Psychologische Probleme nach Alkoholnacht mit sexuellem Übergriff als "Täter"?

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13 Antworten

Hallo,

die Anwort von N3kr0One ist wirklich gut und hilfreich.

333Peace333, das was an diesem Abend passiert ist, ist keine schöne Geschichte. Und das du jetzt Probleme hast, damit umzugehen, verstehe ich gut. Du hast etwas sehr wichtiges gelernt: wie es ist die Kontolle über sich zu verlieren und etwas zu tun, was man eigentlich verwerflich findet.

Du hast etwas über dich gelernt. Es ist wichtig, das man sich akzeptiert, mit seinem Fehlern. Und gerade, weil du jetzt diese Erfahrung gemacht hast, kannst du für deine Zukunft viel lernen und auch gerade für deine Zukunft als Arzt irgendwann.

Du sagst, du hast hohe moralische Werte. Und diese Werte haben dir in dieser Situation geholfen. Du hast das Mädchen nicht weiter belästigt. Du hast trotzdem mangelnder Kontrolle sie nicht vergewaltigt, du hast ihr NEIN gehört und bist gegangen. Ja, du hattest ihre Signale vielleicht falsch verstanden oder wahrscheinlich wusste sie auch nicht, was sie tut. Aber du bist nicht weiter gegangen. Wieviele Männer wären da wirklich gegangen?

Du bist gegangen und dafür bewundere ich dich, obwohl ich Betrunkene wirklich verabscheue.

Und du reflektierst dein Verhalten und bereust es. Das ist bewundernswert und zeigt einen starken guten Charakter.

Ja, du wirst dich noch lange schämen. Das man so ein Erlebnis verarbeitet, dauert sehr lange und auch dann bleibt die Erinnerung unangenehm.

Ich kenne das, auch ich habe eine Erinnerung, für die ich mich sehr schäme und die mich lange belastet hat. Auch heute nach fast 25 Jahren denke ich sehr ungerne daran zurück. Aber wir müssen mit unseren Fehlern leben und daraus lernen. Das braucht Zeit, aber so starke Menschen, wie du einer bist wird es schaffen.

Als letztes, wenn das Mädchen sich nicht mehr daran erinnert, dann sprech das Thema bei ihr nicht mehr an. Wenn sie auf dich zukommt und sagt, hey, war da nicht etwas? Dann sei ehrlich, aber drücke ich jetzt keine Erinnerung auf, die sie anscheinend nicht hat.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft, als Arzt und als Mann.

Viel Kraft, bleibe weiter so ein starker, ehrlicher, moralischer Person.

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Auch unter Drogen handeln wir in der Spur unserer Neigungen.
Ja, man könnte fast sagen, dass wir mit dem Wegfall der Hemmungen ungeschminkt das sind, was wir sind.

Du hast Dich nun besser kennengelernt und das ist aus meiner Sicht sehr gut für Deinen späteren Arztberuf. Ärzte, die um die eigenen Abgründe wissen,  können weit besser sich in Patienten einfühlen, als die „weißen Götter“, die aus der Warte ihrer allumfassenden Überlegenheit auf ihre Patienten herunterschauen.

Wichtig finde ich nun, dass Du diese Negativität als Deine Negativität annehmen kannst. Du bist den Weg der Offenheit gegenüber dem Mädchen gegangen.   Es ist übel gelaufen, aber Du bist bereit darüber zu reden. Nun weißt Du auch, dass Du Dich gelegentlich vor Dir selbst in Acht nehmen musst.

Machogebaren durch Einfühlung überwinden. Alkohol im rechten Maß. Das weißt Du nun selber am allerbesten.

Schuldgefühle helfen niemand. Sich selbst erkennen hilft allen.

Viel Kraft und Freude im Studium!

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Du scheinst ein aufrichtiger Typ zu sein. Dass du moralische Bedenken nach der Sache hast, spricht dafür. Anscheinend bist du nochmal gut davongekommen, da sie sich an nichts erinnert. Ich denke nicht, dass sie dir rechtlich was antun kann, schließlich scheint sie völlig unzurechnungsfähig gewesen zu sein.

Ich würde diese Situation nutzen und mit dem Alkohol weitestgehend aufhören. Kontrollverlust ist ein prägendes Erlebnis. Ich glaube nicht, dass du es wiederholen willst. Lerne daraus für die Zukunft und konzentriere dich auf das Studium. Viel Erfolg damit!

