Frage von Lily674, 48

Psychotherapie ohne Einverständniserklärung?

Ich möchte vielleicht eine Psychotherapie ausprobieren (wegen Geünden die ich hier nicht nennen will), aber da ich noch minderjährig bin würde ich gerne wissen ob ich dass auch irgendwie tun kann ohne meinen Eltern davon zu erzählen. Geht das?

Antwort
von TheTrueSherlock, 15

Hm, ich finde es viel schwieriger, wenn man es den Eltern nicht sagt.

Du hast ein gutes Verhältnis zu ihnen und willst nur nicht, dass sie sich keine Sorgen machen. Das ist sehr gut und rücksichtsvoll, dennoch: Wenn sie das herausfinden, dann wären sie sicherlich betrübt. Sie wollen dass du wirklich glücklich bist. Dazu gehört, dass du ihnen anvertraust, wenn das nicht so ist. Sie wollen dich sicherlich bei deinem Weg unterstützen.

Ich kann dir ja mal erzählen, wie das bei mir so ablief:

Ich habe Depressionen und bin deshalb als Minderjährige zu meinem Hausarzt. Vorher habe ich meiner Mutter nur gesagt, dass ich psychisch nicht okay bin und Hilfe brauche. Du musst auch noch nicht mehr sagen! Ich finde es aber schön, wenn Eltern am Leben ihrer Kinder teilhaben dürfen. Versetze dich mal in ihre Lage.. würdest du wollen, dass dein Kind vorgaukelt es sei glücklich?

Naja, auf alle Fälle habe ich meine Mutter gebeten, den Termin beim Hausarzt auszumachen, weil ich dazu selbst nicht in der Lage war.

Beim Hausarzt (du kannst auch einfach zu i-einem Arzt gehen.. sagen, dass du noch nicht vorher da warst und wegen etwas psychischem mit dem Arzt reden willst).. beim Hausarzt habe ich auf alle Fälle meine Symptome und Probleme erzählt. Der war echt nett und ist behutsam vorgegangen. Er hat mich dann zu einer Therapeutin überwiesen :) und mache nun eine Psychotherapie.

Ich habe meine Eltern von der Therapie erzählt, weil es so einfacher ist. Du gehst einmal pro Woche - meistens der selbe Wochentag und bei mir sogar fast immer die selbe Uhrzeit - außer Haus. Das fällt auf. Und es fällt noch mehr auf, wenn du sonst kaum das Haus verlässt. Als Depressive bin ich kaum rausgegangen und habe nur das Haus wegen der Schule verlassen.. Das wäre total aufgefallen und ich hatte nicht die Kraft, für jeden Therapietermin eine Ausrede zu erfinden. Besonders wenn man bedenkt, dass eine Therapie locker 1 Jahr oder eher länger dauert.

Und ich habe es geschafft meinen Eltern zu erzählen, obwohl mein Vater unter anderem Schuld an der Depression ist! Dann schaffst du das auch :)

Sie haben mich dabei unterstützt und das war schön für mich. Es tat gut, dass meine Mutter ab und auch auch mal gefragt hat, wie es gelaufen ist. Dann kannst du so viel sagen wie du willst. Du musst nicht alles erzählen, du kannst auch nur sagen, dass es dir gut tut und Punkt.

Erzähle es ihnen, sie wollen an deinem wirklichen Leben teilhaben und wollen nicht deine Maske anschauen :)

"Wahre Stärke ist nicht nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen." In dem Sinne: Gib niemals auf :) LG :)

Kommentar von Lily674 ,

Vielen Dank, du hast mir wirklich sehr geholfen!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Freut mich zu hören :)

Antwort
von wilees, 15

Ich stelle mir bei einem solchen Ansinnen immer die Frage - was läuft hier in der Interaktion zwischen jungem Mädchen und den Eltern falsch?

Zu einer Therapeutischen Behandlung müssen i.d.R. die Eltern (häufig ) auch sehr "weitläufige" Fragebögen über die Entwicklung ihrer Kinder vom Kleinstkindalter bis zum "Tagesdatum" ausfüllen. Vieles von dem, was dort abgefragt wird, weißt Du gar nicht (mehr ).

Außerdem aufmerksamen Eltern fällt doch auf, dass irgendetwas mit ihem Kind nicht in Ordnung ist.

Über den Inhalt der mit dem Therapeuten geführten Gesprächen erfahren die Eltern nichts. Und das ist doch soweit auch in Ordnung. Nur ein Bereich wird mit den Eltern besprochen, wenn das Kind massiv selbstmordgefährdet ist.

