Frage von Controller11, 59

Quicksteuer rechnet Kirchensteuer bei Zusammenveranlagung! Verpflegungsmehraufwand und Arbeitsmittelpauschale bei Arbeitnehmer absetzbar?

Hallo zusammen, über Quicksteuer werden bei mir Kirchensteuerzahlungen ermittelt, obwohl meine Frau lediglich 300eur Gewinn aus Gewerbeeinnahme hatte sind laut Steuerrückzahlung 280Eur fällig. Ich bin aus der Kirche ausgetreten meine Frau nicht. Wie kann das sein, ich dachte jeder zahlt für sein Einkommen die Kirchensteuer.

Beim Gewerbe setzt meine Frau als Dozentin Verpflegungsmehraufwand ab. Ich fahre als AN auch zur Arbeitsstelle und bin täglich länger als 8Std. weg. Kann man hier auch Verpflegungsmehraufwendungen ansetzten oder geht dies nur bei Dienstreisen und warum? Was ist wenn ich bei einem anderen Standort 10Std. zur Inventur bin?

Was ist mit der pauschale von 110Eur bei Arbeitsmitteln. Diese sind bislang immer durchgegangen. Kann ich bei meiner Frau ebensfalls den Betrag mit angeben und absetzten, wie bspw. auch 20Eur pauschal für Handykosten, da eine Trennung bei PrePaidkarten recht schwer ist.

Vielen Dank für Erfahrungen und Tipps. Gruß & Danke

Antwort
von FordPrefect, 21

Hier dürfte es sich um das besondere Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen handeln - welches genau deswegen eingeführt wurde, weil viele Eheleute nur den schlechter- bis nichtverdienenden Ehepartner als Kirchenmitglied führen, um selbst keine Kirchensteuer zahlen zu müssen, aber Anspruch auf kirchliche Dienste zu behalten. Also entweder - oder. Halte ich tatsächlich nur für gerecht.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 33

Bei der Berechnung der Kirchsteuer wird eine Zurechnung der Einkünfte auf die Eheleute vorgenommen. Ob die einfach halbiert werden, die jeweils erklärten Einkünfte in der Schattenveranlagung greifen oder eine andere Zurechnung stattfindet kann ich Dir nicht sagen.

Solltest Du im Jahr der Steuererklärung erst aus der Kirche ausgetreten sein, dann führt das natürlich zu einer zeitanteiligen Aufteilung Deiner Kirchensteuer.

Allerdings habe ich nach meiner Erinnerung häufiger Fälle gehabt, wo Mehrverdiener aus Kirchensteuergründen aus der Kirche austraten und die andere Person drin geblieben ist.

Häufig auch ohne Einkünfte und es kam trotzdem zu einer Kirchensteuerzahlung. Das Programm muss nicht falsch liegen. Allerdings sind die Programme an der Stelle auch häufig störanfällig.

So reicht es in solchen Fällen oft nicht, wenn man bei Religionszugehörigkeit keine einträgt. Sondern es ist erstens über die Auswahlmöglichkeit des Programms eine Eintragung notwendig und es ist der Zeitraum einzutragen.

Also wenn keine Mitgliedschaft bestand, dann auch 1.1. - 31.12.

Du kannst aber die Erklärung auch dann einreichen, wenn das Ergebnis in Deinem Programm nicht richtig ist. Oft wird das durch die Finanzverwaltung berichtigt.

Sollten Bescheid und Berechnung passen, dann kann man immer noch bei der Veranlagung auch telefonisch anfragen, ob das korrekt gemacht wurde (die sehen wenigstens, ob da alle Eintragungen gesetzt wurden).

Landet der Bescheid unter der Berechnung, dann kannst Du natürlich ebenfalls davon ausgehen, dass die Berechnung korrekt erfolgt ist.

Kommentar von Controller11 ,

http://www.kotzbrocken.com/politik/besonderes-kirchgeld-kirchensteuer-sippenhaft...

.....sowas nenne ich mal gelinde gesprochen abzocke. statt krichensteuer holt man sich nun kirchengeld wenn der besserverdienende konvessionslos ist. So hat man wieder die Möglichkeit an das Geld ranzukommen. Scheint also richtig zu rechnen das Programm.

Kommentar von Controller11 ,

die Frage ist, ob bei einer Heirat zum 30.12. das komplette Jahr fällig wird, denn beim Austritt ist dies zum Monatsende noch der Fall!!??

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Hier kommt es auf die Dauer der Mitgliedschaft an. Ist doch klar. Wenn Deine Frau das ganze Jahr in der Kirche war, dann wird schließlich für sie der Beitrag berechnet.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Was habe ich mit der Abzocke zu tun? Deine Frau ist Mitglied in einem Verein und daraus resultieren Folgen, dass ist doch ihre freie Entscheidung.

Ob Kirchgeld fair ist oder nicht, dass müssen doch die jeweiligen Gremien bzw. die Mitglieder wissen.

Aber damit Du Dich noch mehr aufregen kannst: Es gibt für besser verdienende auch die Möglichkeit der Kappung der Kirchensteuer. Bedeutet, dass das Finanzamt normal die Kirchensteuer berechnet.

Die positiv Betroffenen wenden sich an das Steueramt ihrer Kirche. Und wer mehr bezahlt, als der Höchstsatz hergibt, der bekommt Geld zurück.

Vielleicht daher nachvollziehbar, wenn richtig reiche sich ihren eigenen Pfarrer leisten könnten, dass das vielleicht auch nicht so prickelnd wahrgenommen wird.

Analog zum Sportverein das Gleiche. Passive Mitglieder oder Rentner, Schüler usw. zahlen vielleicht einen ermäßigten Beitrag und Verdiener haben einen Einkommensunabhängigen für alle gleichen Betrag.

Will die Kirche nicht verteidigen, aber da stockt die Analogie. Schließlich kommt da niemand auf die Idee, dass das Abzocke sei. Da sieht man das auch als Förderung der finanziell nicht so leistungsfähigen Mitglieder.

Die Sauereien kommen an anderen Stellen zum Ausdruck. Aber zu dem Thema wurde hier schon ausreichend geschrieben.

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