Frage von Jule1011, 80

Real Inkasso falsche Rechnungsnummer und Datum?

Hallo zusammen. Folgender Sachverhalt: ich erhielt heute ein nettes Schreiben von Real Inkasso worin mir mitgeteilt wurde, dass ich von Fressnapf eine offene Rechnung nicht bezahlt habe. In diesem Schreiben wurde die Rechnungsnummer sowie das Datum vom 06.04.2016 genannt. Diese Rechnung wurde aber bezahlt. Die 6(!) Mitarbeiter von Fressnapf wussten selbst nicht, was überhaupt Sache ist. Erst war es eine Summe von Dezember (per Paypal gezahlt), dann war es die davor im Oktober (Lastschrifteinzug) usw... Also durchsuchte ich selber alles und kam auf Folgendes: Im Juli 2015 (!) habe ich etwas bestellt und vergessen es zu bezahlen. Ich erhielt weder eine Mahnung per Mail noch per Post. Dadurch fiel mir das nicht auf. Als ich im September 15 wieder bestellen wollte, ging das nicht auf Rechnung. Also schrieb ich eine Mail an Fressnapf, in der ich darum bat doch bitte zu prüfen, ob evtl. noch ein Betrag offen ist. 10 Tage später erhielt ich eine Mail, in der mir der Mitarbeiter bestätigte, dass noch eine Summe von 46,56 offen ist. Ich Dussel hab natürlich vergessen diese zu bezahlen. Mein Fehler, keine frage. So nun konnte ich aber trotzdem wieder auf Rechnung bestellen (ging ja vorher nicht)... Der nette Mitarbeiter von Fressnapf sagte mir dann folgendes: jeder Betrag der eingeht, wird auf den vorherigen offenen Betrag gebucht. Angeblich wurde mir Ende Mai eine 2. Mahnung geschickt mit der RE Nummer von April. Die hab ich aber nie erhalten... Da wäre mir ja schon eher aufgefallen, dass da was schief läuft. Nun steht im inkassobrief die REnummer von April 16. Ich habe jetzt sofort die Summe an Fressnapf gezahlt. Kann ich gegen das Inkassoschreiben Widerspruch einlegen, da ja falsche Datum und Nummer verwendet wurden? Vielen Dank im Voraus

Antwort
von Xipolis, 37

Ich habe jetzt sofort die Summe an Fressnapf gezahlt.

Unter welchem Verwendungszweck?

In dem Fall dem Inkassounternehmen einmalig widersprechen. Bei so einem Kuddelmuddel kommen Sie da leicht wieder raus, zumal ja jetzt alle Rechnungen beglichen sind.

Lag der Inkasso-Mahnung eine ordnungsgemäße Vollmachtsurkunde im Original bei?

Es handelt sich hier um einen Entwurf der immer anzupassen ist.

-------------------- schnipp --------------------

Jule1011 

Str. Nr.

PLZ Ort

Inkassounternehmen

Str. Nr.

PLZ Ort

Ort, 24.06.2016

Aktenzeichen

Fressnapf ./. Jule1011

Ihre Mahnung vom Datum

Widerspruch gegen Ihre Forderung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre oben genanntes Schreiben habe ich am 23.06.2016 erhalten. Ich widerspreche der Forderung Ihrer Auftraggeberin und den weiteren von Ihnen aufgestellten Verzugs-/Mahnkosten. Ich werde nicht zahlen, da die Forderung unberechtigt ist.

Ich begründe meinen Widerspruch wie folgt: Ihre Mahnung weise ich mangels Vorlage einer ordnungsgemäßen Vollmachtsurkunde im Original zurück (§ 174 BGB).

Ferner weise ich Sie auf folgendes hin: Die von Ihnen gemahnte Rechnung vom 06.04.2016 mit Rechnungsnummer 1234567890 wurde von mir am Datum durch Überweisung (?)* bezahlt. Anbei eine Kopie des Kontoauszuges. Ein Verzug liegt hier nicht vor.

Rein vorsorglich mache ich Sie darauf aufmerksam, dass eine widersprochene Forderung nicht an die Schufa oder eine andere Auskunftei gemeldet werden darf (§ 28a BDSG).

Bitte verzichten Sie auf weitere Mahnungen und auf die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides. Einen solchen würde ich vollumfänglich widersprechen. Den in diesem Schreiben geäußerten Forderungswiderspruch halte ich konsequent aufrecht, da die Forderung Ihrer Auftraggeberin unberechtigt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

-------------------- schnapp --------------------

* Nicht die gestrige Überweisung, sonder die ältere Zahlung angeben.

