Frage von myolanus, 20

Recht oder Unrecht bei Schadensregulierung?

Hallo liebe Leute!

Grundsätzlich habe ich etwas darüber nachgedacht ob diese Frage stellen oder nicht, da ich niemandem auf den Schlips treten mag. Dennoch möchte ich wissen ob etwas zu verhindern wäre, weil es womöglich Unrecht ist.

Folgendes Szenario: Ein Unternehmen wird beauftragt eine Dienstleistung zu vollbringen und der Chef schickt einen Trupp seiner Arbeitnehmer los. Sagen wir die Mutter von Fam. Hausmuttchen ist gestorben und es soll nun zwecks Verkaufs der Wohnungsgegenstände die Wohnung geräumt und die Sachen zunächst sicher eingelagert werden. Bei dieser Arbeit fällt einem der Arbeitnehmer der Firma ein Vogelkäfig runter und dieser in die daneben stehende Glasvitrine von der eine Scheibe zerbricht. Herr Hausmuttchen bekommt es mit, weil er im Nebenzimmer steht. Er wollte die Vitrine eigentlich verkaufen, weil er gegen Aufpreis dafür eine andere zu ihm besser passende bekommen hätte.

Er meldet den Schaden dem Chef der verursachenden Arbeitnehmer und der Chef sagt er begleicht den schaden aus eigener Kasse, warum auch immer. Der Chef recherchiert deswegen einen aktuellen Mittelwert anhand vergleichbarer Vitrinen und sagt dann zu Herrn Hausmuttchen, er würde den Betrag X von ihm erhalten und Herr Hausmuttchen denkt sich ja ok, und plant in Gedanken die Vitrine selber zu reparieren um sie der Tochter zu geben. Denn jetzt bekäme er eh kaum noch was dafür, selbst repariert. Aber im nächsten Moment kommt der Unternehmer mit dem Satz "ich bekomme dafür aber die defekte Vitrine." rüber. Herr Hausmuttchen ist perplex und denkt so: "bitte waaaas, das ist doch keine verkaufsaktion, sie stehen hier für einen schaden gerade, oder bin ich nun im irrtum?".

Nun nochmal zusammengefasst: 1. Arbeitnehmer einer Firma verursachen Schaden beim Kunden. 2. Auftraggeber meldet dieses Ereignis beim Chef der Firma um Schaden reguliert zu bekommen. 3. Chef der Firma will privat regulieren um Weg über Versicherung zu vermeiden, oder weil zu geringwertiger Schaden. 4. Chef der Firma verlangt im Gegenzug die Herausgabe des bechädigten Gegenstandes.

Was ist nun Recht und was Unrecht? Kann ein geschädigter in der Hinsicht geprellt werden, muss er trotz Schadenregulierung durch den Unternehmer den Gegenstand freigeben oder bleibt es weiterhin schlicht und ergreifend sein Eigentum mit der er verfahren kann wie es ihm zusagt? Ist es womöglich betrügerische Aneignung einer Sache, die dem Chef gar nicht zusteht? Ich meine, man verursacht doch keinen Schaden und geht dann hin trotz dass man diesen reguliert hat und verlangt die Herausgabe der Sache.

Antwort
von MoechteAWissen, 13

Natürlich kann der Schädiger die Sache nach Begleichung des Schadensersatzes einfordern.

Siehe dazu : § 255 BGB
+ § 985 BGB + § 929, 931 BGB , auch :  (Köln NJW-RR 2004, 1391)

Bedenke bitte eine Besonderheit die eintrifft, sofern EINE VERSICHERUNG LEISTET….

§86 VVG

Kommentar von myolanus ,

Langsam finde ich Recht ungerecht kompliziert. Ich fand gerad etwas, was dein Aussage stützt, wenn man es so vrsteht wie man es eine Sorte Mensch aufnimmt. Aber wenn man den anlysiert ist ja auch was anderes gemeint bzw. könnte gemeint sein.

Diese Aussage lautet:
Die Leistung von Schadensersatz soll lediglich entstandene Nachteile ausgleichen, sie hat keinen Strafcharakter und soll auch nicht zu einer Bereicherung des Geschädigten führen.

Wenn man nun annimmt, man liest es wie jeder Otto-Normalverbraucher, dann kommen mir doch im Grunde weitere rechtliche Fragen in den Sinn.

Folgende wären es bspw.:
1. Der Schädiger zahlt Summe A meinetwegen 400,00 € und der Geschädigte weiß nicht, dass diese vitrine selbst mit einer defekten Scheibe mehr Wert ist und der Verursacher verkauft diese und kriegt dafür 600,00 €. Was ist dann, dann bereichert der Verursacher sich doch und müsste theoretisch das Geld herausgeben der zumindest bescheid geben und abwarten was der Geschädigte dau sagt?

2. Der Verursacher repariert die Vitrine und verkauft sie dann und kriegt fast 1000,00 € dafür. Sagt aber nicht bescheid. Wäre dann ja auch nicht okay.

In den beiden Fällen, die vorkommen können, nicht müssen ist ist doch dann klar eine Bereicherung seitens des Verursachers im Spiel. Selbst wenn er die nur für wenige Euro verkauft holt er sich Geld wieder rein was den kompletten Schadensfall eigentlich zum ungerechtem Spiel macht, weil er sich dran bereichert.

Wenn er aber das Eigentum vernichtet was er mitnimmt, wäre es doch der korrekteste Weg, oder?

Desweiteren stellt sich mir grundssätzlich die Frage wo fängt Bereicherung an, wenn der Geschädigte sein Eigenttum behält.

Oh man. man möchte soviel wissen und doch kein Anwalt sein. LOL

Antwort
von schleudermaxe, 11

... für solche Fälle leistet sich doch jeder eine Glasversicherung und bekommt somit die komplette Rechnung für Ersatz bezahlt.

Geht das über eine Betriebshaftpflicht, gibt es den Zeitwert und so dumm wird ja wohl keiner sein, oder?

Antwort
von Asturias, 13

Es ist und bleibt sein Eigentum. Der Verursacher kommt lediglich für den Schaden auf!

Kommentar von myolanus ,

Auch, wenn der Unternehmer sich preislich aufgrund der Eigenrecherche in einem Preis befindet, den evtl. die Versicherung  gar nicht mehr leisten würde? Könnte natürlich auch andersherum laufen, dass der Wert anders und höher beurteilt werden würde.

Nur was ist dann, wenn man es dem Unternehmer mitteilt, dass es so nicht okay ist aufgrund einer eingeholten Info und er weigert sich zu zahlen? Immerhin zeigt er ja sogesehen den guten Willen und will es selber begleichen. Trotzdem hart sein und sagen, dann muss es über die Versicherung laufen?

Kommentar von MoechteAWissen ,

das stimmt so aber nicht ;)

 

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