Frage von qgsdlcfwkdgsd, 60

Quantenphysik und Esoterik?

Esoteriker oder auch einige Wissenschaftler behaubten ja, mit der Quantenphysik einige Dinge, wie Bewustsein, Leben nach dem Tod usw. zu beweisen. Ihr wisst glaube ich auch schon was ich meine ^^ Und ich denke wir sind uns auch einig, dass da (noch?) rein GAR NICHTS bewiesen ist.

Andererseits bin ich mal völlig offen an die Sache rangegangen. Ohne mir wirklich was zu erhoffen aber auch ohne es als völligen Unsinn abzutun. Gleichzeitig habe ich mich auch noch mit Leuten, die übernatürliche Fähigkeiten haben (oder es behaubten), Seltsame Dinge erlebt haben beschäftigt und habe einige Dokus geschaut und sogar in meinem Freundes Kreis(auch einige Atheisten) gibt es Leute, die ähnliches erlebt haben.

Zum Fazit muss ich sagen, es gibt da echt Dinge, die man noch nicht erklären kann... Die Berichte aus unterschiedlichsten Kreisen haben auch immer eine Ähnlichkeit, Alles auf Halluzination und Zufälle abzutun ist meiner Meinung nach falsch.

Dann bin ich wieder auf die Idee gekommen, dass man es vielleicht doch iwie mit der Quantephysik erklären könnte ^^ Ich meine nichts ist übernatürlich, sicher 95% sind einfach noch nicht erforscht, Wir kennen bis jetzt auch nur 3 oder 4 von 10 Dimensionen. Und einige Ansätze aus der QF machen jetzt für mich auch echt Sinn, auch wenn es nur Spekulativ ist. Also finde ich schon viele Esoteriker missbrauchen die Quantenphysik für ihr Zeug, aber vielleicht ist sie auch wirklich der neächste "Step" um die nächste Dimension langsam zu erforschen. Was denkt ihr dazu?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PWolff, Community-Experte für Physik, 37

In diesem Punkt gleichen sich die meisten "Esoteriker" und die meisten christlichen "Apologetiker", denen ich begegnet bin - sie versuchen, ihre Lieblingslehren mit den neuesten Erkenntnissen der Physik von vor einem halben Jahrhundert zu untermauern, und das auf eine Weise, die jedem halbwegs Kundigen völlig klar macht, dass sie nicht einmal die zugrundeliegenden physikalischen Fragestellungen verstanden haben.

In gewissem Sinn ist die genannte Herangehensweise das Gegenteil des "Lückenbüßer-Gottes" (d. h. für die Dinge, die die Wissenschaft nicht erklären kann, brauchen wir einen Gott (oder kosmische Kräfte oder wie immer wir es nennen wollen). Dummerweise findet die Wissenschaft im Laufe der Zeit immer mehr Erklärungen, sodass das Reich des Lückenbüßer-Gottes immer kleiner wird. Extrapolation: wir brauchen keinen Gott für irgendeine Erklärung, wir müssen nur lange genug forschen.)

Alles, was wir für unphysikalische Phänomene brauchen, ist der Verzicht auf das Postulat, dass unsere physikalische Welt abgeschlossen ist.

Die Quantenmechanik liefert allenfalls (aber auch immerhin) eine Möglichkeit, zu erklären, warum wir transzendentes Eingreifen physikalisch (noch?) nicht nachweisen können.

C. S. Lewis hat schon vor vielen Jahrzehnten dazu gesagt (sinngemäß): "Jedesmal, wenn die Wissenschaft eine neue Erkenntnis herausbringt, verwenden alle Seiten sie als endgültigen Beweis dafür, dass sie recht haben. Aber nachdem der Staub sich gelegt hat, stellen wir fest, dass die Tragweite der wissenschaftlichen Erkenntnis doch nicht so ist, wie wir geglaubt hatten, und alle sind ziemlich dort, wo sie vorher waren."

Kommentar von qgsdlcfwkdgsd ,

Vielleicht ist Gott ja auch einfach Teil eines Physikalischen Systemes :P. Nein, ich bin in diesem Punkt Agnostiker. Ich würde es natürlich schon toll finden, wenn es sowas wie ein Leben nach dem Tod gibt (physikalisch erklärbar.. nicht unbedingt göttlich). 

Schauen wir mal was noch so in der Physik rauskommt und lassen uns überraschen :)

Antwort
von Enzylexikon, 32

Ich sehe das so, dass es durchaus noch Zusammenhänge geben kann, deren Prinzipien wir noch nicht in vollem Umfang erfasst haben, oder die noch gar nicht als Gesetzmäßigkeiten erkannt wurden.

Welche wissenschaftlichen Hypothesen die bisherigen Defizite ausgleichen können, oder sogar Beweise erbringen, überlasse ich den Wissenschaftlern.

