Frage von wela99, 93

Rechtliche Grundlage von Isolation von nicht infizierten Patienten im Krankenhaus?

Guten Abend, an alle, die das lesen :)

Ich bin seit 3 1/2 Wochen aufgrund einer neurologischen Erkrankung im Krankenhaus untergebracht. Heute Morgen musste sich meine Zimmernachbarin übergeben. Dazu muss man sagen, dass sie gestern sehr viel gegessen hat, darunter sehr viel Süßes und abends um 10 noch eine Pizza und diversen Süßkram. Vor ein paar Stunden wurde sie dann wegen des Verdachts auf einen Magen-Darm Infekts isoliert, was ich ja so weit auch verstehen kann.

Jetzt zum Problem: Mich haben sie daraufhin in ein anderes Zimmer gelegt und mit einer völlig unbeteiligten Patientin auch isoliert. Dies ist mir verständlicherweise extremst zuwider, besonders auch, weil ich hier seit Anfang an sehr stark in meiner eigenen Freiheit und Selbstbestimmung eingeschränkt wurde. Ich würdee aufgrund dessen gerne von Euch erfahren, ob jemand mit den rechtlichen Grundlagen dazu vertraut ist. Wenn mir diese einleuchten und eine gesetzliche Rechtfertigung für diese "Freiheitsberaubung" in Form der Isolation vorgeführt werden kann, werde ich mich weiter ruhig verhalten. Aber vorher garantiert nicht. Ich lasse mich nicht ohne Verdachtssymptome einsperren; besonders, da meine neurologische Krankheit sich in starkem bis quälendem Bewegungsdrang äußert (vergleichbar mit einer sehr starken Form von RLS).

Danke schon mal und ich entschuldige mich für den genervten "Tonfall" des Textes... Ich halte es unter diesen Bedingungen kaum mehr hier aus... :/

Schönen Abend nochmal :) wela99

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Midgarden, 52

Wenn bei der Patientin der Verdacht auf Noro-Virus besteht, ist die Maßnahme üblich und nachvollziehbar: der Virus wird nicht nur bei unmittelbarem Kontakt, sondern auch durch Tröpfcheninfektion übertragen.
Dadurch kann innerhalb von 1-2 Tagen eine große Gruppen Menschen infiziert werden.

Das Krankenzimmer darf dann nur mit Schutzausrüstung betreten werden, wird dann gesperrt und komplett desinfiziert.

Nach dem Bundesseuchengesetz darf und muß das Krankenhaus so handeln - wenn die Infektion bei der Patientin nicht bestätigt wird, wird auch die Maßnahme wieder aufgehoben

Kommentar von wela99 ,

Gut. Akzeptiere.

Aber gibt es nicht anderweitig Möglichkeiten, eine Infektion festzustellen? Z. B. Blutuntersuchungen?

Kommentar von Midgarden ,

Das ist etwas verzwickt: die Inkubationszeit beträgt nur wenige Stunden, aber es braucht erheblich länger, bis der Virus im Blut nachgewiesen werden kann.

Außerdem: Du könntest andere anstecken, obwohl Du selber nicht erkrankt bist - der Norovirus ist sozusagen echt heimtückisch und eben für viele Menschengruppen (kleine Kinder, alte oder bereits anderweitig erkrankte Menschen) hochgefährlich und im Ernstfall sogar tödlich

Antwort
von Neapelgelb, 45

Weil sie gestern viel gegessen hat, muß sie sich heute nicht mehr übergeben. So lange daurert keine Passage durch den Magen. 

Wenn es eine Infektion mit einem Magen-Darm-Keim ist, kannst du dich auch angesteckt haben. Wenn der mögliche Erreger identifiziert ist, bzw. wenn die Inkubatioszeit vorbei ist, und du gesund bleibst, darfst du wieder raus. Beim Norovirus und auch bei anderen Magen-Darm-Erregern geht das recht schnelle 1 bis höchstens 3 Tage.

Die Ansteckung erfolgt zu 99% über Schmierinfektion. 


Kommentar von wela99 ,

Tut sie ja  nicht. Wie schon gesagt: Heute morgen hat sie sich einmal übergeben (das bedeutet übrigens 4 Uhr). Ansonsten ist sie in einem absolut beschwerdefreien Zustand...

Kommentar von Neapelgelb ,

Na ja, dann wird die Iso bestimmt morgen aufgehoben.

Du darfst aber nicht sauer sein. Sowas dient der Gesundheit und Sichheit aller im Haus. Sofortige Isolation ist vorbildlich. Umgekehrt, wärst du auch sauer gewesen, hätte man sie nicht isoliert und du hättest dich angesteckt. Sei einfach froh, daß die so gut auf euch aufpassen dort. Eine Norovirusinfektion ist nicht lustig - und auch andere Magen-Darm-Infekte nicht

Antwort
von polarbaer64, 23

Was da vermutlich im Gange ist, ist der Norovirus. Der ist hochinfektiös, und sofort ansteckend. Daher müssen Patienten, die damit in Berührung gekommen sind, 3 Tage isoliert werden, und es darf nur die eigene Familie zu Besuch kommen (keine Kinder, keine Schwangeren oder alte gebrechliche Personen, für die der Virus sehr gefährlich ist). Der Besuch muss sich die Hände desinfizieren und einen Mundschutz tragen. 

