Frage von anonyms76, 41

Rechnung vor Mahnung beglichen, Inkasso?

Hallo, meine Freundin hat mir erzählt das sie einmal ohne Ticket mit dem Bus gefahren ist und dabei erwischt wurde und falls sie ein gültiges Ticket innerhalb der nächsten 5 Tagen nachbringen kann (schülerausweis, etc) muss sie statt, ich denke, 65 € nur 7 € oder sowas bezahlen. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Schülerausweis ausstellen lassen und hat den Gesamtbetrag der Strafe bezahlt welches auch am 31. Oktober abgebucht wurde. Sie hat einige Tage später eine Mahnung erhalten mit den 65 € und Mahnkosten in Höhe von 13,70 EUR, Rechnung wurde am 2. November ausgestellt. Die hat sie nicht beglichen da die Rechnung im Nachhinein ausgestellt wurde und sie aber die Hauptforderung eingezahlt hat. Sie hat heute, 29.11. ein Inkasso schreiben erhalten wo sie die Mahngebühren inkl. Inkassogebühren bezahlen muss. Da kommt sie auf rund 50 EUR. Ist das denn Rechtens? Sie hat einen Bankbeleg mit dem Buchungsdatum und die Rechnung wurde ja erst im Nachhinein erstellt warum sollte sie die Kosten dafür tragen? Auf dem ‘‘Strafzettel‘‘ stand nicht bis wann die Forderung fällig ist, lediglich ‘‘sollten sie keinen gültigen Ausweis innerhalb der nächsten 5 Tagen nachbringen, ist die Forderung von 65 EUR zu bezahlen ‘‘ also statt 7€ mit einem gültigen Ausweis doch 65 €.. Sie will den Betrag einzahlen aber ich wollte mich vorher noch erkundigen was man da noch machen kann.

Antwort
von AnReRa, 14

Das geht etwas durcheinander.

Erstens: Sie ist ohne gültigen Fahrschein Bus gefahren.
Das erfüllt den Tatbestand des Schwarzfahrens.
Hätte sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein Monatskarte o.ä. gehabt, dann hätte Sie u.U. gar nichts zahlen müssen, indem sie den Ausweis nachreicht (wäre aber ausdrücklich Kulanz des Busunternehmens gewesen).
So muss sie in jedem Fall die 65 EUR zahlen.
Nachträglich einen Ausweis erstellen gilt nicht !

Zweitens:
Das mit dem Abbuchen verstehe ich nicht.
Vermutlich hat sie die Summe doch überwiesen. Dazu muss sie entweder einen Zahlschein, oder eine Kontonummer und einer Buchungsnummer gehabt haben. Sind diese korrekt auf dem Kontoauszug aufgeführt ?
Normalerweise ist auf diesem Schreiben auch eine Zahlungsfrist angegeben. Regelmäßig wird der Geldeingang auf dem Konto des Gläubigers als Basis genommen.

Oder hat sie das Geld ohne irgendwelche fallbezogenen Daten an das Unternehmen überwiesen ? Das muss ja schiefgehen.

Die Mahnung war - so den der oben genannten Termin eingehalten wurde und die Überweisung korrekt erfolgte - dann hinfällig. Ein kurzer Anruf zur Klärung beim Busunternehmen und dem Inkasso-Unternehmen dürfte Aufklärung bringen.

 



Antwort
von kevin1905, 8

Weißt du was Absätze sind? Wenn ja, nutze diese in Zukunft bitte!

Da kommt sie auf rund 50 EUR. Ist das denn Rechtens?

Es wäre erstmal schön zu wissen, wie alt die Dame war bei der "Schwarzfahrt".

Es scheinen aber alle Fristen eingehalten worden zu sein, so dass die Inkassoforderung allein schon deswegen im Sande verläuft (abgesehen davon, dass selbst eine 1,0 Gebühr hier völlig überzogen ist).

Kommentar von Kamikaze2001 ,

Du hast scheinbar keine Ahnung was so ein Inkassounternehmen alles berechnen darf...?
http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht...

Theretisch könnten fast 60 Euro zusätzlich berechnet werden, also fast 84 Euro aus den ursprünglichen 14 Euro.
http://www.inkassogebuehren-rechner.de

Kommentar von kevin1905 ,

Du hast scheinbar keine Ahnung was so ein Inkassounternehmen alles berechnen darf...?

Das kommt drauf an, wer das Inkassobüro beauftragt. In diesem Fall ist es ein Verkehrsbetrieb. Dieser gilt als geschäftserfahren, braucht also für sein Mahnwesen keine externe Hilfe.