Aus meiner Sicht ist die Quantenphysik nur ein riesiges Denkmodell und für mich ist es egal, welche Disziplin die nötigen Hinweise liefern wird.

In der Geschichte der Wissenschaft wurden immer wieder alte Theorien widerlegt, durch Experimente belegt, oder überarbeitet.

Vielleicht gibt es irgendwann Hinweise, die irgendwelche bislang paranormalen Dinge erklären - vielleicht auch nicht.

Ich persönlich bin praktischer orientiert und fände mehr Forschung auf Gebieten mit tatsächlicher Anwendbarkeit sinnvoller.

Medizinische Forschung kann konkrete Erfolge vorweisen und ihre Ergebnisse können die Lebensqualität verbessern.

Da interessiert mich die Hypothese eines Paralleluniversums, in der ich in Gestalt eines rosa Einhorns existiere, absolut nicht.

Die Wissenschaft sollte aus meiner Sicht dem Menschen und der Umwelt helfen, denn Probleme haben wir derzeit noch mehr als genug.

Weshalb Milliarden an Forschungsgeldern stecken, um dann zB bei einer Weltraummission festzustellen, dass vor unvorstellbar langer Zeit irgendwo eine Supernova explodierte?

Na und? Who cares?

So lange wir noch Elend, Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit auf diesem Planeten haben, sollten sich die Wissenschaftler um wichtigere Dinge kümmern, als um Marsmonde, oder Quantentheorien.

Mir persönlich ist das jedenfalls herzlich egal und rein intellektuelle Spielerei.

Kommentar von Bernte ,

Da hast du natürlich recht. Wofür Geld für kulturelle Dinge ausgeben, wenn es noch ernsthafte Probleme zu lösen gibt. Grundlagenforschung abschaffen, die Wissenschaftler müssen jetzt alle auf Medizin umlernen. Das so ziemlich die gesamte medizinische Diagnostik ein Abfallprodukt der Teilchenphysik ist - who cares. Aber naturwissenschaftliche Grundlagenforschung ist ja nur ein kleiner Teil der Verschwendung. Der gesamte geisteswissenschaftliche Apparat liefert ja praktisch gar keinen Return on Investment. Die müssen alle umschulen. Opernhäuser schließen, die Musiker zum Medizinstudium schicken. Haare kann man sich auch selbst abschneiden, Friseure brauchen wir also eigentlich auch nicht, solange wir den Krebs nicht besiegt haben. Ich glaube, wir haben da ein wahres Billionen Euro Potenzial!

Kommentar von Enzylexikon ,

ich glaube, wir haben da ein wahres Billionen Euro Potenzial!

Und ich glaube, du hast ein Polemik-Seminar bei der AfD mit Praktikum bei der Pegida absolviert - selten so einen unsachlichen und polemischen Mist gelesen.

Darauf gehe ich nicht ein, für so etwas ist mir meine Zeit zu schade.

Kommentar von Bernte ,

Ja, sorry, das Ding ist deutlich polemischer geworden als ursprünglich geplant. Hätte ich vielleicht nochmal lesen sollen. 

Ich reagiere etwas empfindlich  auf diesen häufig gemachten, aber schlicht falschen Kausalschluss: "Physik ist Forschung und kostet Geld", "Medizin ist Forschung und kostet Geld" -> "wenn wir Geld für Forschung ausgeben wollen, sollte es immer Medizin, oder etwas anderes angewandtes sein" 

Forschung ist nicht gleich Forschung, man kann die eine nicht einfach durch die andere austauschen. Es sind andere Fordcher, und es dient anderen, auch wichtigen Zwecken. Wenn es nur um das eingesparte Geld ginge, könnte man das genauso in anderen Bereichen sparen, die nicht unter "Forschung" fallen. 

Kommentar von SlowPhil ,

Sorry, aber dies ist jetzt auch polemisch, fast schon Godwin's-Law-mäßig. Es ist eine durchaus zornige Reaktion auf eine bestimmte Haltung, die Bernte aus Deinem Kommentar herauslesen zu können glaubte, und dies wohl auch nicht so ganz zu Unrecht.

Kommentar von SlowPhil ,

So lange wir noch Elend, Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit auf diesem Planeten haben, sollten sich die Wissenschaftler um wichtigere Dinge kümmern, als um Marsmonde, oder Quantentheorien.

Also immer. So lange die Menschheit besteht, sollte sich die Wissenschaft Ihrer Meinung nach folglich ausschließlich damit befassen, Elend, Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit zu beseitigen.

Nun, Mitte des vorigen Jahrhunderts haben eine - die einzig erfolgversprechende - Methode herausgefunden, wie man diese Probleme lösen kann - leider nur als triviale Lösung, von der niemand mehr etwas gehabt hätte.

