Frage von snoophh, 123

Quittungen für Holzabrechnung wird vom Vermieter nicht vorgelegt, was kann ich tun?

Bei uns im Mehrfamilienhaus (4 Parteien) wir mit Holz über einen Zentralofen geheizt. Jeder Mieter zahlt monatlich 100€ Abschlag an den Vermieter also 1200€ pro Jahr. Gesamt bekommt der Vermieter pro Jahr von den Mietern 4800€ für Heizkosten. Wir sind aber der Meinung das der Vermieter die Summe nicht komplett für Holz verbraucht, wenn wir nach Rechnungen und Quittungen für das Holz fragen, bekommen wir die Antwort das er keine Rechnungen bzw. Quittungen dafür hat. wir können also nicht einsehen was der Vermieter tatsächlich an Holz kauft und was er dafür bezahlt. Was können wir da machen ?

Antwort
von schleudermaxe, 19

Und warum sollte das Holz feucht sein? Sind da noch Wurzeln drann, die in die Erde gehen?

Auch wir lagern ganze Stämme und die werden bei Bedarf von uns zerkleinert und dafür gibt es keine Rechnungen an uns selbst, also verteilen wir fiktiv. Dies ist ja ausdrücklich zulässig, so jedenfalls der BGH immer wieder zur Kostenstelle Hausmeister beispielsweise. Und warum werden auch Quittungen abverlangt? Die Kostenkalkulation/Aufstellung sollte doch reichen, oder kommt da eine Nachforderung auf die Mieter zu? Schaue vorsorglich in die mietvertraglichen Vereinbarungen, ob wirklich Abschläge abverlangt werden.

Antwort
von albatros, 21

Heiz- und Wassererwärmungskostn müssen zwingend gemäß Heizkostenverordnung nach Verbrauch abgerechnet werden, wenn  nicht so getätigt, sind die Kosten um 15% zu Gunsten der Mieter zu reduzieren. Es bliebe dann die Abrechnung nach anteiliger Wohnfläche.

Abzurechnen wäre auf jeden Fall. Zu den Heizkosten gehören die Brennstoffkosten und die Heiznebenkosten, also auch die des verbrauchten Brennholzes. Dem Mieter steht innert 12 Monaten nach Zugang der Abrechnung das Recht auf Einsichtnahme in alle relevanten Originalrechnungen zu. Sind keine Belege vorhanden, ist auch nix zu bezahlen.

Was ist mit den Hausnebenkosten? Wird über diese abgerechnet? Oder gar nichts? Was steht im Mietvertrag zur Betriebskosten?

Wird nicht abgerechnet, darf der Mieter nach einer gesetzten Frist bis zur ordentlichen Abrechnung die Vorauszahlungen zurückbehalten. Falls nur die Heizkosten nicht abgerechnet werden, dann die anteiligen diesbezüglichen Vorauszahlungen. Wird gar nichts abgerechnet, dann auch für diese geltend.

Du hast Anspruch auf Abrechnung sämtlicher vereinbarten und tatsächlich entstandenen Betriebskosten. Sollte eine Pauschale (für Heizkosten unzulässig!) vereinbart sein, gilt für diese, dass nicht abzurechnen ist. Der Anspruch verjährt nach drei Jahren.

Antwort
von bwhoch2, 18

Ein Mehrfamilienhaus mit einer derartigen Heizung ist genau aus dem Grund sehr problematisch.

Der Vermieter müßte die Einkaufskosten für das Holz belegen und Arbeitszeiten für die Bearbeitung, Lagerkosten, Maschinenkosten usw. usw.

Er könnte aber auch die Menge, die verheizt wurde, zuverlässig ermitteln und belegen und dann nach Marktpreisen weiter verrechnen. Gar nichst zu belegen, ist sicher das schlechteste.

Genauso schlecht wäre es, wenn ihr Euch weigern würdet, zu den Heizkosten beizutragen.

Sprecht mit dem Vermieter, dass er wenigstens nachvollziehbar belegen soll, wieviel Holz in einem Jahr verheizt wird und den Marktpreis kann man auch z. B. bei Waldbauernverbänden oder Forstämtern erfragen.

