Frage von derJonesy, 87

Recht auf Eigenname (Nachname) im Internet?

Hey, ich habe mir überlegt eine eigene Webdomain u.a. für eine eigene email (name@nachname.de) zu registrieren. Kombinationen (vornamenachname.de und vorname-nachname.de) sind frei, mein nachname alleine allerdings nicht. Mir ist klar, dass ich sogesehen Pech gehabt habe, weil ich langsamer war, allerdings war ich auf dieser Seite und sie enthält absolut nichts außer den Schriftzug "Hier hätte meine Homepage entstanden sein können". Das Ding ist allerdings, dass keiner meiner Verwandten diese Domain registriert hat und meinen Nachnamen gibt es Weltweit (wenn die Website die nach allen Nachnamen sucht recht hat) nur knapp unter 30 mal. Wenn jetzt jemand diese Domain registriert hat und damit wirklich nichts aktiv tut und auch nicht so mit Nachnamen heißt, habe ich das Recht diese Domain zu bekommen? Nachnamen sind ja schließlich Persönlich. Sie sind zwar keine Markennamen, denn ich kann z.B. nicht einfach "mercedes.org" oder sowas für mich beanspruchen, aber trotzdem. :o

Antwort
von regex9, 42

Wenn jemand diese Domain für sich gepachtet hat, steht es ihm auch frei, damit zu tun, was ihm beliebt.

Es ist so, als würde er sich ein Auto kaufen mit einem Kennzeichen, welches seine Initialien beinhaltet. Ob er mit dem Auto nun fährt oder ob er es in der Garage stehen lässt, ist seine Sache. Niemand kann dahergelaufen kommen, und versuchen Rechte einzufordern, nur weil die Initialien ebenso zu seinen Namen gepasst hätten.

Du kannst nur versuchen, diese Person zu kontaktieren und höflich anzufragen, ob es möglich wäre, diese Domain zu bekommen.

Kommentar von derJonesy ,
Domaininhaber
Stefan Reimann (Quelle: denic.de: WebWhois)

Kenne ich nicht :D

Antwort
von soissesPDF, 38

Wenn der Domaininhaber Grabbing betreibt, was Deine Beschreibung vermuten lässt, kannst Du rechtlich auf Herausgabe der Domain bestehen.

Kommentar von Falkenpost ,

Auf Basis welcher genauen Rechtsgrundlage?

Kommentar von Falkenpost ,

Hier gibt es allerdings keinerlei wettbewerbswidrige Behinderung. Des Weiteren sagt zwischenzeitlich sogart der BGH dies:

Nach Einschätzung des Bundesgerichtshof ist die Registrierung von Domains, mit dem Ziel diese später zu veräußern grundsätzlich zulässig und kann nur bei Vorliegen besonderer Umstände den Tatbestand einer unlauteren Mitbewerberbehinderung erfüllenund einen Anspruch auf Einwilligung in die Löschung des Domainnamens begründen.Quelle: http://www.aufrecht.de/beitraege-unserer-anwaelte/urheberrecht/von-wegen-domaing...

Weiter verlieren sogar Gemeinden gegen sogenannte Domain-Grabber vor Gericht (welle.de Anspruch auf Löschung eines Disputeeintrages - LG Köln, Urteil vom 18.05.09, Az.: 81 O 220/08):

Der Inhaber der Domain welle.de hat einen Anspruch auf Löschung des Dispute-Eintrages der Gemeinde Welle. Es ist es angesichts der Unbekanntheit der Gemeinde unmittelbar
glaubhaft, wenn der Kläger vorträgt, sich die Domain gesichert zu haben, um sie gegebenenfalls an einen Interessenten weiter zu veräußern: eine solche Tätigkeit dürfte unter keinem Aspekt zu beanstanden sein; sie gibt aber jedenfalls der Gemeinde Welle keinen Anspruch gegenüber dem älteren Recht des Klägers. (rechtskräftig)
http://www.aufrecht.de/urteile/internetrecht/wellede-anspruch-auf-loeschung-eine...

Der Bundesgerichtshof zu diesem Thema "Handel mit Domains":

Die Registrierung von Domains, mit dem Ziel diese später zu veräußern ist grundsätzlich zulässig und kann nur bei Vorliegen besonderer Umstände den Tatbestand einer unlauteren Mitbewerberbehinderung erfüllen und einen Anspruch auf Einwilligung in die Löschung des Domainnamens begründen. Ein Löschungsanspruch ist ausgeschlossen, wenn ein einem Domainnamen entsprechendes Unternehmenskennzeichen eines Dritten erst nach der Registrierung des Domainnamens in Gebrauch genommen wird und für den Domaininhaber zum Registrierungszeitpunkt kein besonderes Interesse eines bestimmten Unternehmens erkennbar war, gerade einen dieser Geschäftsbezeichnung entsprechenden Domainnamen zu verwenden. (BGH, Urteil vom 19.02.2009, Az.: I ZR 135/06)

Als Privatperson ohne weltweite Bekanntheit kannst du dir diese Mühe sparen.

Gruß
Falke

Antwort
von Falkenpost, 42

Hallo!

Nein. Wenn du nicht gerade eine weltweite Bekanntheit vorweisen kannst, kannst du nichts machen. Und ob die Domain genützt wird oder nicht, kannst du nicht wissen. Ich selber habe "meinen" Familiennamen als Domain registriert, nutzte diese aber nur für meine Emails.

Registriere doch diese unter einer anderen TLD.

Gruß
Falke

Kommentar von derJonesy ,

Genau ".de" und ".com" sind vergeben, an den anderen habe ich ehrlich gesagt kein Interesse. :o

Kommentar von Falkenpost ,

Für eine reine Familiendomain kannst du m.E. jegliche Endung nutzen. Inzwischen gibt es sicherlich auch für dich interessante.

Neben .net bietent sich da noch an: .info, .bayern, .beer, .home, ... + 240 weitere.

Kommentar von derJonesy ,

Naja ".bayern" wenn ich in NRW wohne, ".beer", meh :D

Kommentar von Falkenpost ,

Na also. Ich habe mich zwangsweise auch für .net entschieden. Allerdings werden die .de und .com von (nicht mit mir verwandeten) Namensvettern verwendet. Allerdings auch nur als Email-Adresse.

Und wenn du diese primär für Email und die Domain-Inhalte primär für deine Familie und Freunde ist, kannst du eigentlich fast alles verwenden.

Ggf. ist dies sogar besser, als eine 08/15-Endung. Wie wäre es mit .sex, .xxx, .love ...?

Kommentar von derJonesy ,

Naja da ich die Mail auch für Schule/Uni/Geschäftlich/Krankenversicherung/... benutzen werde, wäre ".sex" oder so doch eeetwas unpassend :D

Kommentar von Falkenpost ,

Klar. Aber geht doch einfach mal auf die Seite der bekannten Provider, die weltweite Domainendungen anbieten. Ich bin sicher, da gibt es was passendes.

Die Alternative wäre der Rechtsweg, ohne sicheren Ausgang.

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