Frage von Mordalshobby, 87

Rausschmiss private Krankenkasse, weil ich Gesundheitsproblem, was schon immer bestand, aber bisher nicht erkannt wurde, nicht zu Vertragsbeginn gemeldet habe?

Hey zusammen,

mein Hausarzt hat festgestellt, dass meine Nasenscheidewände extrem eng sind, was dazu führt, dass ich so gut wie immer durch den Mund atme, was der Grund ist für meine ständigen Erkältungen und Halsprobleme.

Nun ist die Nasensituation etwas, was wohl schon immer so war - nur bisher niemand erkannt hat! Also habe ich dies auch bei der Gesundheitsprüfung damals (vor 5 Jahren) auch nicht bei meiner Privaten Krankenkasse gemeldet (wusste ich ja nicht).

Kann mich die Krankenkasse dennoch rauswerfen eventuell? Weil es ja etwas ist, was ich theoretisch schon damals hätte wissen und melden müssen?

Expertenantwort
von Barmenia, Business Partner, 24

Hallo Mordalshobby,

deine Unsicherheit kann ich verstehen, du brauchst dir aber keine Sorgen zu machen.

Die Gesundheitsfragen im Antrag sind nach bestem Wissen richtig und vollständig zu beantworten. Was du nicht weißt, kannst du nicht angeben. Wenn du also nach Antragsstellung erst erfährst, dass du ein Problem mit der Nasenscheidewand hast, ist das völlig unerheblich für deinen Vertrag.

Es kann sein, dass die PKV sich nochmal von deinem Arzt bestätigen lässt, dass du jetzt erstmalig deswegen in Behandlung warst. Das ist aber auch schon alles.

Ich möchte die Gelegenheit gerne nutzen um mal kurz zu erklären, weshalb private Krankenversicherungen überhaupt bei Antragsstellung eine solche Abfrage des Gesundheitszustandes machen.

In der PKV zahlt jeder Versicherte einen eigenen Beitrag, der sich nach dem gewünschten Versicherungsschutz, dem Eintrittsalter und Gesundheitszustand berechnet.

Jeder zahlt demnach das, was statistisch gesehen für ihn selbst über die gesamte Vertragsdauer benötigt wird.

Wenn ein Versicherter eine Vorerkrankung mitbringt, ist das Risiko, dass er mehr Leistungen benötigt, als ein völlig gesunder Mensch natürlich höher.

Deshalb wird dieses erhöhte Risiko von vornherein im Beitrag/Vertrag berücksichtigt. Andernfalls wäre es den anderen Versicherten gegenüber auch unfair, da diese dann das Risiko mittragen müssten.

Wenn sich nun im Nachhinein rausstellt, dass bereits vor Antragsstellung eine Erkrankung bestand, die nicht angegeben wurde, prüft der Versicherer im ersten Schritt mal, in welcher Form der Vertrag unter Berücksichtigung dieser Erkrankung zustande gekommen wäre.

Viele Leute haben leider den Eindruck, die Versicherungen suchen geradezu nach einem Kündigungsgrund. Dem ist aber gar nicht so. Es soll nur sichergestellt sein, dass die Beiträge richtig kalkuliert sind um langfristig alle Leistungen zu zahlen.

Es kann sein, dass eine Erkrankung gar keine Auswirkung auf den Vertrag hat, es kann aber auch sein, dass im Nachhinein ein Beitragszuschlag oder Leistungsausschluss vereinbart werden muss.

Gekündigt wird ein Vertrag wirklich nur dann, wenn jemand eine Erkrankung nicht angibt, die absolut nicht versicherbar ist. Solche Erkrankungen vergisst man aber auch im Normalfall nicht. Leider kommt es manchmal vor, dass Informationen ganz bewusst verschwiegen werden.

So wie der Versicherte Vertrauen zu seiner PKV haben muss, muss auch die PKV dem Versicherten vertrauen können. Und in einem solchen Fall ist dieses Vertrauensverhältnis natürlich geschwächt.

Nun ja, genug abgeschweift ;-) Ich hoffe, ich konnte dir deine Frage beantworten.

Viele Grüße aus Wuppertal

Christina vom Barmenia-Team

Antwort
von FordPrefect, 42

Sofern die Fehlstellung unbekannt war und erst jetzt erstmalig diagnostiziert wurde, lag zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses keine unrichtige Aussage in den Gesundheitsfragen vor, die dem VR eine rückwirkende Vertragsaufhebung gestatten würde. Insofern sehe ich hier keinerlei Kündigungsgrund seitens des VR, es liegt letztlich in der Natur der Sache, dass bestimmte Faktoren erst mittels präziser Nachforschung respektive gezielter Diagnostik ans Licht kommen. Solange die Gesundheitsfragen nach bestem Wissen und Gewissen korrekt beantwortet wurden, ist das schlicht Routine.

Antwort
von basiswissen, 20

Du kannst nur angeben was du auch meist. Vermutungen brauchst du nicht anzugeben, denn es sind ja wenn dann Vermutungen und keine Fakten-um die es bei der Antragstellung geht. Selbstverständlich hättest du zum Beispiel ständige Erkältungen etc. angeben müssen (ich gehe davon aus das hast du getan). Du bist der kein Arzt und kannst das also nicht wissen. Anders wäre die Sachlage wenden dann medizinischen Unterlagen dies bereits festgestellt worden ist und du dann in dem relevanten Zeitraum davon Kenntnis hattest und diese Angaben verschwiegen hast.

Antwort
von kloogshizer, 29

Nein, es geht nicht darum, ob du es theoretisch hättest wissen können, sondern nur ob du es wusstest. Wenn es diesbezügliche Befunde gäbe, die älter als 5 Jahre sind, dann hättest du ein Problem.

Antwort
von KatzenEngel, 43

Ich bin der Meinung, dass sie auf alle Fälle - wenn sie das erfährt - möchte, dass Du mehr Beiträge bezahlst!!!

Was Du nicht wissen konntest, konntest Du damals natürlich auch nicht melden!

Kommentar von Mordalshobby ,

Ja? Ist das eine mögliche Gefahr? Dass mir aufgrund dessen die monatlichen Beitragskosten erhöht werden? das klingt komisch!

Kommentar von FordPrefect ,

Die neue Diagnose wird in dein Risikoprofil eingearbeitet, und ist somit ein Kostenfaktor. Je nach Einschätzung der direkten und indirekten medizinischen Kosten, die daraus folgen respektive folgen können, wird das natürlich ggfs. zu einer Beitragsanpassung führen. Schließlich hat sich das versicherte Risiko geändert, ergo auch die Prämie.

Kommentar von KatzenEngel ,

Danke, dass Du so schnell geantwortet hast, besser hätt ichs nicht ausdrücken können :)

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