Frage von Serienjunkie96, 68

Reaktionsgleichung für das chemische Einführungspraktikum?

Hey

und zwar beginnt bald mein CEP an der Uni und ich bereite mich gerade darauf vor, indem ich das Skript schon mal etwas durchlese und mir wichtige Stellen markiere.

Nun soll ich eine Reaktionsgleichung aufstellen:

In einem Reagenzglas befindet sich eine HCl, KI und Stärke Lösung. In kleinen Anteilen gibt man die durchmischte Lösung zu Natriumnitrit. Dabei soll wohl NO2 entstehen was dann in das Reagenzglas übergeht, wodurch es zu einer Iod Ausscheidung und Blaufärbung kommt

Aber kann mir jemand diese Reaktion anhand einer Gleichung genauer erklären??

Ich finde nämlich nur Informationen darüber, dass das Iod mit der Stärke reagiert und das es dadurch zu einer Blaufärbung kommt

Ich hoffe Ihr könnt mit etwas weiterhelfen

Liebe Grüße

Expertenantwort
von mgausmann, Community-Experte für Chemie, 49

Das Nitrit oxidiert das Iodid zum elementarem Iod und wird dabei selbst reduziert:

2 I- + 2 NO2- + 4 H+ ---> I2 + 2 NO + 2 H2O

NO2 sollte eigentlich nicht entstehen, sondern NO...

Kommentar von Serienjunkie96 ,

In meinem Skript steht:
"Das sich stürmisch entwickelnde Gas Stickstoffdioxid dringt meist in das Reagenzglas ein und bewirkt eine Iod Ausscheidung[...]" 

Kommentar von mgausmann ,

Hmm hab ich da dann vielleicht was falsch verstanden...
Seh ich das richtig, ihr kippt die Iodid/Stärke/Salzsäure-Lösung direkt zu wässriger Natriumnitritlösung?
Da wandert dann ja eigentlich kein Gas zwischen irgendwelchen Gläsern hin und her...

Wenn ihr allerdings Säure zu Nitrit gebt, entsteht dabei auch NO2...

2 NO2- + 2 H+ --> NO2 + NO + H2O

Das ist dann allerdings nicht für die Oxidation deines Iodids zuständig, das übernimmt hauptsächlich das Nitrit...

Gebt ihr vielleicht zuerst Säure auf das Nitrit und lasst dann das entstehende NO2 mit dem Iodid reagieren? Da könnte ebenfalls als Oxidationsmittel genutzt werden, wäre aber eigentlich unnötig umständlich, wenns auch einfach mit der Nitritlösung geht...

Kommentar von Serienjunkie96 ,

Also wir haben eine Stärke/Kaliumiodid/HCl Lösung. Diese geben wir in kleinen Anteilen zu festen NaNO2 und dabei entsteht in dem Becherglas NO2

Dieses Stickstoffdioxid bewirkt dann bei dem Übergang ins Reagenzglas eine Iod Ausscheidung 

Bei diesem Experiment soll halt gezeigt werden, dass man beim Umfüllen einer Flüssigkeit direkt den Stopfen wieder auf die Flasche machen soll damit so etwas nicht passieren kann :) 

Kommentar von mgausmann ,

Ahhhhh, ja dann macht das Sinn...

Also passieren beide Reaktionsgleichungen, das entstehende NO2/NO Gasgemisch wandert rüber in das Iodid-Reagenzglas und das NO2 oxidiert dort das Iodid und wird selbst zu NO... Das müsste dann so ausschauen:

NO2 + 2 H+ + 2 I- --> NO + I2 + H2O

Kommentar von Serienjunkie96 ,

Vielen Dank 

Jetzt kann ich mir auch viel mehr darunter vorstellen :)

Kommentar von mgausmann ,

Na das freut mich doch ;D

Kommentar von mgausmann ,

Das mit dem Stopfen ist teilweise tatsächlich wichtig...
Tipp: Im anorganischen Grundpraktikum wirst du oft die Flasche mit konz. Ammoniak-Lösung und die konz. Salzsäure-Flasche gleichzeitig im Abzug stehen haben... Mach die Stopfen drauf, sonst bildet sich überall Ammoniumchlorid und über son Labortag hast du im Anschluss auf allen Gläsern im Abzug ne weiße Beschichtung... die geht zwar problemlos mit Wasser ab, aber später wenn man analytisch arbeiten möchte, stört das natürlich...

Kommentar von Serienjunkie96 ,

Ja das wurde uns auch schon erzählt. Bin echt gespannt wie das so wird :) 

Bildet sich dabei denn echt so viel NH4Cl? Also wir haben das mal in der Schule und in der Vorlesung gezeigt bekommen aber entsteht da echt so viel bei, dass alle Gläser diese weiße Beschichtung haben? 

Kommentar von mgausmann ,

Naja wenn du die Flaschen direkt nebeneinander hälst, sieht man den weißen Nebel schon ziemlich gut...

Die Beschichtung hast du natürlich nicht nach 5 Minuten...
Aber das Zeugs liegt ja im Praktikum gerne mal 3-4 Stunden im Abzug rum und dann ist da auf jedenfall Belag drauf, wenn du die Flaschen offen lässt und ja man lässt sie doch oft offen, weil man das doch irgendwie ständig braucht und man sich wahrscheinlich zu viert eine Flasche Salzsäure und eine Flasche Ammoniak teilt... da sind die die meiste Zeit offen... Bei uns ist das jedenfalls regelmäßig damals vorgekommen...
Aber die Angewohnheit mit den Flaschen legt man schnell ab... Schließlich ist die Frequenz der Versuche im AC-Grundpraktikum ganz anders als später (AC-Grundpraktikum: 10-20 Versuche an einem Tag), AC-Synthese Praktikum: ~1 Versuch in 2 Tagen. ;)

Kommentar von Serienjunkie96 ,

Ja so wird das sicherlich bei uns auch so ablaufen :) Ja jetzt sind halt die ganzen Grundlagen, damit ich am Ende eigenständig Analysen durchführen kann und dann einigermaßen bescheid weiß was ich überhaupt machen muss :) 

Aber die Anzahl der Versuche steigt schon stetig an

1.Tag ca. 7-8 Versuche
4.Tag ca. 18 Versuche (laut Zeitplan) 

Jetzt freue ich mich noch mehr darauf :D 

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