Rechnung ausstellen – Bis wann mus eine Rechnungslegung erfolgen?

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4 Antworten

"Was passiert..."?

Hat der leistende Unternehmer die Rechnung nicht "rechtzeitig" ausgestellt, so muss er für die erbrachte Leistung die USt dennoch an das Finanzamt abführen. Normalerweise wäre bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung der Leistungsempfänger zur Zahlung der Erwerbsteuer (=Umsatzsteuer seines Landes für innergemeinschaftlichen Erwerb) verpflichtet. Ohne Rechnung mit ausdrücklichem Verweis auf die Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung bleibt aber die Zahlungspflicht beim leistenden Unternehmer.

Abgesehen von der USt- bzw. VSt-Anmeldung beim zuständigen Finanzamt dürfte es aber auch Probleme geben, weil für innergemeinschaftliche Lieferungen/Erwerbe eine Zusammenfassende Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern notwendig ist - siehe https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18a.html

Da diese Meldung unabhängig von einer Rechnungslegung von beiden beteiligten Unternehmern in ihrem Land abzugeben ist, muss der Unternehmer, der hier gegen die Regelung verstößt zumindest mit Nachfragen rechnen. In der Folge kann daraus jedoch leicht der Vorwurf der leichtfertigen Steuerverkürzung mit Bußgeld oder gar der Steuerhinterziehung abgeleitet werden.

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Du kannst bis zu drei Jahren nach erbrachter Leistung immer noch die Leistung in Rechnung stellen, hier erfolgt die Ultimoverjährung, sprich Du kannst die Rechnung noch ganz normal stellen. Der Kunde jedoch, wird sich sicherlich darüber aufregen :))))

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Kommentar von Xipolis
15.07.2016, 19:15

Das Kunden-Problem ist, dass ihm der Beleg fehlt um die Ausgaben in der Buchhaltung korrekt erfassen zu können.

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Die Begleichung der Rechnung ist ein zivilrechtlicher Aspekt zwischen Rechnungsaussteller und Rechnungsempfänger. Damit hat das UStG nichts zu tun. Die Zahlungspflicht besteht. Das UStG regelt nur die steuerrechtlichen Pflichten. Also ggf. die Frage von Vorsteuerabzug usw., die mit der Rechnungsausstellung in  Bezug steht.

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Kommentar von Gandolf222
15.07.2016, 16:03

Verstehe... also kann höchstens das Finanzamt sagen... "Frist nicht eingehalten = Geldbuße", der (Geschäfts-)Kunde muss zahlen. Danke!

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Der Rechnungsempfänger ist zur Zahlung verpflichtet, da die Schuld durch die erbrachte Leistung begründet wird (und nicht durch die Rechnung).

Das Problem des Rechnungsstellers ist, dass das Finanzamt von ihm die Umsatzsteuer fordern wird, wenn bei einer Prüfung auffällt, dass die Rechnung zu spät erstellt worden ist.

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