Frage von schafi10, 45

Psychotherapie - sie tut mir gut doch am nächsten Tag total traurig?

Es ist schon etwas seltsam . Ich habe eine wirklich liebe Psychologin gefunden mit der ich gut reden kann. Meist ist es so das ich gut drauf bin schon im Vorhinein wenn ich zu ihr komme und nach ihrer Stunde bin ich überglücklich. Wirklich ich weiß nicht es tut mir einfach so gut mit ihr zu sprechen und ich bin dann den ganzen Tag auch voll selbstbewusst , fühl mich gut , blicke schön in die Zukunft. Am nächsten Tag dann IMMER voll der Einbruch ich weiß nicht wieso es hat sich an meiner Situation nichts geändert aber ich bin plötzlich sehr depressiv und spiele mit Selbstmordgedanken und hab große Angst . Wirklich schrecklich das schwankt so schnell um ohne einen Grund. Meinem engeren Umfeld ist das auch schon aufgefallen das es immer nach dem Tag der Therapie ist. Ein paar Tage später geht es dann wieder in den alltäglichen Zustand also ohne extremen Hoch oder Tief . Woran liegt das ? Warum verhalte ich mich so nach der Therapie? Soll ich das ansprechen? Was macht sie mit mir ?

Antwort
von RheumaBaer, 18

Therapien sollen ja auch Dinge in Dur hervorholen,zu Tage fördern,damit Du sie besser einordnen kannst. In dieser Zeit können die verschiedensten Zustände auftreten,Glück,nochmals durchs tiefste Tal wandern,völlige Unsicherheit,weil man gar nicht weiß,wie man seine Erinnerungen im "neuen Licht" bewerten soll. Vorsicht ist angebracht,wenn die Gefühle für die/den Therapeuten zu stark werden,denn ohne Abstand wirkt keine Therapie. Mancher Therapeut setzt zwar bewusst ein gewisses Maß an Zuneigung ein,das darf aber keinesfalls in Verliebtheit münden oder einer Abhängigkeit.
Ich könnte z. B.als Mann,der nie eine echte Liebesbeziehung hatte,niemals zu einer Therapeutin,ich wäre sonst wohl bald verliebt,wenn sie mich versteht. Ansonsten würde ich sagen,den Weg weitergehen,wie eine Bergwanderung,mal anstrengend,mal leichter-aber immer das Ziel im Blick! Und das ist,mir gefällt die Formulierung sehr-
Das Leiden auf normales Maß zurückzusetzen. Denn wir alle leiden mal im Leben,dürfen aber nicht daran zerbrechen oder steckenbleiben.
Kopf hoch,alles Gute. :)

Antwort
von WanderIgelchen, 32

Mir ging es immer ganz genau so wie dir. Die Psychologin spricht mit dir über deine tiefsten Gefühle und Gedanken. Es tut einem immer gut, wenn man über Probleme spricht, denn wie man so schön sagt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Du fühlst dich danach so frei, wohl und hast das Gefühl, dass nun alles wieder super wird bzw siehst das Ganze einfach viel optimistischer. Dann wirst du den nächsten Tag wach und merkst, dass sich rein gar nichts ändert (NOCH nicht!) und dann kommt es dir nicht mehr zu gute, dass du so viel über alles nachgedacht hast, weil dann auch Gefühle hochkommen, die du verdrängt hast. Arbeite einfach mit, rede vielleicht auch mal mit der Psychologin, sie kann dir dann sicher Tipps geben, wie du diese 'Trauer danach' mehr los wirst.. :) 

Antwort
von Dahika, 13

Sprich das auf jeden Fall an.

Eine Therapie ist sehr hilfreich, aber wie alles Heilende hat sie auch Nebenwirkungen. Eine davon kann die Labilisierung sein. Das Gefüge des Schlecht-Gehens kommt ins Wanken.

Es ist also völlig normal, dass man sich im Verlauf einer Therapie mal gut und mal schlecht fühlt. Das wird sich aber legen.

Aber rede trotzdem darüber.

Antwort
von einfachichseinn, 8

Das ist vermutlich vollkommen normal.

Du sprichst in der Therapie vermutlich über deine tiefen Probleme. Wenn du darüber nachdenkst, geht es dir schlecht. So ist es mal ganz simpel ausgedrückt.

Das solltest du allerdings unbedingt in der Therapie ansprechen!

Antwort
von Stellwerk, 29

Anscheinend fehlt Dir vor allem eins: Zuwendung. Um die Therapiestunde fühlst Du Dich wahrgenommen, ernstgenommen und geborgen mit Deinen Problemen. Aber dann kommt der Einbruch, weil natürlich klar ist, dass Deine Therapeutin nicht Deine Freundin ist, zu der Du jeden Tag gehen kannst.

Ja, sprich das ruhig mal an.

Antwort
von Mignon4, 22

Ja, genau das mußt du mit ihr besprechen. Sie kann es dir am besten erklären. :-)

Antwort
von Goodnight, 17

Du stellst die Therapeutin an die beschützende Mutterposition und danach brichst du zusammen, weil es eben doch nicht so ist, du musst erwachsen sein.

Das solltest du bei der Therapie unbedingt ansprechen. Könnte durchaus sein, dass ihr die professionelle Ebene verlassen habt.

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