Frage von Usedefault, 64

Radiodetektor funktioniert nicht?

Hallo!

Ich habe mir den ersten Radiodetektor von der eingeklammerten Seite nachgebaut, aber er scheint nicht zu funktionieren, denn es rauscht bloß (http://www.b-kainka.de/bastel23.htm).

Ich habe benutzt: Antenne von Radio heruntergeschraubt, PC Lautsprecher und eine rote Leuchtdiode.

Ist die Erdung in diesem Fall relevant? Wie soll ich die Schaltung erden?

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von guenterhalt, 19

solch einfache Schaltungen haben schon einige Tücken. Damit kann man nur Sender empfangen, die im Mittelwelle-Bereich ca. 500MHz bis 1000MHz oder aber im Langwelle-Bereich arbeiten.

Deine Spule und die Drähte drumherum bilden einen Schwingkreis, mit dem ein Sender aus diesem Bereich ausgewählt werden kann.
Der Schwingkreis hat eine sogenannte Resonanzfrequenz, die dann aber zum Sender passen muss. Liegen die zu weit auseinander,  dann kommt nichts raus. Da kann man solange basteln, bis das passt.

Eine Leuchtdiode beginnt erst bei Spannungen ab ca. 1,4V zu arbeiten. Von deiner Antenne muss dann schon (einen Verstärker gibt es nicht) eine sehr hohe Spannung kommen. Das ist aber nicht zu erwarten.
Nicht umsonst steht in dem Artikel Germanium-Diode, die arbeite schon bei 0,3V wie eine Diode.

Ein PC-Lautsprecher hat einen Widerstand von vielleicht 4 bis 8 Ohm. Wenn damit ein Ton erzeugt werden soll, dann ist auch dafür ein großer Strom notwendig. Den wird aber die Antenne nicht liefern können.

Ein Kopfhörer hat oft mehr als 30 Ohm, wird also viel weniger Strom brauchen. Damit könnte man durchaus erfolgreich einen Sender hören können, wenn die anderen Dinge auch passen.

So ähnlich habe ich vor fast 60 Jahren auch mal angefangen. Dummerweise gab es da noch kein Internet für Fragen aber viele alte Radios, mit denen basteln konnte.

Mach weiter so!!!!

Kommentar von Usedefault ,

Wie funktioniert das Prinzip überhaupt? Die Sendung propagiert als sich zeitlich ändernde E-Kraft als Welle durch den Raum und trifft dann auf eine Antenne.

Dann werden auf Grund der E-Kräfte Elektronen angezogen oder weggeschoben.

Aber warum gleichen sich die Ladungen dann nicht unmittelbar in der Antenne wieder aus ohne eine Spannung zu induzieren? Wird überhaupt ein Minus- und ein Pluspol in der Antenne selbst erzeugt?

Kommentar von guenterhalt ,

Rundfunksender erzeugen Elektromagnetische Wellen. Diese breiten sich im Raum aus. Treffen solche Wellen auf Metall dann entsteht darin eine elektrische Spannung (gegen Erde). Wenn dieses Metall ein langer Draht ist, und dann auch noch eine entsprechenden Länge hat, dann entsteht eine Spannung, die man weiter verarbeiten kann. Die Länge des Drahtes ist dabei sehr wichtig. Längen von ca. 1m reichen für Mittelwelle nicht aus, die sind dann praktisch nur für UKW-Sender und Fernsehsender geeignet.

Eine Länge einer Antenne muss also immer an die Frequenz, die man empfangen möchte, angepasst werden.

Von Plus- oder Minus-Pol kann man bei Antennen nicht sprechen, die liefert immer eine Wechselspannung.

Bei Mittelwelle-Sendern wir die sogenannte Amplitudenmodulation verwendet. Dabei ändert sich die empfangene Spannung  am Ende der Antenne (gegen Erde) aber so, dass kein Lautsprecher dem folgen könnte.
Mit einem Gleichrichter ( das macht dann die Diode) kann man aus der Hochfrequenz der empfangenen Sendefrequenz eine niederfrequente Spannung machen , die dann der Kopfhörer wiedergeben kann.

Suche mal nach Artikeln zu Amplitudenmodulation.

