Frage von mrwhite150476, 25

Quellenbesteuerung von Aufenthaltern in der Schweiz: Pauschaler Abzug bei der Angabe von "Doppelverdiener" ist höher als das Netto-Einkommen der Ehefrau!?

Hallo Zusammen,

ich werde demnächst in der Schweiz als Wochenaufenthalter einen Job beginnen und werde folglich dort die "reguläre" Quellensteuer zahlen. Für die Auswahl der Steuerklasse muss ich "Doppelverdiener" angeben, da meine Frau hier in Deutschland einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht (<850 € brutto). Die Einstufung "Doppelverdiener" führt zu zusätzlichen Abzügen in einer Größenordnung von 600 CHF monatlich. Dies entspricht etwa dem Nettoeinkommen meiner Frau (und wirkt natürlich total demotivierend.

Gibt es hierzu Erfahrungen/Lösungsansätze, ob man diesen total unlogischen Steuerabzug (schließlich hat meine Frau hier in D ohnehin schon den schlechtestmöglichen Steuersatz) über die Steuererklärung oder im besten Fall bereits im Voraus ausgleichen kann?

Vielen Dank im Voraus!

Antwort
von gschyd, 18

Da schlägt die Heiratsstrafe zu Buche ... bei welcher verheiratete Paare (mit Doppeleinkommen) steuerlich schlechter gestellt sind (als unverheiratete) - auch bei "regulären" Steuern kann die Steuer-Mehrbelastung das Zweiteinkommen "auffressen"!

Der auf Dich anwendbare Steuersatz ist zwar höher als derjenige für Ehepaare mit nur einem Einkommen jedoch tiefer als für Unverheiratete - von daher profitierst Du dennoch, da Du nur das in der Schweiz erzielte Einkommen versteuern musst ...

Kommentar von gschyd ,

Gibt aber auch viele (resp. mehr) die profitieren - http://www.nzz.ch/schweiz/bundessteuer-heiratsbonus-statt-heiratsstrafe-ld.5362

Eine Inititiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe wurde denn auch Ende Feb 2016 abgelehnt - http://www.nzz.ch/schweiz/abstimmungssonntag/knappes-ja-zeichnet-sich-heiratsstr...

Kommentar von gschyd ,

PS Bist Du sicher, dass das pro Monat ist (und nicht pro Jahr) - diese Grössenordnung ist eher bei monatlichen chf 20'000+ ...

Kommentar von mrwhite150476 ,

Danke Dir, wenngleich die Antwort wenig Hoffnung macht:-) 

Und von 20T CHF bin ich sehr sehr weit weg - der Kanton Bern schlägt halt ordentlich zu. Grundsätzlich habe ich mit dem Thema "Steuern zahlen" kein Problem. Nur sollte es immer motivierend sein, zu arbeiten. Wir verbiegen uns mit 3 Kindern ordentlich, damit meine Frau Ihre 12-14 h pro Woche arbeiten kann und wenn als "Dank" in der gleichen Größenordnung Steuern abgezogen werden, finde ich das wenig prickelnd. Ein Schweizer Ehepaar als Doppelverdiener unter 150% "Arbeitsleistung" darf immerhin zusätzliche Abzüge geltend machen.

Aber evtl. gibt es ja noch andere hier mit ähnlichen Rahmenbedingungen!? Ist es evtl. eine Lösung, dass die Ehefrau auf eine 450 € Stelle reduziert, die quasi nicht mehr als Beschäftigung angegeben werden muss? 

Kommentar von gschyd ,

Tarifkorrektur

Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton Bern können bis zum 31. März des Folgejahres bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern verschiedene zusätzliche Kosten im Rahmen einer sogenannten Tarifkorrektur geltend machen. Hierzu stellt die quellenbesteuerte Person einen schriftlichen Link öffnet in einem neuen Fenster.Antrag (PDF, 175 KB, 2 Seiten) an die Zentralen Veranlagungsbereiche, Quellensteuer, der Steuerverwaltung des Kantons Bern.

Weitere Informationen zur Tarifkorrektur können dem Link öffnet in einem neuen Fenster.Merkblatt Q3 (PDF, 178 KB, 3 Seiten) entnommen werden.

https://www.fin.be.ch/fin/de/index/steuern/steuererklaerung/quellensteuer1_/quel...

Kommentar von guru61 ,

Tja, Wenn es dir nicht passt, dann musst du eben nach Deutschland zurückgehen. Wie gesagt: Die Initiative Abschaffung der Heiratsstrafe ist an Volk und Ständen gescheitert. Der "Dank" der Schweiz ist wohl darin zu sehen, dass Du grossen Lohn beziehst. Man kann nicht nur Vorteile haben.

Kommentar von gschyd ,

Das funktioniert in der Schweiz nicht - entweder arbeiten beide (=Doppelverdiener, egal wieviel % - Lohn ist Lohn, egal wie hoch)
oder nur der eine Ehepartner

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