Frage von ina76, 228

Ratenzahlung nach Mahnbescheid?

Hallo, brauche dringend fachkundige Hilfe!

Ich habe vor Jahren 10.000€ an einen Freund verliehen. Einen unterschrieben Schuldschein habe ich. Nun ist die Frist der Rückzahlung abgelaufen (habe 0€ bekommen). Einen Mahnbescheid habe ich inzwischen erlassen. Nun will sich der Schuldner außergerichtlichen auf eine Ratenzahlung einigen.

-Was muss ich nun tun und beachten, dass dies alles rechtskräftig geschieht und keine Verjährung greift? - Muss der Schuldner vor dem Mahngericht ein Schuldeingeständniss machen? -Brauche ich einen Anwalt für einen neuen Schuldschein? -Wenn der Schuldner trotz neuer Vereinbarung nicht zahlt, muss ich dann erneut einen Mahnbescheid beantragen?

Bin für Antwort sehr dankbar!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 141

Ganz grundsätzlich würde ich eine Ratenzahlung nur ausmachen als Gläubiger, wenn zeitgleich der Schuldner dem Mahnbescheid nicht widerspricht. Ich würde dann auch einen Vollstreckungsbescheid beantragen, dem er ebenfalls nicht widerspricht. Denn zum einen kannst du mindestens 30 Jahre aus dem Titel vollstrecken, zum zweiten beginnt die Verjährung bei Ratenzahlung mit jeder Zahlung von neuem. Regelmäßige Zahlung vorausgesetzt, verjährt das dann praktisch gesehen nie.

Die Ratenzahlung kannst du natürlich auch über einen Anwalt machen, aber auch selbst mit ihm vereinbaren, wenn du dir die Anwaltskosten sparen willst. Einfach einen Vertrag in zweifacher Ausfertigung, den ihr beide unterschreibt. Ein Exemplar für ihn, eines für dich. Darin wird festgehalten, dass er sich verpflichten zum XX.ten jeden Monats XX€ zu zahlen, die die Schuld aus Vollstreckungstitel mit Aktenzeichen ABC getilgt ist. Wenn er mehr als beispielsweise 5 Tage in Verzug gerät, lebt die Forderung automatisch wieder auf, solange er aber die Raten zahlt, verpflichtest du dich, auf jegliche Vollstreckungshandlung zu verzichten.

Damit ist das geklärt. Du hast nach wie vor den Titel, er aber die Sicherheit, dass kein Gerichtsvollzieher kommt, solange er zahlt.

Kommentar von Troidatoi ,

Was ist bitte der Titel in diesem Fall? Kannst du es mir aufklaeren? Danke!

Kommentar von mepeisen ,

Schrieb ich doch: Wenn ein Schuldner dem Mahnbescheid nicht innerhalb der Frist widerspricht, kann der TE einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Vollstreckungsbescheid = Titel.

Kommentar von ina76 ,

Vielen Dank für deine Antwort. Habe inzwischen mit dem Schuldner gesprochen. Leider widerspricht  er dem Mahnbescheid, da er selbstständig ist und ein "Titel" für  ihn geschäftsschädigend wäre. Er ist aber weiterhin bereit,  einen Schuldschein zu unterschreiben. Weist du was ich hierbei  beachten  muss?

Kommentar von mepeisen ,

Das bringt dir nichts. Wenn er dann nicht zahl, geht das Spiel mit dem Mahnbescheid von vorne los. Das mit dem "Geschäftsschädigend" hätte er sich vorher überlegen sollen, als er verweigert hat zu zahlen.

So leid mir das tut, aber ich würde dir empfehlen, dieses Spiel mit den Schuldscheinen zu lassen. Ich würde dem Schuldner sagen "Der Titel ist solange nicht geschäftsschädigend, solange du bezahlst. Niemand bekommt den Titel mit, solange du die Raten zahlst. Wenn du widersprichst, geht das vor Gericht und dann habe ich auch keine Probleme, das alles in der Schufa eintragen zu lassen am Ende. Das ist dann neben Gerichtskosten und Anwaltskosten, die du bezahlen musst, tatsächlich geschäftsschädigend."

Das Problem: 99,99% solcher Schuldner, die so argumentieren, können oder wollen am Ende nicht richtig zahlen und ohne Pfändungsmöglichkeit hast du nur Ärger mit so Leuten.

Antwort
von Lavendelelf, 122

Den Sachverhalt hier zu klären, dir eine fachlich korrekte Auskunft zu geben, halte ich für äusserst schwierig und bedenklich.

Du solltest in diesem Fall auf einen Fachanwalt nicht verzichten. Dieser kann dann im weiteren Verlauf auch fachgerecht abmahnen und erforderliche Fristen einhalten. Nur so kann im äussersten Fall das Gericht letztlich Pfänden.

Kommentar von mepeisen ,

Dass nur über einen Anwalt gepfändet werden kann, wo hast du das denn her? Wir sind hier bereits bei einem gerichtlichen Mahnbescheid. Wenn man zur Bedingung macht, dass der Schuldner nicht widerspricht, kriegt man einen Vollstreckungstitel. Mit diesem könnte man, wenn die Raten dann doch nicht bezahlt werden, einen Gerichtsvollzieher beauftragen. Das alles völlig problemlos ohne Anwalt.

Kommentar von ina76 ,

Ein Anwalt  würde  bei 10.000€ Streitwert ca. 700€ kosten! Für mich  nicht machbar...

Kommentar von mepeisen ,

Wenn du Geringverdiener bist, dann hast du ggf. Anspruch auf Beratungsschein und Prozesskostenhilfe. Ggf. kannst du auch vorab mit dem Anwalt eine Ratenzahlung vereinbaren. Im Endeffekt wird er sich das Geld dann ja sowieso vom Schuldner wiederholen, daher müsstest du ihn nur bezahlen, wenn beim Schuldner nichts zu holen ist,

Antwort
von Troidatoi, 112

Bei 10000 euro wuerde ich mir einen Mediator fuer den Rechtstreit nehmen.

Kommentar von mepeisen ,

Bei einem unterschriebenen Schuldeingeständnis ist das irgendwie überflüssig. Zudem treibt das nur die Kosten in die Höhe. Sollte der Schuldner dem Mahnbescheid widersprechen, muss man vermutlich sowieso einen Anwalt hinzuziehen (Klage vor dem Landgericht = Anwaltszwang). Alles andere geht aber, wenn man es selbst macht, durchaus kostengünstiger.

Am Ende des Tages dürfte der Schuldner sich auch freuen, wenn das mit dem recht günstigen gerichtlichen Mahnverfahren ohne Anwaltsgebühr klappt. Die mehrere hundert Euro für den Anwalt, die kann man dem Schuldner ersparen, wenn sich TE und Schuldner einig sind.

Antwort
von troublemaker200, 80

bei der Summe würde ich einen Anwalt einschalten.

Antwort
von pilot350, 93

Du solltest dir juristischen beistand besorgen.

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