Antwort
von Ottavio, 6

Viel ist schon gesagt. Wenn es tatsächlich keinen leistungsstarken Mittelwellensender in Deiner Nähe gibt, wirst Du auf keinen Fall ohne einen regelbaren Schwingkreis auskommen, das heißt, Du brauchst außer einer Spule auch einen Drehkondensator. Die Diode darf natürlich keine Leuchtdiode sein, sondern eine Gleichrichterdiode, am besten eine Germaniumdiode. Die musst Du wohl leider kaufen. Die Antenne muss lang sein, mindestens vier Meter, besser länger. Geerdet sein muss sie besonders, wenn sie im Freien aufgespannt wird, weil bei einer gewittrigen Störung Blitze einschlagen können. "Erden Sie Ihre Antenne!" hieß es in der Pionierzeit des Radios, wenn ein Gewitter nahte. Schließlich muss der Hörer hochohmig sein, z.B. aus einem alten Telefon. Und es muss Nacht sein. Viele Spaß beim Basteln und guten Empfang !

Früher konnte ich mit meinem selbst gebastelten  Detektor jeweils kurz vor Mitternacht das deutschspachige Programm von Radio Tirana empfangen - das ist eine Entfernung von über 2000 km 

Antwort
von Ottavio, 8

Viel ist schon gesagt. Wenn Du in Deutschland ohne nahe liegenden Mittelwellensender mit einem einfachen Detektor eine Sender empfangen willst, musst Du Dir unbedingt ein Model mit regelbarem Schwingkreis bauen, also mit Spule und Drehkondensator. Die Diode muss eine Gleichrichterdiode sein, also eine Germaniumdiode. Die Antenne muss lang sein, also etwa 5m bis 10m, Wenn Du etwa die Dachrinne als Antenne benutzt, kann da aber ein Blitz einschlagen, auch ein unsichtbarer bei einer leichten gewittrigen Störung. Dann muss sie unbedingt geerdet sein, sonst ist das gefährlich. Der Kopfhörer muss hochohmig sein, sowas findest Du z.B. in alten Telefonen. Vor 50 Jahren sendete Radio Tirana regelmäßig von 23h bis 24h in deutscher Sprache auf Mittelwelle. Das konnte ich mit meinem selbstgebauten Detektor gut empfangen. Viel Spaß beim Basteln und guten Empfang !

Expertenantwort
von Franz1957, Community-Experte für Physik, 29

Die LED eignet sich nicht als Diode. Weniger wegen ihres Widerstandes, sondern mehr wegen der Hochfrequenz, mit der man es beim Radio zu tun hat. Nimm eine Hochfrequenzdiode. Üblich ist eine Germaniumdiode, wie die Anleitung ja sagt.

Für einen Lautsprecher reicht die Energie, die aus der Antenne kommt, wahrscheinlich nicht aus. Für diese Art Radio, ganz ohne Verstärker und zusätzliche Energiezufuhr, braucht man einen Kopfhörer. Am einfachsten geht es mit einem Kopfhörer mit ca. 2000 Ohm. Fall der Kopfhörer viel weniger Ohm hat, schalte, wie in der Anleitung beshrieben, noch einen kleinen Trafo dazwischen.

Kommentar von Usedefault ,

Wie funktioniert die Antenne überhaupt? Was läuft da in der Antenne auf mikroskopischer Ebene ab, wenn so eine Welle einwirkt?

Kommentar von Franz1957 ,

Wenn die Welle eine Frequenz hat, auf die die Antenne und der Schwingkreis abgestimmt sind, dann kommt es zur Resonanz, das heißt: In dem Antennenstab schwingen dann die Elektronen mit dieser Frequenz hin und her.

Hier ist eine hübsche animierte Zeichnung ("Dipol-Antenne Empfangen einer Funkwelle"), die das zeigt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dipolantenne

Ich würde auf jeden Fall auch den Drehkondensator und die Spule mit einbauen, damit man einzelne Sender einstellen kann. So ein Radio habe ich als Junge mal gebaut und bekam mit einem wenige m langen Stück Draht als Zimmerantenne zwei Mittelwellensender: den HR und den AFN.

Inzwischen sendet leider keine deutsche Station mehr auf Mittelwelle, und auch der AFN schaltet, soviel ich weiß, seine Mittelwellensender in Bayern jetzt ab. Aber es gibt im Ausland noch eine Reihe von Mittelwellensendern, von denen man abends einige bekommt. Hier ist eine Tabelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelwellenrundfunk

Antwort
von newcomer, 28

da sehr viele Sender bereits auf digitaler Ausstrahlung umgestellt haben wird dieser Empfänger nicht ausreichen um was empfangen zu können

Kommentar von Usedefault ,

Aber die anderen Radios funktionieren ja auch noch?