Eine Kopie des Kontoauszuges oder Zahlungsbeleges beifügen. Dritt-Daten einfach schwärzen.

Auf weitere Schreiben dann nicht mehr reagieren. Falls dennoch ein Mahnbescheid kommen sollte, unbedingt innerhalb der Frist Widerspruch einlegen.

Kommentar von Realisti ,

Das mit der "Vollmachtsurkunde" ist hier nicht passend. Der Laden steht ja zu seiner Beziehung zum Inkassobüro.

Nach der Urkunde frage ich bei diesen Mahnbutzen mit Luftforderungen, zu denen ich ganz klar keinen Bezug habe und bei denen ich mich betrogen fühle. Besonders wenn ich den Eindruck habe, der angebliche Gläubiger unterhält gar keine Geschäftsbeziehungen zu dem Inkassobüro.

Kommentar von mepeisen ,

Das mit der "Vollmachtsurkunde" ist hier nicht passend

Doch, selbst wenn man irgendwie recherchieren kann, dass es vermutlich eine Vollmacht gäbe: Auf Anforderung ist die trotzdem nachzuweisen. Und der nette Effekt ist: Man kann problemlos zurückweisen, wenn keine Vollmacht vorgelegt wurde. Wenn man dann zwischendrin die HF zahlt, ist der Inkassoforderung der Nährboden entzogen.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Diese ' mahnbutzen '  sind i. d. R auch nur stinknormale registrierte Inkassobüros 



Kommentar von Xipolis ,

mepeisen hat alles dazu gesagt, warum das bis auf sehr wenige Ausnahmen immer sinnvoll ist.

Bitte auch den Gesetzestext lesen und beachten wie eine ordnungsgemäße Vollmachtsurkunde aussehen muss und wer von Vollmachtgeberseite berechtigt ist diese zu unterschreiben.

Antwort
von Realisti, 40

Ich würde denen gar nicht so viel erklären.

Schick ihnen eine Kopie des Zahlbeleges der in der Mahnung aufgeführten Rechnung und gut.

Dann guck mal was passiert.

Du mußt jetzt einfach belegen, dass du bezahlt hast, bevor du von Real Inkasso gemahnt wurdest und gut. Wenn denen nicht auffällt, dass es Verwechslungen gab, ist die Sache schnell erledigt. Ich würde die daher nicht darauf stoßen. Müssen sie schon selber merken.

Antwort
von EXInkassoMA, 36

Zahl die unstrittige summe zweckgebunden (hauptforderung) inkl korrekter rechnungsnummer direkt an fressnapf und rechne pauschal 5 euro dazu. Die schreiben mit der falschen rechnungsnummer sicherheitshalber aufheben

Eine klage explicit wg inkassokosten ist extrem wenig wahrscheinlich da die Rechtsprechung eher inkassounfreundlich ist

Rechne mental trotzdem mit bösen real briefen

Am besten dann noch mal posten


Kommentar von Xipolis ,

Für was denn Schadenersatz?

Gemahnt wurde eine Rechnung die ordnungsgemäß bezahlt worden ist.

Der Verbindlichkeit beläuft sich auf eine ganz andere Rechnung.

Kommentar von Realisti ,

@EXInkassoMA

Es gibt verschiedene Inkassobüros. Da sind die Dubiosen und die nicht-Dubiosen beim Landgericht registrierten etc.... Wenn dies so eine Mahnbutze wäre mit einer aus der Luft gegriffenen Forderung, dann würde weiter nichts passieren. Da gebe ich dir völlig Recht. Die gehen nicht bis zu einer Klage. Die versuchen schlimmstenfalls einen Mahnbescheid zu erwirken, dem kann man ja widersprechen.

Hier jedoch liegt eine echte Forderung vor aus eine Warengeschäft. Das die Forderung nicht o. k. ist liegt an Interna bei Freßnapf und verwechselten Belegen. In der Rechtsprechung der letzten Jahre werden dann sehr wohl bei real erfolgten Geschäften Inkassokosten vom Gericht akzeptiert. Es ist ja keine Mondforderung. (Ich sah sogar mal Tabellen mit Summen, nach denen man sich zumindest hier bei uns in diesen Fällen richtet.)

Somit kann man nicht pauschal sich der Hoffnung hingeben, dass sie nicht bis zum Äußersten gehen. Mit so einer Inkassoforderung würde ich mich immer außeinandersetzen und auch aktiv versuchen eine Lösung herbei zu führen.

