Frage von Medinmeti, 71

rechnungsfrage kleinunternehmen?

beispiel: auto service

der kunde möchte einen ölwechseln durchführen lassen,

ich kaufe jetzt das motoröl kostet 119 inkl 19% mwst€ im VK! und mein preis also EK 71,40 inkl mwst. ich kaufe es natürlich jetzt für 71,40!

die arbeit kostet dem kunden 30€ ohne steuern da ich ja als kleinunternehmer keine steuern berrechnen darf.

in der rechnung müsste ja jetzt normalerweise arbeitslohn 30€ und materialkosten 71,40€ stehen gesamtpreis also 101,40€.

frage ist jetzt muss ich als materialkosten 71,40€ berrechnen? ich meine ich könnte dem kunden das material 20€ teurer verkaufen sodass ich 20€ gewinn an den material mache. und was ist hier jetzt der umsatz?

danke

Antwort
von Mojoi, 38

Du musst mal an deinen Formulierungen arbeiten. Es ist stellenweise schwer, dir zu folgen.

Das Motoröl soll also 119,- im VK kosten. Wo kommt diese Zahl her? Ist das eine unverbindliche Preisempfehlung?

Wenn das Motoröl dich im EK 71,40 kostet, hast du keinen Grund, es für den selben Preis an den Kunden weiterzuberechnen. Da verdienst du ja nichts bei.

Dein VK-Preis wäre - ausgehend von 119,- (wo auch immer du die her hast) - 100,-.

Auf den Materialpreis von 100,- schlägst du noch die Arbeit von 30,- drauf. Macht 130,- Gesamtpreis.

Du könntest das Öl auch für 119,- verkaufen. Das wäre dein zusätzlicher Gewinn. Bietet sich sogar an, da du das Öl für 71,40 gekauft hast, und nicht wie die Konkurrenz für 60,-.

Dein Rohgewinn am Material wäre dann 119,- - 71,40 = 47,60

Die Konkurrenz hätte einen Materialrohgewinn von 100,- - 60,- = 40,-

D.h., du könntest mit dem Preis runtergehen bis auf 111,50 und hättest die gleiche Rohgewinnmarge wie die Konkurrenz und hättest bessere Preise.

Umsatz ist alles, was du dem Kunden in Rechnung stellst.

Kommentar von Medinmeti ,

danke sehr gut erklärt

Kommentar von Medinmeti ,

was ist mit ersatzteilen die ich für mich kaufe aber die nicht in
rechnung kommen? sieht das finanzamt das bzw werde ich da befragt was
ich damit gemacht habe?

Kommentar von Mojoi ,

Das Finanzamt macht einen Abgleich der Summe deiner Einkäufe mit der Summe deiner Verkäufe. Wenn beide Zahlen sehr dicht beieinander sind, dann ist das ein Indiz dafür, dass du entweder eingekauftes Material für dich selbst entnommen hast, schwarz verkauft hast, zu doof zum rechnen bist oder dein Geschäft nicht ernsthaft betreibst.

In den meisten der o.g. Fällen wird das Finanzamt das Gespräch mit dir suchen und eine Erklärung verlangen.

Gerade in Kleinunternehmen lässt sich das aber noch ziemlich gut verstecken. Da hat das Finanzamt wirklich nur den Unterschiedsbetrag zwischen Einnahmen und Ausgaben als Auswertungsgrößen. Wenn man es nich übertreibt, fällt das nicht auf.

Kommentar von Medinmeti ,

ok dann hab ich direkt noch eine frage

angenommen ich überschreite die 17500 auf 20000 dann fällt die kleinunternehmung ja aus.. nachteil wenn ich es richtig verstanden habe ich muss die umsatzsteuer immer zurücklegen und am ende des jahre beim finanzamt abgeben. aber es gibt ja diese vorsteuer ich bekomme sachen die ich einkäufe davon 19% zurück oder? wo ist denn dann der sinn dabei wenn ich steuerun zurücklegen muss aber trozdem wieder bekomme?

Kommentar von Mojoi ,

Du kaufst das Öl für 60,- zzgl. 11,40 Steuer. Das ist die Vorsteuer (Eselsbrücke: Du zahlst sie, beVOR du dein Geschäft mit deinem Kunden gemacht hast).

