Frage von Anastasia2608, 104

Recht das Kind abzuholen trotz Alkoholproblem?

Kurz die Geschichte : zwei Leute trennen sich, weil der Mann ein starkes Alkoholproblem hat. Die zwei haben ein gemeinsames Kind von 3 Jahren und ein geteiltes Sorgerecht für das Kind. Jetzt hat die Frau natürlich Angst dem Vater das Kind alleine zu geben, weil er fast täglich Alkohol konsumiert und auch ziemlich aggressiv ist, wenn er was getrunken hat. Manchmal ruft er abends an,ist angetrunken und meint , er will das Kind jetzt noch abholen. Die Frau darf ihm doch sagen, dass sie ihm das Kind nicht gibt, weil das eine Gefährdung für den Kleinen darstellt. In dem Fall ist es doch auch egal , ob die geteiltes Sorgerecht haben oder nicht. Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.

Antwort
von teafferman, 42

Die Mutter öffnet bitte sofort ein neues Fenster ihres Browsers und sucht da nach der nächsten Beratungsstelle ihrer Landesstelle für Suchtgefahren. Also eingeben

landesstelle für suchtgefahren bundesland

Dann dort nachsehen, wo die nächste ist und wann die offen hat. Ruhig telefonisch erst einen Termin machen. Das Kind kann mit. Bescheid sagen, dass es mitkommt.

Da lässt sie sich erst mal über diese Erkrankung ausreichend beraten. Manche Stellen bieten Angehörigenkurse an. Bitte teilnehmen. Die sind wirklich empfehlenswert. 

Dann gibt es da eine Liste von Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern. Diese unbedingt mitnehmen. 

In Deinem Fall möchte ich entweder die Guttempler oder das Blaue Kreuz empfehlen. Gehe bitte regelmäßig hin. 

Du brauchst für eine Sorgerechtseinschränkung zunächst mal Zeugen für die Erkrankung des Vaters und deren Auswirkungen auf seinen Charakter. Dann schadet es absolut nicht, dem Gericht die Meinung von Fachmenschen dazu vorlegen zu können. Beide Leistungen kann das Blaue Kreuz erbringen. Bei den Guttemplern frage ruhig erst danach. 

Und dann macht es, natürlich, Sinn, die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt anzustreben. Deren Aufgaben findest Du auf Wikipedia gut dargestellt. Bitte für die Lektüre Stift und Papier zur Hand haben. Und alle Links im Text öffnen. So bist Du schon mal gut vorbereitet. 

Nein, von Al-Anon rate ich in einem solchen Fall unbedingt ab. Da wird nur geredet und es werden gerne Vorschriften von sogenannten Experten gemacht. Du brauchst aber tatkräftige Unterstützung. 

Mit spukt im Kopf die Erinnerung eines Urteils zur Frage. Da konnte der Nachweis erbracht werden über die Erkrankung und ihre Auswirkungen und das Sorgerecht wurde eingeschränkt. Es wird noch dauern, bis ich mich näher erinnere, also Quelle, Datum und so. Auf jeden Fall sehe ich eine Chance. 

Kommentar von gnarr ,

er bekommt keine sorgerechtseinschränkung. die steht doch hier garnicht zur debatte. bis dahin muss er schon sehr viel abgelehnt haben an entscheidungen. sorgerecht beinhaltet aber nur 3-4 unterschriften im leben des kindes.

selbst ohne sorgerecht ändert das nichts an seinem umgangsrecht. miteinander hat beides überhaupt nix zu tun. du vermischst äpfel mit birnen.

Kommentar von teafferman ,

Nicht unbedingt. Kommt auf den Einzelfall an. 

Antwort
von gnarr, 58

der vater hat umgangsrecht:

- 2-3 nachmittage die woche mit übernachtung

- jedes zweite we von fr-so

- hälftige ferien und feiertage

- drei wochen sommerurlaub.

erscheint er angetrunken und lallend vor der tür, dann fällt umgang. das sollte ihm klar gemacht werden.

in der kita oder tagesmutter bescheid sagen, dass der vater das kind ab dato nicht mehr abholen darf, falls ihm das mal einfällt. das gehört zur alltagssorge und das bestimmst du.

umgang hat mit dem sorgerecht überhaupt nix zu tun. das könnte mutti auch bestimmen,wenn sie asr hätte.

an der stelle ist mediation wichtig. termin beim jugendamt machen und zum gemeinsamen termin laden. dort sollte mutter ihm klar machen, dass er betrunken keinen umgang erhalten wird.

Kommentar von Anastasia2608 ,

Danke für die umfangreiche Antwort. Das Problem ist natürlich, dass er das Kind nüchtern holen kann und sich dann Paar Stunden später eine Flasche holt und austrinkt. Weiss Gott , was in dem Fall dann alles mit dem Kind passieren kann.