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Hallo liebe Peace und Kompliment für Deine mutige Frage die von hoher Reflektivität zeugt!

Alkohol hat die Eigenschaft bei zunehmendem Pegel nach und nach unsere Hirnregionen abzuschalten und zwar in umgekehrt-evolutionärer Reihenfolge (macht uns also sukzessive zu Neandertalern), das heißt die komplexen Gedanken zuerst, bewusste Kontrollmechanismen, die Nummer mit dem Gleichgewichtssinn und dem Sprachzentrum kennst Du ja... im Extremfall bis hin zu den Regionen die Deine Atmung steuern (Delir... Tod).

Die beliebte Aussage, Du seist unter starkem Alkoholeinfluss nicht Du selbst stimmt insofern, als dass der Teil Deiner Persönlichkeit der sich in Deinem präfrontalen Cortex befindet wegfällt - der sogenannte kultivierte Mensch. Was bleibt ist der triebgesteuerte Mensch, solange der Alkohol ihn noch irgendwas steuern lässt.

Wir alle sind im Grunde genommen wilde Tiere mit einer dünnen Schicht Zivilisation. Absichtsgesteuertes Handeln und bewusstes Reflektieren unserer Handlungen im sozialen Kontext sind komplexe und hochabstrakte Denkprozesse zu denen wir evolutionär noch gar nicht so lange in der Lage sind. Alkohol macht Deine Absichten viel simpler aber auch viel inkompatibler mit gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

Wenn Du Dich künftig betrinkst wirst Du also davon ausgehen müssen, dass der Teil von Dir der unter Deiner Sozialisation liegt wieder auf ähnliche Weise zu Tage tritt, tut mir leid :/

Der Grund aus dem Du Dich nicht schlecht fühlen musst ist der, dass Du diese Wirkung auf Dich in dieser Erscheinungsform noch nicht kennen konntest. Nun musst Du aber Schlüsse draus ziehen und diese auf Deinen künftigen Alkoholkonsum anwenden.

Alles Gute!!

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Kommentar von 333Peace333
14.10.2016, 14:40

Ich danke herzlich für diese informative Zusammenfassung bezüglich der Alkoholwirkung im Gehirn, und im Zusammenhang Spannungsfeld Evolution<-> Moderne Gesellschaft.

Diese Tatsache entschuldigt mein Vergehen in keinster Weise, noch rechtfertigt es dieses.

Aber es gibt mir einen Erklärungsansatz dafür, warum ich nicht VERSTEHEN kann, wieso ich auf diese Weise handelte. 

Warum ich glaubte, dass das nicht "Ich" sei, der da handelt. Ich habe moralisch hohe Ansprüche an mich selbst, und definiere mich auch dadurch.

Warum die Realisierung dieses Fehltrittes zu einer solchen Krise meinerseits führt, macht insofern Sinn.

Wieso meine ethischen Prinzipien, die ja auch Produkt des modernen Menschen sind, durch primitive und evolutionäre "Überreste" übermannt wurden. 

Auch wenn meine Moral "groß" ist in normalen Zustand, ändert das nichts in dem Moment, in dem das zuständige Gehirnareal leidet. 

Nochmal: Ich will und kann und darf das nicht rechtfertigen mit dieser Lehre, aber es hilft mir, zu verstehen.

Das werde ich mir eine Lehre sein lassen. Ich weiß nun, dass ich ganz besonders aufpassen muss im Umgang mit Alkohol und diesen am Besten nur noch in sicherem, vertrauten Umfeld konsumiere.

Und gerade im Bezug auf die Art min Umgang mit Damen habe ich nun ein moralisches Warnschild verpasst bekommene, was aber auch nicht in Komplexe münden sollte.

Das ist nun ein Ereignis, was mir nun nach reichlicher Reflektion die Möglichkeit gibt, ein noch besserer Mensch zu werden.

Habe herzlichen Dank! 

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Ich bin ein guter Mensch und das ist mein Selbstverständnis

Nun, wäre ja schön wenn es so einfach wäre. Aber Menschen sind nun mal nicht gut, oder böse. Menschen sind komplex. Der "Gute" kann böses tun, und der "Böse" auch gutes.

Du hast "Mist" gebaut und Du schämst Dich. Zurecht wie ich finde. Aber diese Scham sollte Ansporn für Dich sein, diese Seite Deiner Persönlichkeit besser zu kontrollieren. Auch den Alkoholkonsum.