Bei Bedarf können auch gemeinsame Gespräche mit den Eltern geführt werden, wenn Du dem zustimmst. Also habe bitte den Mut und sprich mit Deinen Eltern darüber, dass Du Hilfe benötigst.

Kommentar von Lily674 ,

Ich und meine Eltern haben eine sehr gute Beziehung.
Der Grund dafür, warum ihnen nichts auffällt ist weil ich ihnen davon nichts zeige. Ich will einfach dass sie sich keine Sorgen machen.
Wollte dass nur klarstellen.

Kommentar von wilees ,

Ich sage auch keineswegs, dass Deine Beziehung zu Deinen Eltern schlecht ist. Nur irgendetwas läuft doch nicht ganz rund, wenn Du ihnen Deine Sorgen und Nöte verschweigst.

Versuche mich bitte richtig zu verstehen - es ist nicht die Aufgabe eines Kindes seine Eltern glücklich zu machen. Ich kann Dir nur als Mutter von 3 Kindern sagen - ich habe immer bemerkt, wenn etwas bei meinen Kids nicht in Ordnung war. Und grade im seelischen Bereich kann man merken, wenn sich ein junger Mensch verändert. Ich denke Deine Eltern wären eher unglücklich, und würden sich möglicherweise zusätzliche Vorwürfe machen, wenn Du Deine eigenen Sorgen vor ihnen verbirgst.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Bei mir mussten die Eltern nichts ausfüllen.. und die Eltern werden auch nur ins Boot genommen, wenn man das selbst möchte. Bei mir war meine Mutter zweimal in der Therapie dabei (meine Therapeutin und sie waren alleine, ich war bei diesen Treffen dann nicht dabei). Aber die Therapeutin hat mich vorher gefragt und das vorgeschlagen. Ich hätte auch ablehnen können!

Antwort
von WelleErdball, 8


Ich und meine Eltern haben eine sehr gute Beziehung.
Der Grund dafür, warum ihnen nichts auffällt ist weil ich ihnen davon nichts zeige. Ich will einfach dass sie sich keine Sorgen machen.

Wie sollen sich Eltern keine Sorgen machen wenn das Kind zum Psychotherapeuten gehen möchte? Ich finde da stehen so viele offene Fragen im Raum, dass man das so gar nicht beantworten kann. Es kommt darauf an wie alt du bist, wegen was du zum Therapeuten gehen möchtest - denn es braucht auch eine Diagnose damit Therapie überhaupt von der Krankenkasse bezahlt wird, dabei sind auch monatelange Wartezeiten einzurechnen. Du wirst auch bei einer möglichen Kostenübernahme damit rechnen müssen, dass ein Brief von der Krankenkasse nach Hause geschickt wird.

Antwort
von huldave, 7

Wenn du privat krankenversichert bist, geht das nicht.
Auch bei einer gesetzlichen Krankenkasse muss die Therapie beantragt werden und dabei kommt es zu Schriftverkehr, also werden auch Briefe nach Hause geschickt

Antwort
von Seanna, 4

Nein.

Spätestens nach 5-8 Probesitzungen muss ein Antrag gestellt werden an die Krankenkasse und den müssen die Eltern unterschreiben.

Zwar erfahren sie den Inhalt des Antrags nicht, aber ohne Unterschrift kein Antrag, keine Kostenübernahme der Krankenkasse.

Dann hast du hoffentlich viel Geld. So ca 100€/h.

Antwort
von max230, 15

Musst du am besten mit deinem Hausarzt klären

Antwort
von MarkFlynn, 18

Hast du einen Hausarzt? 

Der unterliegt der Schweigepflicht und kann dir eine Überweisung ausstellen. 

Kommentar von Lily674 ,

Hausarzt hab ich leider nicht.
Bei der Schulärztin würde das nicht funktionieren, oder?

Kommentar von MarkFlynn ,

Ich glaube nicht dass sie dir eine Überweisung ausstellen kann.

Gesundheitsämter haben oft eine psychologische Beratungsstelle, die können dir sicher helfen. 

Kommentar von max230 ,

du hast keine Hausarzt ... ? ich denke doch aber du kennst ihn sie nicht weil di vielleicht sehr selten dort bist

Kommentar von Seanna ,

Sind aber unter 18 nicht zuständig!!!

Antwort
von sinari, 8

Ich denke,ein Arzt ist der richtige Ansprechpartner.Der hat eine Schweigepflicht gegenüber jedem-auch Eltern.

Antwort
von robi187, 9

ich würde dort mal anfragen?

https://www.nummergegenkummer.de/

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