Frage von Sky23409, 28

Rapptexte schreiben lernen?

Ich würde gerne lernen Rapptexte zu schreiben. WIe macht man das? Muss man Unterricht nehmen? Oder irgendwie schon vorher Talent haben? Antwortet bitte schnell! Danke im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GermanyEliteJo, 28

Jo ist eigentlich nicht ganz einfach für einen guten Text brauchst du wirklich Hilfe? Hab sehr viel Ahnung ;)

Kommentar von Sky23409 ,

Saqg mal. Was hast du für Tipps? Danke im Voraus!

Kommentar von GermanyEliteJo ,

Du solltest erst mal ein Thema suchen zb. Schule.
Dann suchst du dir Begriffe zum Thema Schule zb. Mathe, schulblock, pause etc.
Dann machst aus den Wörtern immer Sätze und setzt am Ende ein reim ein sollte immer ein Doppelreim sein.

Kommentar von Sky23409 ,

ok danke. Wie wärs mit den Thema: Mathe? Ich hasse mathe und könnte ein Hassrap machen! XD! Hats du noch irgendwelche Tipps?

Kommentar von GermanyEliteJo ,

Ja dann schreibse alles auf erst mal zb . Mathe lehrer , Taschenrechner

Dann zb ne Zeile:

Komm vorbei, In meiner klasse siehst du alle Streber
Ich hasse dich, genau wie meinen Mathe Lehrer  
Eine grausames grinsen was mich jeden morgen aufregt
Der alte sack der Im Klassenzimmer die Sorgen auslebt
Usw.

Antwort
von OhneRelevanz, 26

Ich versuche zwar zu Antworten, aber mein Text wird wohl nicht abgeschickt, da er angeblich mehr als 5000 Zeichen hat, obwohl noch 148 übrig sein sollten.

Kommentar von OhneRelevanz ,

Talent kann niemals schaden, denn es macht einen großen Unterschied aus. Aber man muss, meiner Meinung nach, nicht unbedingt Talent haben, um Dinge gut zu machen.

a) Du solltest dir deine persönliche Lieblingsmusik genauer angucken. Deine Lieblingstracks im Hinblick auf Ausdrucksweise, Wortwahl, Formulierungen, Fremdwörter etc. untersuchen. Dies kann erst einmal davon abhalten, dass dein Text wie ein Gedicht klingt und ist auch sehr hilfreich dabei den eigenen Stil zu finden.

Ein Beispiel:

"Bin verwirrt wenn ich saufe/
Geh mit mir Kopf an Kopf und du blickst in Saphirgrüne Augen//
Weisswein und Coca/
Nightlife und Wholecars/
Stadt mit der einzigen Skyline Europas//
Dein Augenblick hat gestoppt/ ich bin immernoch der selbe Typ,
Al-Fakher, Traube-Minz, Badcha-Kopf//"

- Vega, 1312

Auffällig ist hier, dass der Text oftmals nur aus einzelnen Wörtern/Begriffen besteht ("Al-Fakher, Traube-Minz, Badcha-Kopf" oder "Weißwein und Koka, Nightlife und Wholecars"). Du würdest niemals so einen normalen Schreibtext formulieren. Im Rap funktioniert es aber, da all diese Wörter - obwohl kein richtiger Satz vorhanden ist - im Kopf ein Bild erzeugen. Es werden nur einige Schlagwörter aufgezählt und der Rest wird dem Zuhörer in seiner gedanklichen Gestaltung selbst überlassen.