Jetzt ist nicht die Zeit in Selbstmitleid zu "zerfließen", und Dir mit der moralischen "Keule" selbst was überzubraten. Jetzt ist die Zeit für Dich, der Komplexität Deiner Persönlichkeit klar zu werden, und an Dir zu arbeiten, besser zu werden, und mehr Kontrolle über Dich zu bekommen.

Mit Selbstgeißelung, wirst Du da nichts erreichen.

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Ich finde die bisherigen Kommentare alle traurig.'
Da hat ein Mensch einen Fehler begannen, bereut es zutiefst und spielt sogar mit dem Gedanken seinen beruflichen Wunsch zu verabschieden und die Leute können nichts weiter als noch einmal draufhauen?
Und die Allermeisten von denen haben sicherlich noch viel größeren Unfug gemacht im Leben und sind zu Feige es zuzugeben.

Daher möchte ich dir jetzt einmal positiv ins Gewissen reden.

JA, du hast einen Fehler gemacht...Alkohol erklärt zwar deine Handlung, aber sie rechtfertigt sie nicht und macht sie nicht angenehmer.
Dennoch hat sie dir klare Signale gegeben die du berücksichtigt hast.

Du hast die Frau nicht vergewaltigt noch hast du sie willenlos gemacht und dich dann vergnügt....somit ist der Schaden weit begrenzt worden.
Es gibt genug Leute, die keine Moral haben und diese Situation mehr als ausgenutzt hätten. Somit blieb selbst in diesem Zustand noch ein gewisser Funke Moral übrig.

Du warst schwach für den Moment aber du bist reif und anständig genug dies zu erkennen und die Konsequenzen zu tragen.
Aber bitte...mach daraus nicht mehr als es war.
Du stellst dich an den Pranger obwohl du dafür eine Schelle empfangen solltest. Mehr nicht.

Die Junge Dame hatte sich sicherlich genauso wenig unter Kontrolle und hat sicherlich dazu beigetragen, dass es so kam...aber viel mehr war es dann nicht.

Ich möchte behaupten ich bin genauso moralisch geprägt wie du, habe aber leider in meiner Kindheit auch etwas verwerfliches gemacht...und es verfolgt mich noch heute.
Viele Jahre danach kann ich zwar sagen, dass aus jeglicher Sicht dies auf meine Unerfahrenheit und Jugend heraus passiert ist, aber für mich selbst ist dies immer ein prägendes Ereignis gewesen.

Mach dich aber bitte nicht fertig.
IM GEGENTEIL sogar....jetzt HAST du das Studium zu absolvieren, wirst ein guter Arzt und hilfst den Menschen. Damit hilfst du dir, den Mitmenschen und der Gesellschaft am Meisten und kannst es 1000 fach zurückgeben.

Was du auch für ein Arzt werden sollst, dir würde ich mein Leben 100x lieber in die Hand geben als einem prof. dr. dr. aus den USA eingeflogen.
Du handelst im Sinne des Menschen, für dich steht bestimmt das Wohl des Patienten sogar über dein eigenem Wohl....einen besseren Arzt kann man sich nicht wünschen.

Bitte mach weiter, lass es dir eine Lehre sein und versuche diese Tat mit vielen guten Taten wett zu machen.

Und wenn andere sagen, dass du die Finger vom Alkohol lassen sollst, dann sage ich nur: bitte kenne deine Grenzen.
Warum sollst du gänzlich auf alles verzichten, das ist Unsinn....aber übertreibe es eben nicht.

In diesem Sinne...alles Gute und viel Erfolg.

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Kommentar von 333Peace333
14.10.2016, 12:39

Ich möchte Dir herzlich "Danke" sagen! 

Ich habe beim Lesen Deiner Nachricht geweint.

Könntest du mir in Hinsicht auf die Verarbeitung eines solchen (mehr oder weniger traumatischen) Ereignisses- was, so sehe ich es im Moment, mich mein Leben lang noch als Erinnerung begleiten wird- Deinen Rat geben? 

Du schreibst, dass auch du in deinen jungen Jahren ein solches Erlebnis hattest.

Es war die 2. Person, mit der ich sexuellen Kontakt bis zu diesem Punkt gehabt habe, und es wird, so fürchte ich, nun für immer diese Rolle des "zweiten Males, das in einer Form eine sexuellen Missbrauchs ablief" (-an dem sie ja nun aber auch nicht unbeteiligt war!) haben.

