Frage von Rienchen23, 44

Radioaktive Verbindungen?

Hallo,

Meine Frage ist folgende: für ein persönliches Design würde ich gerne die Strukturformel einer Verbindung von Radium & Polonium verwenden. Mir ist klar, dass diese Verbindung in der Realität nicht existiertn(wahrsch weil instabil?) aber das ist nicht ausschlagebend. Es geht nur darum, wie diese Verbindung aussehen WÜRDE, wenn es sie gäbe. Ich hoffe, ein versierter Chemiker unter euch (oder jeder andere mit Ahnung) kann mir helfen :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mike074, 22

Danke für die ausführliche Erklärung. Auch wenn ich persönlich nichts von Tattoos halte: Sie entscheiden natürlich selbst, was Sie mit Ihrem Körper anstellen.

Zu Ihrer Frage: Für beide Elemente sind einige Verbindungen beschrieben. Es existieren z.B. die Radiumhalogenide RaCl2, RaBr2, auch das Hydrid RaH2; von Polonium sind ebenfalls die Halogenide, wie PoCl2, PoCl4, PoBr2, PoBr4, PoI2, PoI4 bekannt. Die Oxide PoO und PoO2 sind ebenfalls bekannt. Leider geben die Strukturen dieser Verbindungen nicht viel Spektakuläres her. Wenn Sie oben links des Elementes das Isotop nennen, macht es optisch sicher mehr her (z.B. 210PoI4), leider kann ich hier mit dem Smartphone keine hoch- und tiefgestellten Zahlen schreiben.

Kommentar von Rienchen23 ,

Vielen vielen Dank! Sie haben mir sehr geholfen! :)

Kommentar von SlowPhil ,

Unabhängig davon, was man von Tattoos allgemein zu halten hat, sich mit so etwas tätowieren zu lassen, ist keine gute Idee. Da ist das Isotop u.U. noch immer langlebiger als der oder die Tätowierte. Das gilt besonders für Polonium. Die 210er Version wird nicht umsonst als Mordwaffe eingesetzt.

Antwort
von SlowPhil, 14

Radium ist ein Erdalkalimetall wie Magnesium oder Calcium. Es ist also zu erwarten, dass es im Zweifelsfall in Knochen eingebaut werden könnte.

Sein langlebigstes Isotop ist ²²⁶Ra mit 1602 Jahren.

Eine Verbindung daraus (Halogenid, Carbonat etc.) dürfte also lange genug bestehen, um sie als solche in größerer Menge darstellen zu können. Von jeder Form der Incorporation ist jedoch abzuraten, denn es ist ein starker α-Strahler.

Polonium gehört als Chalkogen zur selben Gruppe wie Sauerstoff und Schwefel, die untereinander schon sehr unterschiedliche Eigenschaften haben. Anders als die beiden ist es ein Metall und dürfte daher wohl Salze bilden. Sein langlebigstes Isotop ist ²⁰⁹Po mit einer Halbwertszeit von etwas über 100 Jahren. Das heißt aber auch, dass es bei gleicher Menge ein Vielfaches aktiver ist als ²²⁶Ra, das seinerseits schon 37 Milliarden Bq pro Gramm hat.

Davon darf erst recht auf keinen Fall etwas in den menschlichen Körper gelangen, auch nicht unter die Haut, wenn man nicht sehr schnell zu Frau Curie persönlich will.

Kommentar von Rienchen23 ,

Auch wenn hier wohl ein kleines Missverständnis vorlag bin ich Ihnen trotzdem sehr dankbar für die hilfreiche & vor allem ausführliche Antwort! :) 

Leider sieht es ja tatsächlich so aus, als liessen sich meine Motivideen nicht umsetzen, da ich an ein grösseres Molekül in der Valenzschreibweise dachte, aber anscheinend ja nur Verbindungen aus Polonium/Radium mit einem einzigen anderen Element existieren. 

Nichts desto trotz bin ich sehr dankbar für Ihre Hilfe! :)

Kommentar von SlowPhil ,

…aber anscheinend ja nur Verbindungen aus Polonium/Radium mit einem einzigen anderen Element existieren.

Das ist keinesfalls gesagt. Wir haben hier Verbindungen mit einem einzelnen Element genannt, aber natürlich kann es auch Acetate oder komplexere Verbindungen damit geben. Allerdings sind Radium und Polonium Metalle, bilden also Ionenbindungen. Es gibt aber auch so genannte Komplexe in der organischen Chemie, die Metallionen enthalten. Hämoglobin ist ein Beispiel dafür, es enthält Eisen.

Antwort
von Mike074, 27

Wenn Sie mir ein bisschen genauer erklären, wozu Sie das wissen wollen, kriegen Die die Antwort.

Kommentar von Rienchen23 ,

Ich bin ein großer Bewunderer von Marie Curie (schon seit ich klein bin) & da ich nur Science-Tattoos habe wollte ich mit einer Verbindung ihrer zwei entdeckten Elemente sie als mein Vorbild auf meinem Körper verewigen- da ich bereits einzelne Elementsymbole tättowiert habe (anderer Zusammenhang) wollte ich als Ergänzung lieber eine Strukturformel- bin aber eine ziemliche Niete in Chemie :D es klingt vll blöd ist aber für mich persönlich wichtig; also wäre ich sehr sehr froh wenn sie mir helfen könnten! :) 


Kommentar von Rienchen23 ,

* Sie

P.S: da ich Bedenken habe dass Sie denken könnten, dass ich unbedacht irgendetwas auf meinen Körper tättowieren möchte- ich bin 23 & studiere Biophysik & die Naturwissenschaften sind & waren schon immer meine große Leidenschaft & die Biographie von Marie Curie "Madame Curie" hat mich in meinem Leben sehr inspiriert- nur noch als Zusatzinfo😅

Kommentar von SlowPhil ,

Ach so, die Verbindung soll als Symbol tätowiert werden, nicht eine Farbe, die diese Verbindungen enthält.

Das wäre wohl auch kaum realisierbar, ganz davon abgesehen, dass es ein guter Weg wäre, Mme Curie baldmöglichst persönlich treffen zu können.

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