Es tut mir leid, wenn du wegen deiner anderen Erkrankung da Probleme hast, aber du musst auch einsehen, dass du eine Seuche verursachen könntest, würdest du jetzt das Zimmer verlassen, bevor abgeklärt ist, ob du angesteckt wurdest. Wenn du in 3 Tagen keine Symptome aufweist, kannst du wieder mit anderen ins Zimmer.

Aber mal ehrlich: Ich war damals im Krankenhaus sehr dankbar, dass ich 3 Tage ein Zimmer für mich allein hatte. Besser, als mit schnarchenden Omas oder viel besuchten Türkinnen mit schnatternder Verwandtschaft  im Zimmer zu liegen ;o) .

Kommentar von wela99 ,

Hat sich mittlerweile auch größtenteils geklärt, bin immer noch nicht krank und darf morgen wieder raus...

Ich war auch generell gestern Abend noch sehr angepisst (sorry für die Ausdrucksweise, aber so war es), weil hier generell nichts so läuft, wie es solle, aber das ist wahrscheinlich auch zu einem großen Teil dem Gesundheits- und Pflegesystem verschuldet. Mittlerweile hab ich mir das hier alles wieder positiv geredet, wie ich das sonst auch letztlich immer mache...  Trotzdem danke... :)

Kommentar von Neapelgelb ,

Wenn du dich selber wieder runterholen und beschwichtigen kannst, bist du auf jeden Fall auf dem Weg der Besserung :)  Alles Gute!

Antwort
von wilees, 51

Schlicht und einfach - Du bist in einem Krankenhaus und mußt Dich den Gegebenheiten anpassen. Dort ist man nun einmal in den eigenen Freiheiten eingeschränkt und es ist normal dass man nicht alles selber bestimmen kann.

Zudem bist du freiwillig dort - wenn es Dir nicht passt, kannst Du das Krankenhaus auf eigene Verantwortung verlassen.

Kommentar von wela99 ,

"Sich Gegebenheiten anpassen"

Zählt darunter auch das Verbot, die Station zu verlassen? Sorry, irgendwo hörts auch auf. Wie Du selbst gesagt hast, ich bin freiwillig hier.

Kommentar von wilees ,

Das kann auch dazu zählen, wenn es sich möglicherweise um den Novovirus handelt. Also hör auf zu meckern und verhalte Dich etwas erwachsener, diese Quarantäne überstehst Du auch.

Kommentar von wela99 ,

Solche Menschen mag ich ja auch immer mega gerne... Angepisst auf eine Frage reagieren, in der ich ausdrücklich gesagt hatte, dass ich mich damit abgeben werde, wenn mir schlüssige Argumente erbracht werden. Mein Leben lang hör ich mir jetzt sowas an und ignoriere es unterwürfig, aber das lass ich dann jetzt mal. 

Um hier sachlich zu bleiben: Meine Situaltion ist eindeutig nicht die einfachste und es ist absolut verständlich, dass ich mich auch mal wehren möchte, anstatt mir immer alles gefallen zu lassen, um darunter dann noch stärkere Symptome auszubilden. Ich will nicht bestreiten, dass ich gestern besonders gereizt reagiert habe, trotzdem habe ich weder jemanden erniedrigt, noch absolute Ablehnung gezeigt.

Ich habe mich damit abgefunden, ist in Ordnung hier. Weder ich noch die andere Patientin sind erkrankt. Aber beleidigen lasse ich mich hier nicht.

Antwort
von beangato, 43

Wenn Deine Bettnachbarin den Norovirus hat, bist Du vlt. auch schon angesteckt. Du willst doch sicher nicht, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet? Dann wäre nämlich bald die ganze Einrichtung krank.

Von daher handelt die Klinik nicht rechtswidrig.

Antwort
von Silo123, 18

Meiner Mutter ist genau das auch passiert, bei der Bettnachbarin fing es an, auch Quarantäne.

Dann ging es bei meiner Mutter los, zum Glück ziemlich milde verlaufend.

Und ja es war der Norovirus. Zum Glück honnte der auch durch die Quarantänemaßnahen bald eingedämmt werden.

Aber sehr geschwächte Personen , die im Krankenhaus häufiger vorkommen, können daran STERBEN, deshalb muß alles getan werden , um eine Ausbreitung zu verhindern

Nur steht halt der  eventuelle Tod eines Patienten  dann in Abwägung zu Deinem Bewegungsdrang. Deshalb hat das Krankenhaus richtig gehandelt.

Klar ist unangenehm für Dich, aber würdest Du Deinen Bewegungsdrang so hoch ansetzen, den evwentuellen Tod eines anderen Patienten in Kauf zu nehmen? Du kannst u.U. sogar infiziert sein, ohne überhaupt Symtome zu haben, den geschwächten Patienten kann es aber umbringen.

Kommentar von wela99 ,

Vielleicht sollte ich dazu sagen, das diese Form von RLS (nicjt mal klar eingeordnet) mich in starke Depressionen und Selbstmordversuche gerissen hatte, es aber leider nicht wirklich mit Levodopa bzw. Dopaminagonisten oder Pregabalin behandelt werden kann... Das bedeutet für mich die absolute Anspannung und Schlaflosigkeit. Ich bin daher grundsätzlich sehr gereizt, wenn es um derartige Einschränkungen geht, deswegen habe ich mich auch schon dazu gebracht, mich abzuregen.  Ich rechne es auch niemandem hier an, außer vielleicht der anderen Patientin, da sich herausgestellt hat, dass sie simuliert hatte.

Deswegen dir nochmal danke und Entschuldigung... Kann mich nicht so zügeln in letzter Zeit. :/

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