Mein Leben soll und kann nicht perfekt sein, aber Erlebnisse der Sexualität haben ja immer noch eine besondere Rolle...


Ich bin mir zudem unsicher, ob ich es ihr offen erzählen soll oder nicht. Vielleicht würde das nämlich größeren Schaden anrichten, nämlich auch in ihrer Psyche. 

Ich danke Dir herzlich! 

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Ich an deiner Stelle würde mich mit dem Mädchen zusammensetzen und ihr alles erzählen, mich entschuldigen und sagen das es absolut nicht deine absicht gewesen ist sie zu belästigen. Kontrollverlust durch Alkohol fordert viele Opfer, aber ein Berufswunsch sollte es nun wirklich nicht sein. Vielleicht hat sie verständnis und du kannst dir deine sorgen von der seele reden

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Hallo Peace,

habe ich es richtig verstanden das du Ihr alles gesagt hast und Sie sich an nichts erinnert oder hattest du nur gefragt ob Sie sich an etwas erinnert?

Ich denke das Sie deine erste und momentan wichtigste Ansprechpartnerin ist. Wenn Sie dir das verzeiht, sollte es auch für dich okay sein können.

Im Endeffekt bist du einen Schritt zu weit gegangen als du Sie angefasst hast und Ihre Hand zu dir geführt hast, doch als Sie sagte das Sie möchte das du gehst hast du das auch gemacht. Ich denke hier muss jeder für sich selbst entscheiden ob das "noch im Rahmen ist".

Für mich währe das es am wichtigsten das du es mit Ihr klärst und dann mit dir. Sonst wirst du damit nicht klar kommen können.

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Das sollte Dir eine Lehre sein:
lass die Finger weg vom Alkohol!

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Och, du Ärmster. Soll man jetzt noch MItleid mit dir haben? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich hoffe, dass das Mädchen sich erinnert und dich anzeigt!

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So etwas würde dir nicht passieren, wenn ihr euch nicht voll besoffen hättet. Das Problem liegt beim Alkoholkonsum.. Man hat sich einfach nicht mehr unter Kontrolle. Ich verstehe nicht wieso sich Menschen das freiwillig antun.

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Kommentar von xSasukex
14.10.2016, 11:56

Richtig. Lieber bissl Sport machen und seinen klaren Geist bewahren.

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Kommentar von Bebish05
14.10.2016, 11:56

Du sagst es.

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Kommentar von Bebish05
14.10.2016, 12:54

Nein ich rauche und trinke nicht. Ich vermeide Dinge die mir und meinen Mitmenschen schaden. Außerdem kannst du nicht darüber urteilen, weil du mich null kennst. Unabhängig davon ob du Raucher bist oder nicht.

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Kommentar von Bebish05
14.10.2016, 20:47

Ich habe niemals behauptet, dass ich keine Fehler mache. Was laberst du eig?
Es ist ja offentsichtlich was bei dem jungen Herren hier das Problem war.
Würde er in Zukunft nicht mehr soviel Alkohol konsumieren, wäre er seinen Taten noch bewusst und somit könnte er so etwas in Zukunft vermeiden. Das war ein ernstgemeinter Ratschlag von mir und ich finde es gut, dass er seinen Fehler erkannt hat und bereit ist das wieder gut zu machen.

Verstehe gar nicht was dein Problem ist..

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Ich kann nur sagen, Alkohol mag Dein Verhalten erklären, entschuldigen tut er es nicht. Jeder ist für sich soweit verantwortlich, dass er nur soviel trinkt, dass er sich unter Kontrolle hat.

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Du bist also nicht zu 100% gut. Es gibt eine dunkle Seite, die deine Handlungen bestimmen kann, wenn du die Kontrolle verlierst.

Du willst dass deine ethische Seite du Selbst bist und bleibst?

Ich finde, um zu beweisen, dass du es wirklich bereust und am liebsten ungeschehen machen möchtest: Verzichte für immer auf Alkohol. Das ist das, was du willentlich tun kannst, um solche Vorkommnisse in der Zukunft am sichersten zu vermeiden. Außerdem könntest du mit der Abstinenz als Arzt ein gutes Vorbild sein.

Also was willst du, hier ne kurze anonyme Absolution oder konsequent Weichen stellen?

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