Frage von Mragowska, 71

Rauchmelderalarm auf der Arbeit ausgelöst, wer haftet?

Hallo zusammen,

Ich habe vor kurzem die Arbeitsstelle gewechselt und wurde schon am 6. Tag in der Spätschicht alleine gelassen. Obwohl man normalerweise mindestens 2-3Wochen nicht ohne Einarbeitung alleine gelassen wird weil es einfach so vieles gibt was man unmöglich in ein Paar Tagen hätte lernen können. Nunja das Problem ist. Ich wurde leider über nichts aufgeklärt. Ich hatte abends die glastüren abgeschlossen und habe auch mit einem piepser den Alarm fest gemacht (heute weiß ich natürlich für was das teil ist) im Juni leider noch nicht so wirklich. Der Laden ist in einem Einkaufszentrum. Ich hatte direkt danach bemerkt, das ich mein Portmone vergessen hatte und wollte es nur mal ebend schnell holen. Mir war nicht bewusst das direkt der Feueralarm los geht. Direkt ging der Rauch an und die Feuerwehr kam. Ich stand einfach nur geschockt und hilflos da. Man hatte mich gefragt wie man das ausmachen kann. Wenn man anrufen kann. Und ich wusste einfach nichts. So unnötig habe ich mich noch nie gefühlt. Am nächsten Tag kam der Chef. Verständlicherweise. Er wollte wissen ob es Fahrlässig war oder nicht. Ich sagte ihm das es das zu 100% nicht sei. Das ich selber geschockt war und nicht wusste was zu tun ist. Er sagte dann nur, gut wir wollten nur wissen ob es extra war oder nicht. Und es erleichtert mich, das es das nicht war. Dann ein paar Wochen später kam die Feuerwehrrechnung in Höhe von 695€ und man verlangt das ich das zahlen muss.

Die Frage ist muss ich das als AN bezahlen? Muss ich nicht in irgendeiner art und weise geschütztbwerden? Das es nicht Fahrlässig war, war ja bereits geklärt.

Antwort
von Deepdiver, 41

Die Rechnung ist in der Gebührenordnung der jeweiligen Stadt geregelt. Diese ist auch in der Höhe so korrekt.

Haftbar ist der Betreiber der Anlage. Somit die Firma. Wenn du nach deren Meinung den Feueralarm absichtlich ausgelöst hast, können die dich dafür in Verantwortung nehmen.

So wie du den Fall aber schilderst, bist du weder in die Anlage noch in dem Umgang damit eingewiesen worden. Somit können die dich nicht dafür zur Rechenschaft ziehen.

Du solltest dich an den Personalrat (wenn vorhanden) oder an einen Anwalt wenden. Denn du musst beweisen, das dir die Unterweisung fehlte.

Kommentar von Mragowska ,

Ja das wird kein problem sein. Jeder auf der Arbeit weiß das ich keine Unterweisung habe. Übrigens hatten das meine anderen Kollegen auch nicht.

Kommentar von Deepdiver ,

Wer hat dir denn die Rechnung geschickt? Die Stadt oder der Arbeitgeber?

Kommentar von Mragowska ,

Der Arbeitgeber. Die Rechnung läuft auf die Firma.

Kommentar von Deepdiver ,

Dann würde ich an deiner Stelle zuerst einmal mit dem Arbeitgeber reden, warum du die Rechnung bezahlen sollst.

Da du ja angeblich keine Einweisung bekommen hast und diesen Alarm ja nicht Grob Fahrlässig oder Absichtlich ausgelöst hast.

Kommentar von Mragowska ,

Ja das habe ich schon öfter versucht. Nur leider kommt er jedes mal wenn man alleine ist und die Kunden bedienen muss oder wenn ich nicht da bin. Ich habe eine Nummer von einer Beratungshilfe. Da kann man zwischen 14 und 17 und Donnerstags anrufen. Das werde ich heute definitiv tun und denen dann auf deren schöne E-mail antworten. Zumal einfach mal zwei Monate nach der Rechnung nichts von den kam und dann vor paar Tagen per E-mail das es zum ende des Monats eingezogen wird. Finde ich schon recht unverschämt.

Kommentar von Deepdiver ,

Das stimmt allerdings. An deiner Stelle würde ich mich bei der Beratungsstelle melden und dann das mit denen klären lassen.

Antwort
von Goodnight, 42

Nein musst du nicht bezahlen.

Antwort
von SirKermit, 22

Schau mal hier nach: https://www.gutefrage.net/frage/alarm-aus-versehen-ausgeloest-wer-zahlt

und auch http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Haftung_Arbeitnehmer.ht...

Auszug:

"Kon­kret gel­ten für al­le Schäden des Ar­beit­ge­bers, die ein
Ar­beit­neh­mer durch ei­ne be­trieb­lich ver­an­laßte Tätig­keit
rechts­wid­rig ver­ur­sacht, die fol­gen­den Haf­tungs­re­geln:

    Bei Vor­satz haf­tet der Ar­beit­neh­mer voll, d.h. er haf­tet auf Er­satz des ge­sam­ten Scha­dens.
    Bei gro­ber Fahrlässig­keit haf­tet der Ar­beit­neh­mer "in
    der Re­gel" voll, d.h. er haf­tet in den meis­ten Fällen auf Er­satz des
    ge­sam­ten Scha­dens, doch gibt es auch Aus­nah­mefälle, in de­nen die
    Er­satz­pflicht ge­min­dert ist.
    Bei mitt­le­rer Fahrlässig­keit wird der Scha­den un­ter
    Berück­sich­ti­gung sämt­li­cher Umstände des Ein­zel­falls zwi­schen
    Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer auf­ge­teilt.
    Bei leich­tes­ter Fahrlässig­keit haf­tet der Ar­beit­neh­mer gar nicht.

Ach­tung: Die­se von der Recht­spre­chung zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers auf­ge­stell­ten Re­geln gel­ten nur bei be­trieb­lich ver­an­lass­ten Tätig­kei­ten, d.h. bei Scha­densfällen "auf der Ar­beit"."

Antwort
von blumenFee47, 24

Um ganz sicher zu gehen würde ich einen Anwalt konsultieren.... lg Blümchen 

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