Sie will ja vermutlich auch weiter Kunde bei Freßnapf bleiben und wegen so einer Sache keine Einträge in den Auskunfteien riskieren.

Kommentar von mepeisen ,

In der Rechtsprechung der letzten Jahre werden dann sehr wohl bei real erfolgten Geschäften Inkassokosten vom Gericht akzeptiert. Es ist ja keine Mondforderung. (Ich sah sogar mal Tabellen mit Summen, nach denen man sich zumindest hier bei uns in diesen Fällen richtet.)

Das stimmt schlichtweg nicht.

1. Gibt es bei fehlendem Verzug keine rechtliche Grundlage für die zum verzugsschaden gehörenden Inkassokosten. Ob die Hauptforderung berechtigt ist oder nicht, ist dabei total egal.

2. Gibt es auch in den letzten Jahren hunderte oder tausende Urteile bei Amtsgerichten, dass die Inkassokosten zusammengestrichen werden auf beispielsweise 3€.

3. Diskutiert man im Masseninkasso immer und ausschließlich um maximal ein Schreiben einfacher Art (0,3 Gebühr).

4. Trotz mehrfacher Aufforderungen, die ich in diversen Foren an diejenigen gerichtet habe, die Inkassogebühren immer wieder als "Erkennen Gerichte grundsätzlich an" verteidigen, wurde nie ein Urteil genannt, was diesen Sachverhalt trifft. Meine Recherchen bleiben auch ergebnislos. Wird die HF samt etwaigen Zinsen und Briefporto zeitnah bezahlt, hat offenbar bisher noch kein Inkasso versucht, jemals Inkassokosten einzuklagen.

Und in den wenigen Fällen, wo es doch probiert wurde, hilft ein Auffordern, doch mal das Vertragswerk vorzulegen und ein Beweis, dass dem Gläubiger überhaupt ein Schaden entstanden ist. Dann werden die Klagen IMMER zurückgezogen. Warum ist das so?

Masseninkassos funktionieren nur, wenn man dem Gläubiger von Schaden freistellt. Wenn man ihm vertraglich garantiert, nie Geld zahlen zu müssen für die Inkassodienstleistung. Damit entsteht dem Gläubiger aber nie ein Schaden und damit klappt auch die Schadensersatzforderung als Rechtsgrundlage gar nicht mehr. Die Inkassos sind hier Opfer ihrer eigenen Vertragswerke.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Realisti

Was soll ein Mahnbutze sein ???? 

Die Credit Reform? 

Neue wortkreation von Dir? 

Deine kompletten Hinweise zur Sache sind einfach nur quatsch hoch 10

Mit dem vorletzten Satz machst Du Dich meiner Meinung nach lustig über den TE... 





Kommentar von Xipolis ,

Realisti,

zum einen müssen alle Inkassounternehmen um Ihre Tätigkeit ausüben zu können bei der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde zugelassen sein.

Ein Inkassounternehmen kann als Rechtsbeistand keine Zahlungsklage einreichen, sondern müsste spätestens wenn auch das Mahnverfahren gescheitert ist, den fruchtlosen Aufrag zurückgeben.

Beauftragt nun der Gläubiger einen Rechtsanwalt, kann er die Kosten des Inkassounternehmens nicht mehr als Schadenersatz geltend machen.

Eine Klage wäre nur bei einer abgetretenen Forderung möglich. In eigener Sache darf aber das Inkassounternehmen logischerweise keine Gebühren erheben.

Und wenn man einen Schuldner in Verzug setzen will, dann muss man auch die Verbindlichkeit eindeutig und zweifelsfrei benennen.

Kommentar von Xipolis ,

Nachtrag:

Sie will ja vermutlich auch weiter Kunde bei Freßnapf bleiben

Das wird keine negativen Auswirkungen haben, da es vermutlich ein automatisierter Vorgang ist (was auch die Ahnungslosigkeit der Ansprechpartner zeigt).

Solange alle Hauptforderungen beglichen sind, entsteht Freßnapf kein Schaden.

und wegen so einer Sache keine Einträge in den Auskunfteien riskieren.

Verboten nach § 28a BDSG, da Forderung widersprochen wurde. Damit würde das Inkassounternehmen Beschwerde beim Landesdatenschutzbeauftragten und beim Gerichtspräsidenten des Aufsichtsgerichts riskieren.

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