Psychologisches Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur - muss ich das so hinnehmen?

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4 Antworten

Die rechtliche Grundlage ist in dem Fall wohl der §32 SGB 3.

Die Agentur für Arbeit soll Ratsuchende mit deren Einverständnis ärztlich und psychologisch untersuchen und begutachten, soweit dies für die Feststellung der Berufseignung oder Vermittlungsfähigkeit erforderlich ist.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__32.html

Ein früheres Gutachten ist wohl nicht so toll ausgefallen, warum auch immer.

Wenn jetzt Dein zuständiger Berater der Meinung ist, er braucht für eine verbindliche Förderzusage eine neue Einschätzung Deiner Leistungsfähigkeit, sei es vom Amtsarzt oder psychologischen Dienst, wirst Du Dich wahrscheinlich darauf einlassen müssen.

Gerade weil Du auf Förderungen & Weiterbildungen keinen Rechtsanspruch hast & sich die Mitarbeiter bei teuren Förderungen absichern wollen bzw. auch auf interne Anweisung müssen.

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Zwingen können die dich zu irgendwelchen Tests oder psychologischen Gutachten meiner Meinung nach nicht. Allerdings kann es durchaus sein, und ist es sehr wahrscheinlich, dass du, wenn du dich weigerst "mitzuarbeiten" für diese Weiterbildung nicht gefördert wirst. Ich persönlich war vor ein paar Jahren auch mal zu so einem Gutachter, dem musste ich dann grob was über mein Leben erzählen. Der Mann hat mich 10 Minuten gesehen und meinte dann auch sich ein Urteil erlauben zu können. Meiner Meinung nach ist das alles Quatsch und hat mit einer realistischen Einschätzung deiner Situation überhaupt garnichts zu tun. Niemand der dich vorher nie gesehen hat, kann ernsthaft behaupten einschätzen zu können was und was du nicht schaffst. Ansonsten, was meiner Meinung nach immer gut kommt aber in deiner Situation wohl nicht unbedingt hilfreich, ist es immer sinnvoll vorab Praktika zu machen. Die zeigen dem Sachbearbeiter was du in der realen Arbeitswelt schaffst und was nicht. Zu deinem psychologischen Zustand kann dein stinknormaler Sachbearbeiter sowie garnichts sagen, er ist überhauptnicht qualifiziert dazu ein Urteil abzugeben.

Was sind das für Tests von denen du da sprichst? Ich meine, wenn du vorher im Büro gearbeitet hast, dürte doch an deiner Qualifikation kein Zweifel bestehen, egal ob jetzt bei dem Test angeblich "Hauptschulniveau" rausgekommen ist oder nicht (das könnte z.B. daran liegen dass man beim Test nervös war und darum Fehler gemacht hat) Außerdem sehen die doch,d ass du dich mit Nachholen des Realschulabschlusses und jetzt sogar Abiturs doch wirklich bemühst und dich verbessern möchtest. Ich verstehe nicht, warum die dir da Steine in den Weg legen.

Von dem was du erzählst hört es sich wohl leider nicht so an,als ob du zu deinem Sachbearbeiter einen guten Draht hast. Ansonsten kann es ab und an nicht schaden ein bisschen über sich zu erzählen. Dann kann sich derjenige besser auf dich und deine Situation einstellen. Allerdings ist das bestimmt kein Muss. Auch kann ich total verstehen wie frustriert du bist. Mir wurde auch schon für so vieles Hoffnung gemacht und hinterher fand sich dann kurz vorher doch wieder etwas, warum es angeblich doch nicht klappt.

Im Übrigen glaube ich, kannst du auch, solltest du mit deinem Sachbearbeiter wirklich arge Probleme haben und dich ungerecht behandelt fühlen, diesen Sachbearbeiter verweigern und jemand anderen fordern. In wieweit das in der Praxis aber wirklich funktioniert kann ich nicht beurteilen.

Ansonsten gilt natürlich schon, dass du, wenn du z.B einen Bürojob bekommen könntest, diesen annehmen musst. Das Jobcenter ist für Weiterbildungen dann ja im Grunde nicht mehr zuständig.