Nimmt er diese doch in Anspruch ist das erstmal sein Problem, nicht das des Schuldners (Die Musik bezahlt wer sie bestellt).

Die absolute Höchstgrenze ist eine 1,3 Gebühr. Diese leitet sich aus dem RVG ab, für die Tätigkeit die ein Rechtsanwalt MAXIMAL abrechnen dürfte.

Damit ein RA 1,3 ansetzen kann und erstattet bekommt, muss er gewisse Dinge leisten

  • Individuelle Prürfung jeder einzelnen Forderung
  • Konkrete fallbezogene Rechtsberatung
  • Auf den Fall zugeschnittene persönliche Korresponenz mit dem Schuldner

Dazu kommt noch, dass der Fall komplex sein muss und diesen Arbeitsaufwand rechtfertigen muss.

Ferner hat der Rechtsanwalt ein abgeschlossenes Studium und zwei Staatsexamen hinter sich.

Nichts davon erbringt ein Inkassobüro im Massengeschäft.

  • Es prüft nicht
  • Es berät nicht
  • Es haut Bausteinbriefchen aus dem Drucker

Daher gilt § 4 Abs. 5 RDGEG und § 254 BGB.

Als Folge dessen, gepaart damit dass Inkassobüros im Massengeschäft flatrate mit dem Gläubiger abrechnen oder gar auf Erfolgsbasis handeln, macht die Inkassogebühren nicht erstattungspflichtig, denn es entsteht dem Gläubiger durch die Beauftragung des IBs kein Schaden, der zu ersetzen wäre.

Absolutes Maximum in diesem Kontext wäre eine 0,3 Gebühr, die etwa 16,- € entspräche und 3,- € Auslagenpauschale (ggf. USt. 19% wenn der Auftraggeber nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist (u.a. §§ 4, 19 Abs. 1 UStG)).

Der Gebührenrechner ist nicht hilfreich, weil er sich nicht damit auseinandersetzt ob die Gebühren an sich erstattungspflichtig sind, sondern nur was ohnehin im RVG steht. Mathematik kann ich auch auf einem Blatt Papier machen. Rechtsprechung ist aber keine reine Mathestunde.

Dass erhöhte Beförderungsentgelte gegen Minderjährige grundsätzlich so gut wie nicht durchsetzbar sind, steht auf einem anderen Blatt, daher frage ich nach dem Alter.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Den inkassogebuehrenrechner kann man leider nicht ernst nehmen. Das ist in Branche aber bekannt 

die Gebuehrenauflistung von kanzlei Schickner ist plausibler

Antwort
von EXInkassoMA, 6

Inkassogebuehren sind in diesem Fall zwar erlaubt allerdings nicht durchsetzungsfahig und werden mangels Erfolgsausichten nicht expl eingeklagt. 

Bei uns in Frankfurt (viele schwarzfahrer) bisher noch nie passiert

Ist es infoscore? 

Antwort
von Branbaer, 11

Hallo anonyms,

grundsetzlich sollte eig. ein Datum mit Zahlungseingang draufstehen. Ich hätte an ihrer Stelle gleich bei der ersten Mahnung dem Fahrbetrieb diesen Nachweis geschickt. Wichtig ist wenn dort steht Zahlungseingang bist spätestens: z.B 29.11 dann muss das Geld bereits am Konto der Firma sein, und nicht der Tag sein wo du es verschickst. Außerdem dürfen 3 Mahnungen ausgesprochen werden müssen es aber nicht einhalten.

Hoffe konnte helfen. MFG Branbear


Antwort
von Kamikaze2001, 12

Kann schon rechtens sein...
Wenn sie die Summe bis zum 10. zahlen musste, dies aber erst am 12. getan hat und die Firma ihre Mahnung bereits am 11. geschrieben hat, dann passt soweit alles. Eine Firma muss keine 2 Wochen zwischen Zahlungsziel und nächster Mahnung abwarten...
Zahlt man nicht und es geht an das Inkassobüro, so hat man nun mal mit weiteren Kosten zu rechnen.

Wichtig ist ja nicht wann sie zahlt, sondern wann er dort ankommt. Stichwort Banklaufzeiten..

Kommentar von kevin1905 ,

Die Banklaufzeit ist gesetzlich festgeschrieben auf einen Bankarbeitstag.

Ist die Forderung am 10. fällig und ich überweise am 9. ist die Frist gewahrt oder die Bank ist in der Haftung.

Kommentar von Kamikaze2001 ,

Wenn...
In meinem Beispiel waren es aber 2 Tage später.

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