Frage von TojiChiba, 51

Rechtlicher Rat für Probleme im Lastschriftverfahren/Inkasso?

Hallo,

folgender Sachverhalt: Im April diesen Jahres habe ich in einem Restaurant gegessen und getrunken. Dort habe ich mit EC-Karte meinen Rechnungsbetrag in Höhe von ca. 20 € beglichen.

Zwei Tage später war das Geld von meinem Konto abgebucht. Leider unter einem Namen/Firma mit Sitz in Düsseldorf, welche ich in diesem unbedachten Moment nicht als Restaurant identifiziert habe.

Ich holte mir die Lastschrift wieder auf mein Konto zurück. Dummerweise recherchierte ich erst danach, dass es das Restaurant war, das abgebucht hatte. Ich rief also beim Restaurant an, klärte den Sachverhalt und überwies das Geld erneut.

Nun zum Problem: Bei Zahlungen mit EC-Karte wird teilweise ein "Zwischenhändler" eingeschaltet. D.h. mit meiner Unterschrift auf dem Beleg wird das Geld von Zwischenhändler XY an Restaurant XY bezahlt und vorgestreckt.

Nun habe ich Post von Wagner Pauls und Kalb Rechtsanwälte bekommen. Diese seien von Sirius Inkasso beauftragt worden 105 € ausstehende Forderungen einzutreiben. An Einsicht das Geld zu bezahlen mangelt es mir bei diesem Fall, da es mit der Buchhaltung des Restaurants besprochen war und ich das Geld ja bezahlt habe.

Die Buchhaltung des Restaurants kontaktiert jetzt übrigens nochmal den "Zwischenhändler" XY (dem wahrscheinlich tatsächlich die 20 € fehlen) und die Anwälte, damit die Forderung zurückgenommen wird. Da ich pessimistisch bin glaube ich, dass die Mahnungen weitergehen, da irgendwer ja für den "Auftrag" und die Korrespondenz bezahlen muss.

Wie soll ich mich verhalten? Hätte mein Sachverhalt vorm Zivilgericht eine Chance, da das Geld ja bezahlt wurde?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Antwort
von kevin1905, 24

Wenn ein Zahlungsempfänger eine Zahlung nicht zuordnen kann ist er verpflichtet diese zurück zu erstatten (vgl. u.a. § 367 Abs. 2 BGB).

Da das Restaurant deine 20,- € nicht zurücküberwiesen hat, ist davon auszugehen, dass sie es korrekt zuordnen konnten.

Du hast keinen Vertrag mit einem Zwischenhändler geschlossen sondern das Restaurant. Ergo besteht an dich durch besagten Zwischenhändler auch kein Anspruch auf irgendeine Vergütung.

Das einzige was durch dich neben der Hauptforderung zu erstatten wäre, wären ggf. Verzugszinsen und die Kosten der Rücklastschrift.

Hätte mein Sachverhalt vorm Zivilgericht eine Chance, da das Geld ja bezahlt wurde?

Man will Geld von dir, also müsste man dich verklagen. Spätestens beim Eingang einer Klage, sollte eine Klageerwiderung geschrieben werden.

Einem gerichtlichen Mahnbescheid müsstest du fristwahrend widersprechen.

Kommentar von TojiChiba ,

Den "Vertrag" habe ich scheinbar doch abgeschlossen! Laut Auskunft der "netten" Anwaltsfrau hätte ich mir das Kleingedruckte auf dem Kassenbon durchlesen müssen.

Vielleicht tatsächlich mein Fehler...

Kommentar von mepeisen ,

Die Anwaltsfrau am Telefon erzählt Blödsinn. Im Kleingedruckten versteckte Infos zu Verträge mit unbekannten Dritten sind schlichtweg unwirksam.

Antwort
von peterobm, 31

dem Mahnbescheid widersprechen; den Zahlungsbeleg beilegen; damit dürfte das Ding vom Tisch sein.

Kommentar von TojiChiba ,

Dem Forderungsschreiben mit "Drohung" eines Mahnverfahrens und weiteren Kosten, habe ich bereits widersprochen. Der Zahlungsbeleg wurde beigefügt. Jedoch wurde mir bereits am Telefon gesagt, dass das nichts bringen würde. Das Restaurant habe mit der ganzen Geschichte nichts mehr am Hut. Ich hätte das Geld ja an das "Zwischenunternehmen" überweisen können.

Kommentar von mepeisen ,

Glaube nicht alles, was dir am Telefon erzählt wird.

Solange du nicht ausdrücklich informiert wirst, dass die Forderung an den "Zwischenhändler" verkauft wurde, kannst du immer schuldbefreiend an den Ursprungs-Gläubiger zahlen. Das steht so im Gesetz (BGB).

Deine Zahlung war in Ordnung und die Schulden bestehen nicht mehr.

Maximal wären für die zwei drei Tage die Zinsen zu zahlen (ein paar wenige Cents) und die Rücklastschriftkosten (maximal 5€). Aber nur dann, wenn das Restaurant dieses fordert.

Ich würde abwarten, bis der nächste Brief kommt und dann entsprechend reagieren und den Anwälten klar machen, dass sie die Klappe halten sollen, da man sich weder veralbern lässt noch irgendwie einschüchtern. Sie sollen Klage einreichen oder verschwinden.

Meist geben die dann kurz danach auch auf.

Antwort
von franneck1989, 15

Liste mal die einzelnen Gebührenpositionen auf

Kommentar von TojiChiba ,

Hauptforderung 20,30 €

Zinsen

Nebenforderungen (Mahnkosten,Auskunftskosten, Bankrücklastschriftkosten)

zusätzlich noch:

Geschäftsgebühr

Post- und Telekommunikationspauschale

Nebenforderungen, Zinsen (0,03 Cent) Geschäftsgebühr und Post-und TK-Pauschale machen also ca. 85 € aus

Antwort
von troublemaker200, 20

Wenn man heute mit EC-Karte zahlt (Restaurant, Real, Aldi etc) und seine Geheim-Nr. oder Unterschrift leistet, kann man sich doch diese Abbuchung nicht wieder zurückholen oder?
Korrigiert mich....

Kommentar von exxonvaldez ,

Er hat offenbar per Lastschrift bezahlt.

Kommentar von kevin1905 ,

Ist eine Lastschrift und die kann 8 Wochen lang rückbelastet werden.

Kommentar von Mikkey ,

Wenn man mit der EC-Karte zahlt und seine Unterschrift leistet (und nicht die Geheimnummer eingibt), dann ist das eine Einmal-Einzugsermächtigung. Die entsprechende Lastschrift kann man dann natürlich zurückholen.

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