Eine nichttriviale, den Menschen erhaltende Lösung für das von Ihnen genannte Problem ist jedoch nicht primär naturwissenschaftlicher Art, es sei denn, Naturwissenschaftler fänden (vllt. durch Anwendung einer Erkenntnis auf die Gesellschaft) eine Methode, allzu großes Machtgefälle aufzuheben bzw. ein System zu konstruieren, in dem sich jeder, der Andren Schaden zufügt oder seine Macht missbraucht, automatisch ins eigene Fleisch schneidet.

--

Die aus dieser Antwort sprechende Haltung, Wissen grundsätzlich nur als Instrument zu akzeptieren, das Leben der (wirklich der? oder nur einiger?) Menschen zu verbessern und ansonsten mehr oder minder abzulehnen, lehne ich jedoch selbst ab. Ich interessiere mich auch nicht für Fußball und fordere auch nicht, Fußball abzuschaffen oder nur noch Fußballspiele zuzulassen, die explizit einem wohltätigen Zweck dienen.

--

Aus meiner Sicht ist die Quantenphysik nur ein riesiges Denkmodell...

Mehr als das. Sie macht die Chemie verstehbar, und Dinge verstehen zu wollen liegt in der Natur des Menschen.

Antwort
von henzy71, 33

Für das "Leben nach dem Tod" braucht es keine Quantenphysik. Dafür reichen die drei Hauptsätze der Thermodynamik vollkommen aus.

Gruß

Henzy

Kommentar von SlowPhil ,

Inwiefern beweisen die Hauptsätze der Thermodynamik ein Leben nach dem Tod?

Kommentar von henzy71 ,

Besuch 'ne Physikvorlesung oder lies 'n gutes Physikbuch. Ich habe hier weder die Zeit noch die Lust das bis ins kleinste Detail zu erklären. Wenn ein anderer sich berufen fühlt sollte er sich keinen Zwang antun - er ist herzlich eingeladen zu kommentieren. Der menschliche Körper besteht aus den Elementen O, C, H, N, Ca, Cl, P, K, S, Na und Mg. Im Laufe des Lebens und danach ändern sich vielleicht die prozentuale Anteile, aber jedes Atom was da ist, bleibt auch da und verschwindet nicht. Auch nicht wenn der Tod eintritt. Es ändert nur seinen Zustand und hier kommt die Thermodynamik ins Spiel.....

Gruß

Henzy

Kommentar von SlowPhil ,

Besuch 'ne Physikvorlesung oder lies 'n gutes Physikbuch.

Hab' ich. Über das Leben nach dem Tod habe ich bei dieser Gelegenheit nicht sehr viel erfahren, nicht jedenfalls da. Eine Ausnahme ist vielleicht "Physik der Unsterblichkeit" von Frank J. Tipler.

Der menschliche Körper besteht aus den Elementen O, C, H, N, Ca, Cl, P, K, S, Na und Mg.

Ja, tut er. Und ja, die Atome bleiben erhalten. Ein Atom, aus dem ich bestehe, hat aber nichts mit mir zu tun. Ein z.B. Calciumatom ist auch nicht etwa nationalsozialistisch, weil es einst in Hitlers Knochen steckte.

Es ist wie bei verschiedenfarbigen Steinchen, das sind einfach verschiedenfarbige Steinchen. Natürlich kann man daraus ein Mosaik zusammensetzen, aber wenn man sie wieder verstreut, sind sie verschiedenfarbige Steinchen.

...jedes Atom was da ist, bleibt auch da und verschwindet nicht. Auch nicht wenn der Tod eintritt. Es ändert nur seinen Zustand und hier kommt die Thermodynamik ins Spiel.....

Eben, der Zustand ist etwas sehr Wesentliches, sogar das Wesentliche.

Kommentar von henzy71 ,

OK. Ich bin 100% einverstanden mit deinem Kommentar. Aber so gesehen gibt es kein Leben nach dem Tod, weil mit eintreten des Todes geht eine Zustandsänderung einher - eine Zustandsänderung die so gravierend ist, dass ab dem Zeitpunkt nichts mehr ist, wie es vorher war und der Zustand, wie es vorher war ist unwiederbringlich verloren.

Kommentar von SlowPhil ,

Ich will ja gar nicht behaupten, dass es kein Leben nach dem Tod geben könne. Ich glaube selbst daran, wenn auch nicht so "wissend" wie so manch anderer Mensch.

Abgestritten habe ich nur, dass dies etwas mit den Hauptsätzen der Thermodynamik oder gar mit dem Fortbestand der elementaren Bausteine zu tun hat.

Kommentar von henzy71 ,

Wie schon gesagt, ich bin ganz bei dir!!! Und was das Glauben am Leben nach dem Tod betrifft, bin ich ebenfalls bei dir!!! Ich bin katholisch und daher glaube ich ebenfalls daran und glauben hat nichts mit wissen zu tun :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten