Frage von Hexe16, 75

Rb will nicht allein ins Gelände, ist respektlos und macht was er will. Wie kann ich das ändern?

Hallo!

Ich habe seit circa einem dreiviertel Jahr eine Reitbeteiligung auf einem Hafi. Ich hatte von Anfang an teilweise Schwierigkeiten mit ihm. Das erste Mal auf dem Platz ist er keinen Schritt vorwärts gegangen und ich habe mich dann auch nicht getraut mal etwas strenger zu werden. Habe dann die Besi um Rat gefragt und das zweite Mal war sie dabei und hat mir Tipps gegeben. Ab da hat es dann auch allein gut geklappt. Allerdings misstraut er mir ziemlich und auch ich habe Schwierigkeiten ihm im Gelände zu Vertrauen und denke immer eher "Was wäre wenn...?" Ich weiß, dass er es genau merkt, wenn ich mich anspanne, denn dann ist er auch immer extrem schreckhaft. Bei dem letzten Ausritt hat es bei mir dann auf einmal "Klick" gemacht und ich hatte keine Angst, dass er panisch wird, wenn es windet oder so, sondern bin ruhig geblieben. Und er war auch das erste Mal vollkommen entspannt bei einem Ausritt. Keine Ahnung woran das lag, aber ich habe mir dann auf einmal nicht ständig überlegt, was passiert, wenn er mit mir durchgeht oder so.

Allerdings ist es dafür vom Boden aus schlimmer, da er absolut keinen Respekt mehr vor mir hat, sobald ich absteige. Wenn ich zwischen ihm und dem Gras stehe, werde ich einfach überrannt und beiseite gedrängelt (habe schon einige blaue Flecken deswegen) und auch das von der Weide holen ähnelt mehr einem Tauziehen.

Außerdem lässt er sich partout am Kopf nicht anfassen, was ziemliche Schwierigkeiten beim Auftrensen, etc gibt. Ich muss ihn dann immer mit Futter ablenken, da er teilweise sogar schon angefangen hat leicht zu schnappen. Beim letzten Ausritt ist es etwas besser gewesen und ich konnte ihn bis fast zu den Ohren berühren. Ich habe ihn dann auch kräftig gelobt und belohnt und hoffe, dass das mit der Zeit besser wird. Hat jemand einen Rat, wie wir das üben können?

Das größte Problem von allen ist, das er nicht alleine ins Gelände geht, sei es ein Ausritt oder "nur" ein Spaziergang. Er bewegt sich dann einfach nicht mehr, weder mit ziehen und zerren, noch mit Leckerlies. Er steht seit 23 Jahren gemeinsam mit einer Stute in einer Paddockbox und ohne sie geht er nirgendwo hin. Wir haben sie die letzten Male ins Gelände immer mitnehmen dürfen, aber eine Dauerlösung ist das auch nicht.

Meint ihr, das kann man trainieren,dass wir wenigstens Spaziergänge oder kurze Ausritte ohne die Stute machen können oder soll ich das akzeptieren und auf die Ausritte alleine eben verzichten? Wäre toll, wenn ihr mir auch da helfen könntet :)

Tut mir leid, dass das jetzt so ein ewig langer Text geworden ist, aber ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Ich mag ihn total gern und auf dem Platz ist er superlieb, solang ich im Sattel sitze.

Ganz liebe Grüße, Hexe

Antwort
von Isildur, 75

Hallo,

das Pferd ist dann ja schon über 23 Jahre alt und lebt mit einem anderen Pferd alleine. Natürlich "kleben" die aneinander. Das Training wäre ja nicht nur mit dem HAfi sondern auch mit der Stute, die ohne ihren Kumpel ist, ob man das mit einem doch eher betagten PFerd noch ausdiskutieren muss finde ich fraglich. Zu dem bist du noch ziemlich jung und wirkst eher unerfahren/zurückhaltend im Umgang mit dem Pferd, da ist alleine im Gelände unterwegs zu sein, vielleicht nicht unbedint die Beste Idee. Bedenke auch dass du jeden "Erziehungsversuch" mit der Pferdebesitzerin absprechen solltest, das könnte sonst mal böse Ärger geben.

Wie ist erdenn vom Maul her und wie häufig werden seine Zähne gemacht? Entündungen können PFerde schon einmal unleidlich werden lassen, da reicht dann auch der Druck vom Halfter aus. Wie sieht die Fütterung aus? Pferde die rationiert bekommen und "Heißhunger" schieben, neigen eher zum "Verfressen sein", als ein Pferd das genügend und genügend lange Futter angeboten bekam. Bevor ich da an der Kopfscheuheit weiter arbeite, würde ich Rücksprache mit der Besitzerin halten, seit wann er das hat und ob sie weiß warum. Man kann Pferden eigentlich recht gut beibringen das Gebiss freiwillig ins Maul zu nehmen und die Nase von alleine durchs Halfter zu stecken. Lässt sich ziemlich gut klickern

Kommentar von Hexe16 ,

Hey! Er steckt die Nase problemlos durch das Halfter und bei der Trense beginnt das Problem eben erst, sobald ich die Hand hebe um die Trense über die Ohren zustreifen. Die Pferde haben den ganzen Tag über Zugang zu Gras oder Heu. Die Pferde stehen nicht alleine dort, das habe ich schlecht beschrieben. Sie stehen nur zusammen in einer Box, aber dort stehen auch noch andere Pferde. Seit ich da reite, wurden die Zähne noch nie gemacht, also seit einem dreiviertel Jahr sicher nicht. Ich frage mal bei der Besitzerin nach, ob ihr da deswegen irgendwas auffällt.

Die Stute geht gut ohne den Wallach ins Gelände, nur er eben nicht ohne sie. 

Ich habe auch schon überlegt, dass ich das mit dem alleine ausreiten einfach auf sich beruhen lasse, weil ich selber auch finde, dass ich ihn in seinem Alter deswegen nicht noch unnötig aufregen muss.

Die Besi weiß, dass er sich am Kopf nicht anfassen lässt, hat aber keine Ahnung warum. Es war am Anfang viel schlimmer und mittlerweile lässt er sich die Trense besser überstreifen, deswegen übe ich einfach weiter und bleibe dran. Danke für deine Antwort!

Kommentar von Isildur ,

Hallo

das hatte ich wirklich anders verstanden. Kläre erst einmal die anderen Probleme am Boden und übe das dann - mit Hilfe der Besi - erst vom Boden aus im Gelände, vllt. überrascht er dich ja und folgt dann willig. Was macht er denn wenn du ihm nur das Gebiss hinhälst ohne zu versuchen die Trense überzustreifen?

Kommentar von Hexe16 ,

Er öffnet dann immer gleich das Maul, aber sobald man in die Nähe der Ohren oder Augen kommt wird er unruhig und respektlos, das ist ja das Komische... Ja, ich werde mich erstmal auf die anderen Sachen konzentrieren, dankeschön! ;)

Kommentar von Hexe16 ,

Tut mir leid, dass ich nochmal störe, aber ich hab noch ne Frage. Und zwar hast du geschrieben, dass sich das mit dem Halfter gut clickern lässt. Clickerst du selbst? Und kennst du da vielleicht gute Bücher darüber? Ich würde mich da gerne mal näher mal darüber informieren, aber ich war immer sehr hin- und hergerissen. Heute habe ich einen Artikel gelesen, der mich ziemlich verunsichert hat. In dem Artikel sagt Bern Hackl in einem Interview, dass wer sein Pferd mit Leckerlies belohnt, sich unterordnet, da nur Rangniedrige ihr Futter teilen. Hier der Link, falls es dich interessiert: 

http://www.pferdefluesterei.de/bernd-hackl-ueber-pferdefluesterei-der-pferdeprof...

Das hat mich dann zum Nachdenken gebracht, weil ich die Methoden von Bernd Hackl sehr pferdefreundlich und interessant finde. Hast du vielleicht Tipps, wenn ich mit Clickern anfangen würden? Ich habe schonmal mit der Besi darüber gesprochen. Die hat gemeint, ich könne das gerne machen, aber sie kennt sich da nicht sehr gut aus. Wäre toll, wenn du Tipps oder Buchvorschläge hättest :)

Kommentar von Isildur ,

Hallo,

ich kenne die Thesen und bin auch mit der Mehode vertraut. Mein Pferd ist nicht blöd, der weiß das ich kein Pferd bin, der weißauch das ich nicht in seine "Herde" gehöre. Unsere PFerdegruppe frisst friedlich aus einem Heuring Futter - ohne Probleme. Das ein Pferd das andere "füttert" habe ich (Fohle ausgenommen) noch nie gesehen. Wenn seine Theorie stimmen würde, dürfte ja kein Pferd im Selbstversorgerstall Respekt vor seinem Besitzer haben. Meine Pferde bekommen ständig Futter direkt von mir - immer dann wenn ich Heu nachgebe oder abends wenn ich Kraftfutter vorgebe. Die sind trotzdem nett und brav. Natürlich kommt es darauf an wie ich füttere - und das ist die große Gefahr beim Klickern, man muss schon ein gutes Timing haben, damit man das Pferd nicht zum distanzlosen betteln erzieht. Am sichersten ist, man startet damit dem Pferd durch klickern beizubringen von einem wegzuschauen/vom Leckerlie wegzuschauen um an die Belohnung zu kommen. Gelernt habe ich das durch den Hund und dann aufs Pferd umgemünzt

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 75

Das ist ja eine Riesenbaustelle, die man dir als Reitbeteiligung gegeben hat.

Ehrlich, nehm´s mir nicht übel, aber ich finde es eine Frechheit, so ein verzogenes und unrittiges Tier jemandem als RB anzubieten. Hoffentlich musst du wenigstens nichts bezahlen.

Falls das der Fall ist, kannst du ja mal eine Anzeige aufgeben, mit der du einen Bodenarbeitslehrer suchst.

Aber, ehrlich gesagt, ich hätte keine Lust, mich mit dem Tier herumzuärgern. Da hast du doch nichts von. Es gibt doch sicher bessere Reitbeteiligungspferde.

Kommentar von Hexe16 ,

Nicht böse gemeint, aber die Antwort bringt mir überhaupt nichts :) Wenn man bei jedem Pferd, dass nicht alles kann und/oder will gleich aufgeben würde und sagen "Das ist ein verzogenes Tier, deswegen braucht man sich da nicht mehr viel drum kümmern", dann hätte man am Ende ziemlich viele "unreitbare Problempferde".

Wie oben geschrieben hat er auch seine guten Seiten und einige Dinge wurden in letzter Zeit Schritt für Schritt besser. Ich habe absolut nicht vor, eine andere Rb zu suchen, nur weil er kein "Knopfdruckpferd" ist.

Das ist absolut nicht beleidigend oder böse gemeint, sondern ist nur meine persönliche Meinung :)

Kommentar von hupsipu ,

Ich muss Dahika da zustimmen... Zumindest musst Du Dich mal ganz in Ruhe hinsetzen und die Lage realistisch einschätzen: lernen kannst Du bei und mit diesem Pferd momentan definitiv nichts. Und frustrierend ist es natürlich auch, das merkst Du ja selbst. Meine Idee wäre, mit dem Besitzer zusammenzusitzen und zu besprechen, wie die Lage für Dich und das Pferd besser werden kann - indem er Dir regelmäßig Unterricht gibt zB, oder Du selbst nach einem Trainer schaust und dafür für die RB nichts bezahlst.
Es gibt für so eine Großbaustelle, wie Du sie beschreibst, einfach keine sinnvoll umsetzbaren Tipps, sorry. Das wäre fahrlässig und so als würden wir Dir beschreiben wie Du am Fahrrad die Klingel benutzt, obwohl Dein Rad kaputte Reifen und keine Pedale hat...

Kommentar von Hexe16 ,

Ich habe auch nicht erwartet, dass mir jetzt jemand den ultimativen Lösungsvorschlag schreibt und auf einmal klappt alles super. Das habe ich etwas falsch geschrieben, sorry. Ich hatte mir eigentlich eher Anregungen oder vielleicht sogar eigene Erfahrung in ähnlichen Fällen erhofft. Ich glaube, ich habe das im Fragetext falsch beschrieben, er ist kein Problempferd, er hat eben Macken und Unarten, die ziemlich nervig sind. Den Tipp, mit der Besi zu reden, werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und, wenn ich sie bald sehe auch umsetzen. Danke dafür :)

Antwort
von DCKLFMBL, 66

Lass am besten wenn du es darfst mal probeweise das Gebiss weg bei manchen Pferden kommt das vom Gebiss,das er den kopf nicht anfassen lässt hört sich stark danach an

Viel Glück dabei

Kommentar von Hexe16 ,

Hey! Danke für die Antwort! Werd ich auf jeden Fall probieren, zumal ich gerade sowieso am überlegen bin, mal gebisslos auszuprobieren. Was würdest du mir da empfehlen? Bei mir im Stall reiten viele mit gebissloser Westerntrense/Sidepull und erzählen nur Gutes. Bernd Hackl empfiehlt ja mit Bosal reiten. Was findest du da besser?

Ich würde mir sonst einfach mal das Sidepull von einer anderen Einstellerin ausleihen und mal schauen, wie es klappt.

Noch ne andere Frage: Falls er sich wirklich wegen dem Gebiss nicht anfassen lässt, warum macht er das dann auch, wenn er nur das Halfter draufhat?

Liebe Grüße

Hexe

Kommentar von DCKLFMBL ,

Wegen dem Kopf nicht anfassen lassen:das macht er beim Halfter wahrscheinlich auch weil er ja nie weiß wann es das Gebiss ist und wann das Halfter, und ich würde noch empfehlen Parelli mit ihm zu machen da wird dann auch das anfassen vom kopf geübt und die Bindung wird auch gestärkt.

Und wegen dem Sidepull:ich würde entweder Sidepull oder Bitless bridle empfehlen,und lass dich nicht beirren von jemand der evtl.schreibt das das zu scharf wäre,man muss es nur richtig anwenden können und das ist nicht so schwer man darf nur nicht doll dran ziehen aber das muss man meistens auch gar nicht weil die Pferde sehr gut darauf reagieren, das werden dir die von denen du so ein sidepull mal ausprobieren könntest schon sagen:)

Und nicht so schnell aufgeben wenn man es richtig anstellt und dem Pferd ein wenig zeit lässt wird es dir Danken

Gutes gelingen:)  

Kommentar von Hexe16 ,

Danke! Ich werde das mit dem Sidepull jetzt mal ausprobieren und mir dafür Hilfe von den anderen Einstellern und der Reitlehrerin holen. Bitless Bridle und Bosal finde ich auch total interessant und ist bestimmt mal einen Versuch wert. Ich werde mir das alles mal in Ruhe anschauen und ausprobieren. Dankeschön für deine Antworten!! :)

Kommentar von Hexe16 ,

Sorry, dass ich nochmal nerve, aber ich habe gerade gesehen, dass du in deinem Status den Link von www.gebisslos-reiten.de stehen hast. Hast du davon eine Zäumung oder bist du schon mal mit einer geritten? Ich würde mir da gerne mal eine Testzäumung bestellen ;)

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