gelegt werden kann. Folglich wäre ein genereller Gewährleistungsausschluss als AGB als Ganzes unwirksam.

Weiter stellt sich natürlich die Frage, ob es sich bei dem defekten Lenkgetriebe tatsächlich um einen Sachmangel handelt. Bei einem Kaufpreis von 850 € gehe ich von einem recht alten Auto mit entsprechend hoher Laufleistung aus. Unter diesen Voraussetzungen sind verschleissbedingte Defekte durchaus üblich und erwartbar.

Daher solltest du nun die Forderungen des Käufers zurückweisen. Im Fall einer Klage hat er wenig bis gar keine Aussicht auf Erfolg. Ich glaube auch kaum, dass der Käufer in dieser Situation tatsächlich rechtliche Schritte einleiten wird.

Antwort
von Rockuser, 60

Wenn Du das alles ausgeschlossen hast,( Gewährleistung, Garantie, Rücknahme) kann der nichts machen.

Antwort
von jbinfo, 29

Lass dich nicht kirre machen. Der kann dir nichts und wird auch nichts weiter machen. Das ist leider eine Masche die immer häufiger vorkommt. Du hast die Gewährleistung ausgeschlossen und nur das zählt. Dennoch solltest du sich beim nächsten Verkauf nicht drängen lassen und alles vernünftig im Kaufvertrag vermerken. Soviel Zeit muss sein.

Antwort
von wfihsw, 55

Ich denke da hast Du nichts zu befürchten. Außer wenn Du es gewusst hast und extra verschwiegen hast dann wird es eng.

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