Kommentar von gh7401 ,

Auf UKW sind noch ein paar FM-Sender. Die kannst du mit deinem  Gerät nicht hören.

Antwort
von Linuxaffiner, 6

Es gibt heute in Deutschland keine starken lokalen Mittelwellensender mehr. Die MW-Sender sind hier alle abgeschaltet worden. Das wird auch der Grund sein, warum diese genialen Detektoren nicht mehr vernünftig funktionieren.

Nachts, bzw. wenn es dunkel wird, ist der Mittelwellenempfang deutlich besser, da hättest Du eventuell Chancen auch Sender zu empfangen. Aber das sind alles Stationen aus dem (europäischen) Ausland, ob die Sendeenergie ausreicht um die im Detektor zu hören?

Noch ein Tipp - versuche die Drahtverbindungen in der Schaltung möglichst kurz zu halten, lange Zuleitungen verursachen unerwünschte Induktivitäten die sich auf den Empfang ungünstig auswirken.

Have a lot of fun...

LA

Antwort
von gh7401, 11

Erstmal ist dort von "Germaniumdiode" die Rede. Das ist wichtig, sonst werden die winzigen Spannungen nicht gleichgerichtet.

Zum Anderen: Tagsüber kannst du mit einem kurzen Stück Draht nichts empfangen. Es müssen schon etliche Meter Antenne, am besten im Freien sein. Erdung empfiehlt sich, muss nicht unbedingt sein. Dann erhältst du tagsüber bestenfalls ein Rauschen vom digitalen Funk. (In Deutschland sind alle AM-Sendungen auf Mittel- und Langwelle eingestellt). Abends kommen AM-Signale entfernter Sender an. Dann kannst du vermutlich etwas hören. Kurzwelle bietet noch eine Chance. Im Raum um Luxemburg herum kann man auf Kurzwelle 6090kHz noch etwas AM-Analog-Funk hören. Viel Spass beim Experimentieren mit Windungszahlen, Antennen und Krokodilklemmen. Vielleicht bekommst du irgendwie noch einen alten hochohmigen Kopfhörer (2kOhm), damit kannst du ohne Verstärker die gleichgerichteten Signale direkt hören.

Bei" Detektor-Radio" als Stichwort wirst du Mengen von Vorschlägen und Beschreibungen fnden.

Antwort
von eemkeey, 30

Hallo,

Erdung erreicht man über das gelb/grüne Kabel des Hausstroms. Alternativ: Lötstationen haben auch immer einen Erdanschluss (da musst du nicht in der Steckdose rumfummeln)

ABER meine Meinung nach liegt es auch an den Bauteilen:

- Die LED hat zu viel Widerstand (Elektrische Energie geht nicht in Lautsprecher sondern in LED)

- Die Antenne soll ein mind. 10 Meter langer Draht sein, bei deiner Antenne brauchst du also noch ein Verstärker

- Der Lautsprecher soll hochohmig sein, PC Lautsprecher werden da nicht gehen

Leider kenne ich keine extrem hochohmigen Lautsprecher

MfG

Kommentar von Usedefault ,

Kennst du einen einfachen Schaltplan für einen Detektor ohne 10m Kabel?

P.S.: Wozu dient die Erdung? Ein herkömmliches Radio hat ja auch keine Erdung.

Kommentar von eemkeey ,

Du brauchst immer 2 Pole um einen Strom fließen zu lassen: das Radio nimmer + und - aus dem Wechselstrom der Steckdose, und du musst Erde und Induktionsspule/Langen Draht nehmen.

Es gibt Isolierte Kupferdrähte im Internet, wickel so einen um eine Klopapierrolle und du hast deine Antenne.

Kommentar von Usedefault ,

Warum muss ich da Strom über die Erde fließen lassen? Ich kann ja auch so einen Stromkreis bilden.

Antwort
von Bond003, 18

Für dir Erdung kannst du das kabel an zb. ein Heizkörperrohr anhängen das ist auch eine Erdung.Da aber viele Sender schon digital sind wirst du da nicht viel hören

Kommentar von Usedefault ,

Wie empfängt man digitale Sendungen?

Kommentar von Bond003 ,

Das ist für dich glaub ich zu kompliziert

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten