Frage von Soulbottle93, 117

Psychologin weiß nicht, ob sie mir helfen kann, was dann?

Ich habe gerade mit den Probesitzungen bei einer Psychologin begonnen. Allerdings meinte sie gestern, dass sie nicht weiß, ob sie mir helfen kann. Was mach ich dann? Wird sie mir helfen einen neuen Arzt zu finden oder muss ich mich erneut alleine auf die Suche machen? Ich suche mir keine Hilfe, um mich dann abweisen zu lassen und es ist schwer genug für mich gewesen, ihr all das zu erzählen, was ich bisher noch niemandem erzählt habe. Aber ich weiß, dass ich die Hilfe brauche ... bin gerade allerdings wieder etwas am verzweifeln.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DottorePsycho, Community-Experte für Gesundheit, Psyche, Psychologie, 33

Die Psychologin ist wahrscheinlich nicht wirklich "zweifelnd".

Zum einen ist nicht jeder Psychologe für jedes Thema der richtige, zum
anderen gibt es ohnehin NIE eine Erfolgsgarantie für irgendeine Therapie.

Da sich eine endgültige Diagnose aber oft nicht gleich in der ersten Sitzung stellen lässt, ist es nur konsequent und ehrlich, hier nicht gleich in Heilungs-Euphorie auszubrechen. Zumal Heilungsversprechen ohnehin verboten sind.

Deine Therapeutin wird also nach weiterführender Anamnese in wenigen Sitzungen zu einer Entscheidung kommen, ob sie sich selbst und die von ihr angewandten Methoden für Dich passend befindet oder nicht. Falls nicht, weiss sie aber ganz sicher Kollegen, die methodisch besser zu Dir passen - das kann sie dann einschätzen. Die zwischenmenschliche "Einschätzung" muss dann natürlich ggfls. zwischen Dir und dem neuen Therapeuten erfolgen.

Deshalb solltest Du Dich zum jetzigen Zeitpunkt hiervon nicht verrückt machen lassen. Und wenn Dich so eine Äusserung Deiner Therapeutin "verrückt" macht, dann sprich es künftig am besten direkt bei ihr an, damit sie auch ein Gefühl dafür entwickeln kann, wie Deine Welt aussieht und worauf Du auf welche Art reagierst. So könnt Ihr Euch einander am besten nähern, Euch verstehen und Missverständnisse vermeiden.

Solange Du die Unklarheiten mit nach Hause nimmst und dort im stillen Kämmerlein bebrütest oder Dir hier auf GF zweifelhafte Meinungen als vermeintliche Ratschläge einholst, kann keine vertrauensbildende Reifung Eurer Patient-Therapeut-Beziehung erfolgen.

Alles Gute für Dich!

Antwort
von Kitharea, 64

Ich kenne das so, dass sie dich dann quasi einem anderen Arzt vermittelt.
Sieh es positiv - die falsche Psychologin bringt dir nichts - das ist kein Hausarzt der nur ein Pflaster drüberklebt. Du brauchst eine Psychologin die zu dir passt - als Person - alles Andere hilft dir nichts. Du kannst davon ausgehen dass sie auch sehr kompetent ist, sonst würde sie dich nicht weiterschicken. Lass dich da etwas an die Hand nehmen - dass das nicht einfach ist, ist verständlich. Und das ist auch keine Abweisung - es ist der Versuch jemanden für dich zu finden der besser passt und besser mit dir arbeiten kann.

Antwort
von nnblm1, 26

Ohne genaueres zu wissen, stimme ich als Psychologin dem Beitrag von Kitharea zu.

Nicht jede Psychologin ist auf alles spezialisiert, nicht jeder kann rein menschlich mit jedem arbeiten. Von einem professionellen Standpunkt aus ist es wesentlich seriöser, dich weiter zu vermitteln, als mit dir zu arbeiten, wenn ein Faktor nicht passt.

Ich gehe davon aus, dass sie dir jemand anderen empfehlen wird, ansonsten kannst auch du um eine Weiterempfehlung bitten.

Das alles ausgehend davon, dass du bereit bist, dich deinen Themen zu stellen und zu arbeiten. Therapie bzw. Psychologische Behandlung ist nichts passives, das man mit sich machen lässt, sondern ein aktiver, auch anstrengender Prozess.

Kommentar von Soulbottle93 ,

Ich will auf jeden Fall! Ich möchte meine Vergangenheit aufarbeiten, damit ich jetzt endlich mal lerne, "normal" zu fühlen, zu denken. 

Heißt, wenn sie mir niemanden von sich aus sagt, kann ich sie bitten, mir einen Arzt zu empfehlen? Aber was mache ich, wenn dieser Arzt dann keine freien Termine hat?