Antwort
von anitari, 52

Gesamt bekommt der Vermieter pro Jahr von den Mietern 4800€ für Heizkosten.

Heizkosten bestehen ja aus mehr als nur den Brennstoffkosten.

Was können wir da machen ? 

Nach der Abrechnung nachweisbar Einsicht in die Originalbelege fordern.

Kommentar von snoophh ,

Heizkosten bestehen ja aus mehr als nur den Brennstoffkosten.

Die 100€ monatlich beinhaltet auch die Aufbereitung usw. Laut Vermieter ist da alles inkl.

Kommentar von anitari ,

Wie groß sind denn die Wohnungen?

Kommentar von snoophh ,

Die liegen alle bei Max. 50 QM.

Kommentar von anitari ,

Dann sollte man überlegen auf Abrechnung nach der Heizkostenverordnung zu bestehen.

Im Schnitt liegen Heizkosten, wenn auch die Warmwasseraufbereitung dabei ist, bei etwa 1,50 € pro m². Wären bei 50 m² also um 75 €.

Kommentar von snoophh ,

Warmwasserversorgung geht nicht über die Heizung aber ein guter Ansatz wäre es mit der Umstellung der Abrechnung

Antwort
von DerHans, 43

Holz wird nun mal häufig "unter der Hand" gekauft. Das ist wahrscheinlich günstiger als auf Rechnung.

Hier kommt ja auch noch dazu, dass das Holz trocken gelagert werden miss. das verursacht ja auch noch Kosten.

Kauft er ofenfertig geschnittenes Holz oder Pellets?

100 € monatlich können durchaus gerechtfertigt sein.

Kommentar von snoophh ,

Er kauft ganze Stämme die erst noch verkleinert werden müssen. lagern tut er diese in einer kaputten und feuchten Halle. teilweise liegt das Holz bis zur Verarbeitung über Winter auch noch draußen so das teilweise sogar feuchtes Holz zum heizen genutzt wird

Kommentar von DerHans ,

Wenn feuchtes Holz verheizt wird, wird er in absehbarer Zeit Ärger mit dem Schornsteinfeger bekommen. Dann könnt ihr über die Pauschale froh sein. Sonst müsstet ihre  diese Kosten  auch noch bezahlen.

Aber die Arbeit, das Holz aufzubereiten, will er natürlich auch bezahlt haben. Das gilt selbstverständlich auch, wenn er das selbst macht.

Kommentar von bwhoch2 ,

Es kommt sehr auf den Ofen an, den er für die Feuerung verwendet. Von dem Betreiber mehrerer Blockheizkraftwerke, die mit Hackschnitzel beheizt werden, weiß ich, dass diese sogar feucht sein müssen. Der Ofen wird mit einer sehr hohen Temperatur betrieben und die Verbrennung wird laufend kontrolliert.

Kommentar von bwhoch2 ,

Die kaputte Halle wird genau richtig sein für das Holz. Wenn Brennholz unter Dach ist und ordentlich Wind bzw. Außenluft dran kommt, trocknet es auch wirklich. In einer geschlossenen Halle wären demgegenüber eher schlechte Bedingungen zur Brennholztrocknung.

Holz darf auch draussen gelagert werden. In normalen Öfen sollte es nicht feucht verheizt werden.

Aber ich denke, die Produktion und Lagerung des Brennholzes geht Euch eher wenig an.

Kommentar von DerHans ,

Das erklärt aber ohne weiteres den Kostenaufwand von 100 € monatlich

Antwort
von babyschimmerlos, 55

Keine Nebenkosten mehr zahlen, bis der Vermieter eine ordentliche Abrechnung nebst Belegen vorlegt.

Kommentar von wolfram0815 ,

Da hätte dann der Vermieter einen Kündigungsgrund. Die Nebenkosten sind als Pauschale im Mietvertrag so angegegen und damit korrekt.

Antwort
von Joschi2591, 55

Tut Euch Mieter zusammen und zahlt die Kosten für das Holz nicht mehr.

Dann muß der Vermieter klagen, und wer Recht bekommt, wird man dann ja sehen.

Notfalls, falls einer der Mieter im Mieterverein ist, könnt Ihr dort auch nachfragen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community