Frage von felipe111, 42

psychotherapeutisch/beratend tätig sein ohne kassensitz?

ich würde gerne therapeutisch/beratend arbeiten, habe aber kein psychologie studium. daher denke ich an den HP psychotherapie plus ausbildung in gestalt oder gesprächstherapie. da diese verfahren nicht anerkannt sind frage ich mich wie chancen auf klienten stehen? der bedarf an therapie ist hoch, aber sind die menschen bereit dafür zu zahlen bzw. denkt ihr dass sich eine solche ausbildung lohnt und eine realistische perspektive sein kann? danke :)

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von Dahika, 32

Seriöse Ausbildungsinstitute, auch die für Gesprächs- oder Gestalttherapie, akzeptieren aber für die Therapieausbildung nur Mediziner oder Psychologen.

tut mir leid. Es gibt jede Menge Ausbildungsinstitute, aber längst nicht alle sind seriös. Heilpraktikerschulen mit Psychotherapieausbildung sind es nicht.

Ob ein bei den Kassen nicht approbierter Therapeut, und das wärest du ja, Patienten bekommen kann, ist die Frage. Leben wirst du davon kaum können, fürchte ich. Denn die meisten Patienten wissen ja, dass Krankenkassen die Therapie kostenmäßig übernehmen und sind daher kaum bereit, 80 Euro aufwärts pro Sitzung für eine private Therapie zu bezahlen.
Natürlich gibt es Patienten, die die lange Wartezeit nicht in Kauf nehmen wollen. Aber die gehen dann eher in die Psychologischen Beratungsstellen, wo die Wartezeit kürzer ist und sie nichts bezahlen müssen. In Psych. Beratungsstellen arbeiten oft Psychologen mit abgeschlossener Psychotherapieausbildung nach den Regeln fachlichen Könnens. Und darauf kommt es an. Da sind sehr, sehr gute Leute drunter.

Mit dem Heilpraktiker in Psychoth. wirst du in einer Psychol. Beratungsstelle keine Chance auf eine Anstellung haben, denn die Träger akzeptieren nur Psychologen als Therapeuten.



Kommentar von triunitas3in1 ,

SeriösE Ausbildungsinstitute, auch die für Gesprächs- oder Gestalttherapie, akzeptieren aber für die Therapieausbildung nur Mediziner oder Psychologen. 

Das stimmt nicht. Gerade die Gestalttherapie ist (noch?) großzügig. Ich, Heilpraktiker Psychotherapie, war vor kurzem bei einem Info- und Auswahlseminar des IGW und wurde angenommen für eine 4-jährige, seriöse Ausbildung mit allem drum und dran. Auch z.B. das IGG Berlin nimmt HP's und soweit ich weiß auch einige seriöse Institute für Gesprächstherapie. 

Man muss nur ausreichend recherchieren und probieren, dann findet sich auch einiges für den "kleinen" HP...

Antwort
von schloh80, 33

Gesprächspsychotherapie (bzw. die personenzentrierte Psychotherapie) ist wissenschaftlich anerkannt (http://www.wbpsychotherapie.de/page.asp?his=0.113.116.118). Psychologen mit staatl. anerk. Ausbildung z.B. bei einem GwG Institut werden nach dem Staatsexamen auch damit approbiert. Sie können damit lediglich keinen Kassensitz erwerben.

Ohne Medizin- oder Psychologiestudium (Dipl. o. M.Sc. mit Klinischer Psychologie) ist es nicht möglich, eine seriöse Ausbildung in Gesprächspsychotherapie zu absolvieren. Auch bei Gestalttherapie ist ein einschlägiges Studium inzw. Pflicht, zumal hier ebenfalls die wiss. Anerkennung beim WB vorbereitet wird.

 Es gibt so viele approbierte Psychotherapeuten in Privatpraxen, deren Kosten  von privaten und ggf. gesetzl. Krankenkassen (ggf. dann über die Kostenerstattung) übernommen werden, dass es mir nur bei reinen Selbstzahlern mit kleinem Geldbeutel realistisch erscheint, dass sie zu einem Heilpraktiker gehen. 

Von den in der Gebührenordnung genannten Honoraren für Heilpraktiker (26-46 EUR / durchgeführter Patienten-Std.), erscheint es mir nicht schlüssig nachvollziehbar, wie da eine Praxis rentabel auf Dauer betrieben werden soll. Schließlich musst du die gesamten Praxiskosten (Miete, Einrichtung, EDV, regelmäßige Renovierungen, die Rückstellungen usw.) tragen, wie auch die Weiterbildungen, Fachliteratur und -zeitschriften und regelmäßige Supervisionen, Beiträge zu Fachgesellschaften und Berufsverbänden, berufliche Versicherungen, (berufl. Haftpflicht, Rechtsschutz, Praxisversicherung), dazu dich selbst kranken- und pflegeversichern, Krankengeld und Krankentagegeldversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, private Altersvorsorge usw. usf.

Das wird m.M. dauerhaft nur mit ausreichend Geld aus anderen Quellen und Eigentum statt gemieteter Praxis im Hintergrund gehen. Abwerfen, geschweige denn, davon leben können, erscheint mir nicht realistisch.

Aber gut, wenn es dein Traum ist, solltest du es natürlich versuchen. Du solltest dich aber nicht von Milchmädchenrechnungen div. HP-Schulen über den Tisch ziehen lassen.

Antwort
von Ostsee1982, 14

Ich denke, die Menschen die ernsthafte Erkrankungen haben haben nichts bei einem HP Psychotherapie zu suchen haben sondern bei einem psychologischen Psychotherapeuten mit entsprechender Ausbildung, klinischer Erfahrung und jahrelangem Hintergrundwissen. Ich geh ja auch nicht zum Schamanen für eine Zahnbehandlung oder lass mich von einem Automechaniker operieren weil er dazu einen 13-monatigen Kurs absolviert hat.

Antwort
von Huflattich, 10

Vergiss es. Die vermeintlichen Klienten sind derart geizig, dass sie nicht bereit sind selbst (aus eigener Tasche) deine Leistung zu vergüten .

Antwort
von Harald2000, 19

Aussichtslos !

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community