Frage von DeepAlice, 45

Ist Mitgefühl ein Auslaufmodell?

Hallo Leute,

Mir stellt sich die Frage welchen Stellenwert Mitgefühl in unserer Gesellschaft bisher hatte und wie deren Zukunft aussieht. Gemäss meinen eigenen Beobachtungen scheint mir die Entfremdung von eigenen Gefühlen (für andere Menschen) in westlichen Gesellschaften recht ausgeprägt zu sein. Angsichts der industriellen Revolution 4.0 (Automatisierung) frage ich mich: Ist Mitgefühl ein Auslaufmodell?

Vielen Dank für eure aufmerksamen Beiträge.

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 5

Hallo!

Meiner Ansicht nach ist Mitgefühl/Mitleid bzw. Empathie keinesfalls ein Auslaufmodell.. zumindest nicht in meinem Umfeld. Es gibt zwar in der Tat überall scheinbar stahlharte, herzlose & kalte Menschen, die sich über andere und deren Fehler eher belustigen & sie zusätzlich noch diffamieren anstelle ihnen beratend und helfend zur Seite zu stehen.. aber das ist mMn eher die Ausnahme als die Regel ----------> zum Glück auch wie ich finde :)

Menschen stehen oftmals nicht mehr zu ihren Gefühlen, weil es in der Leistungsgesellschaft als Zeichen von Schwäche interpretiert werden kann gefühlvoll zu sein.. und genau davor haben leicht beeinflussbare Menschen Angst! 

Diejenigen die sich überall so cool & hart geben sind übrigens exakt diese total schwachen, einfältigen Typen die total Verunsichert sind & keine Ahnung haben, deswegen den dicken markieren durch ihr Verhalten bzw. gerne auch andere düpieren.. das hat aber nix groß mit der Gesellschaft anno 2015 zu tun.. solche Leute gab's schon immer & wird's auch immer geben!

So ist zumindest meine Beobachtung!

Antwort
von Suboptimierer, 7

Ist ein bisschen die Frage, wer diese Frage stellt.

Bist du jemand, der gut situiert aufgewachsen ist, ohne Probleme mit Drogen beispielsweise, kannst du eventuell nicht so gut mitfühlen, weil du nicht beurteilen kannst, wie andere fühlen. 

Bist du jemand, der selber auf Mitgefühl angewiesen ist, wirst du von anderen Mitgefühl erwarten / erhoffen. Du kannst zwar dann mit anderen mitfühlen, aber nicht helfen.

Das ist die Krux. Die die Mitgefühl haben, können nicht helfen und die, die helfen könnten, können schwer mitfühlen.

Die (schlecht situierte) Gesellschaft ist sozusagen auf diejenigen angewiesen, die selber früher mal ganz unten waren und dann zu etwas geworden sind, denn diese Menschen können sowohl mitfühlen, als auch sind sie in der Lage zu helfen.
Dass sie aber dann tatsächlich Hilfe anbieten, ist nicht 100%ig gesagt. Es kann auch sein, dass sie meinen, das Mitgefühl abgelegt haben zu müssen, um besser situiert dazustehen. Dann kommen die berüchtigten "Verlustängste".

Antwort
von Daoga, 18

Gesellschaftliche Entwicklungen sind immer ein Hin und Her, wie bei einem Pendel. Jede Bewegung in eine Richtung (Rationalität) verursacht eine steigende Tendenz in die andere Richtung (Mitgefühl), bis sich beide irgendwann günstigstenfalls in der Mitte treffen. Eine kleine Bewegung in beide Richtungen gibt es aber immer, mal hin und mal her, und das ist auch gut so, weil Bewegung für Dynamik und Flexibilität in einem System sorgt. Stillstand führt zur Erstarrung, und was starr ist, kann nicht mehr auf neue Entwicklungen reagieren. Deshalb wird es "Auslaufmodelle" nie geben, außer sie haben sich wirklich als völlig unnütz, überholt und ggf. sogar schädlich erwiesen.

Kommentar von atzef ,

Deine Prämisse einer Gegensätzlichkeit von Rationlität und Mitgefühl wäre schon einer selbstkritischen ideologieprüfung zu unterziehen...:-)

Kommentar von Daoga ,

Der Threadersteller hat beides gegenübergestellt, nicht ich. Rationalität = z. B. Gewinnstreben um des Gewinnes willen, ohne Rücksicht auf Verluste. Mitgefühl = für die, die von den Verlusten betroffen sind. Kann man also durchaus gegenüberstellen, wenn man will.

Antwort
von Garfield0001, 15

Ich bin nicht überzeugt dass Mitgefühl nicht mehr da ist oder verpönt ist. Zumindest gibt es auch hier ein kleines Dorf was Widerstand leistet :-)

Und sagen wir es mal so: auch wenn man in der Nacht in einer Großstadt in den Himmel schaut und Keine oder nur wenig Sterne sieht - sie sind trotzdem da und mehr als genug 

Antwort
von rallytour2008, 11

Hallo DeepAlice

4.0 trifft auf Maschinen zu und nicht auf Menschen.

Automatisierung bedeutet Maschinen herstellen und mit Technologie 

ausstatten.

Diese Maschinen haben spezielle Aufgaben die sachgemäß ausgeführt 

werden müssen,da diese Vorgehensweise zur Qualitätssicherung gehört.

Ein ganz einfaches Beispiel dafür:Ein Roboter soll in der Automobilbranche 

bestimmte Arbeitsgänge verrichten.Je nach Tempo und Wärmeentwicklung 

kommen Abweichungen zu Stande.Diese Abweichungen müssen von 

Menschen überwacht und korrigiert werden.

Damit in der Industrie 4.0 auch was wird ist es ganz klar das die Menschen 

die Roboter überwachen Fit sein müssen.

Menschen jetzt wie 4.0 zu betrachten und behandeln wird nichts.

Das liegt daran das Maschinen keine Bedürfnisse haben.Menschen schon.

Menschen benötigen ein Sorgenfreies Leben und alles was damit verbunden 

ist.

Gruß Ralf

Antwort
von atzef, 9

Nein. Wieso? Mitgefühl ist eine angeborene, genetisch fixierte Veranlagung. Die verschwindet nicht einfach so.

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