Dann verkaufst du das Öl für 100,- zzgl. 19,- Steuer. Das ist die gewöhnliche Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuer musst du an das Finanzamt abgeben. Allerdings darfst du die bereits gezahlte Vorsteuer davon abziehen. D.h., du zahlst an das Finanzamt nur 19,- - 11,40 = 7,60 Umsatzsteuer.

Deine Umsatzsteuerzahllast zahlst du nicht am Jahresende, sondern über das Jahr verteilt. Standardintervall ist quartalsweise. Ab einen gewissen Mindestumsatz monatlich.

D.h., im o.g. Beispiel müsstest du die 7,60 schon im Folgemonat an das Finanzamt zahlen.

Kommentar von Medinmeti ,

ok das heißt ich kann jedes mal wenn ich einkaufe die vorsteuer quasi einstecken. was ist dann damit gemeint das mann sagt mann bekomt am ende des jahren irgendwelsche steuern zurück?

was ist mit den arbeitskosten? 30 euro ohne oder mit 19% oben drauf auf die rechnung? muss der umsatz dann auch ans finanzamt oder nur das material?

Kommentar von Mojoi ,

Versuche mal, mit den Ausdrücken näher an den fachlichen Formulierungen zu kommen, sonst führst du dich nur selbst in die Irre.

Die Vorsteuer "steckst du nicht ein", die kannst du von der Umsatzsteuer abziehen und nur die Differenz ergibt deine Zahllast ans Finanzamt.

Ich weiß nicht, welche Steuern das sein sollen, die man zurückbekommt. Vermutlich hast du da was mit der Einkommenssteuer durcheinandergebracht.

Arbeitskosten: Kleinunternehmer: Nein.

Normaler Unternehmer: Ja.

Wie ich schon weiter oben sage: ALLES was du deinem Kunden in Rechnung stellst ist Umsatz und unterliegt der Umsatzsteuer.

Antwort
von kevin1905, 47

Du kannst dem Kunden in Rechnung stellen was du möchtest. Bei deiner Preisgestaltung bist du frei. Nur wenn du sehr viel teurer bist, als der nächste, wirst du nicht viele Kunden auf Dauer halten.

Was das ganze jetzt mit dem Kleinunternehmer zu tun hat, seh ich nicht ganz.

Kommentar von Medinmeti ,

der umsatz! der soll nicht über 17500 gehen.

jetzt ist die frage habe ich bei dem beispiel einen umsatz von 101,40€ oder wird hier nur die arbeit als umsatz gesehen bzw das ersatzteil?

Kommentar von Mojoi ,

Alles was der Kunde dir bezahlen soll, ist Umsatz. Materialverkaufspreis plus Arbeitskosten.

Kommentar von Medinmeti ,

was ist mit ersatzteilen die ich für mich kaufe aber die nicht in rechnung kommen? sieht das finanzamt das bzw werde ich da befragt was ich damit gemacht habe?

Kommentar von kevin1905 ,

Deine Betriebsausgaben stellst du gegen die Einnahmen (Umsatz) bei der Gewinnermittlung.

Privatentnahmen müssen entsprechend erfasst werden.

Kommentar von kevin1905 ,

der umsatz! der soll nicht über 17500 gehen.

Warum nicht?

Wie willst du denn damit sonst Geld verdienen?

Kommentar von MickyFinn ,

Ich sehe schon... du möchtest unter allen umständen Kleinunternehmer sein und bleiben.

Hier gebe ich dir einen kleinen wertvollen Tipp... Achte auf die ,,Umsatzsteuer-Falle" (diese hat schon so manchen Jungunternehmer einen Dämpfer verpasst).

17.500 € im Jahr darfst du nicht überschreiben (darin enthalten sind auch die von dir in Rechnung gestellten Materialkosten).

Angenommen du beginnst mit deiner Selbstständigkeit im April 2017 und erwirtschaftest einen Umsatz von 16.000 € bis Ende Dezember 2017, dann sind diese Einnahmen Umsatzsteuerpflichtig!

Hierbei musst du hochrechnen... 16.000 : 9 Monate (Apr bis Dez) = 1.777,78 € im Monat... diesen x 12 (für ein ganzes Jahr) = 21.333,33 €... damit bist du über die 17.500 hinaus und musst Umsatzsteuer zahlen.

Kommentar von kevin1905 ,

Die Änderung des KU/RU-Statuses tritt aber immer nur zum Folgejahr ein, nicht für das laufende.

Als Gründer ist ohnehin die Schätzung relevant.

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