Kommentar von gnarr ,

ich weiß, dass das deine angst ist und die ist auch völlig verständlich. darum zur mediation. das jugendamt selber kann nur vermitteln und dem vater erklären wie die sache läuft. mehr entscheiden können die auch nicht.

kannst auch mal hier mit reinschauen: www.allein-erziehend.net

Kommentar von huldave ,

Genau deshalb zum Jugendamt und dort bei den gemeinsamen Gesprächen diese Frage klären

Kommentar von gnarr ,

bei solchem klientel ist nix zu klären. da kann auch ein jugendamt nichts tun, wenn er nicht aufhört zu trinken.

Kommentar von teafferman ,

Doch, gnarr. So ein Mensch dieser Behörde kann sich sehr deutlich ausdrücken. Und damit aufzeigen, Was für den Vater auf dem Spiel steht. Ich kenne Väter, die deshalb trocken wurden. 

Ja gut: Wenn um den heißen Brei herum gesülzt wird, das versteht ein Suffikopf nicht. Aber ihm auf diese Weise zu seinem Tiefpunkt verhelfen, dass kann durchaus funktionieren .

Kommentar von gnarr ,

der jugendamtsmensch kann das gerne probieren, aber entscheiden kann er das nicht. zu hoffen ist, dass kv hier das nicht weiß. in der regel reagieren die aber nicht.

Antwort
von NicoleU, 53

Wenn er getrunken hat gib ihm das Kind nicht mit. Wenn er es nicht einsieht, verständige das Jugendamt, die können das Umgangsrecht aussetzen. Das sollte dann auch der Kindergarten wissen.

Wenn du ihm nüchtern das Kind mitgibst, achte darauf ob er es auch wieder nüchtern abgibt. Wenn nicht - Jugendamt. Die können bei entsprechenden Befürchtungen auch den Umgang nur in Begleitung einer Person vom Amt anordnen.

Kommentar von martinzuhause ,

einen begleiteten umgang kann nur ein gericht anordnen. das jugendamt kann da nur beraten und vorschläge machen. der umgang ist ein recht, welches nur vom gericht eingeschränkt werden kann

es kommt auch immer drauf an wie viel er getrunken hat. und das gilt natürlich für beide. hat die mutter mal alkohol getrunken muss er ihr das kind auch nicht geben und sollte sofort das jugendamt benachrichtigen

Kommentar von gnarr ,

sie kann auch betreuten umgang anbieten über das jugendamt. wenn er angetrunken vor der tür steht und eine fahne hat, dann fällt umgang aus. es gilt nicht für beide das gleiche. der vater ist alkoholiker. du scheinst mit so etwas nicht oft viel umgang gehabt haben.

Kommentar von martinzuhause ,

begleiteten umgang kann das jugendamt vorschlagen. damit müssen dann alle einverstanden sein.

ist eienr dagegen klann das nur vom familiengericht angeordnet werden.

das jugendamt darf nur einschreiten wenn für das kind eine momentane kindeswohlgefährdung besteht und sie diese dadurch verhindern können.

es reicht nicht wenn die kindesmutter behauptet der kindesvater trinke zu viel alkohol. das gleiche kann er voin ihr auch behaupten

Kommentar von gnarr ,

es reicht wenn er angetrunken vor der tür steht und nach alkohol stinkt. dann geht die tür zu. anordnen kann natürlich betreuten umgang nur ein gericht, aber sie kann es von sich aus anbieten. wenn er darauf nicht eingeht, ist das seine sache

wenn er eine geschichte mit sucht hat, dann ist das problematisch für den umgang und das wird auch ein gericht bestätigen und ihn einschränken. da würde ich einer klage ganz entspannt entgegen sehen.

Kommentar von martinzuhause ,

das er ein alkoholproblem hat ist da nu die meinung der kindesmutter. sowas passiert nach einer trennung ständig.

"es reicht wenn er angetrunken vor der tür steht und nach alkohol stinkt."

allerdings darf er das kind aber auch bei sich behalten wenn sie vllt etwas getrunken hat wenn er das kind zurückbringt.

Antwort
von Akka2323, 49

Das Jugendamt einschalten.

Antwort
von martinzuhause, 37

es kommt immer darauf an was "angetrunken" bedeutet.

hat er da nur ein bier getrunken gibt es keine grund ihm das kind vorzuenthalten. er könnte sonst auch die rückgabe verweigern weil die kindesmutter da vllt ein glas wein getrunken hat.

ihr solltet da vllt erstmal einen termin beim jugendamt machen und euch gemeinsam erklären lassen was für das kind am besten ist. nicht was für die eltern das beste ist. das ist dabei egal

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