Ein anderes Beispiel: 

"Du äußerst dich auf Tracks wie ein Minderjähriger/
Schon mein Kindergärtner sagte/ ich sei Sinnästhetiker//
Abgestürzt wie ein Kinderserienstar/
Trotzdem bin ich jeden Tag/ der King vor'm Edeka/
Matt mit dem Bierchen im Anschlag/
Ich riech wie ein Punker/ ziemlich entspannt, wa?//
Ich treff mich mit den Atzen am Corner/
Acht Johnny Walker/ fast wie Mallorca//"

- Karate Andi, Es bleibt wie es ist

Hier ist besonders das Reimschema interessant. Der Text ist sehr stark darauf ausgelegt, dass sich möglichst viel reimt, so z.B. "Ich treff mich mit den Atzen am Corner/ Acht Johnny Walker, fast wie Mallorca//". Das hat einen sehr eigenen Klang, ist aber recht schwierig zu schreiben, denn was wirklich relevant bei diesem Schema ist, ist dass du darauf achten musst, keine (auffälligen) Zweckreime zu verwenden. Wenn du dies tust, bekommt der Hörer das Gefühl, dass der Inhalt langweilig und austauschbar ist. In diesem Beispiel aber schafft es der Künstler eine gewisse Geschichte zu erzählen und Sätze zu formulieren, ganz ohne unpassende Reime zu verwenden.

Ein letztes englisches Beispiel:

"And now I'mma come and kill'em, get them, hit them, and finish them
And bang 'em in the head and diminish them, and then I'll
Hit 'em again at a minimum, repeat it coming to killin 'em
Then he be gotta be drilling them
Thinking “they gotta be feeling him”
Spitting lithium, see the way a nigga be spilling them
And getting them stu pid to the point where there's no forgiving him
Hoping you're listening and you're paying attention
And you're witnessing the way that I be christening in the mic
And getting in the zone, I be flattening and packing in"

- Busta Rhymes auf Tech N9nes Worldwide Choppers. (im verlinkten Video ab ca. 3:55)

Dies ist ein Text, der im Chopperstyle gerappt wird (Doubletime für Leute mit Skill). Ich muss zugeben, dass dieser Text keiner ist, den man ohne sehr großes Talent schreiben kann - es fällt mir sogar schwer mit Worten zu erklären, was diesen Text ausmacht.

Anzumerken ist, dass wie im vorherigen Beispiel sehr viele Reime benutzt werden, aber auch die Wortwahl wird hier wichtig. Die Wörter, die einen "i" bzw. "ie"-Vokal verwenden stechen nämlich hervor und machen den angewandten Flow erst möglich. Durch das "i" wird nämlich quasi der Ton des Raps leicht angehoben, während die restlichen Wörter auf einer klangtechnisch tieferen Ebene zu sein scheinen. 

Diese Wortwahl ist gerade im Englischen sehr markant, aber auch im Deutschen funktioniert das Ganze. Um Wortwahl und Wortklang zu perfektionieren braucht es sehr viel Erfahrung, aber auch du solltest dich immer fragen, ob du vielleicht andere Wörter verwenden könntest, als das was dir zuerst einfällt. Irgendwann hört man raus, welches Wort besser flowt, also leichter auszusprechen ist und im Kontext besser klingt. Das ist natürlich Geschmackssache und subjektiv, aber so findet man eben seinen Stil.

b) Versuche aber niemals zu kopieren, sowas funktioniert nicht. Nimm dir ruhig ein Beispiel an deinen Lieblingstrack und untersuche die Lyrics. Achte darauf auf welchem Wort der Taktschlag ist und wie der Künstler seinen Flow und Wortwahl ändert, sobald der Beat Highlights hat. Aber genauso wichtig ist, dass du schreibst und schreibst und schreibst. Nur so kristallisiert sich dein Style heraus und nur so entwickelst du Routine. Alternative, aber passende Ausdrucksweise, Authentizität sind mindestens so wichtig wie passende, aber nicht erzwungene Reime. Also: Immer schön Ohren auf beim Musikhören und selbst Texte schreiben - irgendwann auch auf'm Beat.

Kommentar von OhneRelevanz ,

Dann eben so.

Hier das Musikbeispiel: https://www.youtube.com/watch?v=0GhbkrOg9gA

Kommentar von Sky23409 ,

ok danke. Ich stüber mal einbisschen im Internet rum :)

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