Frage von FelixJin98, 30

Rechtliche Frage: Entschädigung für Kunden unter welchen Voraussetzungen?

Hallo :-) Ich habe einmal eine Frage an euch. Es geht um folgenden Sachverhalt den ich Subsumieren soll (im Rahmen meiner Ausbildung). Leider bin ich mir nicht so sicher und hoffe, es liest jemand, der sich auf dem Rechtsgebiet gut auskennt. Folgender (ausgedachter Lern)Sachverhalt:

Ich arbeite in einer Firma, die Internetplattformen aufbaut. Leider hat mein Chef sämtliche "Abmachungen" bezüglich eines neuen Auftrags über Facebook/Telefonisch ausgemacht. Es gibt keinen schriftlichen Vertrag über den Auftrag, in welchem Vergütung, Planschritte, etc. bestimmt sind. Aufgrund des hohen Aufkommens an Anträgen kann mein Chef den Auftrag nicht bearbeiten bzw. kommt immer mehr von den Auftraggebern dazu. Mein Chef hat schon gesagt, dass er den Auftrag nicht weiterführen kann. Die Auftraggeber wollen aber, dass er es zu ende bringt (er hat schon angefangen). Da er es bisher noch nicht zu ende gebracht hat, fordern die Auftraggeber nun eine Entschädigung.

Jetzt die Fragen: 1) Besteht ein Anspruch auf Entschädigung? 2) Müssen die Auftraggeber für die Arbeitsstunden bezahlen? -> am besten wäre eine kurze Angabe von § o.ä. (Vertragsarten des BGB's habe ich bereits durch)

Vielen Lieben Dank im Voraus! Felix

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Antwort
von berlina76, 18

Ist der Kunde eine Firma oder eine Privatperson?

Wenn es ein B2B (Business to Business)Auftrag ist ist das BGB nämlich nicht bindend.

Ihr habt eine Auftrag bekommen und könnt den nicht in der angegebenen Frist erledigen.

Ist der Auftrag abgabefähig, d.h. die bisher geleistete Arbeit kann eine andere Firma weitermachen? Dann ist der Auftrag bis zu dem Punkt vom Auftraggeber zu bezahlen.

Ist der Auftrag nicht weitergabefähig hat dein AG pech gehabt. denn er selbst hat ja den Auftrag sozusagen storniert. Nicht der Auftraggeber.

Ja bei B2B Geschäften können Vertragsstrafen ausgehandelt werden. Allerdings macht man sowas eher schriftlich und vorab.

Aber der Auftraggeber könnte Schäde gelten machen die duch die nicht rechtzeitige Ausführung entstanden sind, diese müsste er aber erstmal beweisen.

Kommentar von FelixJin98 ,

Der Kunde ist eine Firma (habe ich ganz vergessen dazu zu schreiben).

Der Auftrag müsste abgabefähig sein. Laut Aufgabe geht es um die Erstellung einer Internetseite. Der Aufbau der Seite wurde gemacht, dann kamen aber von den Geschäftsführern immer mehr Forderung. (u.a. mit einem Programm mit dem der Chef nicht arbeiten konnte - was er den Auftraggebern aber auch gesagt hat).

Zum Thema Vergütung für den Chef: Wenn die Kosten vorher nur telefonisch ausgemacht worden sind, greift dann das BGB als mündliche Vertragsart? Oder hat der Chef der Firma dann Pech gehabt? Weil es wäre ja B2B - wie ist dann dann zwecks Vergütung?

(Ich finde, dass der Sachverhalt etwas an der Realität vorbei ist... Welche Firma schließt denn heutzutage keine schriftlichen Verträge...)

Aber vielen herzlichen Dank! :-)

Kommentar von berlina76 ,

Das BGB ist für B2C(Business to Customers) Geschäfte,  also  Verträge zwischen Firma und Privatperson.

Im Geschäftsleben ist alles Verhandelbar. Dein Chef muß mit dem Auftraggeber Verhandeln was in wiefern bezahlt wird und werden muß. Dazu ist er Chef, dazu ist er Selbsständig. Kriegt er das nicht hin ist er nicht Geschäftsfähig.

Kommentar von berlina76 ,

Dein Chef sollte im übrigen lernen Aufträge abzulehnen. 

Lieber einen Auftrag Ablehnen mit der Begründung  das Ihr ausgelastet seid, als alle möglichen Aufträge annehmen und euch dann zu verzetteln und die Aufträge dann nicht auf die Reihe zu kriegen. Das macht ein sehr schlechtes Bild nach aussen.

Kommentar von asdundab ,

Die mündlich vereinbarten Kosten sind bindend (, aber schwer zu beweisen).

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