Rechtliche Situation: Stationärer Aufenthalt (Psychatrie) unnötig?

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6 Antworten

Hier sind ja schon einige verschiedene Meinungen zusammen gekommen.

Wenn Dein Freund sich "freiwillig" in die Psychiatrie begibt, hat er in jedem Fall einen besseren Stand, solange er sich angepaßt verhält. Helfen kann man sich nur, wenn man auch mitmacht, nur sitzen, und warten daß es besser wird, gibt es nicht. Es werden Medikamente und Behandlungen verordnet. Nehmen und machen muß man nichts, aber was soll man denn dann da?

Bei Eigen-oder Fremdgefährdung wird er eingewiesen. Das kann ihm aber auch passieren, wenn er bereits freiweillig in der Klinik ist, und sich dort nicht anpaßt oder sich eine Gefährdung erst nachträglich herausstellt. Dann kommt ein Arzt, der die Gefährdung bestätigt, und schon ist er in der geschlossenen Abteilung. Dagegen kann er Einspruch einlegen. Dann erscheint ein Richter innerhalb von max. 48 Stunden, und überzeugt sich von der Notwendigkeit. Stimmt er dem Arzt zu (was meistens der Fall ist), verbleibt er erst mal auf der Station, wenn nicht, geht er entweder nach Hause oder, freiwillig, wieder in eine andere Station.

Das Ganze dauert aber einige Tage, in denen er in jedem Fall dort bleiben muß, denn unsere Gerichte brauchen immer etwas länger. Und mit "Gewalt" geht da gar nichts.

Medikamente müssen immer unter Aufsicht eingenommen werden, ein Patient könnte "bunkern", nicht verordnete Medis einzunehmen führen zum sofortigen Rausschmiß (außer bei Fremdgefährdung).

Es ist bestimmt nicht einfach, vor allen Dingen wenn er eigentlich noch so gar nicht zu der ganzen Sache bereit ist.

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Eine Zwangseinweisung kann nur angeordnet werden, wenn für den untersuchenden Arzt erkennbar ist, daß Dein Freund sich selbst oder anderen gefährlichen Schaden zufügt, also bei Eigen- oder Fremdgefährdung.

Wenn er Panik vor einem stationären Aufenthalt hat, sollte er das seinem Arzt dann auch so sagen. Vielleicht kann der Arzt ihm diese Angst nehmen. Wenn nicht, dann gibt es auch keine Einweisung.

Stationären Aufenthalten in Psychiatrien und psychiatrischen Behandlungen überhaupt haftet in unserem Lebensalltag noch immer der unaufgeklärte Ruf an, man würde nicht richtig ticken. Man hat Angst, nach so einer Behandlung nicht mehr richtig ernst genommen zu werden.

Ich denke mal, daß ist eine Entwicklung, die nun in Deinem Freund stattfinden muß. Und zu dieser Entwicklung gehört, daß er mit seinem Arzt offen auch über die Ängste vor der Station redet. Es gibt zu viele schlechte Filme über dieses Thema. Solange die Kriterien für eine Zwangseinweisung nicht vorliegen, hat er ja genug Zeit, sich mit dem Inhalt einer stationären Behandlung ausführlich zu beschäftigen.

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Du darfst nur gegen deinen Willen eingesperrt werden wenn du eigen oder fremdgefährdend bist. Ansonsten kann man auch so ganz normal zum Psychiater gehen, sich einen Psychologen als Beistand suchen. In Gesprächgruppen Leute finden die einen besser verstehen, zu einer Tagesklinik von morgens bis Nachmittags gehen und so weiter. Ein stationärer Aufenthat ist nicht unbedingt nötig. Und wenn er das wählt muss er keine Angst haben. Das ist heutzutage nicht mehr wie in Horrorfilmen :).

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Kommentar von Legatus
19.05.2016, 17:17

Danke Dir schonmal, mal schauen was die anderen schreiben. Aber gut, dann soll er sich das mal aufschreiben als Option mit der Tagesklinik. Und Medikamente darf er ablehnen? Weil die Antwort von Biberchen sagt, dass er MEdis nehmen MUSS. Nein er ist nicht selbst oder fremdgefährdet



THX nochmal

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Es wäre ziemlich dumm, zum Arzt nicht offen zu sein. Wie soll ein Arzt ihn dann behandeln, und zwar richtig behandeln können? Wenn Ärzte Medikamente und einen Klinikaufenthalt empfehlen, wollen sie ihm helfen. Was spricht dagegen? Nichts! Er muß erkennen, dass Ärzte ausgebildete Fachkräfte sind, die am besten einschätzen können, was gut oder schlecht für ihn ist. Er muß auch verstehen, dass Ärzte seine Freunde und nicht seine Feinde sind.

Offenbar hat er kein Vertrauen zu den Ärzten und ist auch (noch nicht) bereit, sich helfen lassen zu wollen. Sehr schade für ihn. Je länger er eine Behandlung hinauszögert, desto schlimmer wird sein Zustand und desto länger und komplizierter die Behandlung.

Das kann zum einen bedeuten, dass seine Probleme gar nicht wirklich schlimm sind und er maßlos übertreibt, um sich wichtig zu tun und Aufmerksamkeit zu erzielen. Oder sein Leidenspegel ist noch nicht hoch genug. Er braucht also gar keine ärztliche Hilfe. Am schlimmsten wäre die Variante, dass er seine psychischen Probleme völlig unterschätzt und deshalb nicht zu einer Therapie bereit ist. Damit schadet er sich selbst, was er aber leider nicht einsieht.

Wenn er alle Behandlungen und Empfehlungen der Ärzte ablehnt, ist ihm nicht zu helfen. Jede Therapie würde fehlschlagen und wäre vergebliche Liebesmüh der Ärzte.

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Kommentar von Legatus
19.05.2016, 17:22

Du mutmaßt viel.....dennoch danke ich dir. Und wie schon gesagt, lässt er jede hilfe zu - auch paroxetin (wo er sonst stark dagegen ist) nimmt er zu sich. Aber es geht nur um die Angst des "ausgeliefert seins" und bei allem Respekt: Es ist sicher keine Seltenheit, dass gegen den Willen des MEnschen agiert wird, nur weil sich Ärzte anmaßen zu behaupten, genau das beste für ihn zu kennen.

(das soll keine Abwertung der Schulmedizin sein)

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Wenn er nicht möchte muss er nicht. Das idt freiwillig selbst wenn er eine Einweisung bekäme was nicht passieren wird bräuchte er nicht zu gehen. Zwang gibt es nicht sofern man nicht sich selbst oder andere scheereiegend gefährdet. Wenn er mit dem Medikament gut zurecht kommt ist gut.

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in der stationären Abteilung hat er so gut wie keine Rechte. Er kann sagen was er will, wenn der Arzt die Medikamente anordnet, muß er sie nehmen.

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Kommentar von Legatus
19.05.2016, 17:19

Das ist krass....also wird er auch mit Gewald genötigt, Medis einzunehmen? Hallo Hollywood ;-)

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Kommentar von Carlystern
19.05.2016, 18:08

Das ist falsch. Man hat Rechte.

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