Kommentar von nnblm1 ,

Ein Arzt ist nicht dasselbe wie ein Psychologe. Lass dir doch gleich zwei oder drei empfehlen und sag dort auch, dass derjenige empfohlen wurde. Wie es mit Patientenannahme und Wartezeiten in Deutschland aussieht, kann ich dir leider nicht beantworten.

Kommentar von Soulbottle93 ,

Okay, danke!

Noch eine Frage..Woran merke ich, was für eine Art von Therapie ich brauche? Verhaltenstherapie beispielsweise, o.Ä.??

Antwort
von Gigama, 32

Hallo, Soulbottle93

Das du dich erstmal abgelehnt fühlst, kann ich ,auf Grund meiner eigenen Erfahrungen, wirklich sehr gut nachempfinden.

Aber wie auch @Kitharea , möchte ich dich ebenfalls unbedingt ermutigen , diesen Verlauf, trotz deiner verständlichen Enttäuschung, doch positiv zu sehen. 

Ich kann mich noch sehr gut an meine eigene suche nach der richtigen Hilfe erinnern und auch wie verzweifelt und enttäuscht ich nach jedem Fehlversuch war. (gerade wenn ich 10-12Wochen auf diesen Termin gewartet hatte um dann zu hören:  "also ich weiß jetzt gar nicht ,wie ich Ihnen" dabei "helfen kann . )

Heute kann ich sagen, das es sich gelohnt hat, dass ich nicht aufgegeben habe.  Ich bin jetzt schon seit über 6 Jahren bei einem sehr fähigen Psychiater in Behandlung .           Um eine Psychotherapie hatte ich mich damals über ein Ausbildungs-Institut für Psychologie  bemüht,( da bekommt man recht schnell einen Termin)  Dort absolvieren fertig ausgebildete Psychologen eine Weiterbildung auf spezielle Fachrichtungen und Therapie-Ansätze/Formen .

Bei mir hat es auch erst bei der dritten Psychologin gepasst und mit ihr zusammen habe ich dann ,in einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, meine "Lebensgeschichte" aufgearbeitet .

Ich kann dir nur raten die Hoffnung nicht gleich aufzugeben, denn es gibt auch für dich die richtige Hilfe die du brauchst und nur dann macht es auch Sinn. 

LG und alles Gute für dich

Kommentar von Soulbottle93 ,

Zahlt die Kasse denn auch eine Therapie, die sich über einen so langen Zeitraum erstreckt? Ich bin schon froh, dass dort überhaupt was getragen wird, aber wenn ich tatsächlich permanent eine Therapie benötige, muss ich sie irgendwann selbst zahlen???

Kommentar von Gigama ,

Hallo Soulbottle93

Da brauchst du dir keine Gedanken machen. Wenn eine Psychotherapie angezeigt ist , übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Je nachdem wird nach Beantragung eine Langzeit-oder Kurzzeit-Therapie bewilligt. Ich glaube das waren zu meiner Zeit entweder 50 Std. bzw 25 Std. jeweils mit der Option auf eine Verlängerung. 

Kommentar von Gigama ,

Nochmal Hallo Soulbottle93,

wie ich schon geschrieben hatte, kenne ich das Problem mit den langen Wartezeiten. Ich kann natürlich nur von meiner Stadt (Berlin )ausgehen ,wo es wirklich einige Institute und Ambulanzen gibt.Dort bekommt man sehr schnell einen Termin und dort wird auch in den Vorgesprächen geschaut, welche Therapie-Form für dich passend ist. Informiere dich doch mal, ob es so etwas auch in deiner Stadt gibt. 

Antwort
von voayager, 38

du wirst dich erneut auf Suche begeben, denn eine zweifelnde Psychologin ist keine Basis für eine Therapie.

Sei versichert, so was kommt recht häufig vor, dass der erste Anlauf nicht klappt.

Kommentar von Soulbottle93 ,

Kann ich denn Hilfe von ihr oder der Krankenkasse bekommen? Ich habe wirklich jeden Arzt abgeklappert, angerufen, Mails geschrieben und von bestimmt 20 Ärzten haben sich nur 2 zurück gemeldet, die mir Termine vorgeschlagen haben, sie war eine davon. Ich kann doch nicht ewig suchen :(

Und wie läuft der mit der von ihr angelegten Akte? Darf ich die mit zu neuen Psychologen nehmen?

Kommentar von voayager ,

Das weiss ich nicht, ich würde da sie selbst fragen oder deine Krankenkasse. Überhaupt macht es Sinn, wenn du mal ein Beratungsgespräch mit deiner K.Kasse führst.

Antwort
von xxichxxx, 39

Kenne deine Probleme nicht da ist es bisschen schwer

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