Frage von cloddel, 37

Rechte eines Artzes und gesetzlichen Betreuers?

Ich habe mich gestern ziemlich aufgeregt, da ich erfahren habe, dass ein Hausarzt ohne das Wissen seiner Patientin, bei deren gesetzlichem Betreuer angerufen hat, um Erkundigungen über sie einzuholen. Meines Erachtens haben beide widerrechtlich gehandelt. Ich bin mir aber nicht 100 % sicher. Mein googeln hat mir diesbezüglich auch nicht viel genutzt. Es geht halt immer um das "Wohl des Betreuten". Dieser Begriff ist halt sehr dehnbar. Weiß jemand besser Bescheid als ich? Gerne auch mit rechtlichem Hintergrund. Vielen DanK!!

Antwort
von Jinnah, 37

Wer einen Betreuer hat, ist nicht mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen, beispielweise weil er dement ist. Selbstverständlich wird der Hausarzt daher den Betreuer befragen, wenn er etwas wissen will und nicht den Betreuten. Vielleicht ist Dir das alte Wort "Entmündigung" noch bekannt. Heute heißt es "Betreuung", auch deshalb, weil es heute verschiedene Stufen der Betreuung gibt.

Aber auch hier gibt Wikipedia umfangreiche Auskunft unter

https://de.wikipedia.org/wiki/Betreuung_%28Recht%29

Kommentar von cloddel ,

Das stimmt so nicht. Das Betreuungsgesetz wurde vor gar nicht so langer Zeit gründlich überholt. Die klassische Entmündigung von früher gibt es ja (Gott sei Dank) nicht mehr. Es gibt noch einen Einwillungsvorbehalt, der für verschiedene Aufgabenkreise eingerichtet werden kann. Besteht dieser nicht hat der Betreuer nur eine Beratungsfunktion. Das wars.

Antwort
von Liesche, 31

Der Arzt darf sich bei dem Betreuer Auskunft holen über den gesetzlich Betreuten auch ohne dessen Einverständnis oder Wissen.

Kommentar von cloddel ,

Auf welcher Rechtsgrundlage?

Kommentar von Liesche ,

Tut mir leid, kann ich nicht sagen, weiß es nur aus eigener Erfahrung als Betreuer eines Verwandten!

Antwort
von DerSchokokeks64, 36

Der Arzt hat eine Schweigepflicht, wenn der/ die Minderjährige alt genug ist, ihre eigene Krankheit etc. selbst einzuschätzen. Als Richtalter ist 15 angegeben. Also wird es kompliziert, denn Reife kann jeder unterschiedlich bewerten. Am besten sagst du dem Arzt vorher, dass er die Schweigepflicht einhalten soll, dann in der Regel gehen Ärzte davon aus, das du da nichts dagegen hast.

Kommentar von cloddel ,

Die junge Frau ist 24 Jahre alt, leicht lernbehindert aber geschäftsfähig. Vorher konnte nichts vereinbart werden, da wir so etwas noch nie erlebt haben. Bisher haben alle Hausärzte nachgefragt, ob und mit wem sie über die Patienten sprechen. Die junge Frau war echt sauer. Ich kanns gut verstehen...

Kommentar von DerSchokokeks64 ,

Ich kann das auch verstehen. Wobei das ein Komplizierterer Fall ist, und irgendwelche Gutachten nötig währen, um das zu Beweisen.

Kommentar von cloddel ,

Das liegt alles vor. Lernbehinderung ist attestiert. Sie hat keinen Einwilligungsverbehalt und ist geschäftsfähig. Lebt in einer eigenen Wohnung, geht arbeiten etc. Der Betreuer hat eigentlich nur eine Beratungsfunktion. Deshalb meine Verwirrung und  Ärgernis.

Kommentar von DerSchokokeks64 ,

Okay, dann lief da wohl was falsch. Die Person sollte zur Polizei gehen und den Arzt anzeigen. Oder zumindest mal mit ihm reden.

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