Frage von wiedermalich, 21

Ram wird während der Garantiezeit nicht ausgetauscht. Auch kein Geld zurück?

Ein Freund hat nun ein Problem.

Sein Arbeitsspeicher (OCZ) ist defekt, das meldet MemTest und auch sein PC stürzt deshalb regelmäßig ab.

Da der Speicher nun etwas mehr als 1 Jahr alt ist, hat er diesen an den Händler gesendet, wo er ihn auch her hat. Und der Händler hat ihn (so die Info seinerseits) an OCZ weiter geleitet.

Nun meldete sich der Händler und meinte, OCZ habe den Austausch verweigert, weil genau der Speicher nicht mehr hergestellt wird. Und weil der Speicher logischer weise "gebraucht" ist, gibt es auch nicht den vollen Kaufpreis (rund 80€) zurück, sondern lediglich einen Zeitwert von etwa 30€.

Auf die Nachfrage, ob man den Speicher nicht gegen ein anderen, Gleichwertigen austauschen könnte, meinte der Händler, bei einer entsprechenden Zuzahlung zu den 30€ wäre das kein Problem.

D.h. er kriegt weder den defekten Artikel getauscht, noch einen gleichwertigen Ersatz, noch den Kaufpreis erstattet ... Das kann doch nicht richtig sein, oder?

Antwort
von Alrik2, 21

Wenn der Grund für den Defekt schon bei Lieferung vorhanden war (muss nach Ablauf von 6 Monate, wie hier, vom Käufer nachgewiesen werden) kann der Käufer nach seiner Wahl Reparatur oder Ersatz verlangen. Ansonsten ist man auf Kulanz des Händlers angewiesen. Dies gilt nicht, wenn der Händler darüber hinaus eine Garantie übernommen hat, dann gibt es evtl . zusätzliche Rechte.

Da der Nachweis, der verlangt wird, schwer zu führen ist, kann man versuchen, die Aussagen des Händlers (und die des Herstellers) so zu deuten, dass er das Bestehen des Defekts bei Gefahrübergang (so heist das im Juristendeutsch) bereits anerkannt hat. In diesem Fall kann man versuchen, auf die Gewährleistungsrechte wie oben beschrieben zu bestehen.

In diesem Fall besteht nur das Risiko, dass der Händler bei so einem Vorgehen auf stur schaltet und jegliches Angebot wieder zurückzieht. In diesem Fall gäbe es gar nichts.

Kommentar von wiedermalich ,

d.h. jetzt nur für doofe (^^) :

wir müssen beweisen, dass der defekt schon vorher da war und nicht durch mein freund verursacht wurde.

da das wohl kaum zu bewerkstelligen ist, wäre es ratsam lieber die 30€ zu nehmen, als hinterher ohne irgendwas da zu stehen?

Kommentar von Alrik2 ,

Genau so ist es. Um die Gewährleistung in Anspruch zu nehmen muss grundsätzlich immer der Käufer nachweisen, dass der Defekt bereits bei Gefahhrübergan (für Deinen Kumpel ist das der Liefertag) bestand. Bei Verbrauchern als Käufer ist dies in den ersten 6 Monaten umgekehrt, d.h. dass bei einem Defekt in diesem Zeitraum der Verkäufer nachweißen muss, dass der Fehler bei Gefahrübergang noch nicht bestand.

In diesem Fall würde ich das Angebot des Händlers annehmen, da die Alternativen zu unsicher sind.

Kommentar von wiedermalich ,

>In diesem Fall würde ich das Angebot des Händlers annehmen, da die Alternativen zu unsicher sind.

im endeffekt ist es ja tatsächlich so, dass der defekt erst mit der zeit entstanden ist. aber nicht etwa durch übertrakten, gewiutter o.ä. sondern durch ganz reguläres "benutzen" der speicher.

das wird wohl aber rechtlich völlig egal sein ... ^^

naja, besser 30€ als eine menge ärger und dann 0€ in der tasche

Expertenantwort
von Bounty1979, Community-Experte für Computer, 19

Dann hat er sich wohl den falschen Hersteller ausgesucht. Einige RAM-Hersteller bieten lebenslange Garantie.

Gewährleistungsansprüche beim Händler kannst du jedenfalls nicht geltend machen:

Im ersten halben Jahr innerhalb der Gewährleistungsfrist hat bei einer Reklamation immer der Verkäufer die Beweislast, denn es wird immer zugunsten des Käufers angenommen, dass die Ware bei der Lieferung schon kaputt war. Wird aber die Ware nach Ablauf des halben Jahres noch reklamiert, dann ist die Beweislast umgekehrt. In diesem Fall muss der Käufer beweisen, dass die Ware schon beim Kauf beschädigt war.

Kommentar von wiedermalich ,

im nachhinein ist man immer schauer. hilft nur bei dem derzeitigen problem nicht weiter

Kommentar von Bounty1979 ,

Garantie ist grundsätzlich eine freiwillige Leistung des Herstellers.

Und auf der Website von OCZ steht unter anderem:

Sollte während der Garantielaufzeit ein Defekt auftreten, wird OCZ, nach eigenem Ermessen, eine der folgenden Maßnahmen ergreifen:

  • Ersatz durch ein neues oder repariertes Produkt
  • Kostenrückerstattung entsprechend dem aktuellen Marktwert

Um welchen RAM-Riegel geht es denn genau?

Ein 4GB DDR3-Riegel beispielsweise ist auch keine 30€ wert.

Kommentar von wiedermalich ,

er hatte damals "gaming" ram gekauft. 2x8gb für knappe 80€.

heute ist der natürlich deutlich günstiger, aber für 30€ kriegt man selbst im billigesten fall keine 16gb hin

Kommentar von Bounty1979 ,

Wenn nur ein Riegel kaputt ist, braucht er auch nur einen kaufen. Und das muss nicht der selbe sein. Hauptsache gleiche Bauart und gleicher Takt, evtl. noch drauf schauen, dass er die gleichen Latenzen hat.

Der Begriff "Gaming-RAM" ist sowieso nur ne Verkaufsmasche, evtl hat er auffällige Kühlkörper aufgeklebt, sonst ist das ein ganz normaler RAM, und bei Gaming wird der RAm auch nicht so stark belastet, dass man da was spezielles braucht.

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