Allerdings im Augenblick, wo du ja, wie ich es verstehe noch arbeitssuchend und im Hartz IV Bezug bist, wäre ja jede Weiterbildugnsmaßnahme sinnvoll, um deine Chance einen Job zu bekommen zu verbessern.

Das soll ja angeblich immer noch der Sinn des Ganzen sein...wie gesagt, angeblich. Ich habe auch schon selbst die Erfahrung gemacht und von anderen gehört, dass einem oft Möglichkeiten verbaut werden und Steine in den Weg gelegt werden, die nicht sein müssten.

Ich hoffe jedenfalls für dich, dass du Erfolg hast und deine Weiterbildungsmaßnahme bewilligt bekommst, notfalls auch mit Hilfe eines Anwalts.


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Kommentar von Ilyana
01.12.2015, 15:12

Wer Tippfehler findet darf sie behalten ;-)

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Kommentar von wolkenfrei2015
01.12.2015, 16:17

Ich habe schon das Gefühl heute gehabt, das dem Psychologen das auch nichts weiter angeht, mit wem ich wie oft telefoniere und wie aktuell mein Freundeskreis ausschaut. Ich habe ab meinen 40. Lebensjahr im Freundes- und Familienkreis ordentlich "aufgeräumt" und klar Schiff gemacht. Und jetzt verstehe ich diese  sogenannten Berater gar nicht, das sich auf uralte Gutachten beziehen. Das sind eigentlich diese komischen Standardtests, da kam ich mir damals ziemlich bekloppt vor und habe das aus Frust, weil ich dazu gezwungen worden bin, auch nur widerwillig gemacht. Vielleicht kamen daher solche "Ergebnisse" zum Vorschein. 

Da mir selber momentan noch das Geld für eine berufliche Qualifizierung fehlt (das Abitur reicht mir ja schon von den Kosten her), bin ich grad dran alle Hebel in Bewegung zu setzen, um von diesem Amt mal wieder weg zu kommen. Ich habe eher das Gefühl, wenn man einmal da länger drin ist, wird man so schnell irgendwie nicht los gelassen. Mal sehen, ob mein Anwalt gegen dieses Gutachten mal vorgehen kann, das lass ich mir so sicher nicht gefallen. Meine familiäre Situation war damals in der Tat eine andere und man kann nichts dafür, wenn jemand älteres aus der Familie zum Pflegefall wird, das da mehr Stress dran ist, ist verständlich. Hinzu kam noch ein Batzen Papierkram mit Behörden, Heim und Ämtern, darum war ich erst mal außen vor im Berufsleben, wenn leider keine weiteren direkten Angehörige da sind. Da dies aber nun der Vergangenheit angehört und ich mein Leben komplett umgekrempelt habe, kann es ja nun nicht angehen, das ich mir so eine ähnliche Weiterbildung wie damals ausgesucht habe und diesmal angeblich dafür nicht geeignet bin. Wenn ich das selber finanzieren würde, hätte ich den Stress nicht und ich versuche schon rum zu telefonieren, nach einer geeigneten Teilzeitstelle und wenn ich erst mal an der Kasse im Supermarkt sitze oder Regale auffülle. Ist zwar nicht das, was ich gelernt habe, aber Hauptsache ich kann mich aus eigener Kraft finanzieren und bloß wegen diesem Jobcenter. 

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Dass der Weiterbildungsträger dich unterstützt, ist nicht weiter verwunderlich. Der will ja das Geld kassieren, das die Arbeitsagentur scheinbar nicht so ganz gerne herausrücken will.

Der ZAHLER also die Arbeitsagentur hat aber ein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren ob diese Weiterbildung für dich geeignet ist.

Da verlässt man sich lieber auf einen neutralen Berater

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Die Frage nach Deiner famililären Situation ist sehr wohl gestattet. Sie geben Geld für Dich aus - und das ist nicht wenig - dann möchten sie nicht, daß Du  wegen solcher familiären Situation später wieder ausfällst und alles nur für die Katz war.

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